Link-Sammlung aller Bachelor- und Masterstudiengänge im deutschsprachigen Raum

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28 Mär 2012 14:59 - 28 Mär 2012 15:01 #11 von Ratman
wow, das war sogar für mich jetzt mal was zum verstehen. ausführlich und auf den perfekten halbprimitiven stand, wie ich das brauch *g* - thx ray!
techn. gesehen hab i somit endlich mal wirklich kapiert, wie der aufbau nun is.

praktisch gesehen hab ich sowas wie

Und man traut sich natürlich gegenseitig weiterhin nicht, bzw. noch weniger, weil wie soll bitte ein Uniprofessor in Wien drauf vertrauen können, dass jemand, der seinen Bachelor in Prag gemacht hat auch wirklich das gelernt hat, das der Universitätsprofessor in Wien für unabdingbar für die Archäologie hält.

mir irgendwie schon denken können. so schallts ja aus allen ecken und enden, sobalds um studierende und deren job-chancen geht.

solcherelei

Bachelor sondern Candidat

z.b. wußt ich gar nicht. und ich denke, auch viele, viele andere nicht. und genau dieses nichtwissen sorgt natürlich nicht grade für akzeptanz. is für aussenstehende nicht wirklich transparent.
und wenn ichs mal so sagen darf: ein "candidat" is mir mein ganzes leben ned unterkommen, aber leute mit "bachelor" hauens dir nach zum sau füttern ... im letzten monat allein 3, die alle die selbe umfrage im bereich: "wozu verwendest du dein tablet" gmacht haben *g*

und gut - wer dran schuld is, is mir egal. die meisten menschen schenken sich an dummen ideen oder noch dümmeren ausführungen der ideen nix. siehst is so, is das ganze vielleicht mal ausgleichende gerechtigkeit *g*.
wennst is so willst: mich interessiert einzig und alleine, was wer kann (was ich aber normal sowieso lieber durch gespräche, als nen titel, rauskriege).
als praktiker (wie ich halt einer bin), hast eh schon panik wenn wer mit nem titel auftaucht.
DAS könnte stundenlange langweilige theorie werden nach der du als praktiker keinen jota gscheiter bist als vorher.


@karl

Ratti mein Bester -DU BIST der Regelbetrieb!

DAS wünsch ich dir ned *g*

dop!dnʇsshit
Letzte Änderung: 28 Mär 2012 15:01 von Ratman.

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29 Mär 2012 10:56 #12 von Ray
Hi,

techn. gesehen hab i somit endlich mal wirklich kapiert, wie der aufbau nun is.


Fein! War meine Erklärung also nicht völlig sinnlos.

und wenn ichs mal so sagen darf: ein "candidat" is mir mein ganzes leben ned unterkommen, aber leute mit "bachelor" hauens dir nach zum sau füttern ...


Klar: der alte 'Candidat' war eben kein 'echter Studienabschluss', drum haben ihn auch bloß besonders seltverliebte, titelgeile noch-nicht-Magistri geführt. Weils eben 'nur' der 'erste Abschnitt' eines zweiteiligen Diplomstudiums war, und damit eben nur ein nicht wirklich vollwertiges 'Titelchen'. Bologna hat das geändert, weil der alte 'erste Abschnitt' damit zu einem 'eigenen Studium' erklärt wurde, nach dem man auch zu studieren aufhören kann und trotzdem als 'fertiger Akademiker' gilt. Damit ist der Bachelor zum 'vollwertigen Titel' geworden, den die Leute, die ihn haben, auch führen.

Aber die eigentliche Frage, die sich hinter dieser Sache verbirgt, ist natürlich die ob 3 Jahre Studium 'genug' sind um einen 'Abschluss' zu bekommen oder nicht. Bzw., können Studierende in 3 Jahren 'genug' lernen, um in einem Beruf einsetzbar zu sein oder nicht, bzw. noch korrekter, lernen Studierende in 3 Jahren 'genug' um in einem Beruf besser bzw. nützlicher bzw. höherwertig einsetzbar zu sein als jemand der nicht diese 3 Jahre an der Uni gelernt hat.

Und der Vergleich ist hier übrigens nicht zwischen dem 'Uni-gelehrten Theoretiker' und dem '3 Jahre in diesem Beruf gearbeitet habenden Praktiker' zu ziehen, sondern zwischen dem (theoretisch) ca. 21-Jährigen der 3 Jahre studiert hat und dem ca. 18-Jährigen der das noch nicht gemacht hat und auch noch keine 'Berufspraxis' hat, also zwischen dem Maturanten und dem 'Schmalspur-Akademiker'. Weil die beiden, der Studierte und der nicht Studierte sind es, die am Arbeitsmarkt miteinander um 'Einstiegsjobs' konkurrieren (oder in ein paar Jahren, wenn es beinahe genausoviele Bachelors wie Maturanten geben wird, miteinander konkurrieren werden). Wenig überraschend ist in einer solchen Konkurrenzsituation das 'normale' Ergebnis, dass der Bachelor und nicht der Maturant den Job bekommt, weil im Durchschnitt der Studierte eben tatsächlich besser bzw. nützlicher ist als der Maturant.
Und damit kannst Du - wenigstens mittelfristig - 'Bachelors' nicht mit 'Praktikern mit 3 Jahren Berufserfahrung' vergleichen, weil in ein paar Jahren Leute ohne Bachelor de facto gar keine Chance mehr haben werden diese Berufserfahrung zu kriegen, weil sie in Normalfall an der 'Einstiegshürde', die sie nehmen müssten um überhaupt Berufserfahrung sammeln zu können, scheitern werden. Vergleiche zwischen Bachelors und '3 Jahre Berufserfahrung'-Leuten sind daher eigentlich sinnlos (auch wenn sie sich natürlich in einer Übergangsphase wie wir sie jetzt gerade durchlaufen selbstverständlich aufdrängen): der Bachelor ist die neue, 'höhere' Matura, und die Bachelors bekommen die Jobs, die man bisher als Maturant bekommen hat.
Und dahinter steht übrigens ein wirtschaftspolitisches Ziel, bzw. eine wirtschaftspolitische Idee: wir können 'im Westen' nur dann unsere 'führende' Position gegenüber 'Billiglohnländern' und damit unseren höheren Lebensstandard halten, wenn unsere Arbeitskräfte besser qualifiziert sind als die in den 'Billiglohnländern'. Daher müssen wir unseren Arbeitskräften vor dem Einstieg ins Berufsleben eine zusätzliche Ausbildung geben, die diesen Vorsprung sichert - und das in einer Weise, die die Wirtschaft idealerweise nichts kostet, sondern mit der wir noch zusätzliches Geld verdienen können, in dem wir die (zukünftigen) Arbeitskräfte möglichst dazu zwingen, für diese Zusatzausbildung selbst zu bezahlen (weil sie dadurch ja ein höheres 'Lebenseinkommen' erzielen als die die diese zu bezahlende Zusatzausbildung nicht in Anspruch nehmen).

Ebenso sinnlos ist der Vergleich zwischen dem 'alten Diplomstudium' und dem 'neuen Bachelor': natürlich ist der alte Magister (oder Dipl.-Ing.) 'mehr' als der Bachelor, und jemand der ein altes Diplomstudium abgeschlossen hat 'kann' (hoffentlich) im Durchschnitt auch mehr als ein Bachelor. Aber das alte Diplomstudium hatte eben auch nicht zum Ziel, 'bessere Maturanten' massenzuproduzieren, sondern das Ziel Leute für bestimmte 'höherwertige' berufliche Karrieren zu qualifizieren, hauptsächlich für solche in Forschung und Management. Es bringt nix, in 50% aller Jobs Leute mit einem Diplomstudienabschluss zu haben (wenigstens noch nicht, wie das in 25 Jahren ausschaut werden wir sehen, weil das ist natürlich nichts anderes als ein weltweiter 'intellektueller Rüstungswettlauf'), man braucht maximal 10-20% der Arbeitskräfte in Forschung und Verwaltung. Dafür gibt es eben in der Bologna-Architektur den Master (und in weiterer Folge für 'komplexere' Forschungsaufgaben den PhD), der dem alten Diplomstudienabschluss weitgehend entspricht (und mit dem man das alte Diplomstudium daher auch vergleichen muss um einen sinnvollen Vergleich anstellen zu können).

Das Problem, das wir Akademiker mit dem Bachelor hatten (und in vielen Belangen immer noch haben), vor allem in Fächern wie der Archäologie, ist dass unsere 'alte' Vorstellung von einem Archäologiestudium die war, dass es Dich zu einem archäologischen Wissenschafter ausbildet, der dann entweder Kurator in einem Museum oder höherer Fachverwaltungsbeamter in einer Denkmalbehörde oder Universitätslehrer/Forscher wird. Ähnliche Vorstellungen gibt es in den meisten akademischen Fächern im deutschen Sprachraum, ersetze einfach durch z.B. für Chemiker Museumskurator mit Chemielaborleiter in der Privatwirtschaft, Denkmalamt mit Umweltbundesamt, oder für Wirtschaftler Museumskurator mit Bankfilialleiter und Denmalamt mit Nationalbank. Nicht notwendig, und auch nicht gedacht, ist das Studium in unserer 'alten' Vorstellung hingegen für 'einfache' Grabungsmitarbeiter oder Museumsführer oder Verkäufer im Museumsshop oder die Sekretärinnenjobs im BDA (bzw. Chemielaborassistent oder Schalterbeamter in einer Bank, um die Chemie- und Wirtschaftsparallelbeispiele zu bringen), dafür recht eben die Matura.
Aber genau für die letztgenannten Jobs ist eben der Bachelor gedacht, wobei natürlich nicht die Archäologie die Vorlage war, sondern eben 'wirtschaftsnahe' Bereiche der Wissenschaften: die Idee dahinter ist, dass der Chemielaborassistent der 3 Jahre Chemie studiert hat besser in seinem Job bzw. im Chemiebetrieb 'universeller' einsetzbar sein wird, und auch effizienter und innovativer und damit nützlicher, als der Chemielaborassistent der direkt aus der Schule gekommen ist und der von Chemie in Wirklichkeit nix versteht; bzw. diese Ausbildung die auch der Betrieb dem Maturanten zukommen lassen kann den Betrieb nix kostet.
Aber so jemand ist eben in unserer akademischen Weltsicht 'kein Akademiker', sondern ein 'Hilfsarbeiter', und daher ist es erstens unter unserer Würde so jemanden überhaupt an der Uni ausbilden zu sollen, und zweitens akademische Titel entwertend, wenn so jemand auch als Akademiker betrachtet wird. So jemand ist eben - im klassischen Verständnis von Archäologie wenigstens im deutschen Sprachraum - kein 'Archäologe', sondern jemand inferiores - eben jemand der, selbst wenn er jetzt dafür einen angeblich 'akademischen' Titel dafür bekommt, bestenfalls ein 'Schmalspur-Akademiker' ist...

wennst is so willst: mich interessiert einzig und alleine, was wer kann (was ich aber normal sowieso lieber durch gespräche, als nen titel, rauskriege)


Ja eh, das ist sowieso sinnvoll. Ein Titel sagt letztendlich im Einzelfall gar nix außer dass der, der ihn hat, (wahrscheinlich, wenn er nicht betrügt) das Sitzfleisch und die notwendige minimale Grundintelligenz hatte, um einen Studienabschluss zu erwerben. Ob er im Studium etwas gelernt hat, geschweige denn ob das was er eventuell gelernt hat in irgendeiner Weise nützlich ist, wird dadurch nicht bewiesen. Aber das gilt immer schon, und hat sich durch Verwendung von Bachelor, Master und PhD statt (Candidat,) Magister/Dipl.-Ing. und Doktor nicht geändert...

Liebe Grüße,

RAY

Prof.emer. PD Mag.Dr. Raimund Karl FSA FSAscot MIFA
Emeritus Professor of Archaeology and Heritage, Bangor University
Privatdozent für keltische Altertumskunde
Universität Wien
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29 Mär 2012 12:12 #13 von Teeküchenfee
Du meinst, Deutschlands selbstgeschaffener Misthaufen? Dann solltest Du mal das Buch: Deutschland schafft sich ab lesen. ;)

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29 Mär 2012 12:49 #14 von Ray
Hi,

wenns nur Deutschlands selbstgeschaffener Misthaufen wäre wäre das ja noch (vor allem für nicht-Deutsche wie mich) weitgehend egal. Aber es ist leider nicht nur Deutschlands selbstgeschaffener Misthaufen, sondern der Misthaufen erstreckt sich ziemlich konsistent wenigstens auf den gesamten deutschen Sprachraum plus so ziemlich das ganze alte deutsche Kaiserreich und Kakanien, soweit ich das erkennen kann (und ich denke, dass das tatsächlich was mit alten akademischen Traditionen zu tun hat, die letztendlich mehrheitlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, also das deutsche Kaiserreich und Kakanien tatsächlich relevant für die Verbreitung dieser akademischen Traditionen sind). Wenigstens soweit ich das beurteilen kann. Und es hat sehr wenig mit Selbstabschaffung zu tun, sondern eher im Gegenteil: es geht hier um eine Verweigerung der 'Selbstabschaffung', insbesondere der eigenen lieben Traditionen und lange Zeit gewachsenen sozialen Strukturen. Sozusagen 'die Humboldt-Tradition verweigert sich ihrer Abschaffung'...

Liebe Grüße,

RAY

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29 Mär 2012 15:25 - 29 Mär 2012 15:35 #15 von Ratman
*g* @ ray

der Bachelor ist die neue, 'höhere' Matura, und die Bachelors bekommen die Jobs, die man bisher als Maturant bekommen hat.

also kriegen maturanten gar nix mehr - die aus menem bereich (elektrotechnik) vegitieren meist eh als unterbezahlte techn. zeichner dahin.
schöne aussichten für maturanten ...

d.h. für mich:
im endefeckt wird also eigendlich nur die "lernzeit" verlängert, ob das wissen dabei erhöht wird will ich jetzt nicht wirklich beurteilen bei 3 jahren durchgehender studentenparty.
will ich also einen gleichwertigen job zum jetzigen maturanten, muß ich jetzt noch 3 jahre auf der unität stuckadieren. extrem sinnvoll (<-- ironie, für jene, dies nicht erkennen).
und - ich schätze es mal - der echte "ausstudierte" hat dann auch schwierigkeiten einen job zu kriegen, weil viele arbeitgeber sich halt sagen werden: "der bachelor is billiger und wird für uns schon ausreichen.".

meine 3 gehirnzellen bauen grad folgendes merkblatt auf:
wie züchte ich mir künstlich sozialhilfeempfänger ran?
schritt 1: erhöhen sie künstlich die anzahl der möglichen bewerber auf einen job.
schritt 2: wir werdens sehen ...

und nur kurz zu tschörmeni - rattis theorie (hoffe, ich lieg richtig)
es is halt schon ein unterschied, ob i als österreichischer maturant nen echten job finden kann,
oder als deutscher abiturient nix bin und sowieso nomal lernen gehen muß.
sprich: in österreich is dieses system in meinen augen weit schlimmer, weil ich jetzt wohl als angehender ing ohne weiter zum bachelor zu gehen, eh nix mehr krieg.
für den gemeinen piefke is es a vorteil, weil er jetzt nur mehr halb so lang studieren muß

dop!dnʇsshit
Letzte Änderung: 29 Mär 2012 15:35 von Ratman.

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