29. Oktober

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29 Okt 2011 15:58 #1 von archaeologieforum.at
29. Oktober wurde erstellt von archaeologieforum.at
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Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:45
29.10.1959: Erstausgabe von "Asterix und Obelix"

Die Comicserie "Asterix und Obelix" der beiden Franzosen René Goscinny (Autor) und Albert Uderzo (Zeichner) startete in der Wochenzeitschrift "Pilote". Die Abenteuer der beiden Comicfiguren, die sich der römischen Besatzung Galliens unaufhörlich widersetzen, wurden später in viele Sprachen übersetzt und avancierten zum Welterfolg. Den vielen Strips folgten mehrere Dutzend Alben. Mehrere Geschichten wurden aufwändig als Trickfilme verfilmt. Die bisherige Krönung des Asterix-Kultes sind die Realverfilmungen der Asterix-Abenteuer.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:45
29.10.1976: Honecker wird Staatsratsvorsitzender

Erich Honecker wurde von der Volkskammer zum Staatsratsvorsitzenden gewählt. Damit vereinigte er die drei wichtigsten Ämter in seiner Person: Staatsratsvorsitzender, Generalsekretär der SED und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrats. In den folgenden Jahren bemühte er sich, den Konsumwünschen der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Der öffentliche Druck zwang ihn, die Ausreisepraxis für DDR-Bürger großzügiger zu handhaben. Bürgerrechtsbewegungen und Intellektuelle übten immer heftigere Kritik am Regime. 1989 trat Honecker seine Ämter an Egon Krenz ab bzw. wurde vom Politbüro dazu gezwungen. Auch die SED schloss ihn aus. Er wurde daraufhin Mitglied der neu gegründeten KPD.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:46
29.10.1994: Grundsteinlegung am Potsdamer Platz

Mit der Grundsteinlegung für das DaimlerChrysler Center begannen am Potsdamer Platz in Berlin die Bauarbeiten für einen neuen Stadtteil im Herzen der Hauptstadt. Die Debis-Stadt wurde offiziell am 2. Oktober 1998 eröffnet, 2000 folgte das gläserne Sony-Center des deutsch-amerikanischen Architekten Helmut Jahn. Der Platz war einst nur eine Straßenkreuzung. Mit dem Bau des Potsdamer Bahnhofs 1838 entwickelte er sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem der zentralen Plätze Europas. Die Bomben des Zweiten Weltkriegs zerstörten 80 Prozent seiner Bebauung, die Teilung Berlins ließ ihn über vier Jahrzehnte zum Niemandsland veröden.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:47
29.10.1946: Cocteaus "La Belle et la Bête"

Der französische Regisseur Jean Cocteau präsentierte die Uraufführung seines Films "La Belle et la Bête". In den Hauptrollen waren Jean Marais und Josette Day zu sehen. Der Film gilt als ein Vorläufer des phantastischen Kinos. Cocteau verwendete ein moralisches Kunstmärchen der französischen Dichterin Jeanne Marie Leprince de Beaumont, die 1756 eine Parabel über den Mythos von Liebe und Tod verfasste. Damit ihr Vater nicht sterben muss, willigt die wunderschöne Belle ein, mit dem hässlichen Tier in dessen prachtvollem Schloss zu leben. Durch ihre Liebe wird das Monster in einen strahlenden Prinzen verwandelt. Die deutsche Fassung des Films wurde 1947 unter dem Titel "Es war einmal" gezeigt.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:50
29.10.1918: Meuterei der Hochseeflotte

Angesichts einer geplanten Großoffensive gegen England brach unter den Matrosen der deutschen Hochseeflotte in Wilhelmshaven eine Meuterei aus. Um größere Unruhen zu vermeiden, wurde das Dritte Flottengeschwader mit 5000 Mann von Wilhelmshaven in seinen Heimathafen Kiel gebracht. Auf der Fahrt wurden 40 vermeintliche Anführer der Meuterei festgenommen. Die Mehrheit der Matrosen erhielt am 1. November Landurlaub. Sie organisierten daraufhin Versammlungen und Demonstrationen. Die Unruhe griff auf weitere Schiffe und Landeinheiten der Marine über, die Arbeiter solidarisierten sich. In der Folge kam es am 9. November zur Novemberrevolution.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:51
29.10.1787: Uraufführung des "Don Giovanni"

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Don Giovanni" wurde am Prager Nationaltheater uraufgeführt. Mozart war vom frenetischen Beifall der Prager überrascht. Das Werk hat bis zum heutigen Tag nichts an Beliebtheit eingebüßt. Der Stoff geht auf die alte kastilische Volkssage vom lüsternen Don Juan Tenorino zurück. Den Auftrag für die Oper erhielt Mozart von Pasquale Bondini, dem Prinzipal des Gräflichen Nostitzschen Nationaltheaters Prag. Das Libretto stammt von Lorenzo da Ponte. Die Erstaufführung in Wien fand auf den Wunsch von Kaiser Josef II. am 7. Mai 1788 im National-Hoftheater statt. Für diese weniger erfolgreiche Aufführung hatte Mozart die Arie des Ottavio "Dalla sua pace" komponiert.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:51
29.10.1946: Volkszählung in Deutschland

Eine Volkszählung in Deutschland ergab, dass in den vier Besatzungszonen der Alliierten fast zehn Millionen Heimatvertriebene und Flüchtlinge lebten. Von den rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung hatten 95 Prozent ihre gesamte Habe zurück lassen müssen. Nicht nur Flüchtlinge und Vertriebene, sondern auch entlassene Soldaten, Verwundete, Evakuierte, Kinder aus den zahlreichen Heimen der Kinderlandverschickung, ehemalige Zwangsarbeiter und die Überlebenden der Konzentrationslager waren oft quer durch Deutschland unterwegs. Meist zu Fuß waren sie auf der Suche nach ihren Familien, ihren Heimatorten oder einem neuen Zuhause. Die Flüchtlinge wurden in Lager und Notquartiere eingewiesen oder bei Privatfamilien untergebracht.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:54
Vor 90 Jahren: Eddie Constantine wird geboren
Die "bestbezahlte Filmfaust" Europas

Edward Constantinowsky ist am Ende. Alles Geld haben sein Vater und seine Mutter zusammengekratzt, um ihm in Wien eine Ausbildung zum Opernsänger zu ermöglichen. Und als er nach New York zurückkommt, will ihn niemand hören. Statt auf den Bühnen der Welt als Sänger Erfolg zu haben, muss er seine Frau auf einer Tanztournee begleiten. Mit 36 Jahren bewirbt sich der Mann mit dem pockennarbigen Gesicht eher durch Zufall für eine Rolle als Haudrauf in dem Hollywood-Streifen "Egypt by Three". Kritiker werden den Film später zu den schlechtesten 100 aller Zeiten zählen. Bis zum Erfolg unter dem Pseudonym Eddie Constantine ist es noch ein weiter Weg.

Constantine wird am 29. Oktober 1917 in Los Angeles geboren. Auf einer der Tourneereisen seiner Frau wird er der Geliebte Edith Piafs. Sie verschafft ihm Jobs, die ihn nicht weiter bringen. Erfolg hat er erst in seiner Rolle als hartgesottener FBI -Agent Lemmy Caution, der die Bösen auf die Bretter und die Frauen in die Betten schickt. Rund dreißig Lemmy-Caution-Filme dreht Eddie Constantine - und wird dabei laut Presse zur "bestbezahlten Filmfaust" in Europa. Besonders in Deutschland und Frankreich wird jeder seiner Filme unter Titeln wie "Morphium, Mord und kesse Motten" (1957), "Liebe, Lumpen, Leidenschaften" (1957), "Eddie, Tod und Teufel" (1958) oder "Rhapsodie in Blei" (1959) ein Kassenschlager. Will man den Legenden glauben, geht es im Kinosaal wie im Kasperletheater zu. "Mach ihn kalt!", ruft das Publikum, wenn Eddie auf einen Verbrecher trifft. "Vernasch' sie!", wenn er wie in dem Film "Eddie krault nur kesse Katzen" begehrenswerten Damen begegnet.

In den sechziger Jahren beginnt Constantines Stern zu sinken. Da holt ihn der Avantgarde-Regisseur Jean-Luc Godard für "Alphaville" (1965) aus der Versenkung. "Godard hat Lemmy Caution gehasst", wird Constantine später sagen. "Deshalb hat er gesagt: Niemals wieder wird man dich fragen, einen 'Lemmy Caution' zu drehen." Godard behält Recht. Nach der Zusammenarbeit mit dem intellektuellen französischen Filmemacher kann Constantine nur noch in Streifen des neuen deutschen Filmes punkten. Er stirbt 1993 in Wiesbaden.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:56
29.10.1969: Erste Internet-Rechnerverbindung hergestellt
Absturz nach zwei Buchstaben

Eines sei gleich zugestanden: Dieser Stichtag ist nicht sicher. Manche behaupten, das Ereignis habe schon am 1. Oktober stattgefunden, andere wollen sich an den 20. Oktober erinnern. Professor Leonard Kleinrock, Los Angeles, an dessen Institut alles beginnt, gibt den 29. Oktober 1969 an. Keiner der Akteure hat den Tag im Kalender rot angestrichen, keinem ist die historische Dimension ihres Tuns bewusst. Auch die Namen der handelnden Personen sind nicht alle bekannt.

Die Nachlässigkeit in der Dokumentation ist verständlich, denn eigentlich geschieht zunächst nicht mehr als dies: In Los Angeles sitzt Kleinrocks Student Charley Kline an einem Rechner. Der ist durch eine Datenleitung mit einem Rechner in San Francisco verbunden. Die Rechnervernetzung hat der Informatiker Frank Heart konstruiert. Kline gibt ein "l" in den Computer ein - und es erscheint auf dem 500 Kilometer entfernten Rechner ebenfalls. Dann drückt er ein "o". Auch hier funktioniert die Übertragung. Beim dritten Buchstaben, einem "g", bricht der Computer des Empfängers zusammen.

"Lo" lautet also die erste über das Internet versendete Botschaft. Allerdings heißt das Internet damals noch Arpanet, weil das Pentagon über sein Forschungspropgramm Arpa die Netzwerkversuche finanziert. Arpa ("Advanced Research Projekt Agency") ist Teil des Kalten Krieges. Die amerikanischen Militärs wollen die schnellere Rechnerkommunikation besitzen als die Sowjets. Aber auch nach dem historischen "Lo" wird das Netz zunächst kein Erfolg: Nach drei Jahren hat man erst 40 Rechner miteinander verknüpft, nach zehn Jahren sind es 200. Immerhin verschickt Queen Elisabeth 1976 die erste königliche E-Mail. Als 1989 der Kommunismus zusammenbricht, gibt das Pentagon das Arpanet frei. Zu diesem Zeitpunkt sind längst Schreibtisch-Computer für jedermann auf dem Markt. Das zivile Internet verbindet im gleichen Jahr schon 100.000 Rechner. Heute sind es 250 Millionen Computernutzer - und auch bei ihnen stoppt der Versuch des "Login" manchmal schon beim "Lo".


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 07:58
29.10.1945: Markteinführung des Kugelschreibers
Schreiben im Weltall

Auf die Idee zum Kugelschreiben kommt dem ungarische Maler, Ingenieur und Journalist Laszlo Biro als Kind beim Murmelspiel. Als eine der Glasperlen durch eine Pfütze läuft und danach eine feine Schmutzspur über den Boden zieht, entdeckt er der Legende nach sein revolutionäres Schreibprinzip. 1938 entwickelt Biro daraus ein schnelles Schreibgerät, dessen Tintentank durch eine bewegliche, von innen benetzte Kugel verschlossen ist.

Den ersten Großauftrag bekommt der ungarische Erfinder von der Royal Air Force aus England, wo der Kugelschreiber bis heute seinen Namen ("biro") trägt. Anders als beim Bleistift sind mit Kugelschreiber gemachte Notizen dokumentenecht. Und im Unterschied zur Patrone des Füllfederhalters platzt seine Mine nicht im Überdruck der Pilotenkabinen. Zum Kassenschlager aber wird Biros Kugelschreiber erst, als das New Yorker Kaufhaus Gimble seinen Kunden am 29. Oktober 1945 eine Weiterentwicklung der Firma Reynolds in großen Mengen offeriert. Gleich am ersten Tag wandern 10.000 Exemplare dieser "writing sensation" zum stolzen Stückpreis von 12 Dollar 50 über die Ladentheke: immerhin der Tageslohn eines Fabrikarbeiters.

Auch wenn Kritiker den Nutzern des Kugelschreibers nicht selten Stillosigkeit bescheinigen: Heute gehört er als Plastik-Werbestift zum beliebtesten Schreibgerät weltweit. Selbst in der Schwerelosigkeit des Universums können Astronauten mit Biros Kugeltechnik schreiben. Zu diesem Zweck hat die NASA den "Space Pen" entwickelt, der statt mit Tinte auf Geleebasis - und selbst unter Wasser - funktioniert. 100 Jahre soll er halten. Von billigen Plastikschreibern unterscheidet sich das metallene Wunderwerk der Weltraumforschung allerdings in Auflage und Preis: Allein die Entwicklungskosten betrugen eine Million Dollar.


Geschrieben von: Ed van H. te BN Monday, 29.10.2007, 08:00
1618: Sir Walter Raleigh wird auf Anordnung des englischen Königs Jakob I. auf Grund eines 15 Jahre alten Todesurteils geköpft, als er entgegen seinem Versprechen nicht mit Goldschätzen beladen von seiner letzten Reise zurückkehrt.

Geschrieben von: Dr. Aufstieg Monday, 29.10.2007, 09:10
29. Oktober 1922: Gründung (oder genauer Fusion) des Museums Folkwang mit dem Städtischen Kunstmuseum Essen

Das Museum Folkwang – im altnordischen Versepos Edda bezeichnet der Begriff Folkvangar (Volkshalle) den Palast der Göttin Freya – wurde 1902 von Karl Ernst Osthaus (1874–1921) in der westfälischen Industriestadt Hagen gegründet. Das hierfür erforderliche Kapital hatte der damalige Student der Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie durch eine Erbschaft erhalten. Aus seinen Anfängen als Kunstsammlung mit naturkundlichen und kunstgewerblichen Abteilungen hat es sich in kürzester Zeit zum wegweisenden Museum für moderne Kunst in Deutschland entwickelt. Das Museum Folkwang erwarb und zeigte als erste öffentliche Sammlung in Deutschland Werke der Wegbereiter der Moderne Cézanne, Gauguin, van Gogh und Matisse. Nach dem Tod des Museumsgründers im Jahre 1921 wurde die Sammlung Osthaus vom neu gegründeten Folkwang-Museumsverein, einer fortschrittlichen Initiative kunstbegeisterter Essener Bürger, für die Stadt Essen erworben und 1922 mit dem seit 1906 bestehenden Städtischen Kunstmuseum zum Museum Folkwang vereinigt.

Die Förderung der damaligen künstlerischen Avantgarde durch Osthaus und den mit ihm befreundeten Direktor der Essener Kunstsammlungen und späteren Direktor des Museum Folkwang in Essen, Ernst Gosebruch, war Ausdruck einer alle Lebensbereiche umfassenden Reformbewegung, die auch dem »westlichen Industriebezirk« durch die Verbindung von Kunst und Leben eine neue ästhetische Erscheinungsform geben sollte.

Als Stätte des Sammelns und Vermittelns neuer und neuester Kunst konnte das Museum Folkwang in wenigen Jahrzehnten Weltruf erlangen, weshalb es während des Dritten Reiches zur Zielscheibe nationalsozialistischer Hetzkampagnen wurde. Mehr als 1400 Werke sind als ‚entartet‘ gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in alle Welt verkauft worden. Der große Verlust unersetzlicher Bilder und die Zerstörung der beiden Museumsgebäude im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs verwüsteten das Museum Folkwang und seine bedeutende Sammlung so schwer, dass nach 1945 nur noch Ruinen übrig waren. In den 1950er und 1960er Jahren gelang es den damaligen Museumsdirektoren Heinz Köhn und Paul Vogt durch Rückkäufe und an den verloren gegangenen Werken orientierte Neuerwerbungen, die schmerzlichsten Lücken zu schließen. Mit der Erweiterung der Sammlung bis in die Kunst der Gegenwart präsentierte sie sich in den 1970er Jahren in einem größeren Umfang als je zuvor.

Das Museum Folkwang ist heute eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen mit herausragenden Sammlungen der Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne, der Kunst nach 1945 und der Fotografie, die seit 1979 als eigene Abteilung existiert.

Das Museum sieht eine Chance darin, sich auf dieser Linie weiterzuentwickeln und erneut an die Tradition der Medienvielfalt und der Kombination von freier und angewandter Kunst anzuknüpfen, für die das Museum Folkwang bis 1933 so berühmt war und die ihm den Titel des »schönsten Museums für moderne Kunst« eintrug.

archaeologieforum.at war super, aber archäologieforum.org gräbt tiefer!

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