FWF: Der österreichische Wissenschaftsfonds

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18 Jun 2015 22:31 - 18 Jun 2015 22:36 #1 von archaeologieforum.at
FWF: Der österreichische Wissenschaftsfonds wurde erstellt von archaeologieforum.at
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ArchäologieForum > Forschungspolitik > FWF: Der österreichische Wissenschaftsfonds

Geschrieben von: lector Tuesday, 17.12.2002, 13:30
science.orf.at/science/news/64025

Neue FWF-Regeln: Weniger Bürokratie, mehr Geld

Ab dem kommenden Jahr gelten für Projekte des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) neue Regeln, die für die Forscher weniger Bürokratie und zusätzliches Geld bringen sollen.

Weniger administrative Regeln und ein Globalbudget für das genehmigte Forschungsprojekt sollen die Projektleiter entlasten und ihnen ermöglichen, schneller zu reagieren, teilte der FWF am Montag mit.

Neue Führung 2003

2003 wird es auch eine neue FWF-Führung geben, für das neue Präsidium gibt es nun einen Vorschlag mit dem Innsbrucker Alternsforscher Georg Wick an der Spitze, der im März den langjährigen FWF-Präsidenten Arnold Schmidt ablösen soll.

Mehr Verantwortung, weniger Regeln für Projektleiter

"Die neuen Regeln bedeuten eine Erleichterung für den gesamten Wissenschaftsbetrieb, die Wissenschaftler können sich damit auf ihre eigentliche Tätigkeit, das Forschen, konzentrieren", sagte FWF-Präsident Schmidt am Montag im Gespräch mit der APA. Für Projektleiter bedeute dies weniger Regeln und mehr Verantwortung.

Evaluation auch nach Abschluss

Im Gegenzug werde der Fonds in Zukunft die Resultate der FWF-Projekte "noch genauer anschauen", sagte Schmidt. Sie werden nicht mehr wie bisher vor der Bewilligung, sondern ab 2003 auch nach Abschluss von internationalen Gutachtern evaluiert.

Projektleiter erhalten damit nicht nur ein wertvolles Feedback über die Einschätzung ihrer Arbeit im internationalen Kontext. Auch dem Fonds gebe dies Informationen über die Bewertung seiner Arbeit. Außerdem würden die Evaluierungsergebnisse bei der Bewilligung neuer Projekte des betreffenden Forschers herangezogen.

Umwidmungsgrenzen fallen
Schon bisher konnten Leiter eines FWF-Projekts auf neue wissenschaftliche Fragestellungen oder die Möglichkeit eines neuen Kooperationspartners reagieren, allerdings mit einen gewissen administrativen Aufwand. Bei der Projektbewilligung wurde im Vertrag festgelegt, für welche Kostenkategorien - wie Personal, Geräte, etc. - wieviel Geld zur Verfügung steht. Umwidmungen waren innerhalb von Grenzen möglich, oft waren aber Zusatzanträge notwendig. Ab 2003 fallen die Umwidmungsgrenzen, die Projektleiter sind frei in der Verwendung der Mittel.

Vereinfachte Personalsuche ...

Erleichtert wird den Projektleitern auch, geeignetes Personal einzustellen. Vor allem in den technischen Wissenschaften wie Informatik war es laut FWF oft schwierig, gute Jungforscher anzustellen und ihnen attraktive Gehälter zu bezahlen. In Zukunft werden die Personalkostensätze des FWF deshalb nur mehr Richtsätze sein, die bei Bedarf auch erhöht werden können.

... Anhebung der Kostensätze

Im Gegensatz zu bisher kann diese Erhöhung auch durch Umwidmung von Projektmittel erfolgen. Unabhängig von den neuen Regeln werden die Personalkostensätze für Projektmitarbeiter mit Jahresbeginn um rund 3,3 Prozent angehoben. Sie betragen damit für Postdocs 45.720 Euro und für Doktoranden 27.620 Euro.

Allgemeinen Projektkosten: Fünf Prozent mehr
Als weitere Erleichterung werden ab kommendem Jahr für alle neu bewilligten FWF-Projekte pauschal fünf Prozent auf die Bewilligungssumme aufgeschlagen. Diese "Allgemeinen Projektkosten" sollen u.a. für Reisekosten zu Konferenzen oder kleinere Reparaturen herangezogen werden können. Alle ab Jänner 2003 neu bewilligten Projekte werden bereits nach diesen neuen Regeln durchgeführt. Leiter von früher bewilligten Projekten können in die neuen Verträge überwechseln.

Neuer Präsident, neue Vizepräsidenten

Schmidts dritte Amtsperiode als FWF-Präsident endet im März 2003, und er wird nicht mehr für dieses Amt kandidieren. "Weil es unklug wäre für den FWF", begründet er seine Entscheidung.

Das derzeitige FWF-Präsidium (darunter der Chef der Rektorenkonferenz, Georg Winckler, und der Akademie der Wissenschaften, Werner Welzig), und die früheren FWF-Präsidenten haben für die Delegiertenversammlung am 5. März folgenden Vorschlag ausgearbeitet: Präsident soll der Innsbrucker Alternsforscher Georg Wick werden, Vizepräsidenten der Wiener Mathematiker Karl Sigmund und die Wiener Slawistin Juliane Besters-Dilger. Bei der erstmaligen Wahl Schmidts waren die FWF-Delegierten dem Vorschlag des Präsidiums gefolgt, statutengemäß können bei der Delegiertenversammlung aber noch weitere Kandidaten aufgestellt werden.

---

Der FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung - ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung. Er ist allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und orientiert sich in seiner Tätigkeit ausschließlich an den Maßstäben der internationalen Scientific Community. -> www.fwf.ac.at/

Geschrieben von: lector Tuesday, 12.04.2005, 14:27
science.orf.at/science/news/134482

Knapp ein Dutzend Interessenten für FWF-Chefsessel

Knapp ein Dutzend Interessenten haben sich für die bis Ende März ausgeschriebene Position des Präsidenten des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) beworben.

Das erklärte der Vorsitzende des FWF-Aufsichtsrates, Arnold Schmidt, am Dienstag auf Anfrage der APA. Der Aufsichtsrat wird aus diesen Bewerbungen einen Dreier-Vorschlag erstellen, aus welchem die FWF-Delegiertenversammlung am 8. Juni den neuen Chef des Wissenschaftsfonds wählt.

Der amtierende FWF-Präsident Georg Wick hat sich - wie angekündigt - nicht neuerlich für die Position beworben.

Reform der Präsidenten-Wahl

Im Zuge des im Vorjahr beschlossenen Forschungsförderungs-Strukturreformgesetz wurde nicht nur der FWF-Aufsichtsrat neu geschaffen, sondern auch die Kür des FWF-Präsidenten neu geregelt, der bisher von der aus Uni-Vertretern zusammengesetzten Delegiertenversammlung völlig autonom gewählt wurde.

Nun müssen die Delegierten aus dem Dreier-Vorschlag des Aufsichtsrats auswählen. Dazu wurde die Position gleichzeitig mit den drei Vizepräsidenten international ausgeschrieben.

Laut Schmidt haben sich "etwas weniger als ein Dutzend" Interessenten für den Chefsessel und zwei Dutzend für die Vizepräsidentschaft beworben, darunter auch ausländische Bewerber.

Schmidt: "Guter Dreier-Vorschlag"

Der Aufsichtsrats-Chef zeigte sich sowohl mit der Zahl der Bewerbungen als auch deren Qualität zufrieden. "Wir werden daraus einen sehr guten Dreier-Vorschlag erstellen können", so Schmidt.

Das wird das Aufsichtsgremium voraussichtlich in seiner Sitzung am 12. Mai tun, die Wahl selbst soll bei der Delegiertenversammlung am 8. Juni erfolgen.

Die Vizepräsidenten werden dann auf Vorschlag des neuen FWF-Chefs ebenfalls von den Delegierten bestellt. Die neue Führung des Wissenschaftsfonds soll im Herbst ihr Amt antreten.

Wick kehrt in die Forschung zurück

Georg Wick ist seit 2003 in Amt. Er wolle wieder zurück in die Forschung, hatte er im März sein Desinteresse an einer neuerlichen Kandidatur begründet.

Derzeit gehören neben den gewählten Präsidenten und zwei Vizepräsidenten automatisch auch der Chef der Rektorenkonferenz und der Akademie der Wissenschaften dem Präsidium an. Künftig wird die Chefetage nur aus den gewählten Präsidenten und drei Vizepräsidenten bestehen.

[science.ORF.at/APA, 12.4.05]
Wissenschaftsfonds FWF
www.fwf.ac.at/

Geschrieben von: lector Friday, 13.05.2005, 12:13
science.orf.at/science/news/135502


QUOTE
Dreier-Vorschlag für FWF-Präsidenten steht fest

Die Kandidaten für das Amt des Präsidenten des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) stehen fest. Ein Zeithistoriker und zwei Chemiker haben es in die - rein männliche - Endrunde geschafft.

Der FWF-Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag aus den rund ein Dutzend Bewerbern einen Dreiervorschlag für die Delegiertenversammlung erstellt, die am 8. Juni den neuen Chef des Wissenschaftsfonds küren soll.

Bei den drei Kandidaten handelt es sich um den Grazer Zeithistoriker Helmut Konrad (57), den Grazer Chemiker Christoph Kratky (58) und den Wiener Chemiker Peter Schuster (64).


Weiterlesen bitte a.a.O.

Geschrieben von: lector Wednesday, 14.09.2005, 16:47
science.orf.at/science/news/140459

FWF-Chef will Geld für Elite-Uni und Nebenkosten

In eine "sehr gute Zeit" fällt nach Ansicht des neuen Präsidenten des FWF, Christoph Kratky, der Amtsantritt des Präsidiums. Er hofft, bald alle eingereichten exzellenten Projekte fördern zu können.

Habe doch der Forschungsrat die Förderung aller exzellent beurteilter Forschungsprojekte, eine jährliche Erhöhung des Budgets des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) um neun Prozent sowie die Auszahlung von Nebenkosten von FWF-Projekten empfohlen, freute sich Kratky am Mittwoch bei seiner Antrittspressekonferenz.

Die Bezahlung der Overhead-Kosten und Förderungen für die geplante Elite-Uni kann nach Ansicht des FWF-Chefs trotz Steigerung allerdings nicht aus dem regulären FWF-Budget erfolgen.


QUOTE
"Leuchtturm in der Wissenschaftslandschaft"
Der 58-jährige Grazer Chemiker Kratky, der Anfang Juni zum Nachfolger von Georg Wick an der Spitze des Wissenschaftsfonds gewählt wurde, bezeichnete den FWF als "Leuchtturm in der österreichischen Wissenschaftslandschaft".
Wissenschaftsfonds: Chemiker Kratky neuer Präsident (8.6.05)
science.orf.at/science/news/136545




[...]

Geschrieben von: lector Saturday, 26.11.2005, 15:16
science.orf.at/science/news/142288

FWF: Fünf neue Forschungs-Schwerpunkte

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) hat in seiner jüngsten Kuratoriumssitzung die Förderung von fünf Schwerpunkt-Programmen beschlossen.

Ein Spezialforschungsbereich (SFB), zwei Nationale Forschungsnetze (NFN) und zwei Doktoratskollegs (DK) werden in den nächsten drei bis vier Jahren mit insgesamt knapp zehn Mio. Euro gefördert.

[...]

Geschrieben von: lector Thursday, 9.03.2006, 19:48
science.orf.at/science/news/143749

FWF-Bilanz: Trendumkehr bei Bewilligungen

Nach Jahren negativer Nachrichten ortet der Wissenschaftsfonds FWF eine "Trendumkehr". Erstmals seit dem Jahr 2000 sind die Bewilligungsraten für Forschungsprojekte wieder gestiegen. Grund waren zusätzliche Budgetmittel für 2005 in Höhe von 15 Mio. Euro - ein Vorschuss zur geplanten Forschungsmilliarde der Bundesregierung.

Dies hat zu einem Rekordbudget im autonomen Förderbereich des FWF in Höhe von 108 Mio. Euro geführt, das Gesamtfördervolumen blieb mit 122,4 Mio. Euro gegenüber 2004 in etwa konstant, gab FWF-Chef Christoph Kratky bekannt.

[...]

Geschrieben von: lector Sunday, 19.03.2006, 14:47
science.orf.at/science/news/143843


QUOTE
Elite-Uni: FWF-Chef sieht nun "andere Legitimität"

Die hochrangigen Wissenschaftler im "Internationalen Komitee" für die geplante Elite-Uni in Maria Gugging (NÖ) geben dem Projekt nach Ansicht des FWF-Präsidenten "eine ganz andere Legitimität".

Das werde "dem Ganzen sehr gut tun", meinte Christoph Kratky. Erfreut zeigte sich Kratky von der Forderung von SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal, der eine Zustimmung seiner Partei zum Elite-Uni-Gesetz u.a. von einer Budgeterhöhung für den FWF um 30 Mio. Euro abhängig gemacht hatte.

Breite Unterstützung für FWF

Für Kratky ist diese SP-Forderung insofern erfreulich, als damit "alle politischen Gruppen die Anliegen des FWF unterstützen". Um alle Forschungsprojekte, die beim FWF für Förderung eingereicht wurden und von internationalen Experten als exzellent beurteilt wurden, unterstützen zu können, würden dem Fonds 2006 rund 30 Mio. Euro fehlen.

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat deshalb eine entsprechende Budgeterhöhung des FWF empfohlen. Nun werde dieses Anliegen sowohl von der Regierung also auch der Opposition unterstützt, freut sich Kratky.
-> FWF-Bilanz: Trendumkehr bei Bewilligungen
science.orf.at/science/news/143749


"Exzellenzcluster" an Unis gefordert

Parallel dazu sei aber auch die Finanzierung eines vom FWF ausgearbeiteten Programms zur Förderung von "Exzellenzclustern" an Universitäten notwendig, das jährlich zwischen 30 und 50 Mio. Euro erfordere. Dies sei notwendig, um den Unis vergleichbare Rahmenbedingungen wie der geplanten Elite-Uni bieten zu können, sagte Kratky.

Für die Vorbereitung des "Institute for Science and Technology - Austria" (ISTA) wurde ein "Internationales Komitee" eingesetzt, dem die ehemaligen Präsidenten des Weizmann-Instituts (Israel), der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich und der deutschen Max Planck-Gesellschaft, Haim Harari, Olaf Kübler und Hubert Markl, angehören.


[science.ORF.at/APA, 16.3.06]

Geschrieben von: lector Friday, 24.03.2006, 01:19
Gute Nachricht:


QUOTE
Wissenschaftsfonds FWF erhält 30 Mio. Euro zusätzlich

Der Wissenschaftsfonds FWF kann heuer um 30 Mio. Euro mehr an Förderung für Grundlagenforschungsprojekte vergeben als geplant. Wie das Finanzministerium am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte, wird der Zusagerahmen des FWF um 30 Mio. Euro auf insgesamt rund 150 Mio. Euro angehoben.

"Damit können wir nun alle als exzellent beurteilten Projekte fördern", erklärte FWF-Geschäftsführer Gerhard Kratky gegenüber der APA.

Zuletzt hatte die SPÖ eine Ausweitung des FWF-Budgets um 30 Mio. Euro als eine Voraussetzung für eine Zustimmung zur geplanten Elite-Uni in Gugging (NÖ) gefordert.


[...]

science.orf.at/science/news/143943

Geschrieben von: lector Tuesday, 12.09.2006, 12:19
derstandard.at/?id=2581668

Wissenschaftsfonds bräuchte mehr Geld
Mehr als 100 Millionen Euro für Exzellenzcluster und Abgeltung der Overhead-Kosten notwendig - Genehmigungsquote wird heuer steigen


Beitrag a.O. zu lesen.

Geschrieben von: lector Saturday, 30.09.2006, 13:15
www.fwf.ac.at/de/public_relations/oai/index.html = Open Access Policy bei FWF-Projekten

www.fwf.ac.at/de/zur_diskussion/index.html
mit
www.fwf.ac.at/de/zur_diskussion/diskussionspapier_gsk.html = Diskussionspapier zur Situation und Problemlagen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) -> www.fwf.ac.at/de/downloads/pdf/gsk_diskussionspapier.pdf

Geschrieben von: lector Wednesday, 22.11.2006, 19:51
science.orf.at/science/news/146329


QUOTE
FWF: Programme im Wert von 32 Mio. Euro

Der Wissenschaftsfonds FWF hat in seiner jüngsten Kuratoriumssitzung Schwerpunkt-Programme mit einem Rekordwert von 31,9 Mio. Euro bewilligt: Der Löwenanteil fließt in zwölf neue Programme.

Drei Spezialforschungsbereiche (SFB), drei nationale Forschungsnetzwerke (NFN) und sechs Doktoratskollegs mit einer Gesamtfördersumme von 24,2 Mio. Euro wurden neu genehmigt.

Dazu kommen noch 7,7 Mio. Euro für die Verlängerung von vier bereits bestehenden Schwerpunkt-Programmen, teilte der FWF der APA mit.

Aufstockung des Budgets 2006 beschlossen

Der FWF sieht in der Bewilligung von zwölf neuen Schwerpunkt-Programmen "ein deutlich spürbares und nachhaltig wirkendes Zeichen für die Förderung der Profilbildung im Bereich der Grundlagenforschung an den österreichischen Universitäten".

Möglich sei dies durch die im Frühjahr dieses Jahres beschlossene Aufstockung des FWF-Budgets um 30 Mio. Euro geworden.

Mit den neu bewilligten Mitteln können laut FWF rund 500 Arbeitsplätze für höchst qualifizierte Wissenschaftler geschaffen werden. Der Wissenschaftsfonds investiert rund 20 Prozent seines Förderbudgets in Schwerpunkt-Programme.

Mehr Doktoratskollegs

Deutlich ausgeweitet wurde die Zahl der vom FWF geförderten Doktoratskollegs, die - mit Zwischenbegutachtungen - für maximal zwölf Jahre genehmigt werden: Seit 2004 hat der Fonds sieben solcher Ausbildungsinstitutionen für den wissenschaftlichen Spitzennachwuchs unterstützt, nun wurde diese Zahl fast verdoppelt.

Neu sind folgende: "RNA Biology", "Vienna Graduate School on Complex Quantum Systems", "Signal Processing in Neurons" (SPIN), "Inflammation and Immunity", "Confluence of Vision and Graphics" und "Numerical Simulations in Technical Sciences".

Spezialforschung und Netzwerke

Neue Spezialforschungsbereiche (max. zehn Jahre Laufzeit) und damit Zentren der Spitzenforschung in internationalem Maßstab sind: "LIPOTOX", "Numerical Methods for Optimal Control with PDE Constraints" und "HIMAT - The History of Mining Activities in the Tyrol: Impact on Environment and Human Societies".

Die nationalen Forschungsnetzwerke (bis zu sechs Jahren Laufzeit) sollen die Schwerpunktbildung durch den Aufbau landesweiter Netzwerke fördern. Die drei neuen sind: "MICDIF - Linking Microbial Diversity and Ecosystem Functions across Scales and Interfaces", "The Cultural History of the Western Himalaya from the 8th Century", "Limbic System Circuitries Underlying Fear and Anxiety".

[science.ORF.at/APA, 22.11.06]

www.fwf.ac.at/de/projects/index.html

Geschrieben von: lector Sunday, 14.01.2007, 12:15
science.orf.at/science/news/146890

FWF mit Forschungskapitel zufrieden

Der Wissenschaftsfonds FWF ist zufrieden mit dem Forschungskapitel des neuen Regierungsprogramms. Die Zielvorgaben würden langjährigen Forderungen des Fonds entsprechen.

Der Geschäftsführer des FWF, Gerhard Kratky, begrüßt sowohl die Zielvorgaben wie etwa die Steigerung der Forschungsquote auf drei Prozent des BIP bis 2010 als auch die den FWF selbst betreffenden Passagen.

Außerdem sei er optimistisch, dass der FWF künftig nicht mehr im Infrastruktur-, sondern im Wissenschaftsministerium angesiedelt wird - derzeit würden alle Indizien in diese Richtung deuten.
[...]

Geschrieben von: Muse Thursday, 8.03.2007, 22:36
Ein fettes Förderungsjahr
Der Wissenschaftsfonds FWF legt seine Jahresbilanz vor und hat große Pläne - Grundlagen-Forschung mit 151 Millionen Euro gefördert

Wien - Es war ein Rekordjahr für die österreichische Grundlagenforschung. Mit einer Gesamt-Bewilligungssumme von 150,9 Mio. Euro hat der Wissenschaftsfonds FWF im Vorjahr mehr Projekte gefördert als jemals zuvor. Was indes noch lange nicht heißt, dass alles gefördert wird, was die Grundlagenforscher des Landes beantragen.

Trotz der erheblich gestiegenen Ausgaben (im Jahr 2005 hatte der FWF 30 Mio. Euro weniger zur Verfügung) liegt die Bewilligungsrate weiterhin nur bei 40 Prozent. Mit anderen Worten: Von zehn eingereichten Projekten müssen sechs abgelehnt werden. Ermutigend sei immerhin der Trend, sagte FWF-Präsident Christoph Kratky gestern bei seiner Bilanzpressekonferenz. Denn 2004 waren es nur 36 Prozent. Nachdenklich macht allerdings der Vergleich mit der Schweiz, wo der Schweizerische Nationalfonds nur 37 Prozent ablehnen muss.

80 Prozent der Gelder gehen dabei fürs Personal auf, weshalb sich der FWF auch als gigantisches Nachwuchsförderungsprogramm sieht. In der Tat: Mehr als 2000 junge Wissenschafter, vor allem Dissertanten und Post-Docs, sind über den Forschungsfonds angestellt.

Gute Prognosen

Nach dem Jubeljahr 2006 sieht auch die Prognose für 2007 gut aus: Der FWF rechnet für das laufende Jahr mit einer Gesamt-Bewilligungssumme von 170 Mio. Euro, ohne genaue Budgetdetails zu wissen. Ambitioniert sind jedenfalls die Projekte für die nächsten Jahre. Erstens will der FWF eine Abgeltung der so genannten Overhead-Kosten erreichen, die Kratky als "Forschungserfolgsprämie" für die Unis sieht. Am Beginn sollten nach Vorstellung des FWF zu den Projektkosten zusätzliche 20 Prozent direkt an die Uni gehen, langfristig 40 Prozent. Der FWF bräuchte dafür am Beginn rund 30 Mio. Euro pro Jahr.

Zweitens hat der FWF ein Exzellenz-Cluster-Programm ausgearbeitet, mit dem bis zu sechs schon jetzt zur internationalen Spitze zählende Forschungsgruppen gefördert werden sollen - mit fünf bis zehn Mio. Euro für maximal zwölf Jahre. Im Vollausbau wären für dieses Programm 50 Mio. Euro im Jahr notwendig. Drittens schließlich will Kratky das seit 2004 bestehende Programm der Doktoratskollegs, wo Dissertanten "im Kollektiv" ausgebildet werden, weiter ausbauen, da es "unglaublich eingeschlagen" habe.

Dass das keine leeren Worte sind und der FWF ein hervorragend aufgestellter Forschungsförderer ist, wird im übrigen gerade indirekt durch den neuen Europäischen Forschungsrat bestätigt: Dessen als revolutionär gefeiertes Förderungsprogramm für Jungwissenschafter ist praktisch deckungsgleich mit dem START-Programm, das der FWF bereits vor elf Jahren eingerichtet hat. (APA, tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 9. März 2006)

Geschrieben von: Muse Thursday, 16.08.2007, 16:48
"Sehr ernüchternder Befund" zur österreichischen Forschung
FWF-Analyse: Grundlagenforschung ist weit von der Weltspitze entfernt

Wien - An der "Weltspitze" mitzumischen, streben österreichische PolitikerInnen für die Wissenschaft des Landes an. Doch die Grundlagenforschung ist noch weit davon entfernt, zeigt eine nun veröffentlichte Analyse des Wissenschaftsfonds FWF. Dazu wurden die Publikationen und Zitierungen heimischer WissenschafterInnen (Natur- und Sozialwissenschaften) aus den Jahren 1997 bis 2006 in Relation zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt untersucht. Demnach müsste Österreich die Zahl seiner Zitationen mehr als verdoppeln, um zum Durchschnitt der Top-Fünf-Nationen aufzuschließen. FWF-Präsident Christoph Kratky bezeichnete dies als "sehr ernüchternden Befund".

Zitate in wissenschaftlichen Fachzeitschriften gelten - im Bereich Natur- und Sozialwissenschaften - als das wichtigste Kriterium zur Qualitätsbeurteilung von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern. Misst man die absolute Zahl der Publikationen und Zitationen (möglich ist das mit Hilfe des "ISI Web of Knowledge", das mehr als 8.000 wissenschaftliche Fachzeitschriften auswertet), liegen wenig überraschend die großen Nationen wie USA, Großbritannien, Deutschland, Japan oder Frankreich weit voran. Österreich rangiert hier auf Platz 22. Weil ein Vergleich kleinerer Länder mit diesen Giganten hinkt, hat Falk Reckling vom FWF die Zitationen eines Landes in Relation zu seiner Bevölkerungszahl sowie zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt - und zwar insgesamt sowie für einzelne Fachdisziplinen.

"Weltklasse"

Dabei kristallisierte sich eine klare "Weltklasse" heraus, in der auch durchwegs kleinere Nationen vertreten sind, die von ihrer Einwohnerzahl und Wirtschaftsleistung durchaus mit Österreich vergleichbar sind. Über alle Disziplinen liegt die Schweiz mit 279 Zitierungen pro 1.000 EinwohnerInnen klar vor Schweden (208), Dänemark (186), Finnland (166) und den Niederlanden (155). Österreich müsste mit 95 Zitationen seinen Wert mehr als verdoppeln (Abstandsfaktor 2,1), um zum Durchschnitt dieser Top-Fünf-Nationen aufzuschließen.

Unterschiede nach Disziplinen

Innerhalb der Disziplinen gibt es aber erhebliche Unterschiede: Das beste Ergebnis wird im Bereich Mathematik erzielt, wo Österreich nur 1,5 Mal mehr Zitierungen bräuchte, um zum Durchschnitt der Top-Fünf aufzuschließen. Führend ist hier Israel mit 2,1 Zitationen pro 1.000 EinwohnerInnen, Österreich hat 0,83. Ähnlich das Ergebnis in Physik, wo der Abstand Österreichs zum Top-Fünf-Schnitt das 1,7fache beträgt (erster Platz: Schweiz mit 35,3 Zitierungen pro 1.000 EinwohnerInnen, Österreich: 11,0).

Am anderen Ende der Skala liegen die Sozialwissenschaften, wo Österreich seine Zitierungen versiebenfachen (Abstandsfaktor 7,4) müsste, um zum Top-Fünf-Schnitt aufzuschließen. Führend sind hier Großbritannien mit 2,89 Zitationen pro 1.000 EinwohnerInnen vor den USA mit 2,61 - Österreich hat 0,33. Ähnlich abgeschlagen ist Österreich im Bereich Landwirtschaft: Hier führt Neuseeland mit 3,75 Zitierungen pro 1.000 EinwohnerInnen, österreichische WissenschafterInnen kommen auf 0,59 und müssten 5,7 Mal so viel zitiert werden, um zum Durchschnitt der Top-Fünf aufzuschließen.

Die Abstandsfaktoren in anderen Fachdisziplinen: Chemie, Klinische Medizin, Molekularbiologie, Neurowissenschaften (jeweils 2,1), Immunologie (2,3), Mikrobiologie (2,4), Biologie und Biochemie, Pharmakologie und Toxikologie (jeweils 2,6), Computerwissenschaften (2,7), Pflanzen- und Tierwissenschaften (3,0), Ingenieurwissenschaften (3,3), Weltraumwissenschaften (3,8), Wirtschaftswissenschaften (3,9), Psychiatrie und Psychologie (4,2), Umweltwissenschaften (4,6) und Geowissenschaften (4,8). Ein sehr ähnliches Bild ergibt sich laut Reckling auch, wenn man die Zahl der Zitationen nicht in Relation zur Bevölkerungszahl, sondern in Relation zum BIP setzt.

Breitenwirkung

Reckling weist darauf hin, dass alle führenden Wissenschaftsnationen, insbesondere auch die kleineren wie Schweiz, Israel, Schweden, Dänemark, Finnland oder Niederlande, "nicht nur insgesamt, sondern in fast allen Wissenschaftsdisziplinen weltweit führend sind". Für den Experten spricht das gegen eine zu starke Konzentration auf bestimmte Disziplinen. "Vielmehr scheint es so zu sein, dass ohne Exzellenz in den meisten Disziplinen kaum Exzellenz in einzelnen Bereichen möglich ist", so Reckling.

Auch wenn fast alle führenden Länder weitaus mehr Mittel für die kompetitive Grundlagenforschung einsetzen als Österreich, ist Geld alleine nicht der ausschlaggebende Faktor, betont Reckling: So habe etwa die Schweiz 2004 rund 65 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung investiert als Österreich - aber zwischen 1997 und 2006 fast dreimal so viele Zitationen erzielt. Israel beispielsweise erwirtschaftete zwischen 1997 und 2006 ein um mehr als 30 Prozent geringeres BIP als Österreich, erreichte aber im gleichen Zeitraum fast 25 Prozent mehr Zitationen. (APA)

derstandard.at/?id=2998658

Geschrieben von: Brigitte Ecker Monday, 20.08.2007, 08:15
Fragt sich nur, wie wir in die Zitiergemeinschaften reinkommen. Eigentlich müsste alles Erreichbare zum Thema zitiert werden, es gibt aber selbst im deutschsprachigen Raum Zitiergemeinschaften, wo sich die Mitglieder gegenseitig möglichst oft zitieren und andere unter den Tisch fallen lassen.

Geschrieben von: RAY Tuesday, 21.08.2007, 08:55
Hi,

reinkommen tut man zuerst einmal, indem man tatsächlich auch was publiziert, und das nicht nur in österreichischen Lokalblättern, sondern in internationalen Fachzeitschriften. Das ist, zumindest in den geisteswissenschaftlichen Fächern, die ich kenne, das hauptsächliche Problem der österreichischen Forschung, wo wenn überhaupt eben in der "Hauszeitschrift", die leider kaum über das entsprechende Haus aus dem sie stammt rezipiert wird, oder in Tagungsbänden der "einheimischen" Tagungen publiziert wird, die ebenfalls kaum im Ausland wahrgenommen werden.
Dann muß man sich auch noch mit Themen befassen, die auch für weitere Kreise unter den KollegInnen zitierwert sind. Wenn man über "drei Scherben aus Mödling", "eine Inschrift aus Bad Fischau" oder "drei Zeilen zu Österreich bei Strabo" schreibt, wird man bestenfalls sehr selten und bestenfalls von jemandem mit einem privaten Interesse an einer ganz konkreten Region in einer ganz bestimmten Zeit zitiert. Nachdem es davon nur wenige Leute gibt, und die meisten davon wieder in Österreich sitzen, wird man als Folge kaum wo (außer in österreichischen Lokalzeitschriften) zitiert. Wenn man hingegen zu Themen publiziert, die "breitere" Schichten von KollegInnen ansprechen, weil sie weiträumig und vielleicht sogar zeitunabhängig relevant sind, wie z.B. zu Formen sozialer Organisation, Gender, evolutionären Fragen etc., hat man weitaus bessere Chancen, auch zitiert zu werden. Das ist jedoch das zweite Problem der österreichischen Forschung in historischen Richtungen: man befasst sich immer noch viel zu wenig mit Fragen, deren Relevanz auch über die Lokalgeschichte bzw. Heimatarchäologie hinausgehen. Folge ist eine weitgehende internationale Unsichtbarkeit der Forschung.
Schließlich muß man seine Ideen und damit auch sich selbst auf internationalen Fachtagungen regelmäßig den ausländischen KollegInnen bekannt machen, und mit denen gezielt Schriften zu tauschen beginnen. Dann kommt man nämlich auch in deren Zitierkreise rein, weil dann kennen sie einen (und Gott behüte, mögen einen vielleicht sogar), lesen die Arbeiten die man ihnen schickt, und wenn die dann auch noch was relevantes drinnen stehen haben zitieren sie einen auch. Aber auch das wird von vielen unserer österreichischen KollegInnen verabsäumt (wenn auch weniger als die ersten beiden Punkte, aber wenn diese nicht erfüllt sind, dann nutzen einem auch "Freunde" im Ausland nix).

Oder in anderen Worten: es gibt sicher auch im deutschen Sprachraum Zitiergemeinschaften. Aber das ist keine böse Verschwörung von elitistischen deutschen WissenschafterInnen, die die Ösis nicht mitspielen lassen wollen damit sie selbst besser da stehen. Sondern es ist einfach wie die Wissenschaft funktioniert: ich kenne niemanden, der heute selbst in seinem Spezialgebiet (wenn das nicht engstens beschränkt ist) noch alles lesen kann, was dazu publiziert wird - mal abgesehen davon, daß einem vieles sowieso unzugänglich ist, weil es an Orten publiziert wird, die man beim besten Willen in einer x-beliebigen Uni-Bibliothek in einem x-beliebigen Ort im deutschen Sprachraum nicht bekommt. Man liest aber eher, was einem die eigenen "Fachfreunde" schicken, vor allem, wenn die sowieso im selben Gebiet wie man selbst arbeiten und einem vielleicht sogar schon Manuskripte zum Kommentar vor der Publikation schicken. Die zitiert man dadurch auch viel eher als irgendwelche x-beliebigen anderen Arbeiten. Und nachdem man dasselbe mit den eigenen Manuskripten tut, die man auch diesen Freunden zum kommentieren schickt, lesen und zitieren einen diese auch eher als andere Leute. Damit hat man eine Zitiergemeinschaft.

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: lector Tuesday, 13.11.2007, 12:02
Rays Rat beherzigen! ;)


Aber jetzt wird Geburtstag gefeiert, und zwar der 40er des FWF!


science.orf.at/science/news/150007

Sollte man wissen:

QUOTE
Erster Präsident: Psychologe Hubert Rohracher

Die konstituierende Versammlung des Wissenschaftsfonds fand am 4. März 1968 statt. "Wenige Tage später wurden dem Fonds die Aktiva und Passiva des im Jahr 1960 gegründeten Vereins 'Österreichischer Forschungsrat' übertragen", berichtet der derzeitige FWF-Präsident Christoph Kratky in einem Rückblick.

Der erste Präsident des FWF war bis 1972 der bereits verstorbene österreichische Psychologe Hubert Rohracher, der auch einer der treibenden Kräfte bei der Gründung des Fonds war.


Geschrieben von: lector Wednesday, 26.03.2008, 17:08
science.orf.at/science/news/151146

Wissenschaftsfonds FWF feiert Rekordjahr

Auf das "beste Jahr in seiner Geschichte" blickt der Wissenschaftsfonds FWF zurück. Projekte der Grundlagenforschung in Höhe von 163,3 Mio. Euro wurden 2007 bewilligt - 12,4 Mio. mehr als im Jahr zuvor.

Die Bewilligungsrate für Einzelprojekte stieg von 35,1 auf 37,9 Prozent, erklärte FWF-Präsident Christoph Kratky am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien.

Für das laufende Jahr erwartet der Fonds eine Fördersumme von 185 Mio. Euro und eine Bewilligungsquote von 40 Prozent.

Vorbegriffe auf künftige Budgets

Der Anstieg der Bewilligungssumme von mehr als acht Prozent von 2006 auf 2007 entspreche annähernd dem vom Forschungsrat für den FWF empfohlenen Wachstumswert von neun Prozent, sagte Kratky.

Erreicht werden konnte diese Steigerung vor allem durch eine massive Ausweitung der Vorbelastung auf künftige Budgets von 34,2 Mio. (2006) 48,5 Mio. Euro (2007), während etwa die Zuwendungen aus der Forschungsstiftung von 41,5 auf 25,6 Mio. Euro zurückgingen, was Kratky als "enttäuschend" wertete, weil die Stiftung langfristige Finanzierungssicherheit geben sollte.

Für FWF-Geschäftsführer Gerhard Kratky ist diese Ermächtigung auf Vorgriffe für den Fonds "wie bares Geld", in der Bilanz sei es eine "Forderung an die Republik".

International im Mittelfeld

"Grundlagenforschung in Österreich ist nach wie vor ein sehr toughes Geschäft", sagte der FWF-Chef, der eine steigende Qualität der Anträge ortet. Zufrieden ist Kratky mit der Bearbeitungszeit des FWF von 4,6 Monaten zwischen Antrag und - bei Genehmigung - ersten Zahlungen.

Insgesamt liege - wie im Vorjahr auch eine FWF-Studie über Publikationen und Zitierungen heimischer Wissenschaftler gezeigt hat - Österreichs Forschung international im Mittelfeld, "was nicht befriedigend ist - wir gehören in die Weltspitze, wo mit der Schweiz oder Schweden Länder liegen, die durchaus mit Österreich vergleichbar sind", sagte Kratky.

[Veränderung der Forschungsförderung
Grafik : APA, Quelle: APA, FWF]

Mehr als die Hälfte an Lebenswissenschaften

Von den im Vorjahr bewilligten 163,3 Mio. Euro gingen 53,7 Prozent an Projekte aus dem Bereich Naturwissenschaften und Biologie, 20,2 Prozent an Humanmedizin, 12,2 Prozent an Geisteswissenschaften, 8,6 Prozent an Sozialwissenschaften und 4,0 Prozent an Technische Wissenschaften.

Forschungsprämie für Unis vor Entscheidung

Kurz vor der Entscheidung steht laut Kratky die vom FWF seit Jahren geforderte Bezahlung sogenannter Overhead-Kosten. Mit dieser "Forschungsprämie" sollen den Unis bzw. Forschungseinrichtungen jene Kosten abgegolten werden, die ihnen durch einen Wissenschafter entstehen, der ein FWF-Projekt einwirbt.

Geplant ist, dass 20 Prozent der Projektmittel als Overhead-Kosten an die jeweilige Institution bezahlt werden. Es hake noch an technischen Details, Kratky rechnet aber damit, dass das Projekt "in wenigen Wochen" beginnen könne.

Exzellenz-Cluster und Integritätsstelle lassen auf sich warten

Weiter warten lässt dagegen die geplante Exzellenz-Cluster-Initiative. Hatte Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) im vergangenen Sommer noch angekündigt, dass heuer voraussichtlich noch ein bis zwei derartige Exzellenz-Cluster im Grundlagenforschungs-Bereich starten, hofft Kratky nun auf eine Ausschreibung bis Ende des Jahres. Ein Entwurf des Programms liegt bereits seit Ende 2005 vor.

Ebenfalls schon einige Zeit zwischen FWF und Universitäten diskutiert wird eine "nationale Stelle für wissenschaftliche Integrität". Damit soll das Thema wissenschaftliches Fehlverhalten, also etwa Plagiate oder Fälschungen von Forschungsergebnissen, "professionell abgehandelt werden", sagte Kratky, der "möglicherweise noch heuer" mit der Einrichtung einer solchen Stelle rechnet.

[science.ORF.at/APA, 26.3.08]

Geschrieben von: lector Saturday, 10.05.2008, 10:57
Neues vom FWF

Unis erhalten Forschungsprämie für FWF-Projekte

Universitäten und Forschungseinrichtungen erhalten künftig eine Art Forschungsprämie. Die seit Jahren geforderte Bezahlung von sogenannten Overhead-Kosten scheint nun beschlossene Sache zu sein.

Dies geht aus einer am Freitag ausgesendeten Einladung für eine Pressekonferenz des Wissenschaftsfonds FWF gemeinsam mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) am Freitag kommender Woche (16. Mai) hervor.

Den Unis wird damit zumindest ein Teil jener Kosten abgegolten, die ihnen durch ein FWF-Projekt eines ihrer Wissenschaftler entstehen.


Mehr auf science.orf.at/science/news/151504

Geschrieben von: lector Thursday, 25.09.2008, 19:26
Heute auf science.orf.at - der Forschungsantrag.


QUOTE
Bürokratie: Wie stelle ich einen Forschungsantrag?

Nicht erst seit der Beteiligung Österreichs an europäischen Förderprogrammen ist es heimischen Forschern bekannt: Einen Förderantrag zu stellen, ist eine Wissenschaft für sich.

Dieser Aspekt des akademischen Alltags steht dieses Mal im Mittelpunkt der Serie zum Ö1-Schwerpunkt "Bürokratie".

FWF: Mehrere hundert Projekte im Jahr

Gerade in der nicht wirtschaftsgebundenen Grundlagenforschung ist es mitunter schwer, in einem Antrag möglichst genau zu schildern, wohin das Projekt führen soll.

Christoph Kratky, der Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, muss es wissen. Pro Jahr fördert der Fonds mehrere hundert Projekte der Grundlagenforschung mit einem Finanzvolumen von beinahe 190 Millionen Euro. 40 Prozent der eingebrachten Anträge werden auch bewilligt.

Anträge "Teil des Geschäfts"

Ehe es soweit ist, muss alles formal stimmen, sagt Präsident Kratky:"Wir veranstalten so genannte Coaching-Workshops, wo wir potenzielle Projektnehmer - typischerweise jüngere Leute, die noch nicht so viel Erfahrung haben - einladen, von uns Tipps zu bekommen. Das machen wir seit ein, zwei Jahren, das Angebot wird sehr stark nachgefragt.

Insofern gibt es eine Einschulung, und man muss sich klar sein: Das Stellen von Anträgen ist in der modernen Wissenschaft tatsächlich ein inhärenter Bestandteil einer Forschungstätigkeit. Genauso, wie man lernen muss, Publikationen zu schreiben, muss man lernen, Anträge zu stellen. Wenn man Wissenschaftler oder Wissenschaftlerin sein will, ist das Teil des Geschäftes."

Entscheidung binnen fünf Monaten

Ist so ein Projektantrag erst einmal korrekt gestellt, wird vom FWF binnen rund fünf Monaten darüber entschieden. Hier arbeiten externe Gutachter und interne Bürokraten flott, sagt Christoph Kratky: "Darin sind wir in Europa wirklich in der Spitzengruppe. Wir versuchen, das möglichst schnell zu machen, und sind dabei auch durchaus gut unterwegs."

80 Personen beschäftigt der FWF, und sie bekommen immer mehr zu tun, denn das Fördervolumen und die Zahl der Anträge steigen ständig.



TEXT: Martin Haidinger, Ö1 Wissenschaft, 25.9.08
science.orf.at/science/news/152671

Geschrieben von: lector Monday, 12.01.2009, 20:25
Schlechte Nachrichten:


QUOTE
FWF in Finanznot: Gehaltserhöhung ausgesetzt
Der Wissenschaftsfonds FWF verfügt derzeit "über kein Budget". Erste Auswirkung: Jene rund 2.500 Forscher, die im Rahmen von Projekten angestellt sind, müssen vorerst auf die jährliche Gehaltserhöhung verzichten.


Mehr dazu auf science.orf.at/science/news/154040

Geschrieben von: Spider Tuesday, 13.01.2009, 11:53
Zum letzten Posting von lector s. auch den heutigen Standard (13.1.2009), S. 7.

Zum Thema passend
"derStandard.at" vom 12.1.2009: Infrastrukturministerium nicht mehr für FWF zuständig
Ressort: Wissenschaft/Welt/Forschungspolitik

Kompetenzen liegen nun vollständig beim Wissenschaftsministerium - Geschäftsführer Gerhard Kratky froh über neue/alte Zuordnung

Wien - Die Kompetenzen für den Wissenschaftsfonds FWF - und damit für Grundlagenforschung - wandern wieder vollständig in das Wissenschaftsressort. Das soll am Dienstag im Ministerrat beschlossen werden, bestätigte man im Büro von Infrastrukturministerin Doris Bures und begründete die Maßnahme mit der im Regierungsprogramm vereinbarten Kompetenzbereinigung im Forschungsbereich. Bisher waren Infrastruktur- und das Wissenschaftsministerium gemeinsam für den FWF zuständig.

Der FWF war bis 2000 in dem für Wissenschaft zuständigen Ressort. In der Regierung Schüssel I wanderten die Kompetenzen für den FWF ins Infrastrukturministerium, ehe mit dem Kabinett Gusenbauer die Zuständigkeiten zwischen Infrastruktur- und Wissenschaftsministerium geteilt wurden.

Während der FWF immer wieder als Symbol für die Zersplitterung der Forschungskompetenzen genannt wurde, sah man im Wissenschaftsfonds die Doppelzuständigkeit auch positiv, weil das auch zwei Budgettöpfe für den FWF bedeutete. Nun ist man aber doch "sehr glücklich", wieder unter einer Hand zu stehen, sagte FWF-Geschäftsführer Gerhard Kratky, vor allem auch angesichts der "unübersichtlichen Budgetsituation". Hier stelle sich die Frage, wer etwa den sich abzeichnenden Totalausfall der Nationalstiftung abfange. (APA)

Geschrieben von: lector Tuesday, 13.01.2009, 22:53


Hahn räumt finanzielle Schwierigkeiten bei FWF ein
science.orf.at/science/news/154062

Geschrieben von: Spider Wednesday, 14.01.2009, 22:48
"Der Standard" vom 14.1.2009: Suche nach Sündenböcken für FWF-Finanznot läuft
Ressort: Inland, Seite 7

Wissenschaftsminister berät am Montag mit Aufsichtsrat

Wien - Kaum wurde der Wissenschaftsfonds FWF per Ministerratsbeschluss ins Wissenschaftsressort transferiert, läuft die Suche nach den Sündenböcken für die angespannte Finanzsituation an. Sie glaubt man im FWF, genauer gesagt im Cashflow-Management des für Grundlagenforschung zuständigen Fördertopfs gefunden zu haben. Dort ortet man seitens des Wissenschaftsministeriums insofern "Optimierungsbedarf", als man vermutet, dass für mehrjährige Programme gewidmete 30 bis 40 Millionen Euro in einem Jahr ausgeschüttet worden seien, anstatt die Fördergelder auf wenigere mehrjährige Projekte aufzuteilen.

Ganz schlüssig ist diese Argumentation freilich nicht, denn das für die FWF-Gebarung hauptzuständige Infrastrukturministerium hatte dem FWF in der Vergangenheit stets so genannte Vorbelastungsgenehmigungen erteilt. Mit diesen Vorbelastungen lebte der FWF wohl auf Pump, konnte aber immerhin die Ausfälle der Nationalstiftung wettmachen. Allein 2008 mussten auf diese Weise 17 Mio. Euro ersetzt werden, weil die Nationalstiftung an den FWF statt 42 nur 25 Mio. Euro ausschüttete.

Jedes über Vorbelastungen finanzierte Projekt sei von den Aufsichtsorganen genehmigt worden, heißt es im FWF, wo man aber einräumt, dass es über die jahresweise Zuordnung tatsächlich Auffassungsunterschiede gegeben habe.

Fakt ist, dass die vom Hälfteeigentümer, also Wissenschaftsminister Johannes Hahn, entsandten FWF-Aufsichtsratsmitglieder bis dato die Gebarung nie beanstandet haben. Sie mussten über die Vorbelastungen im Bilde sein, waren sie in der FWF-Bilanz doch in Absprache mit Wirtschaftsprüfer KPMG ordnungsgemäß als Forderung gegen die Republik verbucht.

Der grüne Wissenschaftssprecher, Kurt Grünewald findet das Suggerieren von Misswirtschaft "inakzeptabel". Am Montag will Hahn mehr wissen, er lässt den FWF-Aufsichtsrat antreten. (ung)

Geschrieben von: Melkor Thursday, 15.01.2009, 00:51
Die Summen um die es hier geht sind doch eigentlich gar nicht so hoch, wenn man sie zB mit denen der Asfinag vergleicht. Wissenschaft ist halt scheinbar nichts wert in Österreich.

Geschrieben von: JPontormo Friday, 16.01.2009, 13:05
Na ja, es ist aber auch unfair, Autobahnen mit Wissenschaft zu vergleichen...

Geschrieben von: lector Tuesday, 27.01.2009, 16:27
Brief des Präsidenten des FWF Christoph Kratky (Newsletter vom 27.1.2009)

Siehe
archaeologieforum.at/forum/index.php?sho...0&st=135&#entry58489

Geschrieben von: JPontormo Thursday, 29.01.2009, 13:25
Die Krise schlägt durch...

Geschrieben von: lector Thursday, 12.02.2009, 14:41
derstandard.at/?id=1234370670584 12. Februar 2009, 12:44


QUOTE
START-PreisträgerInnen stehen hinter dem FWF
Sie warnen in einem Offenen Brief vor "schweren, irreparablen Schäden in der österreichischen Forschungslandschaft"

Wien - Der Wissenschaftsfonds FWF erhält weitere Unterstützung: Alle 70 bisherigen START-PreisträgerInnen (1996-2008) fordern in einem Offenen Brief von Bundeskanzler, Finanz- und Wissenschaftsminister, dem Wissenschaftsfonds FWF "die benötigten finanziellen Mittel in vollem Umfang" zukommen zu lassen. "Eine Budgetkürzung beim FWF würde schwere, irreparable Schäden in der österreichischen Forschungslandschaft anrichten und ein Abwandern vieler hochqualifizierter WissenschafterInnen bewirken", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben.
Von allen öffentlich finanzierten Forschungsförderinstitutionen sei der FWF für die Grundlagenforschung die mit Abstand wichtigste Einrichtung in Österreich, betonen die START-PreisträgerInnen. Die Mittel würden in einem offenen Wettbewerb nach transparenten, international üblichen Regeln vergeben, rein nach den Kriterien der wissenschaftlichen Qualität. Dadurch erfolge unter Einsatz von relativ wenig Steuermitteln eine Lenkung zu erhöhter internationaler Qualität und Relevanz der österreichischen Forschung, so die jungen SpitzenforscherInnen. Darüber hinaus würden auch viele hochwertige Arbeitsplätze vor allem für NachwuchsforscherInnen geschaffen. Und für die Reform der Universitäten sei ein gut dotierter FWF unbedingt notwendig.

Rasche Reparatur erbeten

Aus diesen Gründen ersuchen die START-PreisträgerInnen die Regierung, "rasch die Löcher im Budgetpfad zu reparieren, bevor die aufsteigende österreichische Forschung abstürzt, weil die Finanzierung des FWF einbricht". Mit dem vom Wissenschaftsministerium vergebenen START-Preis werden jährlich mindestens fünf junge SpitzenforscherInnen ausgezeichnet, die für sechs Jahre mehr als eine Million Euro für ihre Forschungsarbeiten erhalten. (APA)


Info - www.start-portal.at bzw. gleich www.start-portal.at/start-programm/index.html

Geschrieben von: JPontormo Thursday, 12.02.2009, 14:52
Bleibt nur zu hoffen, dass die Regierung in der gegenwärtigen Situation die Petition von 70 START-PreisträgerInnen überhaupt liest...

Geschrieben von: KARL Thursday, 12.02.2009, 15:05
"die Petition von 70 START-PreisträgerInnen" wird ned amoi ignoriert - Gift drauf!



Das fortwährende Beschwören vom "Abwandern vieler hochqualifizierter WissenschafterInnen" macht die Sache auch nicht wahrer. Tatsache ist doch, dass viele allerhöchstens zur nächsten Filiale des AMS (= "Arbeitsmarktservice", meist besser bekannt als "Arbeitsamt") "wandern" müssen, so sie nicht "irgendwo anders", fachfremd, uni- bzw. forschungsfern, ihr Auskommen finden. Die Situation war ja schon bisher fatal, sie wird jetzt nur noch prekärer.

Geschrieben von: JPontormo Thursday, 12.02.2009, 15:22
Genau so ist's! "Abwandern" klingt pompös, bereitet den Politikern aber mit Sicherheit kaum Sorgen...

Geschrieben von: Muse Thursday, 26.02.2009, 19:00
Wertfrei, nicht wertlos: Forschung in Gefahr
Universitäre Forschung droht durch politisches Desinteresse immer mehr ins Abseits zu rücken: Der Fortschritt von morgen hängt jedoch wesentlich von den Erkenntnisgewinnen von heute ab

"1,6 Mrd. Euro mehr für die Unis bis 2012 ..." - Die frohe Botschaft erreicht mich während eines Forschungsaufenthaltes an der National University of Singapore (NUS). Sollte die heimische Politik tatsächlich die dramatische Situation der Universitäten erkannt haben?

Jäh bleibt der Jubel in der Kehle stecken; kein „frisches" Geld wird hier den Unis in Aussicht gestellt, Umverteilung lautet der Zauberschlüssel. Da trifft es auf der Minus-Seite gerade eine Einrichtung, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass die universitäre Forschung in Österreich in einigen Exzellenzbereichen tatsächlich (auch ohne Eliteuniversität) zur Weltspitze aufsteigen konnte. Eine Umverteilung mit verheerenden Konsequenzen für die Zukunft, anstatt die Zeichen der Zeit zu erkennen und in die für ein ressourcenarmes Land wichtigste Zukunftsvorsorge - in „Köpfe" - zu investieren.

Gerade hat der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert; erstmals in der Geschichte wurde nunmehr eine Vergabesitzung für entscheidungsreife, positiv begutachtete Projekte aus finanziellen Gründen ausgesetzt. Die Karriere vieler österreichischer Wissenschafterinnen und Wissenschafter ist eng mit dem FWF verbunden, u. a. durch die Finanzierung von Einzelprojekten, Doktorats-Ausbildungsprogrammen, Forschungsaufenthalten im Ausland, Habilitationsprogrammen, START und Spezialforschungsprojekten. Wesentliches Qualitätsmerkmal: Internationale Begutachtung auf höchstem Niveau; die Zielsetzung: Förderung der wissenschaftlichen Forschung.

Forschung, Erkenntnisgewinn

Nun weiß die Politik mit „Wissenschaft" wohl wenig anzufangen; wissenschaftliche Forschung dient dem Erkenntnisgewinn, und Erkenntnis - zu verstehen, wie etwas aufgebaut ist, sich entwickelt hat und funktioniert, oder etwa im Krankheitsfall nicht funktioniert - ist wertfrei, aber Grundlage und Voraussetzung für eine spätere praktische Umsetzung.

Fatalerweise wird „wertfrei" mit „wertlos" verwechselt, und man scheint zu vergessen, dass der Fortschritt von morgen auf den Erkenntnissen von gestern und heute aufbaut. Der politische Auftrag muss demnach sein, ein Umfeld zu garantieren, in dem Forschung und forschungsgeleitete Ausbildung - etwa an den Universitäten - nach internationalen Qualitätsstandards möglich sind; in dem die Kreativität und damit der „zündende Funke" auch ein entsprechend „entflammbares" Umfeld vorfindet, um den „Brand" zu entfachen, der zu konkreten Entwicklungen führt. Forschung ist mobil und wird dort gemacht, wo es die entsprechenden Rahmenbedingungen gibt.

Die mangelnde Wahrnehmung und Wertschätzung von „Wissenschaft" als Kulturgut ist für das Kulturland Österreich beschämend und spiegelt sich auch im politischen Umgang mit den Universitäten wider.
Dass der Standort Österreich für ausländische Kolleginnen und Kollegen und die Ansiedlung von Firmen an Attraktivität verliert, ist ein wesentlicher Aspekt der einschneidenden Kürzungen der Wissenschaftsförderung. Noch dramatischer ist die katastrophale Zukunftsperspektive des wissenschaftlichen Nachwuchses; wie soll Begeisterung für einschlägige Fachrichtungen und Wissenschaft geweckt und eingefordert werden, wenn die Perspektive für eine wissenschaftliche Laufbahn nicht gegeben ist?

Maßgeblich gefördert durch den FWF, war die Entwicklung der Wissenschaften in den letzten Jahren in Österreich sehr erfolgreich; anstatt jedoch gerade in finanziell schwierigen Zeiten die Vergabe der Forschungsmittel einer erprobten Organisation zu überantworten, ergeben sich durch die dramatischen Kürzungen des FWF-Budgets nunmehr auch böse Konsequenzen für die Universitäten: Maßnahmen zur Schwerpunktsetzung, Profilschärfung, Qualitätssicherung, die auf Forschungsprojekten beruhen, werden unterlaufen; Leistungsvereinbarungen, Karriereentwicklungen, denen der Nachweis erfolgreicher Forschungsprojekte zugrunde liegen, sind akut in Frage gestellt.

Das Desinteresse der Politik an Wissenschaft liegt wohl darin begründet, dass die erzielten Fortschritte kaum mit Legislaturperioden synchron laufen. Auch lässt sich der Erkenntnisgewinn, der zu einer technischen Anwendung, einem durchschlagenden Medikament oder dem Nobelpreis führt, nicht programmieren. Erkenntnis kann und wird heute, morgen oder in der Zukunft zu einer Anwendung führen: Es ist daher auch nicht zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung abzuwägen, sondern sicherzustellen, dass - nach internationalen Regeln und Standards - qualitativ hochwertige Wissenschaft gefördert wird. Der FWF ist seit 40 Jahren ein Garant dafür. Ohne politische Intervention. Wenn man ihn lässt. (Sepp D. Kohlwein, DER STANDARD, Printausgabe, 26.2.2009)

Zur Person: Univ.-Prof. Dr. Sepp D. Kohlwein ist seit 30 Jahren im Universitätsbetrieb tätig. Zahlreiche Auslandsaufenthalte in USA und Singapur, Verfasser von Buchbeiträgen im Bereich Biochemie und Molekularbiologie des Fettstoffwechsels.

derstandard.at/?id=1234508027281

Geschrieben von: KARL Thursday, 5.03.2009, 15:13
Na endlich



QUOTE
Wissenschaftsfonds öffnet wieder Fördertöpfe

Nachdem der Wissenschaftsfonds FWF mangels Budgets die erste Kuratoriumssitzung des Jahres im Jänner absagen musste und keine Projekte genehmigen konnte, öffnet er nun wieder seine Fördertöpfe.

Die dafür nötige zweite Kuratoriumssitzung soll am 16. und 17. März stattfinden. Bis zu einem Bundesfinanzgesetz könnten Bewilligungen allerdings nur bedingt erteilt werden, erklärte FWF-Geschäftsführer Gerhard Kratky am Donnerstag.

Budgetzahlen für den Fonds darf Kratky noch nicht nennen. Es sei aber klar, "dass wir mit massiven Reduktionen planen müssen", so der FWF-Geschäftsführer.

[science.ORF.at/APA, 5.3.09]



TEXT: science.orf.at/science/news/154820



Bis zu einem Bundesfinanzgesetz?
Das kann dauern ...

"massive Reduktionen" - wer hätte das gedacht.

Geschrieben von: JPontormo Thursday, 5.03.2009, 21:24
Wenn man sich ansieht, wie im Moment die Nicht- bzw. Doch-Existenz von einer halben Milliarde Euro im Bildungsressort von verschiedenen MinisterInnen bestritten bzw. heftig affirmiert wird, während sich die Lehrerschaft zum Streik rüstet, dann bekommt man einen andeutungsweisen Vorgeschmack auf das, was nach den entsprechenden Budgetsitzungen dem FWF blühen dürfte... Wenn die dritte Säule wegbricht, geht's nicht nur den Pensionisten dreckig...
Unbegreifbar ist allerdings, wie viele eigentlich doch recht kluge Leute in allen möglichen Sektoren (von der Stadtverwaltung über die Privatpension bis hin zur Forschungsfinanzierung) die längste Zeit das Heil im sich wundersam selbst vermehrenden Fonds-Kapital gesehen haben!

Geschrieben von: KARL Saturday, 14.03.2009, 16:47
"... das Heil im sich wundersam selbst vermehrenden Fonds-Kapital gesehen ..."
Ja, da haben sich verdammt viele verdammt ordentlich geirrt.
Manchmal bin ich ja schon - verdammt schadenfroh.




---
Im folgend zitierten Artikel geht es u.a. auch um den FWF -
derstandard.at/?url=/?id=1234509444541

Geschrieben von: lector Thursday, 2.04.2009, 17:11
science.orf.at/science/news/155223


QUOTE
Forscher beklagen Situation rund um FWF

Unter dem Titel "Österreich sollte in Gehirne und nicht in Bausteine, Banken und Fluglinien investieren" protestieren zwei österreichische Forscher im aktuellen "Nature" gegen die budgetären Unsicherheiten rund um den FWF.

Der Wissenschaftsfonds hat kürzlich angekündigt, die Vergabesitzungen für Forschungsprojekte bis Mai absagen zu müssen.

Forschung in Gefahr

Nachdem der FWF die mit Abstand wichtigste öffentliche Einrichtung zur Unterstützung von Grundlagenforschung darstelle, wäre jede Reduktion des ohnehin moderaten Budgets ein verheerender Schlag, so Michael Freissmuth und Sigismund Huck, beide von der Medizinischen Universität Wien (MUW).

Die Unsicherheiten würden die jüngsten Anstrengungen der österreichischen Regierung, die Wissenschaft zu fördern und international angesehene Forscher nach Österreich zu holen, in Gefahr bringen.

Zur Abwanderung gezwungen

Die beiden Wissenschaftler bezeichnen es als obszön, wenn einerseits versucht werde, eine Elite-Uni in Form des Institute of Science and Technology Austria (I.S.T. Austria) zu errichten, während die kompetitive Forschungsförderung in Gefahr sei.

"Wissen der kürzlich benannte Präsident des I.S.T. und seine leitenden akademischen Mitarbeiter, dass ein entscheidender Pfeiler ihres Budgets einstürzt? Wissen unsere begabten jungen Studenten, die sich auf eine akademische Karriere vorbereiten, dass die akademische Welt ohne die Unterstützung durch den FWF in Gefahr ist?", fragen die Forscher.

Die National Institutes of Health in den USA hätten gerade 10,4 Milliarden Dollar (7,77 Milliarden Euro) zusätzlich bekommen, so Freissmuth und Huck weiter. Österreichische Studenten und Wissenschaftler würden wieder nach Westen in die Vereinigten Staaten gehen müssen, um die aktuelle ökonomischen Krise zu überleben.


[science.ORF.at/APA, 2.4.09]


Geschrieben von: KARL Wednesday, 15.04.2009, 09:23



science.orf.at/science/news/155360

FWF: Budget ein "Katastrophenfall"

Als einen "noch nie aufgetretenen Katastrophenfall" bezeichnet der Aufsichtsrat des Wissenschaftsfonds FWF die aktuelle Budgetsituation. Man müsse Entscheidungen über Förderungen für sechs Monate aussetzen.

Nun hoffe man auf "akute Sondermaßnahmen in Form von finanziellen Übergangsregelungen", heißt es in einem Schreiben an Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP).

Alternative: "Fördervolumen radikal absenken"

Die in der Vergangenheit aufgelaufenen und "in vollem Wissen aller damit Befassten erfolgten" Vorbelastungen künftiger FWF-Budgets hätten ein "Allzeit-Hoch erreicht". Die hohe Verschuldung des FWF gegenüber zukünftigen Zuwendungen des Bundes stelle einen "Sondertatbestand" dar, "der bereinigt werden muss, will man die Funktionstüchtigkeit des Fonds erhalten", schreibt der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Arnold Schmidt (nicht unterzeichnet haben die Vertreter des Wissenschafts- und Infrastrukturministeriums in dem Gremium).

Dem Fonds müssten "ausreichend Mittel aus dem Budgetordinarium zur Verfügung stehen, um seine Tätigkeit im bisherigen Umfang fortsetzen zu können". Die angehäuften Vorbelastungen seien getrennt davon zu sehen und "systematisch Schritt für Schritt abzubauen". "Als Alternative könnte man das jährliche Fördervolumen radikal gegenüber dem Niveau der letzten Jahre absenken", wogegen sich die Ratsmitglieder aussprechen, "da dies geradezu verheerende Auswirkungen hätte".

[science.ORF.at/APA, 14.4.09]


Geschrieben von: JPontormo Wednesday, 15.04.2009, 19:53
QUOTE
nicht unterzeichnet haben die Vertreter des Wissenschafts- und Infrastrukturministeriums in dem Gremium


Gar nicht gut, gar nicht gut...



... Forts. nächstes Posting

archaeologieforum.at war super, aber archäologieforum.org gräbt tiefer!
Letzte Änderung: 18 Jun 2015 22:36 von Carolus.

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18 Jun 2015 22:38 #2 von archaeologieforum.at
archaeologieforum.at antwortete auf FWF: Der österreichische Wissenschaftsfonds
Fortsetzung des ob. Postings


Geschrieben von: KARL Sunday, 26.04.2009, 21:10
Hier die Fortsetzung der Geschichte:
science.orf.at/science/news/155544


QUOTE
FWF muss trotz solider Finanzbasis sparen

Obwohl der FWF laut Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) auf soliden finanziellen Beinen steht, wird die wichtigste Förderstelle für Grundlagenforschung in Österreich den Gürtel enger schnallen müssen.

Jährlich 160 Mio. Euro soll der FWF in den nächsten fünf Jahren erhalten. Gegenüber dem Rekordjahr 2008 mit einer Gesamtbewilligungssumme von 176 Millionen Euro bedeutet das in der wichtigsten Förderkategorie, den Einzelprojekten, ein Minus von rund 20 Prozent. Und die erst im Vorjahr eingeführte Zahlung von Overhead-Kosten für FWF-Projekte muss komplett eingestellt werden, berichtete FWF-Chef Christoph Kratky bei einer Pressekonferenz in Wien.

Niveau kann gehalten werden

Hahn rief nochmals in Erinnerung, dass es eine schwierige Ausgangslage zu meistern galt. So hat der FWF angesichts der unsicheren Budgetlage im laufenden Jahr bisher alle Vergabesitzungen abgesagt und keine Projekte genehmigt. Mit dem nun verabschiedeten Budget von 800 Mio. Euro bis 2013 (160 Mio. Euro pro Jahr) liege man aber um 25 Prozent über den Mitteln der vergangenen fünf Jahre. "Die Neubewilligungen können auf dem Niveau der vergangenen Jahre gehalten werden, wenn man das Rekordjahr 2008 ausblendet", so Hahn.

Der Minister freut sich zudem, dass die krisenanfällige Konstruktion des FWF-Budgets in ein verlässliches Regularbudget geändert werden konnte. Bisher setzten sich die Zuwendungen an den FWF aus im Budget verankerten Bundesmitteln (Ordinarium), Sondermitteln und Geldern der Forschungsstiftung zusammen, künftig sind die 160 Mio. Euro vollständig im Bundesbudget verankert (bisher nur 77 Mio. Euro).

Kerngeschäft kann weiterlaufen

Um das Förderpotenzial des Fonds zu erhöhen, wurden dem FWF vom Bund in den vergangenen Jahren massive Vorgriffe auf künftige Budgets erlaubt. Anfang des Jahres beliefen sich diese Vorbelastungen auf 231,7 Mio. Euro, wie Wirtschaftsprüfer Alfred Brogyanyi erklärte. Brogyanyi hat mit anderen Experten den Fonds im Auftrag Hahns in den vergangenen Wochen geprüft. Hahn hatte diese "Eröffnungsbilanz" bestellt, weil sein Ressort seit Jahresbeginn alleine für den FWF zuständig ist. Bisher ressortierte der FWF auch zum Infrastrukturministerium.

Heinz Engl, der Vizerektor der Uni Wien, der in dem Expertenteam die Fördertätigkeit des FWF geprüft hat, kam in seinen - unabhängig vom Bundeshaushalt erstellten - Berechnungen auf einen "unverzichtbaren Budgetbedarf" des Fonds in Höhe von 727 Mio. Euro für die nächsten fünf Jahre. Mit den bis 2013 geplanten 800 Mio. Euro könne der FWF sein Kerngeschäft in vernünftiger Weise weiterführen, aus Sicht der Betroffenen ist das ein sehr gutes Ergebnis.

Auch Kratky zeigte sich nach fast einem halben Jahr Zeit der Unsicherheit erleichtert über die Budgetsituation" des Fonds. Erleichtert ist der FWF-Chef auch über das Urteil der Wirtschaftsprüfer, dass der FWF als "guter Kaufmann" gehandelt und nicht über seine Verhältnisse gelebt habe. Mit den Empfehlungen Engls, welche Aufgaben des Fonds unverzichtbar seien und wo reduziert werden könne, stimme der FWF überein.

Reduziertes Genehmigungsvolumen

So müsse die Förderung von Einzelprojekten bestehenbleiben, "wenn auch mit reduziertem Genehmigungsvolumen", so Kratky, der damit rechnet, dass die Bewilligungsquote von derzeit 38 auf voraussichtlich rund 33 Prozent sinken werde. "Deutlich selektiver" werde man bei der Genehmigung neuer Schwerpunktprogramme (z. B. Spezialforschungsbereiche) vorgehen müssen. Kaum Einschnitte sollte es bei Doktorats-Kollegs und Schrödinger-Stipendien geben. Andere Programme würden nach Maßgabe der Finanzierung durchgeführt.

Die Zahlung von Overhead-Kosten, mit denen den Forschungseinrichtungen Kosten abgegolten werden, die ihnen durch ein FWF-Projekt eines ihrer Mitarbeiter entstehen, wird mit sofortiger Wirkung - auch für bereits laufende Projekte - eingestellt. "Das war mein Baby, von dem trennt man sich schwer", so Hahn, der betonte, dass dies nur eine "Unterbrechung" bedeute. Auch schon länger geplante Vorhaben, wie ein Exzellenz-Cluster-Programm, kann derzeit nicht verwirklicht werden wird.


[science.ORF.at/APA, 24.4.09]

---
Vgl. noch science.orf.at/science/news/155459
Neue Budgets für den Wissenschaftsbereich


QUOTE
Auch für den Bereich Wissenschaft wurden heute die Zahlen für das aktuelle Budget bekanntgegeben. Universitäten und Forschungseinrichtungen erfahren damit endlich, wie viel Geld konkret zur Verfügung steht.
...
Im Rahmen seiner Budgetrede hat der Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) das aktuelle Gesamtbudget präsentiert.
-> Mehr dazu in ORF.at
... www.orf.at/090421-37474/index.html

FWF erhält 160 Millionen Euro

Der seit Monaten auf dem Trockenen sitzende Wissenschaftsfonds FWF wird für das laufende Jahr 160 Mio. Euro erhalten: 150 Mio. Euro kommen nach Angaben des Wissenschaftsministerium aus dem Bundesbudget, zehn Mio. Euro sollen aus der Nationalstiftung für Forschung an den Fonds gehen. Bleibt es bei dieser Summe, könnte der Fonds deutlich weniger Forschungsprojekte fördern als im Vorjahr: 2008 lag die Gesamtbewilligungssumme bei rund 176 Mio. Euro.

Im Vorjahr hatte der FWF in Summe 109,02 Mio. Euro vom Bund (Wissenschafts- und Infrastrukturministerium) erhalten, inklusive der Mittel aus der Nationalstiftung und anderen Zuschüssen waren es 134,34 Mio. Euro. Die Rekordbewilligungssumme von 176 Mio. Euro erreichte man 2008 durch Vorbelastungen auf künftige Budgets. Vorbelastungen soll es auch weiterhin geben, hieß es am Dienstag auf Anfrage, allerdings nur im Rahmen von mehrjährigen Programmen.

Nachdem der FWF seit heuer nur zum Wissenschaftsministerium ressortiert, sind die bisher im Infrastrukturministeriums budgetierten 77 Mio. Euro für den Fonds in den Forschungstopf von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) gewandert. Der konnte durch das neue Haushaltsrecht dem langjährigen Wunsch des FWF nach mittelfristiger Planungssicherheit nachkommen und hat im Finanzrahmen seines Ressorts von 2010 bis 2013 jährlich 160 Mio. Euro für den FWF eingeplant.

ÖAW: Budget unter den Erwartungen

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird laut Angaben des Wissenschaftsministeriums heuer 85 Mio. Euro bekommen. Für 2010 sind 87,55 Mio. Euro veranschlagt.

ÖAW-Präsident Peter Schuster hatte in den vergangenen Monaten immer wieder von ernsthaften Schwierigkeiten gesprochen, falls das Akademie-Budget 2009 "deutlich unter 95 Millionen Euro" liegen sollte.

Ein Plus bei den Universitäten

Den größten Brocken im Budget des Wissenschaftsministeriums nehmen die Universitäten ein. Sie sollen im Vergleich zum Voranschlag 2008 von 2,244 Mrd. Euro heuer 2,564 (ein Plus von 14,24 Prozent) und 2010 2,756 Mrd. Euro erhalten. Eingerechnet sind dabei der Ersatz der Studiengebühren (157 Mio. Euro pro Jahr) sowie der geplante Beitrag zur Finanzierung der Mehrkosten des Kollektivvertrags (KV), der für heuer mit 50 Mio. Euro berechnet ist.

Für die gesamte Leistungsvereinbarungs-Periode 2010-12 erhalten die Unis laut Wissenschaftsministerium jährlich über 500 Mio. Euro mehr als im Voranschlag 2008. Nach Abzug der Studienersatzbeträge beträgt das Plus 2010 rund 355 Mio., 2011 etwa 370 Mio. und 2012 391 Mio. Euro.

Die Fachhochschulen (FH) sollen heuer 189,44 Mio. und im kommenden Jahr 215,61 Mio. Euro erhalten - gegenüber dem Voranschlag von 2008 wäre das eine Steigerung von 11,5 auf 2009 und von 13,8 Prozent von 2009 auf 2010. Die tatsächlichen Ausgaben für die FH betrugen im Vorjahr 178 Mio. Euro. Hahn hatte noch kurz vor der Präsentation des Budgets den FH die versprochene Erhöhung ihres Budgets von durchschnittlich 13,7 Prozent in Aussicht gestellt.

Insgesamt sind für das Budget Hahns heuer 3,403 Mrd. Euro und 2010 rund 3,744 Mrd. Euro vorgesehen: Im Jahr 2008 lag der Bundesvoranschlag bei 2,947 Mrd. Euro, tatsächlich wurden 3,066 Mrd. Euro aufgewendet. "Wissenschaft und Forschung brauchen eine stabile und verlässliche Finanzierung - dies wird mit dem vorliegenden Budget gewährleistet", so Minister Hahn in einer Aussendung.

[science.ORF.at/APA, 21.4.09]


Geschrieben von: lector Friday, 26.03.2010, 12:17
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Kratky als FWF-Präsident wiedergewählt

Der amtierende Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, Christoph Kratky (63), wurde am Donnerstag in seinem Amt bestätigt. Der 63-jährige Grazer Chemiker erhielt 39 von 42 abgegebenen Stimmen der FWF-Delegiertenversammlung.

Kategorie: Personal Erstellt am 26.03.2010.

Von den zehn Bewerbern um den Job hatte der FWF-Aufsichtsrat nur Kratky der Delegiertenversammlung zur Wahl vorgeschlagen.
Neue Vizepräsidentin

Die Neuwahl des FWF-Chefs war nach einer Novelle zum Forschungs-und Technologieförderungsgesetz (FTFG) notwendig, welche die alleinige Zuständigkeit des Wissenschaftsministeriums für den FWF regelt. Neben Kratky wurden auch die FWF-Vizepräsidenten Johann Eder, zuständig für die Abteilung "Naturwissenschaften und Technik", und Herbert Gottweis ("Geistes- und Sozialwissenschaften") im Amt bestätigt.

Neu im Team der Vizepräsidenten ist Christine Mannhalter von der Medizinischen Universität Wien, die für "Biologie und Medizin" zuständig ist und Renée Schroeder ablöst, die nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stand. Das neue Präsidium wird die Geschäfte des FWF für drei Jahre führen.
Ein Verfechter der Grundlagenforschung

Christoph Kratky, am 25. Dezember 1946 in Graz geboren, fungiert seit 2005 als FWF-Präsident, 2008 wurde er bereits einmal wiederbestellt. Er absolvierte an der ETH Zürich ein Chemie-Studium und im Anschluss daran ein Post-Doc-Jahr an der Harvard University.

Seit 1995 ist er Professor für Physikalische Chemie an der Universität Graz. Kratky hat sich in den vergangenen Jahren als besonnener, aber beharrlicher Verfechter der Grundlagenforschung hervorgetan.


science.ORF.at/APA

science.orf.at/stories/1642980/

Geschrieben von: lector Sunday, 5.12.2010, 13:10
derstandard.at/1289609462635/FWF-foerder...rschungsschwerpunkte

archaeologieforum.at war super, aber archäologieforum.org gräbt tiefer!

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19 Jun 2015 13:23 #3 von Jupiterl
Ehrenfreund verlässt FWF

Knalleffekt in der österreichischen Forschungsszene: Pascale Ehrenfreund tritt als Präsidentin des Wissenschaftsfonds FWF zurück. Die Astrobiologin übernimmt die Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Beim DLR folgt sie auf Johann-Dietrich Wörner, der am 1. Juli sein Amt als Generaldirektor der Europäischen Weltraumagentur (ESA) antritt. Im FWF zeigte man sich überrascht von der Berufung Ehrenfreunds. Aus ihrer Position als FWF-Präsidentin werde sie "definitiv ausscheiden", da die beiden Funktionen "nicht vereinbar" seien, hieß es


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science.orf.at/stories/1760002/
derstandard.at/2000017680579/FWF-Chefin-...DLR-nach-Deutschland
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24 Jun 2015 22:40 #4 von Jupiterl
Wissenschaftsfonds FWF startet Online-Magazin

Grundlagenforschung sichtbarer machen möchte der für die Förderung selbiger zuständige Wissenschaftsfonds FWF mit dem neuen Online-Magazin "scilog". Die Inhalte: Vom FWF geförderte Projekte und Forscher sollen vorgestellt und Fragen zur Zukunft der Forschung erörtert werden.

Außerdem sollen FWF-Stipendiaten regelmäßig Gastbeiträge liefern. Mit Interviews und Kommentaren zu Fragen der Forschungspolitik, Forscher-Porträts und Videoclips will man Einblicke in den Wissenschaftsbetrieb geben.

Das Online-Magazin erscheint zweisprachig in Deutsch und Englisch. Zeitgleich hebt der FWF auch ein eigenes Profil auf der Social-Media-Plattform Twitter aus der Taufe.

Quelle:
science.orf.at/stories/1760131/

scilog.fwf.ac.at/
www.twitter.com/fwf_at
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01 Sep 2016 14:13 #5 von Carolus
www.fwf.ac.at/de/news-presse/news/nachricht/nid/20160901-2208/

Neues FWF-Präsidium tritt Amt an

Erscheinungsdatum: 01. September 2016

Schaffung innovativer Freiräume, Öffnung der Wissenschaft, neue Kooperationsformen sowie effiziente Abläufe als Ziele von FWF-Präsident Tockner

Mit 1. September tritt das neue Präsidium des Wissenschaftsfonds (FWF) unter der Führung von Klement Tockner sein Amt an. Dem 53-jährigen Gewässerökologen zur Seite stehen als wissenschaftliche/r Vizepräsident/innen Gerlinde Mautner (Institut für Englische Wirtschaftskommunikation, Wirtschaftsuniversität Wien), Gregor Weihs (Institut für Experimentalphysik, Universität Innsbruck) sowie Ellen Zechner (Institut für Molekulare Biowissenschaften, Universität Graz). Für die kaufmännischen Belange ist im neuen Präsidium Vizepräsidentin Artemis Vakianis zuständig.

Klement Tockner, bisheriger Direktor des deutschen Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie Professor für Aquatische Ökologie an der Freien Universität Berlin, übernimmt das Amt des FWF-Präsidenten von Christine Mannhalter. Die Professorin für Molekulare Diagnostik hatte die interimistische Leitung des FWF nach dem Wechsel von Pascale Ehrenfreund zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt seit August 2015 inne. Christine Mannhalter übernimmt mit 1. September den Vorsitz des gemeinnützigen Forschungs-, Aufklärungs- und Kulturprojekts Genom Austria, einem Citizen-Science-Projekt des CeMM Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Medizinischen Universität Wien.

[...]

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