TRAUERRITEN: Graböffnungen waren mittelalterlicher Standard

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19 Jun 2021 23:39 - 19 Jun 2021 23:40 #1 von Jupiterl
TRAUERRITEN
Graböffnungen waren mittelalterlicher Standard
18.06.2021     von  Daniel Lingenhöhl


Von wegen Grabräuber: Meist waren es die Angehörigen, die im frühen Mittelalter die Begräbnisstätten ihrer Nächsten öffneten - aus verschiedensten Gründen.

 In einem Zeitraum von über 100 Jahren breitete sich im frühen Mittelalter in Teilen Europas ein Brauch aus, der im späten 7. Jahrhundert wieder stoppte und Archäologen lange in die Irre führte. Sie hatten von England über Mitteleuropa bis nach Transsilvanien hunderte Gräber aus dem 6. und 7. Jahrhundert entdeckt, die nach der Bestattung der Toten wieder geöffnet worden waren. Und da dabei auch Gegenstände daraus entnommen worden waren, vermuteten sie Grabräuber am Werk.  Doch wie Alison Klevnäs von der Universität Stockholm und ihr Team in »Antiquity« schreiben , war das eine Fehleinschätzung: Tatsächlich hatten Angehörige selbst die Gräber in einer Art Ritual wieder geöffnet und verändert.  

Klevnäs und Co trugen dazu Daten aus großen Teilen Europas zusammen und wiesen mindestens 1000 Graböffnungen auf Dutzenden mittelalterlicher Friedhöfe nach. Der Brauch breitete sich demnach gegen Ende des 6. Jahrhunderts aus und erreichte seinen Höhepunkt im 7. Jahrhundert, bevor er wieder verschwand.

Weiteres:
www.spektrum.de/news/trauerriten-graboef...her-standard/1886359

www.cambridge.org/core/journals/antiquit...3FEEF7E1E8146BF71284
 
Letzte Änderung: 19 Jun 2021 23:40 von Jupiterl.
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