Was uralte Kochtöpfe verraten

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27 Aug 2020 22:06 #1 von Jupiterl
Was uralte Kochtöpfe verraten wurde erstellt von Jupiterl
Experiment
Was uralte Kochtöpfe verraten
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Der Blick in urzeitliche Kochtöpfe verrät einiges über das Leben unserer Vorfahren. Um die Interpretation von Rückständen zu erleichtern, haben Forscher ein ungewöhnliches Experiment durchgeführt: Ein Jahr lang wurden einfache Speisen aus Weizen und Mais in unbehandelten Tongefäßen zubereitet.

Lang bevor der Mensch sesshaft wurde, hat er zu kochen begonnen. Schon sehr früh nutzte er dafür auch Töpfe, wie Brandspuren auf Keramikfunden zeigen. Die ältesten bisher gefundenen Scherben sind etwa 20.000 Jahre alt. Das Kochen bereicherte den Speiseplan enorm, denn vieles wurde erst so genießbar oder leichter verdaulich. Die Kulturtechnik gilt daher als Meilenstein in der Evolution. Was und wie unserer Vorfahren gekocht haben, versucht man seit einigen Jahrzehnten ebenfalls herauszufinden, anhand von organischen Überresten in antiken Gefäßen. Chemische Analysen von Brandspuren und andere Rückstände zeigen beispielsweise, welche Pflanzen aus der Umgebung verwendet bzw. welche Tiere gejagt wurden.

Wie die Autoreninnen und Autoren um Melanie J. Miller von der neuseeländischen University of Otago in ihrer soeben in den „Scientific Reports“ erschienenen Studie schreiben, kann man auf diese Weise eine Menge über den Speisezettel und das Leben der damaligen Menschen erfahren. Rund um die chemische Analyse von Kochrückständen gebe es allerdings noch einige Unklarheiten, wie z.B.: Handelt es sich nur um die Spuren des zuletzt gekochten Gerichts oder hat sich der lebenslange Gebrauch in das Geschirr eingebrannt? Verändern sich die Rückstände durch die mehrmalige Verwendung? u.v.m.

Weiteres:
science.orf.at/stories/3201488/

www.nature.com/articles/s41598-020-70109-8
Es bedanken sich: Carolus

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