Europas ältestes bekanntes Schlachtfeld

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05 Okt 2017 10:54 #1 von Jupiterl
Europas ältestes bekanntes Schlachtfeld wurde erstellt von Jupiterl
Europas ältestes bekanntes Schlachtfeld

Ein Talgebiet im heutigen deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gilt als ältestes Schlachtfeld Europas. Vor rund 3.200 Jahre tobte dort eine Schlacht, über die nicht viel bekannt ist. Seit 2009 graben dort Archäologen, jetzt gibt es eine eigene Ausstellung.

Ein Gemetzel enormen Ausmaßes: Hunderte, vielleicht Tausende junge Männer stehen sich um 1250 vor Christus am Ufer des Flusses Tollense gegenüber. Ihre Bewaffnung: Schwerter, Lanzen, Keulen, Messer, Pfeil und Bogen.

Ein Damm führt an dieser Stelle über das 250 Meter breite Flusstal, ein strategisch wichtiger Ort. Der Damm ist deutlich vor 1250 erbaut worden und über Generationen instandgehalten worden, berichtet Mecklenburg-Vorpommerns Landesarchäologe Detlef Jantzen. Viel mehr ist nicht bekannt über die kriegerische Auseinandersetzung auf dem ältesten Schlachtfeld, das bisher in Europa ausgegraben worden ist. Ab Freitag (6.10.) erzählt eine Ausstellung im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden ein Jahr lang davon: „Blutiges Gold - Macht und Gewalt in der Bronzezeit“.

Bisher Überbleibsel von 130 Menschen gefunden
Jantzen ist sicher: „Wir sehen im Tollensetal zum ersten Mal einen Krieg in seinen Überresten vor uns.“ Aus Aufzeichnungen sei aus so alter Zeit nur die Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern 1274 vor Christus bekannt. Dort der sei genaue Ort bisher aber nicht gefunden worden.
Iris Leithold, dpa

Weiteres:
science.orf.at/stories/2870432/

de.wikipedia.org/wiki/Schlachtfeld_im_Tollensetal
www.blutiges-gold.de/

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17 Okt 2019 11:27 - 17 Okt 2019 13:22 #2 von Jupiterl
DEUTSCHLAND
Bronzezeitliches Schlachtfeld gibt weitere Funde preis
17. Oktober 2019, 08:59

Vor 3.300 Jahren fand im heutigen Mecklenburg-Vorpommern ein Waffengang statt, der überregionale Bedeutung gehabt haben muss

Im Tal des Flusses Tollense im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegt eine Fundstätte aus der Bronzezeit, die etwas aus dem Rahmen fällt. Funde aus diesem Zeitalter sind in der Regel Überreste von Siedlungen, Gräber oder auch Deponierungen, wie die Universität Göttingen berichtet. Im Tollensetal aber hat man ein 3.300 Jahre altes Schlachtfeld ausgegraben.

Seitdem dort Mitte der 1990er Jahre erstmals ein menschlicher Knochen, in dem eine Pfeilspitze steckte, entdeckt worden war, hat es eine Reihe von Grabungen gegeben. Seit 2007 wird die Fundstätte systematisch durchkämmt – und liefert nach wie vor neue Entdeckungen.

Stätte eines massenhaften Todes
Mehr als 12.000 menschliche Knochen wurden bereits aus dem Tal geborgen. Die Osteoanthropologin Ute Brinker vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hat schon mehr als 140 Individuen identifizieren können – es waren junge erwachsene Männer in guter körperlicher Verfassung. Die Knochen zeigen vielfältige Verletzungen, die durch Nah- und Fernwaffen verursacht wurden. Auch verheilte Verletzungen konnten festgestellt werden, was auf frühere Kampferfahrungen hinweist.

Weiteres:
www.derstandard.at/story/2000109917505/b...-weitere-funde-preis
www.spektrum.de/news/der-besitz-eines-kriegers/1680140

www.cambridge.org/core/journals/antiquit...6C139E5ACA5111236307
Letzte Änderung: 17 Okt 2019 13:22 von Jupiterl. Begründung: Link

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22 Okt 2019 12:42 #3 von Jupiterl
DEUTSCHLAND IN DER BRONZEZEIT
Gemetzel an der Tollense – War es eine Schlacht gegen Invasoren aus dem Süden?

Um 1250 v. Chr. gingen zwei Heere im Tollensetal aufeinander los. Neue Funde helfen das Rätsel zu lösen, woher die mindestens 2000 Krieger kamen und warum gerade dort eine Schlacht entbrannte.
von Karin Schlott

Vom Hang aus können die Angreifer die Talsenke gut überblicken. Dort, wo sich der Fluss durch die sumpfigen Auen schlängelt, marschieren hunderte Krieger auf die alte Holzbrücke zu. In ihrem Hinterhalt warten die Angreifer ab, bis sich das Heer und ihre Anführer zu Pferd der Talquerung nähern – dann schlagen sie los. Sie lassen Pfeile auf das feindliche Heer regnen, strecken Dutzende nieder und treiben so die Kämpfer auseinander. Die stapfen auf dem schmalen Geländestreifen zwischen Hang und Ufer flussabwärts und versuchen sich dort, wo der Fluss flacher wird, in eine bessere Stellung zu bringen. In diesem Moment stürmen die Kämpfer aus dem Hinterhalt. Alles in allem 2000 junge Männer, vielleicht auch 5000, gehen mit Holzkeulen, Bronzeschwertern, Lanzen, ja selbst mit Messern aufeinander los. Ein gnadenloses Schlachtengetümmel entbrennt.

Der Angriff aus dem Hinterhalt hat den Kriegern einen Vorteil verschafft. Sie haben viele Gegner getötet, so dass die verbliebenen nun zahlreich zu fliehen versuchen. Die Angreifer strecken viele von ihnen mit Pfeilen nieder oder erschlagen sie auf der Flucht. Wer es dennoch schafft, jagt davon.

Weiteres:
www.spektrum.de/news/gemetzel-an-der-tol...s-dem-sueden/1680250

doi.org/10.15184/aqy.2019.137
publications.ub.uni-mainz.de/theses/voll...79/pdf/100001279.pdf
www.spektrum.de/news/der-besitz-eines-kriegers/1680140
www.spektrum.de/magazin/duerrekatastroph...r-bronzezeit/1634742

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