Lützen: Tod durch Kopfschuss

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22 Mai 2017 22:10 - 24 Mai 2017 16:05 #1 von Jupiterl
Lützen: Tod durch Kopfschuss wurde erstellt von Jupiterl
Tod durch Kopfschuss

Der Jüngste im Massengrab war ein etwa 15-jähriger Bursche, der Älteste ein Mann um die 50 - viele Soldaten, die in einer Hauptschlacht des Dreißigjährigen Kriegs gefallen sind, wurden durch Schüsse in Kopf und Brust aus der Nähe getötet. Das zeigen ihre Knochenverletzungen.

Nur getrennt durch eine Straße, die vom sächsischen Ort Lützen nach Leipzig führte, standen sich am Morgen des 16. November 1632 rund 19.000 Soldaten der schwedischen Armee und zunächst 17.000 Männer der kaiserlichen Truppe der Habsburger unter dem Befehl Wallensteins mit ihren Kanonen, Karabinern, Pistolen, Säbeln und Hellebarden gegenüber. Mittags begann die Schlacht und am Abend waren laut historischen Quellen 6.000 bis 9.000 Männer tot, darunter der schwedische König Gustav II Adolf. Die Skelette von 47 Opfern ohne Rang und Namen wurden im Jahr 2011 in einem Massengrab nahe Lützen gefunden.

Anleitung zum Schießen
Ein Team um Nicole Nicklisch und Kurt Alt, die beide an der Danube Private University Krems sowie dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt forschen, hat die Todesursachen dieser Söldner und Soldaten anhand ihrer Knochenwunden festgestellt. „Wir fanden einen hohen Anteil an Schussverletzungen, viele davon waren an den Schädeln“, erklärte Nicklisch im Gespräch mit der APA. In einer zeitgenössischen Quelle, einem Heftchen als Anleitung für Soldaten, wurde empfohlen, vorwiegend auf den Kopf und die linke Brust zu zielen. „Das wurde hier anscheinend erschreckend gut umgesetzt“, so die Forscherin.

Weiteres:
science.orf.at/stories/2844866/
derstandard.at/2000058105841/Dreissigjae...i-Luetzen-untersucht

journals.plos.org/plosone/article?id=10....journal.pone.0178252
Letzte Änderung: 24 Mai 2017 16:05 von Jupiterl. Begründung: Link
Es bedanken sich: Karl
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27 Mai 2017 19:30 #2 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf Lützen: Tod durch Kopfschuss
"Archäologie Online" braucht zwar länger, weiß aber mehr:

Das Ende der Blauen Brigade in der Schlacht von Lützen
Kategorie: Veröffentlichungen
26.05.2017 - LDA LSA / AB

Die Eliteeinheit der schwedischen Armee war schlecht ernährt, von Krankheiten gezeichnet und hatte einen kräftezehrenden Alltag. In der Schlacht von Lützen, einer der folgenreichsten des Dreißigjährigen Krieges, wurde die Blaue Brigade durch einen Flankenangriff einer kaiserlichen Kavallerie-Einheit vernichtend geschlagen. Das Massengrab, in dem die Toten nach der Schlacht vergraben wurden, kam bei archäologischen Ausgrabungen zum Vorschein. Die kürzlich in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichten Ergebnisse der anthropologischen Untersuchungen zeichnen das Leben und den Tod der Landsknechte nach.

Schlachtfeldarchäologie stellt sich der Aufgabe, Schlachten historisch aufzuarbeiten und alle Fakten zusammenzutragen. Zeitgenössische Berichterstattungen über Schlachten sind häufig unvollständig oder sogar fehlerhaft, da sie die selten neutralen Anschauungen des Verfassers widerspiegeln. Die integrative Studie »The Face of War – Trauma Analysis of a Mass Grave from the Battle of Lützen (1632)«, die heute in der Fachzeitschrift PLOS ONE erschien und an der unter anderem mehrere Wissenschaftler des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt beteiligt waren, konzentriert sich auf die archäologische und anthropologische Untersuchung von Skeletten aus einem Massengrab des Dreißigjährigen Krieges, um die Verletzungen vor und während der Schlacht zu dokumentieren.

Am 16. November 1632 gemäß julianischem Kalender bzw. am 6. November 1632 gemäß des heute üblichen gregorianischen Kalenders wurde bei Lützen im südlichen Sachsen-Anhalt eine der folgenreichsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges ausgetragen. Auf der katholischen Seite befehligte der kaiserliche Feldherr Albrecht von Wallenstein, und der schwedische König Gustav II. Adolf führte die Einheiten der protestantischen Seite an. König Gustav II. Adolf, auch Löwe aus Mitternacht genannt, galt bis dahin als unbesiegbar – in der Schlacht von Lützen verlor er jedoch bereits in den ersten Stunden der Schlacht sein Leben.

Weiteres:
www.archaeologie-online.de/magazin/nachr...t-von-luetzen-41226/

doi.org/10.1371/journal.pone.0178252
Es bedanken sich: Carolus
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