Schädelfund aus England belegt grausame Bestrafungsmethode

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02 Okt 2020 12:16 #1 von Jupiterl
ARCHÄOLOGIE
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Schädelfund aus England belegt grausame Bestrafungsmethode
von Daniela Mocker 01.10.2020

Wer um 800 herum eine Straftat beging, musste mit schlimmen Gesichtsverstümmelungen als Strafe rechnen. Das zeigt eindrücklich der Schädel einer Frau, deren Überreste Forscher im englischen Oakridge fanden.

Bereits in den 1960er Jahren bargen Archäologen bei Grabungen im englischen Dorf Oakridge in Hampshire den Schädel einer angelsächsischen Frau, die zwischen 776 und 899 gelebt haben muss. Nun, Jahrzehnte später, hat ein Team um Garrard Cole vom University College London den Fund noch einmal genauer unter die Lupe genommen – und dabei eine grausige Entdeckung gemacht: Offenbar waren der Frau kurz vor ihrem Tod sowohl die Nase als auch die Lippen abgetrennt worden. Damit handle es sich bei dem Schädel höchstwahrscheinlich um das erste physische Zeugnis einer besonders brutalen Bestrafungsmethode im angelsächsischen England, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin »Antiquity«.

Es gibt historische Aufzeichnungen, laut denen mit derlei Gesichtsverstümmelungen in Großbritannien einst beispielsweise Sklaven bestraft wurden, die gestohlen hatten, oder Ehebrecher. Doch abgesehen von Niederschriften in alten Gesetzbüchern habe man bislang keinerlei Belege dafür gefunden, dass solche Strafen damals in der Region tatsächlich verhängt wurden, erklären die Autoren. Der Schädelfund deute darauf hin, dass die Bestrafungsmethode in England sogar ein gutes Jahrhundert älter sei, als man auf Grund der Quellen bislang annahm.

Weiteres:
www.spektrum.de/news/schaedelfund-aus-en...fungsmethode/1777347

www.cambridge.org/core/journals/antiquit...5C2B3C362E4A0542ED76

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