Homer könnte 100 Jahre früher gedichtet haben

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28 Mai 2020 08:09 - 28 Mai 2020 08:13 #1 von Jupiterl
Radiokarbon-Datierung
Homer könnte 100 Jahre früher gedichtet haben
Online seit gestern, 20.00 Uhr

Frühe Phasen der griechischen Antike, die etwa die Epen des Homer, die Stadtstaaten oder das griechische Alphabet mit sich brachten, könnten 100 bis 150 Jahre länger zurück liegen als bisher gedacht.

Analysen von Funden aus Nordgriechenland von Archäologen der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) legen dies nahe. Im Fachblatt „Plos One“ (sobald online hier) stellen sie ihre Befunde für diese Zeitverschiebung vor.

Als „Ilias“ und „Odyssee“ geschrieben wurde
In der vor rund 3.000 Jahren beginnenden Früheisenzeit nahm die Entwicklung des antiken Griechenlands Fahrt auf: In diese Epoche fallen unter anderem die Gründungen der einflussreichen Kolonien im Mittelmeerraum, die Etablierung der Stadtstaaten (Polis) sowie weitere wichtige soziale und kulturelle Innovationen, die Europa lange prägen sollten. Auch die Homer zugeschriebenen Epen „Ilias“ und „Odyssee“ wurden vermutlich um das achte Jahrhundert vor Beginn unserer Zeitrechnung aufgezeichnet.

Diese oft als „Zeit des Homers“ bezeichnete Epoche wurde allerdings bereits vor rund 100 Jahren zeitlich eingeordnet, dies aber seither nicht systematisch mit neuen wissenschaftlichen Methoden überprüft, wie Stefanos Gimatzidis vom Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) erklärte. Der Forscher hat sich in Kooperation mit Bernhard Weninger vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln daran gemacht, die bisherige Zeitrechnung auch mit naturwissenschaftlichen Daten aus der Radiokarbondatierung (C14-Methode) zu überprüfen. Gerade an der Chronologie der sogenannten protogeometrischen und geometrischen Perioden in Griechenland gebe es nämlich Zweifel.

Keramik prägt Datierung
Die bisherige historische Datierung beruht auf Scherben griechischer Keramikgefäße, die in Fundstätten wie Tell Abu Hawam, Megiddo und Samaria im heutigen Israel freigelegt wurden. Diese befanden sich in Zerstörungsschichten, die Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen enthielten und anhand schriftlicher Quellen angeblich mit Präzision datiert werden konnten.

Weiteres:
science.orf.at/stories/3200841/
www.derstandard.at/story/2000117728956/w...-frueher-als-gedacht

www.oeaw.ac.at/fileadmin/NEWS/2020/IMG/c...hronologie_final.pdf
dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0232906
Letzte Änderung: 28 Mai 2020 08:13 von Jupiterl.
Es bedanken sich: Karl

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