Haidershofen, Bez. Amstetten: 500.000 Jahre alter Steinzeitfund an der Enns

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20 Dez 2011 16:34 #1 von Jahelle
Ein Fund von Steinwerkzeugen in Haidershofen im Bezirk Amstetten hat sich jetzt als wissenschaftliche Sensation herausgestellt. Denn die sieben Artefakte dürften rund 500.000 Jahre alt und somit die ältesten im Alpenraum sein. Es sind Spuren des Homo erectus, eines Vorgängers des Neandertalers. Das berichtete der renommierte Steinzeitexperte Alexander Binsteiner in einem Gespräch mit der APA.

Der Hobbyarchäologe Franz Mitterhuber entdeckte bereits im Vorjahr die insgesamt sieben Werkzeuge des Steinzeitmenschen auf einem Höhenrücken in Haidershofen. Die an die 3.600 Einwohner zählende Gemeinde liegt an der Enns, die die Grenze zwischen Niederösterreich und Oberösterreich darstellt. Nach einer umfassenden Untersuchung mit einem Vergleich mit zahlreichen ähnlichen Funden aus Afrika und Europa stuft Binsteiner jetzt das Alter auf rund 500.000 Jahre ein. Damals herrschte am Alpenrand eine Zwischeneiszeit. Das Klima war dort teils wärmer als heute und es gab viel Wasser und Wild, was die damaligen Menschen vom Typ Homo erectus dorthin lockte.

Er geht davon aus, dass die Fundstelle keine serienmäßige Produktionsstätte der Werkzeuge war, sondern ein Schlachtplatz. Die Steinzeitmenschen haben bei der Jagd ein Großwild erbeutet, beispielsweise ein Mammut oder ein Wildpferd. Dann fertigten sie spontan am Ort aus Flusskieseln Faustkeile, Schlägel und scharfkantige Abschläge an. Sie dienten zum Aufschneiden des Felles, Zerlegen des Fleisches und Aufhacken der Knochen, um an das Mark zu kommen. Die Beute wurde abtransportiert, die Geräte blieben zurück.

Für Binsteiner handelt es sich bei den Entdeckungen in Haidershofen um die ältesten Artefakte nicht nur in Österreich, sondern im gesamten Alpenraum. Sie zählten zu den sehr wenigen dieser Art in ganz Europa. Ähnliche Fundstellen gebe es nur in Nordspanien, Südengland und Georgien. Binsteiner bearbeitet sie wissenschaftlich gemeinsam mit dem Linzer Stadtarchäologen Erwin Ruprechtsberger im Rahmen eines Steinzeitschwerpunktes des Stadtmuseums Nordico. Die Gemeinde Haidershofen fördert die Forschungen.

quelle: www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik...nzeitfund-enns.story

Where is the horse and the rider? Where is the horn that was blowing?
They have passed like rain on the mountain, like wind in the meadow.
The days have gone down in the West behind the hills into shadow.
How did it come to this?

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20 Dez 2011 22:13 #2 von Jupiterl
Auch:
noe.orf.at/news/stories/2514005/
science.orf.at/stories/1692156/ (kürzer!)

derstandard.at/1324170380947/Niederoeste...n-Alpenraum-entdeckt

... und irgendwie wird mir der Binsteiner unheimlich. Zuerst entdeckt er den Erdrutsch beim Mondsee, den eh' schon jeder kannte, ...

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23 Dez 2011 18:21 - 23 Dez 2011 18:22 #3 von Jupiterl
Komisch! nicht nur mir unheimlich, auch größeren Paläolothikern:
Urgeschichte Erstellt am 23.12.2011.

Zweifel an Steinzeitfunden an der Enns

Vor drei Tagen berichteten Forscher von 500.000 Jahre alten Werkzeugen, die im niederösterreichischen Haidershofen gefunden worden waren. Zweifel an dem steinzeitlichen "Sensationsfund" meldet nun eine Urhistorikerin an.

Ein Hobbyarchäologe hatte bereits im Vorjahr sieben Werkzeuge auf einem Höhenrücken in Haidershofen entdeckt - wie berichtet. Nach Vergleichen mit ähnlichen Funden aus Afrika und Europa stufte der Steinzeitexperte Alexander Binsteiner ihr Alter auf rund 500.000 Jahre ein.
Ohne Ausgrabungen keine Beweise
Kritik daran übt nun Christine Neugebauer-Maresch, die langjährige Leiterin der Arbeitsgruppe Paläolithikum der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie geht davon aus, dass es sich bei den Werkzeugen um Oberflächenfunde handelt und somit keine Bezüge zu geologisch oder bodenkundlich interpretierbaren Schichten bestehen.

Weiteres:
science.orf.at/stories/1692288/
Letzte Änderung: 23 Dez 2011 18:22 von Jupiterl.
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