THRAKIEN SCHLÄGT TROJA

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17 Nov 2019 22:36 #1 von Ariadne
THRAKIEN SCHLÄGT TROJA wurde erstellt von Ariadne
THRAKIEN SCHLÄGT TROJA

Lange galten die Thraker als Barbaren. Jetzt zeigen bulgarische Funde: Sie hatten bereits vor Troja exzellente Goldschmiede und ein Bergheiligtum größer als die griechische Akropolis.

Schauplatz: Eine bulgarische Kleinstadt. Zwei Archäologen betreten ein Lebensmittelgeschäft. Sie staunen nicht schlecht, als sie die junge Verkäuferin sehen: Um den Hals trägt sie eine Kette aus kleinen, offenbar alten Goldperlen. Die Neugier der Forscher ist geweckt. Nach einer abenteuerlichen Suche stoßen die zwei Archäologen bei einem Dorf in der Nähe auf einen kostbaren Goldschatz.

Das Drehbuch für einen fiktiven Archäologen-Krimi? Von wegen: Die spannende Wirklichkeit einer der überraschendsten archäologischen Entdeckungen der letzten Jahre. Im Frühling 2004 waren die Archäologen in Sopot, einer bulgarischen Kleinstadt am Südhang des Balkangebirges, auf die Goldkette der Verkäuferin aufmerksam geworden. Ihr Mann hatte die Perlen beim Pflügen gefunden und sie für seine Frau zusammengefügt. Er führte die Archäologen auf die Felder des nahe gelegenen Dorfs Dabene, 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Sofia – und die glanzvolle Entdeckung nahm ihren Lauf. Ab 2005 fanden der Archäologe Martin Christov vom Historischen Nationalmuseum Sofia und sein Team dort unter zehn künstlich aufgeschütteten Erdhügeln mehrere kleine eingetiefte Gruben. Neben Brandresten, menschlichen Knochenfragmenten und Tongefäßen lagen wertvolle Gegenstände: Bronzemesser, ein Silbergefäß mit Goldverzierungen, ein vergoldeter Silberdolch und viele goldene Schmuckteile. Am Ende der Grabungskampagne 2007 standen über 25 000 Goldteile in den Fundtagebüchern: Perlen, Scheiben, kleine Ringe, Spiralen, Zylinder und Plättchen. Das ist eine überwältigende Menge, obwohl Goldfunde in Bulgarien, dem Land der Thraker (siehe Kasten „Gut zu wissen“), keine Seltenheit sind.

Christov und sein Team staunten nicht schlecht, als sie das Alter ihrer Funde bestimmt hatten: Das Gold von Dabene stammt vom Anfang des dritten Jahrtausends vor Christus, also aus der frühen Bronzezeit, und ist damit nach Varna das zweitälteste bearbeitete Gold der Menschheit (siehe Kasten „Der schwerste und der älteste Schatz“). Die Qualität der Stücke ist einzigartig: Ein Großteil wurde aus 23-karätigem Gold gefertigt.

Ausführlich unter:
www.wissenschaft.de/geschichte-archaeolo...LHoujMU3E60fes6yzxKM
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