Heuneburg, Mediterraner Wein aus keltischen Bechern

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26 Okt 2019 00:04 #1 von Ariadne
Trinkkultur auf der Spur
Die Bewohner der keltischen Heuneburg an der Donau genossen schon vor über 2500 Jahren importierten Wein, berichten Forscher. Dazu dienten anfangs lokal gefertigte Gefäße. Zumindest in der frühen Geschichte der Siedlung war das exotische Getränk offenbar sogar allen sozialen Schichten zugänglich. In der späteren Entwicklungsphase des keltischen Fürstensitzes änderte sich dies allerdings, geht aus den Befunden hervor: Wein war dann den Eliten vorbehalten und sie tranken ihn aus importierten griechischen Gefäßen.

Zahlreiche Funde belegen: Zwischen dem 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. befand sich an der oberen Donau ein monumentales frühkeltisches Zentrum. Die sogenannte Heuneburg war eine stadtartige Siedlung, die in ihrer Blütezeit mehrere tausend Einwohner umfasste. Die Bedeutung des Ortes spiegelt sich auch in reich ausgestatteten Hügelgräbern wider, die sich im Umland befinden. Das Areal gilt als eine der wichtigsten und am besten erforschten archäologischen Stätten der europäischen Eisenzeit. Dabei ist ein Aspekt besonders interessant: Viele Funde dokumentieren, dass die keltische Siedlung Verbindungen zu den Kulturen des Mittelmeerraums besaß.

Ausführlich unter:
www.wissenschaft.de/geschichte-archaeolo...OjIACL5A2bC0RibY4Mzk
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26 Okt 2019 23:41 #2 von Jupiterl
HEUNEBURG
Beim Trinken waren alle Kelten gleich
von Karin Schlott

Zumindest die Kelten auf der Heuneburg. Offenbar genossen alle Bewohner vor 2600 Jahren importierten Wein und lokales Bier. Doch das gleichberechtigte Trinken war nicht von Dauer.

Seit den 1950er Jahren graben Archäologen in der Heuneburg, rund 100 Kilometer südlich von Stuttgart. Dabei haben die Forscher vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg auch zahlreiche Tongefäße aus der rund 2600 Jahre alten Keltenstadt geborgen. Wofür die Becher, Schalen, Kannen und Mischgefäße einst genutzt wurden, haben nun Wissenschaftler um den Archäochemiker Maxime Rageot von der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Tübingen herausgefunden.

Sie analysierten insgesamt 133 Gefäße aus dem 6. und frühen 5. Jahrhundert v. Chr. und spezifizierten die organischen Rückstände an den Wandungen. Alle untersuchten Tonwaren waren einst lokal hergestellt worden, ausgenommen sieben Gefäße, bei denen es sich um attisches Luxusgeschirr aus Griechenland handelte. Importware dieser Art nutzten die Menschen der Heuneburg erst am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. Anders verhielt es sich aber offenbar mit dem Wein aus der Mittelmeerregion. Wie Rageot und seine Kollegen in ihrem Paper in »PloS One« berichten, hatten sowohl die Bewohner der Heuneburg als auch die der umliegenden Gehöfte schon zuvor importierten Wein aus heimischen Bechern genossen. Bislang waren Prähistoriker davon ausgegangen, dass die Kelten den Wein ausschließlich aus dem zugehörigen Edelgeschirr konsumierten. Und dann auch nur die Elite. Dieser Vorstellung widersprechen nun die neuen Ergebnisse.

Weiteres:
www.spektrum.de/news/beim-trinken-waren-...elten-gleich/1681432

journals.plos.org/plosone/article?id=10....journal.pone.0222991
Es bedanken sich: Carolus

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