Ansporn und Ermahnung: Die Forderung des Papstes nach Kulturgutschutz in der Enzyklika

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30 Aug 2015 13:17 - 30 Aug 2015 13:20 #1 von Jupiterl
Ansporn und Ermahnung: Die Forderung des Papstes nach Kulturgutschutz in der Enzyklika »Laudato Si'«

Umweltzerstörung, Konsumrausch, Bequemlichkeit und die Unterordnung der Politik unter die Wirtschaft prangert Papst Franziskus in seiner Mitte Juni 2015 erschienenen Enzyklika »Laudato Si'« an. Er plädiert dafür, die Erde als »das gemeinsame Haus« aller Kreaturen besser zu schützen, und hofft, »dass diese Enzyklika, die an die Soziallehre der Kirche anschließt, dabei hilft, Größe, Dringlichkeit und Schönheit der Herausforderung zu erkennen, die vor uns steht.«

In seinem zweiten Lehrschreiben (nach »Lumen Fidei«, 2013) geht es Franziskus aber auch um den Schutz von Kulturgut: Neben dem natürlichen Erbe gebe es ein historisches, künstlerisches und kulturelles Erbe, das gleichfalls bedroht sei. »Das Verschwinden einer Kultur kann genauso schwerwiegend sein wie das Verschwinden einer Tier- oder Pflanzenart, oder sogar noch gravierender«, schreibt er (Nr. 145). Seine Äußerung entspricht den langjährigen Forderungen der DGUF, das kulturelle Erbe gleichberechtigt zur Folgenabschätzung der klassischen Belange des Natur- und Umweltschutzes (Umweltverträglichkeitsprüfung, UVP) aufzunehmen.

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Ermahnung an Politiker, Investoren - und auch an Archäologen

Es ist zu hoffen, dass die Position des Papstes auch all jene Politiker und Großinvestoren erreicht, die in Bau- und Bodendenkmalpflege vor allem Investitionshemmnisse resp. Sparpotenziale sehen.
Die Position Franziskus' ist aber auch all jenen Archäologen eine deutliche Ermahnung, welche die Hinterlassenschaften der Vergangenheit als ihren amtlich oder wissenschaftlich verbrieften Besitz wahrnehmen. Die aus Bequemlichkeit und Angst seit Jahrzehnten ohne nennenswerten Widerspruch drastische Kürzungen und unzureichend formulierte Denkmalschutzgesetze hinnehmen. Die seit vielen Jahren schweigen und Probleme verschleiern, wenn gesetzliche Regelungen zum Nachteil des kulturellen Erbes gebrochen werden. Die nur dann an die Öffentlichkeit treten wollen, wenn sie entweder mit Sensationsfunden glänzen können oder aber Sorge um die eigenen Arbeitsplätze haben. Die sich stark mit innerwissenschaftlichen Pfründen befassen und die Öffentlichkeit eher als Gegner betrachten, anstatt sich bewusst zu sein, dass sie eine ethische Verpflichtung haben und treuhänderische Verwalter eines kulturellen Erbes sind, das jedem Menschen gleichermaßen gehört.



Weiteres:
www.archaeologie-online.de/magazin/fundp...sporn-und-ermahnung/

www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_d...Laudato-si-DE.pdf%20
Letzte Änderung: 30 Aug 2015 13:20 von Jupiterl. Begründung: Ermahnung
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