Rechnitz: Grabungen auf den Spuren eines NS-Massakers

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30 Nov 2017 00:06 #1 von Jupiterl
Rechnitz: Grabungen auf den Spuren eines NS-Massakers
29. November 2017, 15:06

1945 wurden dort rund 180 jüdische Zwangsarbeiter ermordet

Rechnitz – In Rechnitz im südburgenländischen Bezirk Oberwart ist die Spurensuche nach einem durch Zeugenaussagen belegten Massaker wieder aufgenommen worden: Beim dortigen Kreuzstadl wurden im März 1945 rund 180 jüdische Zwangsarbeiter von den Nationalsozialisten ermordet. Es sei das erste Mal, dass dort auf Veranlassung des Bundesdenkmalamtes großflächig gegraben werde, erklärte der zuständige Archäologe des Bundesdenkmalamtes für das Burgenland, Franz Sauer. Zuvor hatte es dort nur punktuelle Grabungen gegeben, die aber erfolglos blieben.

Während des Massakers hatte auf Schloss Rechnitz ein "Kameradschaftsabend" mit lokaler NS-Prominenz stattgefunden. Einen Tag später wurden auch jene Juden getötet, welche zuvor die Toten begraben mussten. Die Leichen wurde trotz oftmaliger Suche bisher aber nicht entdeckt. Der Verein RE.F.U.G.I.U.S. (Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative und Stiftung) organisiert regelmäßig Veranstaltungen im Gedenken an die Ermordeten.

Spurensuche
Zurzeit sei südöstlich des Kreuzstadls auf einer Fläche von etwa 5.000 Quadratmetern die rund 30 Zentimeter dicke Humusschicht abgetragen worden, erklärte Sauer. Dadurch sei es möglich, den Verlauf der damaligen Stellungssysteme einzusehen. Nun sollen die Laufgräben in Abständen von fünf Metern aufgegraben und untersucht werden. Die Arbeiten haben Anfang voriger Woche begonnen und werden insgesamt drei Wochen dauern. Die Kosten bezifferte der Archäologe mit 25.000 Euro.

Weiteres:
derstandard.at/2000068716283/Rechnitz-Grabungen-auf-den-Spuren-eines-NS-Massakers

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07 Dez 2017 15:07 - 07 Dez 2017 16:06 #2 von Jupiterl
Suche nach Massengrab ergebnislos beendet

Die bisher größte Suchaktion nach dem Massengrab von Rechnitz (Bezirk Oberwart) ist ergebnislos beendet worden. Fast drei Wochen lang wurde beim Kreuzstadel eine etwa 10.000 Quadratmeter große Fläche abgetragen.

Es war die bisher aufwändigste Suche nach dem Grab der 180 Opfer des Massakers vom 24. März 1945 - mehr dazu in Rechnitz: Suche nach Massengrab intensiviert. Die auf alten Luftaufnahmen der Royal Airforce erkenntlichen und in Zeugenaussagen genannten Lauf-, Schützen- und Panzergräben wurden freigelegt, untersucht und vermessen. Gefunden wurden lediglich Stacheldraht, Patronen, eine Granate und ein Spaten.

Vermutete Grabstellen ausschließen
Die Grabung wurde im Auftrag des Bundesdenkmalamtes in Kooperation mit dem Land Burgenland, dem Innenministerium, der Gemeinde Rechnitz und der Gedenkinitiative RE.fugius durchgeführt. „Wenn die Suche auch nicht das erhoffte Ergebnis gebracht hat, können wir nun einige bisherige Verdachtsflächen und vermutete Grabstellen mit Sicherheit ausschließen“, heißt es von den Archäologen.

Weiteres:
burgenland.orf.at/news/stories/2882772/
derstandard.at/2000069802435/Grabungen-i...ne-Spur-zu-NS-Opfern
Letzte Änderung: 07 Dez 2017 16:06 von Jupiterl.
Es bedanken sich: Karl

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03 Okt 2020 17:57 #3 von Jupiterl
Chronik
Ausgrabungen in Rechnitz gehen weiter
Online seit heute, 12.00 Uhr

Die Suche nach den Opfern des NS-Massakers in Rechnitz am Palmsonntag des Jahres 1945 geht weiter. Drei Wochen lang untersucht ein Archäologenteam das Areal beim sogenannten Kreuzstadl. Die Suche ist äußerst aufwendig, vor allem weil das Gebiet so groß ist.

Die Suche konzentriert sich heuer auf Stellen, die zwischen dem Februar und dem August 1945 zugeschüttet wurden. Diese Bereiche wurden durch das Vergleichen von Luftaufnahmen aus der Zeit entdeckt. „Wir haben hier eine Unmenge an sowjetischer Infanteriemunition gefunden. Wir haben ein Magazin einer Maschinenpistole, einen Spaten zum Anlegen dieser Gräben, und – was besonders ist – ein Panzerabwehrrohr der deutschen Wehrmacht gefunden“, so der Archäologe Nikolaus Franz. Auf die sterblichen Überreste der jüdisch-ungarischen Opfer des Massakers von 1945 ist man aber noch nicht gestoßen.

In der vergangenen Woche wurde bereits ein Feld neben einem Waldstück abgesucht. Hier hat man aufgrund von Erzählungen aus der Bevölkerung das sogenannte „Judengartl“ vermutet, ein abgezäuntes Gebiet, wo man die Toten verscharrt haben soll. Derzeit konzentriert sich die Suche auf eine dreieckförmige Linie, die man durch den Vergleich von Luftbildaufnahmen der US Air Force aus dem Februar bzw. aus dem August des Jahres 1945 entdeckt hat.

Weiteres:
burgenland.orf.at/stories/3069646/

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