Spuren des Untergangs im Abfallberg

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26 Mär 2019 10:43 #1 von Jupiterl
Spuren des Untergangs im Abfallberg wurde erstellt von Jupiterl
Spuren des Untergangs im Abfallberg

Mitten in der Wüste Negev hat sich im oströmischen Reich eine florierende Stadt befunden. Warum die Blütezeit von Elusa im 6. Jahrhundert ein plötzliches Ende fand, zeigen Abfallberge. Eine Eiszeit und die Pest dürften den Untergang eingeleitet haben.

Im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung errichtete der nordwestarabische Nomadenstamm der Nabatäer im Nordwesten der Wüste Negev im heutigen Israel eine Zwischenstation auf seiner Handelsroute: Elusa. Ein paar hundert Jahre später, in der Spätantike, wurde aus der Stadt ein wichtiges urbanes Zentrum des oströmischen bzw. frühen byzantinischen Reichs, das zu dieser Zeit - an der Schwelle von der Antike zum Frühmittelalter - aus den östlichen Teilen des römischen Reiches hervorging.

Auf etwa 39 Hektar befand sich ein Verbund von sieben kleineren städtischen Siedlungen und hunderten Höfen. Zahlreiche öffentliche Gebäude – z.B. Theater, öffentliche Bäder oder Keramik-Werkstätten – bezeugen den urbanen Charakter von Elusa. Schriftliche Zeugnisse aus dem vierten bis siebten Jahrhundert bestätigen seine Bedeutung. Die Stadt wird dort etwa als Verwaltungszentrum beschrieben. Eine weitreichende Infrastruktur im Hinterland versorgte die Bewohner mit Lebensmitteln. Ein System aus Terrassen, Dämmen, Bewässerungsanlagen, etc. erstreckte sich über etwa 2.000 Quadratkilometer. Auf diese Weise wurde aus der trockenen Wüstenregion, in der lange nur Nomaden lebten, ein florierender grüner Landstrich.

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