Ratzersdorf, Befestigung der frühen Bronzezeit

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28 Jul 2019 21:30 #1 von Ariadne
Archäologie im Wald: Wenn die Baumriesen fallen

In Ratzersdorf wird eine Befestigungsanlage aus der Frühen Bronzezeit untersucht. Grabungen unter Bäumen bringen dabei ganz eigene Herausforderungen mit sich.

Alexandra Krenn-Leeb, Ronny Weßling, Doris Jetzinger, Nicolas Loy

25. Juli 2019, 12:24

Motorsägen heulen in unregelmäßigen Abständen auf. Eine große Fichte nach der anderen neigt sich unaufhörlich ächzend. Rasselnd schrammen die Stämme mit hoher Geschwindigkeit durch das Astwerk, der Waldboden bebt bei ihrem wuchtigen Aufprall. Axthiebe nehmen stakkatoartig dem sterbenden Baum seine Äste. Ein Hydraulikarm – gesteuert vom kundigen Forstmann – hebt die auf fünf Meter skelettierten Stämme auf den Anhänger, von wo aus sie zur letzten Ruhe – zur Hackschnitzelheizanlage – geleitet werden. Ein weiteres Stück Nadelwald ist dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen.
Ratzersdorf/Am Dachsgraben: Mit Vorsicht, Behutsamkeit und viel Erfahrung wurden die Bäume direkt um die abgedeckten Grabungsflächen geschlägert.

Seit Anfang Juli 2019 findet die zweite Grabungskampagne auf der Befestigungsanlage nördlich des Dachsgrabens in Ratzersdorf bei Wölbling statt. Aufgrund der charakteristischen Befestigungsstrukturen und des geborgenen Fundmaterials datiert sie in die Frühe Bronzezeit um etwa 1800–1600 v. Chr. (Unterwölbling-Kultur). Keramische Fragmente von Geschirrsets sowie fein bearbeitete Steinklingen (Silex) von Erntesicheln weisen auf eine länger währende Besiedlung der Anlage hin.

Vollständig unter:
www.derstandard.at/story/2000106668168/a...PK4TSLDncB98AEqh34YU
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