Archäologie und Ideologie

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25 Okt 2011 20:58 - 25 Okt 2011 21:35 #1 von archaeologieforum.at
Archäologie und Ideologie wurde erstellt von archaeologieforum.at
ArchäologieForum > les LETTRES > Archäologie und Ideologie


Geschrieben von: JPontormo Thursday, 10.10.2002, 21:23

Neueröffnung

Im Zusammenhang mit dem bereits laufenden Diskurs-Thema, jedoch räumlich (und auch inhaltlich) von diesem getrennt, möchte ich hier auch Probleme behandeln, mit denen wir öfter zu tun haben, als uns eigentlich lieb ist: Dienstbarmachung der Archäologie für politische Ideologien und vice versa begeisterte Rezeption von ideologischen Modellen durch Archäologen; historische Modelle und deren jeweiliger ideologischer Stammbaum, historische Konstrukte und deren lange Schatten in der archäologischen Forschung.
Hier soll (im besten Falle) über verschiedenste Spielarten dieser oben angedachten "Beziehungen" diskutiert werden, am besten unter Heranziehung konkreter Beispiele.

Jacopo da Pontormo


Geschrieben von: lector Wednesday, 17.09.2003, 14:49
Ein Beispiel wäre wohl dieses:

derstandard.at/standard.asp?id=1418484 - 13. September 2003 10:00 MEZ

Die Daker lernten Latein - und wurden Rumänen

Rumäniens Historiker bestehen auf der dreitausendjährigen Kontinuität der Besiedlung ihres Landes - von den Dakern über die Latinisierung durch Rom zu den Rumänen von heute

Ein in Stein gehauener Wehrmachtsbericht - das ist die Trajanssäule im Zentrum Roms. In 124 Einzeldarstellungen erzählt sie den Verlauf der Dakerkriege, die Kaiser Trajan 101 bis 107 mit dem Ziel führte, den unruhigen Nachbarn die Lust auf Raubzüge in die römische Provinz Moesia (heute Bulgarien) auszutreiben und das Land im Karpatenbogen und am Nordufer der Donau als Dacia seinem Reich einzuverleiben.

Der Gründung der Provinz Dacia folgte die massenhafte Ansiedlung von Kolonisten aus allen Teilen des Reichs, vorwiegend Veteranen aus den Legionen. Die lateinische Sprache der Zuzügler, die nun Verwaltungssprache der Provinz war, wurde von den Einheimischen rasch angenommen, die vormaligen Soldaten heirateten oft dakische Frauen (das vom lateinischen miles abgeleitete mire bedeutet im Rumänischen "Bräutigam"!). Die Vermischung von römischen Siedlern und Dakern und deren sprachliche Assimilation an das Lateinische wird als Ethnogenese des rumänischen Volkes angesehen. Die Romanisierung ging also ähnlich wie in Gallien und Iberien vor sich.

Der Staat der Daker war zur Zeit der römischen Eroberung gut organisiert und stellte gerade deshalb eine Gefahr für Rom dar. Um 70 v. Chr. hatte König Burebista die verschiedenen Stämme zu einem Reich zusammengeschweißt, mehr als hundert Jahre später erstand den Römern in König Decebal ein angriffslustiger Feind, der zunächst mehrere römische Heere schlug und mit Zahlungen befriedet werden sollte. Als er aufrüstete, schritt Trajan ein, und Decebal, geschlagen, zog den Freitod der Vorführung im Triumphzug in Rom vor.

Der dakische Widerstand war gebrochen, ein Teil der Bevölkerung wurde über die Reichsgrenze vertrieben, allerdings wurden diese Daci liberi später in die Provinz zurückgeholt. Doch im dritten Jahrhundert war die Grenze gegen den wachsenden Druck und die Invasionen der Goten nicht mehr zu halten, und Kaiser Aurelian gab die Provinz 272 auf; ein Teil der Zivilbevölkerung wurde mit den Legionen evakuiert. Überraschenderweise hat die romanisierte Bevölkerung ihre Sprache nicht nur über die Stürme der Völkerwanderung hinweg erhalten, auch das Einströmen der Slawen, die fast die ganz Balkanhalbinsel besetzten, und die Landnahme der Magyaren konnte diese rumänische Sprache nicht verstummen lassen, wenn auch ihr Wortschatz slawische Elemente aufnahm und in der Grammatik Übereinstimmungen mit anderen Balkansprachen zu finden sind.

Mit dem aufkeimenden Nationalismus im 19. Jahrhundert wurden Siedlungsraum, Machtbereich und Weiterleben dieses eng mit den Thrakern südlich der Donau verwandten Volkes zu einer Streitfrage von politischer Brisanz. Es ging dabei vor allem um Siebenbürgen/ Transsilvanien, das seit der Landnahme der Magyaren ein Bestandteil des Königreichs Ungarn war. Zur Sicherung der Ostgrenze waren dort zuerst die magyarischen Szekler, dann die deutschen "Sachsen" angesiedelt worden.

Zusammen mit den ungarischen Adeligen bildeten sie eine Dreier-Union, die Siebenbürgen auch nach der Eroberung Ungarns durch die Osmanen eine gewisse Selbstständigkeit bewahrte. Die rumänischen Bauern und Hirten, damals allgemein als Walachen bezeichnet (nach der germanischen Bezeichnung, deren Wortstamm auch in den "Welschen", "Wallonen", "Walisern" weiterlebt), waren rechtlos. Die Volkszählungen in der Habsburgermonarchie ergaben, dass die Rumänen die Bevölkerungsmehrheit in diesem Gebiet bildeten. Dennoch blieb das Verlangen der rumänischen Nationalbewegung nach Gleichberechtigung in Wien lange ungehört und schien mit der Eigenständigkeit Ungarns durch den "Ausgleich" von 1867 überhaupt in weite Ferne gerückt.

Die nationalen Kräfte im 1866 gebildeten Königreich Rumänien sahen die Vereinigung aller Rumänen in einem Staat als ihr Ziel, und damit begann vor allem der Kampf um Siebenbürgen. Der Blick zurück in eine zweitausendjährige Vergangenheit sollte die Argumente dafür liefern, wer als "autochthon" die besseren Ansprüche in der Gegenwart hatte. Die Wissenschaft wurde zurate gezogen, und wie so oft in solchen Fällen zeigte sie sich völlig uneins, wobei dahingestellt bleiben mag, wie sachbezogen die jeweiligen Beweise, mit denen argumentiert wurde, in jedem einzelnen Fall waren. Nicht nur ungarische und rumänische, sondern auch österreichische und deutsche Gelehrte belieferten die Streitparteien - gewollt oder ungewollt - mit Munition.

Die dargelegten Standpunkte widersprachen einander total. Die ungarische Seite bevorzugte die Migrationstheorie. Nach dieser seien die Rumänisch sprechenden Hirten erst im Laufe des Mittelalters in das ungarisch besiedelte Siebenbürgen eingesickert. Und überhaupt sei die aus römischen Siedlern bestehende oder latinisierte Bevölkerung mit der Aufgabe der Provinz durch Kaiser Aurelian ins heutige Bulgarien und Serbien evakuiert worden und die Rumänen hätten erst später wieder die Donau nach Norden überquert. Man berief sich auf romanische Völkersplitter, wie die Aromunen in Mazedonien und Griechenland, und darauf, dass es bis ins hohe Mittelalter keine fundierten Berichte über die Walachen gegeben habe, was die Gegenseite erwidern ließ, eine so große Völkerwanderung wie eine solche Neubesiedlung wäre von den mittelalterlichen Chronisten sicherlich wahrgenommen worden.

Die rumänische Seite bestand auf der Kontinuitätstheorie, die besagt, dass keineswegs die gesamte romanisierte Bevölkerung der Provinz Dacia abgesiedelt worden sein könne, sondern vor allem die Verwaltungsbeamten und Wohlhabenden. Das einfache Volk sei auf seinem angestammten Boden geblieben, in der Ebene ebenso wie im Gebirge, wo ja auch die Königshauptstadt gelegen war und sogar der Name der Karpaten, nach dem dakischen Teilstamm der Carpi, ihre Präsenz bezeuge. Die rumänische Sprache habe sich gerade deshalb erhalten, weil die verschiedenen Reitervölker, die einander in diesem Raum ablösten, die Bauern für ihre Versorgung brauchten, aber das Land nicht administrierten.

Der Kriegsausgang 1918 bedurfte nicht der Theorien der Wissenschaft. Machtpolitik und Berufung auf Sprachgrenzen brachten die großzügige Erfüllung der rumänischen Wünsche - wobei das aus der Latinität entspringende Nahverhältnis zu Frankreich eine Rolle gespielt haben mag. Die kurzlebige "Revision" von Hitlers Gnaden, deren Grenzziehung zugunsten Ungarns zeigte, wie schwierig in der ethnischen Gemengelage eine salomonische Lösung war, und der Ärger über Autonomieforderungen der Szekler beflügelte Ceau¸sescu, ungeachtet des kommunistischen Bruderbundes, die Kontinuität des rumänischen Volkes seit der Dakerzeit - auch in Siebenbürgen - als Staatsmythos zu verordnen. Ausgrabungen, die dies bestätigen sollten, wurden forciert, mit ungarischen Historikern wurden heftige Sträuße ausgefochten.

Und im Jahre 1980 ließ der größenwahnsinnige, immer mehr auf Nationalismus setzende Diktator, gewissermaßen ein neuer Burebista, den 2050. Jahrestag der Gründung des dakischen und somit rumänischen Staates prunkvoll feiern. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. 9. 2003)


Der Vollständigkeit wegen habe ich den Standard-Text auch archaeologieforum.at/forum/index.php?act=ST&f=84&t=1138 abgelegt.

Geschrieben von: lector Wednesday, 17.09.2003, 23:33
Weil ich gerade "darüber gestolpert" bin:
Ph. L. Kohl - C. Fawcett, Nationalism, politics, and the practice of archaeology (Cambridge: University Press, 1995).

Geschrieben von: Guest Sunday, 6.06.2004, 18:55
False guardians
For more than half a century Israel has tried to sanctify its existence by laying claim to Palestinian land. Nevine El-Aref tracks its newest strategy and Arab plans to abort it

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An Israeli border police officer stands guard in Damascus gate in Jerusalem's old city (left); a part of the Damascus gate in the wall of Jerusalem (right) and soldiers of Israeli police walking at the opencourt of the Dome of the Rock (below)

Over the last 50 years Israel has made continuous attempts to rewrite the cultural history of the Middle East. Its latest move, to be presented at the forthcoming meeting of the World Heritage Committee (WHC) scheduled for 28 June in China, is to play guardian to the region's history and environment.

Back in 2001, two years after enrolling as a member of the World Heritage Committee, Israel submitted an official request to place 28 Palestinian sites on its World Heritage list as belonging to Israel, among them the historic Arab city of Jerusalem. The move was naturally contested by Arab countries because it went against international law -- including the 1954 Hague Convention for the Protection of Cultural Property in the Event of Armed Conflict, and the International Convention of the Protection of International Cultural and Natural Heritage of 1972. Israel nevertheless succeeded in registering three areas as its own: the old city of Acre, the Bow Houses in Tel- Aviv, and the Roman fortress at Masada. Two further attempts will now be made. One concerns the countries that fall within the Great Rift Valley (GRV), and the other Jerusalem.

"Bridging the Rift" is the title of the first proposal that Israel will put forward, and for which it is seeking UNESCO's seal of approval. This involves dragging the 7,000 km-long Great Rift Valley (GRV), which stretches from East Africa, through the Red Sea, the Gulfs of Suez and Aqaba and along the Lebanese-Dead Sea Rift into a "unique geomorphologic mega-trans- boundary-unit" on the World Heritage List (WHL). That is to say, to group together -- regardless of political boundaries, environmental diversity or the historical pertinence -- a vast slice of Africa and the Middle East, including the countries of the Nile Basin, and treat them as a single component.

The second proposal -- in which Israel appears to have a hand -- concerns an archaeological report on the old city of Jerusalem that was based on a UNESCO inspection mission undertaken last February to verify, in situ, the actual condition of its historical monuments. It calls, in effect, for the removal of Jerusalem from the World Heritage List in Danger (WHLD).

To try to abort these ploys, scholars and heads of antiquities departments from 16 Arab countries gathered in Cairo last month at the Arab League headquarters. Among the attendees were representatives of the Arab League Educational, Cultural and Scientific Organisation (ALECSO), the Egyptian National Commission for UNESCO and the Islamic Educational Scientific and Cultural Organisation (ISESCO). Representatives at the two-day seminar, entitled "Cairo Statement for Preserving the Arab Cultural and Environmental Heritage", unanimously approved a plan to counter the Israeli scheme for Jerusalem, to reject the Great Rift Valley (GRV) project, and to lobby for international backing from other UNESCO and WHC members against Israel's cultural and environmental targets.

The Supreme Council of Antiquities (SCA) Secretary-General Zahi Hawass totally rejected Israel's GRV project, describing it as "an Israeli attempt to hack into both the cultural and the environmental heritage of Arab countries".

Other senior officials were quick to agree. "Although we appreciate and support any project aimed at protecting and preserving the region's environmental and archaeological heritage because that is our duty, we are totally against this project, the suspicious aims of which are concealed by sublime objectives," said an impassioned Hawass, adding that the GRV project was one of a kind. "How can Israel play guardian and protector of the environment while its workers are uprooting countless olive and orange trees to build the Separation Wall, and its Dymouna nuclear reactor is leaking some of its nuclear acid into the Naqb desert south of Israel?" he asked.

According to a report by a preliminary meeting of experts held in Ain Gedi in Israel in October 2002, of which Al- Ahram Weekly obtained a copy: "Experts encourage the 22 countries situated along the Rift to submit a serial trans- boundary nomination for their sites to be included in the WHL on the basis of their relation to the GRV." The report clarified that: "The nominations may be on the basis of various factors including geology, on-going rift related processes, biological diversity and migrations, the descent of Man, the advancement of civilisations and typical rift-related landscapes." Establishing and strengthening partnerships among the concerned states was one of the report's recommendations.

For his part Michael Turner, chairman of the Israeli WHC, stressed in his paper that the great value of world heritage sites was connected to highlighting locations of universal importance and their preservation for future generations. The suggested GRV world heritage concept, he wrote, was to widen the approach, thereby adding to the interest and meaning of individual sites. As a pioneering project "it may open the way to further multinational sites," he said.

Abdel-Samei Abu Deya, head of the Jordanian museums department, told the Weekly that the GRV project did not have so innocent a target as first appeared. He claimed that it aimed at sharing the Arab and African countries, including the countries of the Nile Basin, in their water resources.

"Through the scheduled trans- boundary, mutual cooperation will be applied among the states concerned which, in turn, will provide the opportunity to ask for a portion of the Nile water like other counterparts," Abu Deya told the Weekly. He said that if a debate arose among African countries, Israel would determine a fee for the water in order to secure a large share.

"I am afraid that water pricing could be a new policy to be established in the region," he added.

Mohamed Abdel-Maqsoud, Egypt's representative at the UNESCO meetings, strongly supported Abu Deya's view and wondered if Israel could implement such a project when it had no cultural or diplomatic ties with eight out of the nine Arab countries concerned. "Israel's aims are to lay claim to the Nile sources," he said.

To abort their attempt Abdel-Maqsoud suggested the implementation of an alternative project aimed at studying the cultural and environmental biological diversity of the GRV, and the advance of civilisations and people who had lived on the edge of the Nile through the ages. This, he suggested, would be more beneficial, especially in view of the fact that the major part of the Rift Valley lay in Africa.

The Arab document called on Arab participants in the forthcoming WHC session to refrain from discussing the Jerusalem report until UNESCO had provided and distributed copies of it. This was in order that they might be well informed of what would be on the agenda in advance of the June session. Until last April no such information had been circulated among the mission's members, and it seems UNESCO's Arab group was intentionally kept in the dark.

Fortunately, a brief verbal statement by the head of the World Heritage Centre to UNESCO's Arab members brought the issue into the open. He said that: "Due to its current grave situation, Jerusalem had become an inappropriate world heritage site, which may cause its removal from the World Heritage List." The Arab member said, furthermore, that the report neglected to mention that Jerusalem was an occupied territory. He attributed all damage to archaeological sites and the deterioration of their human and environmental aspects to the occupant's aggressions. "Why, after two years of denying access to Israel by several UNESCO missions headed by Oleg Grabar, the prominent Princeton expert on Islamic architecture and the UN's special envoy to the region, did Israel accept to host last February's mission?" asked Rita Awad, who is responsible for ALECSO's Jerusalem File. Awad told the Weekly that UNESCO's Arab group was justified in feeling that the mission was welcomed because it "definitely" obtained a special warrantee from the international organisation -- referring to the WHC -- that the report would be in accordance with its Zionist interests.

"The absence of any Arab expert or a specialist in Islamic architecture affirms the Israeli ploy," Awad said. She went on to say that the mission's visiting programme was managed only by the Israeli archaeological department, without any of their Palestinian counterparts being invited. "The WHC also deliberately kept UNESCO's representatives of Arab countries in the dark about the mission's final report," she emphasised.

Himdan Taha, director-general of antiquities and cultural heritage in Palestine, told the Weekly : "This recent Israeli attempt to remove Jerusalem from the WHLD is a very critical move that would legitimise Israel's occupancy and sovereignty over the holy city." He went on to say that approving such an attempt would be an implicit declaration that Jerusalem was not an occupied territory which, in turn, would give Israel a free hand to desecrate its Christian and Islamic heritage and proceed with its secret digs beneath Al-Aqsa Mosque without international surveillance.

"In my opinion," Taha continued, "we will be able to nip this move in the bud because of the Arabs' full awareness of the scheme by which Israel plans to declare its patrimony and existence in the region through the ratification of its cultural identity and sovereignty, thus uprooting the Palestinian identity and confirming its settlement by listing some of the historical sites on the WHL," Taha said. He went on to relate that when Israel succeeded in listing the old city of Acre on the WHL, it had tried to move away all Palestinian inhabitants by claiming that the city was in dire need of restoration and conservation. In fact, Taha claimed, Israel wished to replace the inhabitants with Israeli settlers.

Taha said that the construction of the "Separation Wall" was another Israeli ruse to despoil the rich archaeological remains of Palestine's cultural heritage, whether discovered or still buried under the sand. Despite its having a catastrophic impact on economic and social life in Palestinian life, and in the face of aversion to its construction, it has already proceeded with its first and second phases, demolishing the historical landscape and separating hundreds of archaeological and cultural heritage sites.

To mention but a few, Taha pointed out that the wall had destroyed archaeological sites located between the village of Zebuba, north of Jenin, and Qalqiliya to the south, while hundreds of archaeological sites and historical features were included within the closed area. During the first phase of the building of the wall bordering the West Bank, from the west, about 60 major sites were restricted in the enclosed area, and with full extension of the wall to the southwest of Hebron about 230 more major archaeological sites and tells will be cut, not to mention 1,750 minor cultural heritage features such as caves, wells, cisterns, tombs, cemeteries, sanctuaries, agricultural installations, towers, wine presses, lime- kilns and sacred trees. Taha stressed that the most significant sites had been included inside the wall, among them the natural forest of Umm Al-Rihan south of Jenin. "An apt example of archaeological sites detached from their setting is Tell Al-Dahab, which has been separated from the village of Zebuba", Taha said, adding that the whole area west of Ramallah would be inside the wall and consequently more than 500 archaeological sites would be within the Israeli area.

Contrary to accepted international standards in archaeological excavations, irreversible damage will be done to historical sites as a result of building the wall. Taha said the salvage operation organised in Tell Salah around Jerusalem evoked images of the 19th-century treasure hunt excavations, in which hundreds of workers with no scientific knowledge and without professional control dug indiscriminately. Not enough time was given to archaeologists to finalise their work, and after a mere three weeks the sites were levelled and the wall was built on top of it. Yet during this brief time, the remains of a Byzantine monastery was unearthed, including a church, outdoor rooms, courtyards, a well, residential areas and stables. Under the central courtyard, Taha declared, the remains of a crypt decorated with crosses was found; in the central area a mosaic pavement was uncovered, decorated with geometrical and animal designs including a deer. "This mosaic pavement was removed illegally from its archaeological context," Taha said, stressing repeatedly that the building of a Separation Wall was in violation of the international antiquities law, an archaeological protocol signed in the Oslo agreement. "Israel cannot long play guardian of history and historical sites while destroying it in Palestine," he concluded.

Ali Radwan, head of the General Union for Arab Archaeologists, had this to say: "To support our argument in front of the globe, we Arabs must document all archaeological and environmental damage and loss carried out by Israel in the occupied territories, and publish the results in international newspapers as well as on the Internet. It should be seen by the whole world community."

Artefacts looted during the so-called Liberation War in Iraq, and monuments such as those in the occupied Golan Heights in Syria, were among other issues on the Arab agenda. They called on international museums to help in returning Iraq's looted artefacts and declared that, in the event that any museum helped in the buying, selling and smuggling of Iraqi objects, Arab countries would sever scientific ties and cooperation.

During their meeting last month, Arab archaeologists called on the Arab League to request all members of the WHC, as well as the UNESCO director-general, to apply international law and activate measures to protect the Arab heritage whether in Jerusalem, Golan or Iraq.



weekly.ahram.org.eg/2004/693/he1.htm

Geschrieben von: lector Wednesday, 26.04.2006, 13:17
Wieder einmal etwas zu diesem Thema.


Original Message
From: "Stephen Miller" <Stephen.Miller[AT]assoc.oeaw.ac.at>
To: <KeltenATlists.univie.ac.at>
Sent: Wednesday, April 26, 2006 10:42 AM
Subject: [Kelten] "Trench Warfare - The Politics of Archaeology" BBC Radio 4


--> from the www site

Malcolm Billings lifts the lid on the politics of archaeology and
explores areas where archaeologists find themselves digging in
dangerous ground.

From the 19th century, when an interest in excavating the past moved
beyond the preserve of the gentleman enthusiast, archaeology has
always been bound up with politics. This programme looks at how
archaeology has been used to prove ownership, to promote nationalism
or to assert religious or racial superiority or the concept of separateness.

In locations as far apart as the Balkans and Belfast, the work of
archaeologists is closely followed and subjected to different
readings - nationalist ambition combined with insecurity can make
archaeology a very loaded process. In Northern Ireland, an extended
Iron Age embankment, the Black Pigs Dyke, provides a further divide
between nationalists and unionists.

Malcolm explores this overgrown part of the border and its
controversial past - and present - with two leading archaeologists.

Available at www.bbc.co.uk/radio4/trenchwarfare/pip/w49h3/

Mag. Stephen Miller
Oesterreichische Akademie der Wissenschaften
Austrian Academy Corpus
Sonnenfelsgasse 19/8, A-1010 Wien, Austria.

Tel. +43-1-51581-2280 Fax +43-1-51581-2339
WWW www.aac.ac.at/ & www.aac.ac.at/uni

_______________________________________________
Kelten mailing list
KeltenATlists.univie.ac.at
lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/kelten

Geschrieben von: lector Saturday, 6.10.2007, 13:15
Da steht momentan zwar noch nicht viel: www.badarchaeology.net/political/index.php
QUOTE
Politically-informed Bad Archaeology

This section explores all the ways in which archaeology is manipulated for political, ethnic, social and religious causes.

Archaeological evidence is often made to fit people's prejudiced opinions about other people and the world, or it legitimises particular political ideologies and their historical bases. Whether this means discovering Iron Age pottery marked with swastikas or claiming to have found evidence for a mythical god, it constitutes Bad Archaeology.

This page was last updated on 1 Oct 2007
Written by Keith Fitzpatrick-Matthews and James Doeser

archaeologieforum.at war super, aber archäologieforum.org gräbt tiefer!
Letzte Änderung: 25 Okt 2011 21:35 von archaeologieforum.at. Begründung: Format

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25 Okt 2011 21:16 #2 von Karl
Karl antwortete auf Aw: Archäologie und Ideologie
Antikistan auf dem Balkan


Gute Unterhaltung vor dem österreichischen Nationalfeiertag!

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26 Okt 2011 18:56 - 26 Okt 2011 19:11 #3 von Teeküchenfee
Teeküchenfee antwortete auf Aw: Archäologie und Ideologie
Danke, werden wir auch heute haben...

Hmm...

Archäologie und Ideologie, ein Problem, was ich gern an die Philosophinnen weitergeben würde.

Mein Onkel, der dieses Jahr mit 81 gestorben ist und viele ehrenamtliche, archäologische Ausgrabungen nach dem 2. Weltkrieg hier in der Mönchengladbacher Umgebung gemacht hatte, würde jetzt sagen: Man muss ooch jönne könnö. (=Man muss auch gönnen können) Sein Tod hat mir sehr zu schaffen gemacht und er wird immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Ok, das ist hier nicht Thema...

De facto interessiere auch ich mich für kulturellen und politisch-kulturellen Werdegang der Menschheit, wie sie im Altertum und weit zuvor gewesen sein muss. Die Zeit also vor dem Ursprung der Entstehung, der Entstehung selbst und der Vergänglichkeit.
Es rührt das Herz an, wenn ich alte römische Wasserleitungen in der Eifel bewundere und mir architektonische Vergleiche der gegenwärtigen Be- und -Entwässerungssysteme anschaue:Immer wieder stelle ich dabei fest, dass sie wirklich schon sehr weit fortgeschritten waren damals.

Und immer wieder schöpften sie von Mutter Gaia...

Was also ist physikalisch zukünftig machbar mit Antimaterie, wenn es sie gibt? Haben sie damals auch schon über Antimaterie Bescheid gewusst? Und so kommt man von Höckchen auf Stöckchen und landet wieder mal bei der Sinnfrage, bis es was zu essen gibt. :)

Ich würde mal so frei Schnüss sagen, dass die Ideologie in der Archäologie darin besteht, sich zu wundern, was einem an anderen Kulturen gefällt und darüber, dass die Menschheit eine sehr alte Vergangenheit in sich birgt, deren Überreste immer wieder die Lebendigkeit des Alterns aufweisen. Es lässt uns geniessen wie die Zeilen eines geschriebenen Buches, dass wir in unserem Denken niemals alleine waren und gewesen sind.

Wir sammeln täglich neue Erfahrungen, weil wir die alten nicht verwerten. - Was also bedeutet Zukunft in der Archäologie als Ideologie? - Wenn ihr mich fragt: Weitersuchen und fündig werden: Schatzsuche!

Weswegen ich auch das Interesse der Archäologen verstehen kann, bis ans Lebensende der Archäologie verhaftet bleiben zu wollen.

Viel Spass beim Finden. :)
Letzte Änderung: 26 Okt 2011 19:11 von Teeküchenfee.

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06 Nov 2011 18:55 - 06 Nov 2011 18:55 #4 von Teeküchenfee
Teeküchenfee antwortete auf Aw: Archäologie und Ideologie
Hab mich übrigens gewagt, das auch im ksta zu veröffentlichen:

ksta.stadtmenschen.de/blogs/mod_blogs_ei...sta_blogs/index.html
Archäologie und Ideologie

(Kommentare dort sehr interessant!)
Letzte Änderung: 06 Nov 2011 18:55 von Teeküchenfee.

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15 Nov 2011 17:56 - 15 Nov 2011 18:01 #5 von Karl
Nach Jeannette´s Ausflug ins schwierige Terrain der Thematik von Ideologie und Archäologie machen wir mit Declan Moore´s Google+ Stream einen Ausflug nach Israel und erfahren, dass "Archaeologists criticize new bill for 'politicizing' Israel Antiquities Authority".

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Letzte Änderung: 15 Nov 2011 18:01 von Karl.
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14 Dez 2011 08:12 #6 von Teeküchenfee
Teeküchenfee antwortete auf Aw: Archäologie und Ideologie | Israel
Ich habe das Thema auch in dem feministischen Emma-Forum vom Rheinland publiziert, wen es interessiert:

Archäologie und Ideologie
forum.emma.de/showthread.php?7154-Archologie-und-Ideologie
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