Wurmeier in mittelalterlichem Kot belegen Ernährungswandel

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04 Okt 2018 09:49 #1 von Jupiterl
Wurmeier in mittelalterlichem Kot belegen Ernährungswandel
3. Oktober 2018, 14:46

Archäologen näherten sich dem Leben während der Hansezeit von der Kehrseite

Oxford – Irgendwann um das Jahr 1300 haben sich in der Hansestadt Lübeck die Ernährungsgewohnheiten geändert. Standen zuvor vor allem Süßwasserfische auf dem Speiseplan, so kam danach zunehmend das Essen von Rindfleisch in Mode. Was diesen Trendwechsel ausgelöst hat – ob steigende Verschmutzung der Flüsse oder eine Zunahme des Wohlstands – ist aber noch nicht geklärt.

Stuhlproben
Spannend ist die Methode, mit der Wissenschafter diesen Trend rekonstruieren konnten. Statt auf Aufzeichnungen aus historischen Chroniken griffen die Forscher um Adrian Smith von der University of Oxford nämlich auf Analysen erhalten gebliebenen Kots der mittelalterlichen Bewohner Lübecks zurück – genauer gesagt auf die darin enthaltenen Bandwurmeier. Die Forscher stellten ihre Studie im Fachmagazin "Proceedings B" der britischen Royal Society vor.

Grundsätzlich ist die genetische Untersuchung von altem Kot nicht neu. Bisher sei sie aber hauptsächlich auf Einzelproben angewendet worden – und eher, um die Erreger von Krankheite wie Pest, Lepra, Pocken, Malaria oder Tuberkulose zu finden. "Im Gegensatz dazu haben die Darmwürmer (Helminthen) keine verheerenden klinischen Wirkungen und die Eier sind in einer Vielzahl von archäologischen Umfeldern, die mit dem menschlichen Fäkalmaterial in Zusammenhang stehen, leicht nachweisbar", berichten die Forscher.

Weiteres:
derstandard.at/2000088593701/Wurmeier-in-mittelalterlichem-Kot-belegen-Ernaehrungswandel

rspb.royalsocietypublishing.org/content/285/1888/20180991

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