Wolfgang Neubauer Wissenschaftler des Jahres

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07 Jan 2016 10:58 #1 von Jupiterl
Wolfgang Neubauer: Wissenschaftler des Jahres wurde erstellt von Jupiterl
WISSENSCHAFTLER DES JAHRES 07.01.2016

Ein Archäologe ohne Hacke

Die Archäologie hat lange auf Schaufel, Spitzhacke und Pinsel gesetzt, um verborgene Überbleibsel der Vergangenheit freizulegen. Wolfgang Neubauer braucht das nicht: Er durchsucht den Boden, ganz ohne zu graben – mit Magnetometer und Radar.

Neubauer, mit seinem Team weltweit mit an der Spitze dieser "virtuellen Archäologie", wurde nun zum Wissenschaftler des Jahres gekürt. Und zwar vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten, der mit der Auszeichnung die Vermittlungsarbeit von Wissenschaftlern würdigt.

Die Ehrung wurde Neubauer, dem Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie, heute Vormittag in Wien überreicht.

"Gastarbeiter" aus der Schweiz

Neubauer wurde 1963 als Sohn österreichischer Eltern in der Schweiz geboren und bezeichnet sich selbst als "Gastarbeiterkind". Schon mit 15 Jahren nahm er als Freiwilliger an seinen ersten archäologischen Grabungen in der Schweiz teil. Sein Interesse war also früh vorhanden. Dass er sich später zu einem der weltweit führenden Experten in Sachen archäologischer Bodenerkundung (Prospektion) entwickeln sollte, verdankt sich nach Eigenangaben dennoch dem Zufall.

Denn nach dem Diplomstudium der Ur- und Frühgeschichte, Archäometrie und Mathematik an der Universität Wien und der Technischen Universität Wien wählte er für ein Proseminar das einzige ihm noch unbekannte Thema: die geophysikalische Prospektion.

Daraus entwickelte sich eine Vorliebe, die 2008 in einer entsprechenden Habilitation gipfelte. 2010 konnte Neubauer die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft überzeugen, ein eigenes Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie einzurichten, das er leitet und das mittlerweile 35 Mitarbeiter hat.

Weiteres:
science.orf.at/stories/1766020/
derstandard.at/2000028548942/Archaeologe...ar-und-essbar-machen (Interview)


P.S.: Jupiterl kennt aber etliche Archäologen ohne Hacke. Die tun aber was anderes.

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07 Jan 2016 11:45 #2 von Carolus
science.orf.at/stories/1766020/

Ein Archäologe ohne Schaufel

Die Archäologie hat lange auf Schaufel, Spitzhacke und Pinsel gesetzt, um verborgene Überbleibsel der Vergangenheit freizulegen. Wolfgang Neubauer braucht das nicht: Er durchsucht den Boden ganz ohne zu graben – mit Magnetometer und Radar.

Neubauer, mit seinem Team weltweit mit an der Spitze dieser "virtuellen Archäologie", wurde nun zum Wissenschaftler des Jahres gekürt. Und zwar vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten, der mit der Auszeichnung die Vermittlungsarbeit von Wissenschaftlern würdigt.

Die Ehrung wurde Neubauer, dem Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie, heute Vormittag in Wien überreicht.


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07 Jan 2016 22:17 #3 von Ariadne
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08 Jan 2016 08:54 #4 von Aristoteles
Archäologe und Informatiker ist "Wissenschafter des Jahres"

Wolfgang Neubauer nahm bereits mit 15 Jahren an seinen ersten Grabungen teil. Später konzentrierte er sich auf die archäologische Bodenerkundung.

07.01.2016 | 10:42 | (DiePresse.com)

Der Archäologe Wolfgang Neubauer (52) ist Österreichs "Wissenschafter des Jahres 2015". Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten würdigte mit der Auszeichnung vor allem die Vermittlungsarbeit des Leiters des Ludwig Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie. Mit der Ehrung soll vor allem das Bemühen von Forschern, ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen, gewürdigt werden.

Neubauer ist es wichtig, sich nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen zu äußern, sondern auch die Öffentlichkeit zu informieren. "Denn unsere Forschungen sind nur möglich durch die Finanzierung der breiten Öffentlichkeit, das ist eine absolute Bringschuld der Wissenschaft", sagte er im Gespräch. Er und sein Team setzen dabei "auf alle möglichen Formen der modernen Vermittlung", auch Fernsehen, Soziale Medien oder Ausstellungen.

"Archäologie ohne Spaten"

Der als Sohn österreichischer Eltern in der Schweiz geborene und aufgewachsene Archäologe und Informatiker hat mit seinem Team in den vergangenen Jahren verschiedene Techniken für eine "Archäologie ohne Spaten" neu- und weiterentwickelt. So erlauben Untersuchungen mit Magnetometer oder Bodenradar den Forschern einen Blick in den Boden und darin verborgene archäologische Strukturen.

Früh, nämlich bereits mit 15 Jahren, nahm Neubauer als Freiwilliger an seinen ersten archäologischen Grabungen in der Schweiz teil. Seine Konzentration auf die archäologische Bodenerkundung (Prospektion) ist dabei aber nicht die logische Konsequenz aus seiner Ausbildungskombination aus Archäologie und Informatik, sondern "Zufall", wie sich Neubauer erinnert.

Gladiatorenschule in Carnuntum entdeckt

Im Rahmen des 2010 gegründeten Ludwig Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie haben Neubauer und sein Team mittlerweile mehr als 42 Quadratkilometer untersucht. Dabei sind ihnen sensationelle Entdeckungen gelungen: Dazu zählen eine Gladiatorenschule im antiken römischen Carnuntum in Niederösterreich ebenso wie ein Wikinger-Häuptlingssitz in Norwegen. Rund um Stonehenge entdeckten die Wissenschafter ein neues "Henge", eine kreisförmige neolithische Anlage aus früher aufrecht stehenden Holzpfählen, sowie ein riesiges Steinmonument unter dem Wall der steinzeitlichen Anlage von Durrington Walls mit Hinweisen auf zumindest 200 bis zu 4,5 Meter hohe Steine.

Viele dieser Entdeckungen und die virtuellen Rekonstruktionen der archäologischen Funde fanden Eingang in zahlreiche internationale Medienberichte sowie TV-Dokumentationen, etwa von BBC oder ORF. Im kommenden Jahr weitet Neubauer seine Vermittlungstätigkeit auf den musealen Bereich aus: Das Boltzmann-Institut konzipiert im Urgeschichtemuseum MAMUZ Mistelbach (NÖ) eine große Ausstellung über die Funde in Stonehenge, die ab 20. März zu sehen ist.

Bisherige Preisträger

Die Auszeichnung "Wissenschafter des Jahres" haben bisher u.a. der Weltraumforscher Wolfgang Baumjohann (2014), die Umwelthistorikerin Verene Winiwarter (2013), der Ökologe Georg Grabherr (2012), die Archäologin Sabine Ladstätter (2011) und der Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal (2010) erhalten.

Archäologie und Informatik: Laufbahn von Wolfgang Neubauer
Neben der Archäologie begeisterte ihn sein Informatiklehrer für Bits und Bytes.

Nur wenige Stunden nach Beginn der Arbeiten am Gelände von Stonehenge gelang dem Archäologen Wolfgang Neubauer mit der Entdeckung eines neuen "Henge" aus Holz ein Highlight seiner Arbeit - ohne ein einziges Mal den Spaten anzusetzen. Es sollte nicht der einzige spektakuläre Fund bleiben, die der "Wissenschafter des Jahres" und sein Team mit modernen Prospektionsmethoden ans Licht gebracht haben.

Neubauer, am 14. September 1963 in Altstätten (Schweiz) als Sohn österreichischer Eltern geboren, bezeichnet sich selbst als "Gastarbeiterkind". Kindheit und Jugend in der Schweiz bescherten ihm nicht nur nachhaltig einen alemannischen Zungenschlag, sondern auch eine für die damalige Zeit große Auswahl an TV-Sendern, in denen er den Ursprung seines Archäologieinteresses vermutet. Belegt sei dieser Berufswunsch schon früh durch einen Schulaufsatz, den er mit elf Jahren geschrieben hat. Und ebenso früh, nämlich mit 15, nahm er bereits als Freiwilliger an seinen ersten archäologischen Grabungen in der Schweiz teil, wie der 52-jährige Wissenschafter erklärte.

Neben der Archäologie begeisterte ihn sein Informatiklehrer für Bits und Bytes. Als Neubauer dann in Wien zu studieren begann, wollte er seine beiden Interessen durch ein Studium irregulare an der Uni Wien und der Technischen Universität Wien mit Ur- und Frühgeschichte sowie Mathematik verbinden. Sein Ansuchen dafür wurde aber nicht genehmigt, weshalb er eine Fächerkombination wählen musste. Das Diplomstudium in Ur- und Frühgeschichte, Archäometrie und Mathematik schloss er 1993 ab.

Seine spätere Konzentration auf die archäologische Bodenerkundung (Prospektion) ist dabei nicht die logische Konsequenz aus seiner Ausbildungskombination, sondern "Zufall", wie sich Neubauer erinnert. Vielmehr wählte er für ein Proseminar mit der geophysikalischen Prospektion das einzige ihm noch unbekannte Thema. Schnell war er begeistert davon und als sein damaliger Professor Falko Daim die Frage, wer denn das in Österreich mache, mit "niemand" beantwortete, "habe ich gesagt: Ok, dann mache ich das jetzt".

Im Jahr 2000 machte Neubauer die magnetische Prospektion in der Archäologie zu seinem Dissertationsthema, acht Jahre später habilitierte er sich zum Thema "Interdisziplinäre Feld-Archäologie". Schließlich konnte Neubauer die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft überzeugen, 2010 ein eigenes Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie einzurichten, das er leitet und das mittlerweile 35 Mitarbeiter hat.

Rasch reüssierte Neubauer mit seiner "Zukunfts-Archäologie", die Daten aus Magnetmessungen, Bodenradar, Luftbildern und Geoinformationssystemen mit 3D-Techniken am Computer vereint. So wurde aus dem Gastarbeiterkind ein international gefragter "Gastarbeiter" - etwa als Kooperationspartner im "Hidden Landscapes Project", in dem seit 2010 die gesamte Landschaft rund um das berühmte steinzeitliche Monument "Stonehenge" in Großbritannien erforscht wird. Quadratmeter um Quadratmeter wurde und wird das Gelände dabei erforscht, mit Traktoren, Quads und notfalls zu Fuß die Messgeräte über den Boden gezogen. Mit 4,5 Hektar pro Stunde ist Neubauer dabei Rekordhalter in seinem Team, wie er verschmitzt anmerkt.

Auf Anhieb, nur wenige Stunden nachdem sie ihre Messgeräte zusammengebaut hatten, gelang Neubauers Team lediglich 900 Meter von Stonehenge entfernt die Entdeckung eines bisher unbekannten Monuments, ein "Henge" aus Holz mit ehemals 24 massiven Pfosten, die von einem Grabenwerk umgeben waren. Und heuer wiesen sie ein riesiges Steinmonument unter dem Wall der drei Kilometer von Stonehenge entfernten steinzeitlichen Anlage von Durrington Walls mit zumindest 200 bis zu 4,5 Meter hohen Steinen nach, die teilweise noch vorhanden sind.

Auch das gesamte Stadtgebiet des antiken römischen Carnuntums in Niederösterreich hat Neubauer mit seinem Team untersucht. Sie stießen dabei auf ein sechs Fußballfelder großes römisches Militärlager und eine antike Gladiatorenschule. Mit Hilfe eines neu entwickelten, schneetauglichen Bodenradarsystems konnten die Forscher in Borre (Norwegen) einen wikingerzeitlichen Häuptlingssitz mit Ritualplätzen und Hafenanlage neben den berühmten Grabhügeln nachweisen.

Auf den Spuren der Wikinger hat Neubauer auch in Schweden, Dänemark und Island Messungen durchgeführt. So wie das Objekt seiner Untersuchungen würde auch er gerne den Sprung über den Atlantik machen und in Amerika die letzten Spuren der Wikinger untersuchen.

diepresse.com/home/bildung/universitaet/...=suche.intern.portal

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08 Jan 2016 08:56 - 08 Jan 2016 08:56 #5 von Aristoteles
Vielleicht kann ja unser ehrenwerter Leckdor beide Artikel zusammenführen?
archaeologieforum.at/index.php/forum/per...schaftler-des-Jahres

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Letzte Änderung: 08 Jan 2016 08:56 von Aristoteles.
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08 Jan 2016 18:06 #6 von Jupiterl
Bräucht' ja nur schauen, ob's das vielleicht schon gibt, der Leckdor!
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12 Jan 2016 19:49 #7 von Carolus
Die geschätzten Damen und Herren jetzt zufrieden mit dem Herrn Lektor? :D

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13 Jan 2016 13:25 #8 von Aristoteles
Aber sowas von..!!!

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