Gingen die Römer auf Walfang?

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11 Jul 2018 21:53 #1 von Jupiterl
Gingen die Römer auf Walfang? wurde erstellt von Jupiterl
Gingen die Römer auf Walfang?

Archäologen sind in Andalusien auf Spuren antiker Waljagd gestoßen: Bei Ausgrabungen in einer ehemaligen Römerstadt entdeckten sie Walknochen - von zwei Arten, die heute tausende Kilometer entfernt heimisch sind.

Zwei Grauwale und drei Glattwale wurden den Forschern und Forscherinnen zufolge in der Fischfabrik in Baleo Claudia verarbeitet. Die Ruinen von Baleo Claudia befinden sich in der Nähe der heutigen Stadt Tarifa in Andalusien an der Straße von Gibraltar. Dass die alten Römer dort einst Fischfang betrieben, ist unbestritten: Hunderte Fabriken mit Wasserbecken zeugen von einer Fischverarbeitungsindustrie, die das ganze Römerreich mit ihren Produkten belieferte.

Möglicherweise machten die Römer auch Jagd auf große Meeressäuger. Das legen die gefundenen Walknochen jedenfalls nahe. „Entweder man hat die Wale gejagt oder gestrandete Tiere verarbeitet“, sagt Archäologin Camilla Speller von der Universität York, die die Funde gemeinsam mit einem Team aus Archäologen und Biologen veröffentlicht hat.

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science.orf.at/stories/2923795/
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13 Jul 2018 22:07 - 13 Jul 2018 22:08 #2 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf Gingen die Römer auf Walfang?
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Rotteten bereits die Römer zwei Walarten aus?

Womöglich machten die Römer vor 2000 Jahren nicht nur Jagd auf größere Fische, sondern auch auf Wale – und rotteten so bereits zwei Arten im Mittelmeer aus.
von Daniela Zeibig, 11.07.2018

Um die Populationen von Grauwal (Eschrichtius robustus) und Atlantischem Nordkaper (Eubalaena glacialis) ist es nicht gut bestellt. In Folge von massivem Walfang sind die beiden Arten heute nur noch vereinzelt in Teilen des Atlantischen beziehungsweise des Pazifischen Ozeans anzutreffen. Schuld daran könnten bereits die antiken Römer gewesen sein, sagt nun ein Team um Ana Rodrigues von der Université de Montpellier. Denn die machten womöglich schon rund 1000 Jahre vor den Basken, die lange Zeit als die ersten kommerziellen Walfänger betrachtet wurden, ganz gezielt Jagd auf die beiden Meeressäugerarten – und zwar im Mittelmeer, wo Experten Grauwal und Atlantischen Nordkaper bislang nie heimisch gewähnt hatten.

In diese Richtung deuten zumindest Walknochen, die Forscher in den Ausgrabungsstätten von römischen Fischfabriken entlang der Meerenge von Gibraltar fanden. Mit Hilfe von DNA- und Kollagen-Untersuchungen konnten Rodrigues und ihre Kollegen die Funde den beiden genannten Arten zuordnen. Denkbar wäre demnach, dass Grauwale und Atlantische Nordkaper einst tatsächlich auch im Mittelmeer verbreitet waren. Die Tiere kamen vermutlich vor allem dorthin, um zu kalben. Ein jähes Ende könnten den dortigen Populationen dann die Römer bereitet haben, die vielleicht schon früh eine regelrechte Walfangindustrie unterhielten. Davon dass die Römer zumindest im großen Stil Fisch fingen, diesen verarbeiteten und mit ihm handelten, zeugen die zahlreichen Überreste von Fabrikgebäuden, die Archäologen inzwischen in der Region entdeckt haben. Eigentlich, so erklärt Rodrigues, verfügten die Römer nicht über die Technologie, um Walfang im Mittelmeer zu betreiben, wo die meisten Meeressäuger weit draußen leben. Doch Grauwale und Atlantische Nordkaper wagen sich nah an die Küsten heran, so dass lokale Fischer sie möglicherweise in kleinen Ruderbooten mit Handharpunen erlegen konnten.

Weiteres:
www.spektrum.de/news/rotteten-bereits-di...ly&utm_content=heute
Letzte Änderung: 13 Jul 2018 22:08 von Jupiterl.
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