Scharnstein, römischer Opferplatz

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14 Jun 2019 16:36 #1 von Ariadne
Scharnstein, römischer Opferplatz wurde erstellt von Ariadne
Jupiter am See in Oberösterreich
Februar 2019
© BDA
Fundmeldungen gehören zum Alltag des Bundesdenkmalamtes; alle tragen zur Landkarte des archäologischen Erbes bei, im letzten Sommer führte eine zur Entdeckung eines römischen Opferplatzes bei Scharnstein in Oberösterreich und damit zu einer neuen Perspektive auf römisches Leben im Almtal.

Fragmente kleiner Bleifiguren waren ans Tageslicht gekommen - und bei der vom Bundesdenkmalamt beauftragten Nachgrabung fand man noch weitere. Die Figürchen dürften um das zweite oder dritte Jahrhundert unserer Zeitrechnung verborgen worden sein und zeigen Götterbilder aus der römischen Kaiserzeit, etwa Jupiter und Victoria.

Es sind Votivfiguren, wie sie in römischen Siedlungen und Heiligtümern in großer Zahl gegossen wurden, nicht unähnlich den Devotionalien, die man in Wallfahrtsorten erwerben kann. Sie waren flach, billig aus Blei oder Zinn hergestellt, und es gab sie in unterschiedlichsten Ausformungen: beidseitig ausgearbeitet, mit glatter Rückseite oder mit Ösen versehen. Diese Figürchen werden nicht nur in sakralen Räumen, sondern auch in der Natur am Wasser gefunden. Sie dürften als Gabe an die Götter abgelegt oder eingegraben worden sein - verbunden mit einem Gelübde oder einer Bitte um Schutz bei einer gefährlichen Reise.

Der Opferplatz in Scharnstein liegt an einer Hangkante. Die Landschaft hat sich in der Römerzeit geändert: Was heute landwirtschaftlich genutztes Tal ist, war damals Sumpfgebiet, nordwestlich der Fundstelle gab es einen kleinen See. Es könnten sich hier mehrere Wege gekreuzt haben: Im Osten führt ein Pass ins Tal der Krems, im Westen kommt man zum Traunsee, im Norden nach Wels, dem römischen Ovilava.

Vollständig unter:
bda.gv.at/aktuelles/artikel/2019/02/jupi...-in-oberoesterreich/
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