Auf der Suche nach einem vergessenen Blau

  • Jupiterl
  • Jupiterls Avatar Autor
  • Offline
  • Mr. PrellKontakt
Mehr
19 Apr 2020 21:56 #1 von Jupiterl
Auf der Suche nach einem vergessenen Blau wurde erstellt von Jupiterl
Analyse
Auf der Suche nach einem vergessenen Blau
Online seit gestern, 11.50 Uhr

Eine wässrige blauviolette Pflanzenfarbe ist typisch für viele mittelalterliche Schriften. Bis jetzt war ihre genaue chemische Zusammensetzung unbekannt. Nach Originalanleitungen hat ein Team nun den Farbstoff hergestellt und analysiert.

Lange bevor es künstliche Pigmente gab, hatte der Mensch bereits eine Vorliebe für Buntes. Man war dabei auf natürlich vorkommende Farbstoffe angewiesen, aus Gestein oder aus Pflanzen. Das Spektrum war daher zuerst eingeschränkt. Die Höhlenmalereien der Jungsteinzeit sind oft rot, bräunlich oder ockerfarben. Auch bei bemalter Keramik oder gefärbten Stoffen wurden sehr lange diese Naturtöne verwendet, aber auch Pink oder Purpur.

Blau war ein Nachzügler. Die Farbe ist in der Natur vergleichsweise selten, und es ist schwierig, einen haltbaren blauen Farbstoff zu gewinnen. Einer der ältesten ist Indigo, er war bereits im antiken Ägypten und im Alten Rom gebräuchlich. Hergestellt wird er aus den Blättern der Indigopflanze. In Europa machte man dasselbe lange Zeit mit Färberwaid, der aber nur einen Bruchteil der Farbmenge ergab. Im Mittelalter färbte man damit beispielsweise Leinen blau. Die wertvollste blaue Variante war damals natürliches Ultramarin, das aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen wurde. Es kostete mehr als jeder andere Farbstoff und wurde daher zur Farbe der Könige und Mächtigen.

Weiteres:
science.orf.at/stories/3200584/

advances.sciencemag.org/content/6/16/eaaz7772

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Powered by Forum