ex - "B.A.-Studiengänge (DE)"

  • archaeologieforum.at
  • archaeologieforum.ats Avatar Autor
  • Offline
  • Administrator
  • Ich war einmal ... wichtig ;-)
Mehr
27 Apr 2015 08:51 #1 von archaeologieforum.at
ex - "B.A.-Studiengänge (DE)" wurde erstellt von archaeologieforum.at
Der Bachelor ist ja aus der Debatte nie herausgekommen, hier ein Rückblick auf Vergangenes, anlassgemäß ...



ArchäologieForum > Universitäres, Studienfragen / Ausbildung / Stipendien | Forschungspolitik >
B.A.-Studiengänge (DE)



Geschrieben von: lector Thursday, 26.09.2002, 12:59
Aus der Mailingliste von Arch-De
---
Zitat aus RZ, Ausgabe (Z) Mainz vom 25.09.2002

Nicht jeder Grabungsfreund will in die Wissenschaft

Der neue Studiengang Bachelor of Arts in Archäologie führt fünf Fächer aus drei Fachbereichen zusammen

MAINZ. Konzentration kann es bisher nicht genannt werden, was ein an der Archäologie interessierter Studienanfänger an der Uni Mainz vorfindet. Fünf Institute in drei Fachbereichen bieten eine Hochschulausbildung mit archäologischer Thematik an. Der neue Studiengang Bachelor of Arts in Archäologie soll nun erstmals eine Vereinigung der Kräfte leisten.
"Wir führen die traditionell sehr stark spezialisierten Fächer zusammen", sagt Dr. Klaus Junker, Hochschuldozent im Fach Klassische Archäologie. Das gehört zum Fachbereich 15 (Philologie III), in dem mit der Christlichen Archäologie und der Vorderasiatischen Altertumskunde zwei weitere dieser fünf Fächer im Angebot sind. Im FB Evangelische Theologie liegt zudem die Biblische Archäologie verborgen, der Fachbereich Geschichte hat Christliche Archäologie im Fächerkanon.
Die Studienordnungen verbieten es Freunden des Grabungsfundes bislang, sich eine Kombination mit ausschließlich diesen Magisterfächern zusammenzustellen. Das wird im Bachelor-Studiengang Archäologie anders sein. Einem breiten Basisstudium, bei dem vier ausgewählte der fünf Fächer studiert werden, folgt eine Spezialisierung in einem der Gebiete. Ein knappes Drittel des Studiums, das auf sechs Semester angelegt ist, widmen die Studierenden einem nichtarchäologischen Teil, je nach Ausgangskönnen dabei zur Hälfte oder einem Drittel den klassischen Sprachen.
Junker und Jürgen Oldenstein, Geschichtsprofessor und inzwischen Uni-Vizepräsident, haben das Angebot konzipiert. Unter anderem aus der Erkenntnis heraus, dass die fünf Fächer nicht gerade mit ihren Karriereaussichten hausieren gehen können und auch die Zahl der Studienabbrecher recht hoch liegt. Der rein fachwissenschaftliche Weg bringt eben eigentlich nur denen etwas, die selbst in die Wissenschaft wollen, merken viele Studienanfänger schnell.
Der Bachelor in Archäologie soll fundiertes Wissen über die archäologischen Fächer vermitteln, mit dem sich im jungen Alter der Weg in die verschiedensten Berufe finden lässt - zumindest in solche, die Kenntnisse über das Altertum voraussetzen. Nicht unwichtig wird im Bachelor-Studiengang daher auch das Praxismodul, das Exkursionen und auch Ausgrabungen umfasst, ein Achtel des gesamten Studiums. "Für die, die im Bachelor-Studium feststellen, die Wissenschaft ist ihre Welt, soll der Übergang in einen Magisterstudiengang dennoch jederzeit möglich sein", betont Junker. Langfristig kann er sich vorstellen, dass auf den Bachelor- ein Masterstudiengang draufgesetzt wird.
Einen Schwachpunkt hat das Angebot noch: Die Vorderasiatische Altertumskunde kann nicht als Spezialisierungsfach gewählt werden. Der Professorin des Fachs fehle es bisher an der Bereitschaft, ein entsprechendes Angebot zu basteln. Junker geht von 20 bis 25 Studienanfängern im Jahr aus, die fünf Fächer haben zusammen derzeit etwa 35 Neulinge.
Als Starttermin ist eigentlich das Sommersemester 2003 geplant. Doch das Genehmigungsverfahren braucht seine Zeit, und da der Studiengang sowieso auf einen Einstieg zum Wintersemester ausgerichtet ist, ist auch niemand böse, wenn es erst im nächsten Wintersemester losgeht.
Guido Steinacker

Im Detail
Bachelor of Arts Archäologie
Regelstudienzeit: Sechs Semester, Studienbeginn sinnvollerweise nur im Wintersemester.
Grundstudium: Einführungsmodul in vier archäologischen Fächern, dann Basismodul mit Klassischer Archäologie, Vor- und Frühgeschichte sowie zwei der drei übrigen Fächer.
Hauptstudium: Aufbaumodul aus einem der Fächer (außer Vorderasiatischer Altertumskunde) und Praktika.
Inhalte: Zusammengeführter Überblick über die fünf an der Uni angebotenen archäologischen Fächer.
Prüfungen: Abschlussarbeit und mündliche Prüfung. Wechsel ins Schwerpunktfach oder Fortführung des Schwerpunktfachs als Magisterstudiengang ist möglich.
Informationen: Institut für Klassische Archäologie, Dr. Klaus Junker, Tel. 392-2220.

[Signatur]

Geschrieben von: lector Friday, 27.09.2002, 13:30
Die Sache wird nun natürlich diskutiert ...

[Name] schrieb:

> Wer wird die German Bachelors beschäftigen?
> Was werden sie in diesem Beschäftigungsverhältnis schwerpunktmäßig tun?
> Wie werden Sie bezahlt?

Nun, in Vergleich zu den umschulenden, umgeschulten und/oder
arbeitslosen Archäologen mit M.A. und/oder Promotion, von denen es
schon in meiner Bekannschaft nicht eben wenige gibt, haben sie
zumindest weniger Zeit auf die Ausbildung zu einem Beruf "verschenkt",
in dem sie keine bezahlte Beschäftigung finden.
Ein Mangel an Arbeit besteht sicherlich nicht und Bedarf an
unterschiedlich qualifizierten techn. und wiss. Personal ist ebenfalls
vorhanden. Die primäre Fragestellung wäre m.E. eher, weswegen dafür
keine ausreichenden Mittel bereitgestellt werden.

In weiteren Zusammenhang würde mich noch interessieren, ob und wo die
in Berlin ausgebildeten Grabungsingenieure eine Beschäftigung gefunden
haben. In den Denkmalämtern, bei den Grabungsfirmen oder sitzen die
jetzt ebenfalls im Computerkurs?

[Signatur]

hm.

Geschrieben von: Krtek Friday, 11.10.2002, 12:57
Inzwischen sind in Deutschland die ersten B.A.-Studiengänge in Klassischer Archäologie bzw. Ur- und Frühgeschichte eingerichtet worden oder schon mehrere Monate oder Semester am Laufen, so z.B.:

Bachelor of Arts (B.A.)
Archäologische Wissenschaften
(Ur- und Frühgeschichte und Klassische Archäologie)
Ruhr-Universität Bochum
www.ruhr-uni-bochum.de/studienbuero/kinfo/archae-wiss-ba.htm

Baccalaureus – Studiengang ‚Kulturwissenschaften‘
Ein Konzept der Lehrstühle für Ägyptologie, Klassische Archäologie, Orientalische Philologie an der Universität Würzburg
Beginn: Wintersemester 2001 / 2002
www.uni-wuerzburg.de/archaeologie/studienablauf.html#BA

Studienordnung für den B.A.-Teilstudiengang Klassische
Archäologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Greifswald
www.uni-greifswald.de/~stdangel/zpa/ord/...rd/klass_arch_b.html

Leipzig ???
www.uni-leipzig.de/~antik/

Rostock
Das integrierte Bakkalaureus-Magister-Studium (2000)
Eine Neufassung der BA/MA-Studienordnung zum WS 2002/3 ist zu erwarten .
www.phf.uni-rostock.de/fkw/iaw/bama.html

Mainz ???
www.uni-mainz.de/FB/Philologie-III/klassarch/

Wo solche B.A.-Studiengänge ausserdem eingeführt bzw. in der Erprobungsphase sind und wo deren die Einfuehrung unmittelbar bevorsteht, kann ich im Moment leider nicht sagen.

Ausserdem habe ich trotz Nachfrage aus den genannten Instituten leider noch keine ersten Erfahrungsberichte.

Aber die Diskussion wird fortgesetzt.

Geschrieben von: Krtek Friday, 11.10.2002, 14:40
Mehr zu dem B.A.-Fach Archäologische Wissenschaften in Bochum:

Studienfach:
Archäologische Wissenschaften
(Ur- und Frühgeschichte und Klassische Archäologie)
www.ruhr-uni-bochum.de/studienbuero/kinfo/archae-wiss-ba.htm

Und
www.adicor.de/aktuell.nsf/mitteilung/336...02D6C4B!OpenDocument

Ruhr-Universität Bochum
Bochum
13.02.2002 (idw)
Neu an der RUB: Archäologische Wissenschaften und vier Masterfächer in Sozialwissenschaft
Senat beschließt Bachelor- und Master-Studiengänge

Die Reformen an der RUB nehmen weiter Gestalt an: Am vergangenen Donnerstag hat der Senat beschlossen, das neue B.A.-Fach Archäologische Wissenschaften einzuführen. Es vereinigt "Klassische Archäologie" sowie "Ur- und Frühgeschichte" unter einem Dach, die beiden Fächer können Studierende nach dem Bachelor-Abschluss getrennt als Masterstudiengänge belegen. Der Senat hat dem Antrag der Fakultät für Sozialwissenschaft zugestimmt, für Studierende des konsekutiven Modells der Geistes- und Sozialwissenschaften die Masterstudienfächer "Politikwissenschaft", "Soziologie", "Sozialpsychologie und Sozialanthropologie" sowie "Sozialpolitik und Sozialökonomik" einzurichten. Der Magisterstudiengang Musikwissenschaft und das Magisternebenfach Psychologie werden hingegen eingestellt.

Archäologische Wissenschaften: einmaliges Angebot

Zum Sommersemester 2002 wird die Fakultät für Geschichtswissenschaft das neue Bachelorfach Archäologische Wissenschaften anbieten. Nach dem Abschluss Bachelor of Arts können Studierende das Studium in den Spezialisierungen "Klassische Archäologie" und "Ur- und Frühgeschichte" fortsetzen. Mit diesem integrierten Fachprofil verfügt die Ruhr-Universität über ein bundesweit einzigartiges Studienangebot.

Sozialwissenschaft: Master mal vier

Die Fakultät für Sozialwissenschaft führt zum Wintersemester 2002/2003 die vier Masterstudienfächer "Politikwissenschaft", "Soziologie", "Sozialpsychologie und Sozialanthropologie" sowie "Sozialpolitik und Sozialökonomik" ein. Studierende können dann wählen, ob sie nach dem Bachelor-Abschluss Sozialwissenschaft in seiner ganzen Breite studieren wollen (sog. Ein-Fach-Modell) oder ob sie sich auf eines der Masterfächer spezialisieren und es mit einem Masterfach aus einer anderen Fakultät kombinieren (Zwei-Fach-Modell). Den Diplomstudiengang bietet die Fakultät auch weiterhin an.

Magister ade

Kehraus in den Geisteswissenschaften: Nachdem fast alle Magisterstudiengänge eingestellt sind, fehlt das entsprechende Angebot an Haupt- und Nebenfächern für das klassische Magisterstudium. Daher wird die Ruhr-Universität das Magisterhaupt- und -nebenfach Musikwissenschaft sowie das Magisternebenfach Psychologie zum Wintersemester 2002/2003 einstellen. Sie setzt ihren Weg konsequent fort, das Studium in den Geistes- und Naturwissenschaften nach angelsächsischem Vorbild zu reformieren.

Speerspitze in Deutschland

Die neuen Studiengänge ergänzen das breite Spektrum bereits eingeführter gestufter Studiengänge, insbesondere in den Geisteswissenschaften. Insgesamt gibt es an der RUB derzeit 29 Bachelor-/Masterstudiengänge. Die Ruhr-Universität setzt ihren Weg fort, Magister- und Diplomstudiengänge in den Geistes- und Naturwissenschaften zu reformieren. Unter den deutschen Hochschulen ist die RUB damit die Speerspitze bei der Einführung gestufter Studiengänge.

Zwei Abschlüsse in zehn Semestern

In den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften können Studierende den Abschluss "Bachelor of Arts" (B.A.) und "Master of Arts" (M.A.) erwerben. Die Regelstudienzeit im B.A.-Studiengang beträgt sechs Semester inklusive Bachelorarbeit, im Masterstudiengang einschließlich Masterarbeit vier Semester. Bereits mit dem ersten Abschluss sind die Absolventen fit für den Arbeitsmarkt.

Fit durch Schlüsselqualifikationen

Neben Fachkenntnissen erwerben Studierende im "Optionalbereich" Zusatz- und Schlüsselqualifikationen für den Job. Dazu gehören die fünf Bereiche Fremdsprachen, Praktika, Informationstechnologie/EDV, Präsentation, Kommunikation und Argumentation sowie interdisziplinäre Studieneinheiten oder ergänzende Studieneinheiten anderer Fächer. Studierende müssen Module aus mindestens drei dieser fünf Bereiche belegen.

Neue Studiengänge erleichtern Ortswechsel und Vergleichbarkeit

Die neuen gestuften Studiengänge sind international kompatibel. Insbesondere das European Credit Transfer System (ECTS) erlaubt, Studienleistungen international zu vergleichen und anzurechnen. Studierende erwerben in einzelnen Veranstaltungen Credit Points. Damit sind z. B. Studienortwechsel aus Deutschland in den anglo-amerikanischen Raum und umgekehrt schneller und reibungsloser möglich


laugh.gif smile.gif laugh.gif tongue.gif biggrin.gif rolleyes.gif

Geschrieben von: Krtek Saturday, 12.10.2002, 11:02
Gerade erhielt ich die Nachricht, dass in Hamburg am Fachbereich 09, Kulturgeschichte und Kulturkunde, zu dem unter anderem auch die Studiengänge Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie und Ägyptologie gehören (www.uni-hamburg.de/Wiss/FB/09/index.html), zum 9. September der Baccalaureatsabschluß eingeführt wurde.

Ordnung für die Magisterprüfung (unter Einschluss der Baccalaureatsprüfung)
www.uni-hamburg.de/Wiss/FB/09/maprueford.htm

§ 18 Ziel
(1) Das Studium der Fächer Ägyptologie, Mesoamerikanistik, Ethnologie, Klassische Archäologie, Historische Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Systematische Musikwissenschaft, Volkskunde und Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie des Fachbereichs Kulturgeschichte und Kulturkunde kann auf Antrag eines zu den Magisterstudiengängen zugelassenen Studierenden mit einer Baccalaureatsprüfung abgeschlossen werden. Der Antrag ist schriftlich bei der Vorsitzenden bzw. bei dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu stellen.
(2) Die Prüfung bildet einen ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss.
(3) Das Baccalaureat kann sowohl als Zwischenschritt innerhalb eines Magisterstudienganges dienen als auch den Eintritt in fachnahe berufliche Tätigkeiten erleichtern. Nach erfolgreichem Abschluss der Baccalaureatsprüfung wird der Titel Baccalaurea Artium bzw. Baccalaureus Artium (B. A.) verliehen.



Das Gute: es ist ein integrierter B.A. nach dem sog. Hamburger Modell. D. h. der Magister bleibt weiterhin Regelstudienabschluß, lediglich gibt es die Option nach 6 Semestern die Baccalaureatsprüfung zu beantragen. Entscheidet man sich dafür, kann man danach trotzdem ohne neues Zulassungverfahren bis zum Magister weiterstudieren. Ebenso ist es möglich die B.A.-Prüfung zu machen, wenn man am Magister gescheitert ist. Das Konzept dabei ist, daß eigentlich Magister/Diplom Ziel des Studiums bleiben, potenzielle Abbrecher aber die Möglichkeit bekommen, wenigstens irgendwas in der Tasche zu haben.

Insgesamt also nicht so verkehrt. Bleibt die Frage, wie lange sich dieses Modell halten wird, nachdem der derzeitige Hamburger Wissenschaftssenator das gestaffelte B.A./M.A.-Modell einführen will.

Geschrieben von: KARL Sunday, 13.10.2002, 23:39
QUOTE
Bereits mit dem ersten Abschluss sind die Absolventen fit für den Arbeitsmarkt.
laugh.gif

Lieber Roman, gehe ich ganz fehl in der Annahme, die fesche Reihe mit den Smilys habe sich besonders auf diesen Passus bezogen?

Geschrieben von: Brigitte Ecker Saturday, 22.02.2003, 11:49
Auf die Problematik des Bachelor-Abschlusses in archäologischen Studienführern gehen folgende Bücher ein (z. T. mit weiterführenden Literaturhinweisen)
Claus Dobiat/Torsten Mattern (Hg), Wunsch und Wirklichkeit - Alternative Chancen für Archäologen, Scrptorium, Münster 2001 (widmet der Problematik einen eigenen Abschnitt)
Johannes Bergemann, Orientierung Archäologie, rororo, Reinbek 2000
Ulrich Sinn, Einführung in die Klassische Archäologie, Beck, München 2000
Alle sind problemlos über den Buchhandel zu bekommen.

Geschrieben von: lector Wednesday, 26.02.2003, 20:58
Speziell @Brigitte und @krtek - Ich habe alle drei Threads zu diesem Thema in ein einziges zusammengeführt, und hoffe nachträglich auf euer Einverständnis.
So sind alle Postings beisammen und leichter erfassbar.

Geschrieben von: Krtek Tuesday, 15.04.2003, 14:15
Datum: Tue, 15 Apr 2003 11:49:30 +0200
Von: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | Diese Mail ist Spam | Zum Adressbuch
hinzufügen
Betreff: [studentischer-pool] KMK will Zugang zu Masterstudiengängen_massiv_einschränken!
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Presseerklärung (2003-04-15)

KMK will Zugang zu Masterstudiengängen massiv einschränken!

Dem fzs wurde ein Entwurf der KMK für neue Strukturvorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge zugeleitet. Der fzs ruft zu Protesten gegen diese Vorschläge auf und bietet dazu die Möglichkeit über seine Webseite Protestmails an die zuständigen Ministerinnen und Minister zu schicken.

Die Vorschläge für die neuen Strukturvorgaben unterscheiden sich vor allem in einem Punkt von den bisherigen: "Der Bachelor soll zum Regelabschluss werden, das heißt, dass die meisten StudentInnen nach dem Bachelor die Hochschule verlassen sollen", erklärt Lars Schewe, Mitglied des Vorstands des fzs, "damit werden alle Beteuerungen hinfällig, dass die Einführung der zweistufigen Studiengänge irgendwelcher hehren Ziele dient: Offensichtlich scheint es der KMK nur darum zu gehen, schnöde Bildungsabbau zu betreiben." Dazu kommen noch restriktive Regelungen für sogenannte "nicht-konsekutive" Masterstudiengänge. "Wenn man nach dem Bachelor einen Studiengang studieren will, der nicht direkt auf den anderen Studiengang aufbaut, kann das BAföG wegfallen, obendrauf kommen noch Studiengebühren. Und um das zu rechtfertigen, wird einfach noch vorgeschrieben, dass man vorher mindestens ein Jahr außerhalb der Hochschule war", so Tjark Sauer, Mitglied des fzs-Vorstands.

Schon lange gab es Stimmen, die den Zugang zu den Masterstudiengängen reduzieren wollten, um ihre altertümlichen Elitevorstellungen durchzusetzen. "Mit einem demokratischen Bildungssystem und dem Recht auf Freiheit der Berufswahl hat dies nichts zu tun", so Lars Schewe. Und es ist auch klar, dass so versucht wird Studiengänge an Universitäten einzurichten, die eigentlich Fachhochschulstudiengänge sind. "Anstatt dann über den Ausbau
der Fachhochschulen zu diskutieren und zu überlegen, wie man einen kritischen Praxisbezug in die Studiengänge einfließen läßt, werden weiter die Universitäten bevorzugt und nur ein paar modische Schlagwörter in die Diskussion geworfen", so Tjark Sauer.

Der fzs stellt fest, dass diese Diskussion hinter verschlossenen Türen geführt werden sollte, obwohl sie für die Zukunft des Hochschulsystems ungeheuer wichtig ist. "Damit hat sich die KMK selbst großen Schaden zugefügt", so Lars Schewe, "was wir jetzt wollen, ist das klare Bekenntnis der Bundesländer, dass sie solchen Regelungen nicht zustimmen können." "Aber auch die einzelnen Hochschulen sind gefordert, wir fordern alle Hochschulen auf, solange keine weiteren Bachelor- oder Masterstudiengänge einzuführen, bis hier ein klarer
Politikwechsel erfolgt ist", so Tjark Sauer.

Ab heute, 15.00 Uhr gibt es die Möglichkeit den Landesministerinnen und -ministern über die fzs-Homepage (www.fzs-online.org/) eine Protestmail zu senden, um deutlich zu machen, dass hier ein Umsteuern notwendig ist.

Den Text der KMK-Vorlage finden Sie unter:
www.fzs-online.org/file.php?id=85

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Lars Schewe (Tel.: 0179 663 68 68)
Tjark Sauer (Tel.: 0179 456 35 76)

*** Der "freie zusammenschluss von studentInnenschaften" (fzs) ist der einzige studentische Dachverband in der Bundesrepublik Deutschland.

*** Er besteht zur Zeit aus 74 StudentInnenvertretungen, die bundesweit über 850.000 StudentInnen repräsentieren.

Geschrieben von: lector Wednesday, 7.07.2004, 20:19
Apropos
QUOTE
Damit sind z. B. Studienortwechsel aus Deutschland in den anglo-amerikanischen Raum und umgekehrt schneller und reibungsloser möglich


Zweifel in den USA am deutschen Bachelor

Deutsche Studenten, die in die USA wechseln moechten, werden es
in Zukunft eher schwerer haben. Der Geschaeftsfuehrende Direktor
der Fulbright-Kommission, Rolf Hoffmann, prophezeit grosse
Probleme bei der Anerkennung der neuen Studienabschluesse
Bachelor und Master. "Bei den amerikanischen Hochschulen herrscht
grosse Verunsicherung, was ein deutscher Bachelor wirklich wert
ist", sagt Hoffmann der ZEIT.

Dabei sollten die neuen, gestuften Studienabschluesse gerade fuer
internationale Angleichung sorgen. Alle deutschen Hochschulen
sind zur Zeit im Rahmen des so genannten Bologna-Prozesses dabei,
ihre Studienstruktur umzustellen und neue Abschluesse
einzufuehren. Doch waehrend deutsche Universitaeten den Bachelor
bereits nach drei Jahren vergeben, benoetigen amerikanische
Studenten fuer den Abschluss vier Jahre. "Da sagen sich die
Verantwortlichen an den amerikanischen Hochschulen aus formaler
Perspektive: Das kann doch nicht das Gleiche sein", sagt
Hoffmann. Bisher argumentierten die Deutschen, ihre Schueler
gingen dafuer ein Jahr laenger zur Schule. Doch das werde bald
wegfallen, so Hoffmann, da in Deutschland fast alle Bundeslaender
die Schulzeit um ein Jahr verkuerzen werden. "Das hat sich in den
USA herumgesprochen."

Die Fulbright-Kommission ist die groesste Organisation fuer den
Austausch von Studenten und Wissenschaftlern zwischen Deutschland
und den USA.


Aus dem ZEIT-Brief vom 7. Juli 2004.

Geschrieben von: Brigitte Ecker Thursday, 8.07.2004, 18:16
Wenn der BA genug Pinkepinke hat, lassen sich die Amis sicher erweichen. Bei denen gehts doch in erster Linie um Geld.

Geschrieben von: Florian Monday, 23.08.2004, 18:16
"NUR DIE BESTEN SOLLEN LEHRER WERDEN"

Hohe Hürden: Die Berliner Unis reformieren das Lehramts-Studium

Von Uwe Schlicht

Bernhard K. möchte unbedingt Lehrer werden. Er will im Oktober mit dem Studium in Anglistik und Sport an der Berliner Humboldt-Universität starten. Dort erwartet ihn ebenso wie seine Kommilitonen an der Freien Universität oder der Technischen Universität ein völlig reformiertes Studium: Alle Berliner Lehramtsstudiengänge werden vom Wintersemester an auf Bachelor und Master umgestellt.

Um das zu schaffen, haben die Studienreformer in den Universitäten in den letzten Wochen Schwerarbeit gleistet. Zunächst haben sie die Bachelorstudiengänge konzipiert – in Module unterteilt und mit Leistungspunkten durchgerechnet. Nun ist zu erwarten, dass die künftigen Lehrer in Berlin nicht mehr achteinhalb Jahre bis zum Referendariat in den Unis verbringen und danach noch zwei Jahre im Vorbereitungsdienst den Unterricht lernen, sondern bereits nach sieben Jahren als fertige Lehrer vor den Schülern stehen. Was für ein Erfolg, wenn die Ausbildungszeit von über zehn Jahren auf sieben Jahre verkürzt werden könnte.

Bernhard K. freut sich auf diese zeitlich überschaubare Ausbildungszeit. Aber wenn er erst einmal die Studien und Zulassungsbedingungen für das Lehramtsstudium genau studiert hat, werden sich Zweifel melden, ob er sein Ziel mit einiger Sicherheit erreichen wird. Angenommen, er schafft den Bachelorabschluss in drei Jahren „nur“ mit der Note „befriedigend“ – wird er dann noch zum Masterstudium zugelassen oder muss er seinen Wunsch aufgeben, eines Tages Lehrer zu werden? Denn mit der Note „befriedigend“ könnte er an den Aufnahmehürden scheitern, die die Berliner Universitäten vor die Zulassung zum Masterstudium setzen. Und ohne Master ist der Bachelor – jedenfalls für den künftigen Lehrerberuf – nichts wert.

Im Rahmenkonzept für die Bachelor und Masterstudiengänge hat etwa die Freie Universität festgelegt: Für die Zulassung zum Masterstudium gelten „besondere Zugangsvoraussetzungen. Diese bestehen in einem überdurchschnittlichen Bachelorabschluss“. Dazu kommt ein Auswahlgespräch. Die Notenhürde kann unter bestimmten Voraussetzungen auch durch dieses Auswahlgespräch oder nachgewiesene sonstige „wesentliche Kenntnisse“ ersetzt werden. Der Vizepräsident für die Lehre an der Humboldt-Universität, Heinz-Elmar Tenorth, kündigt auch für seine Universität an, dass zum Masterstudium ein „überdurchschnittlicher Bachelorabschluss“ nachzuweisen sei. Kein Wunder, dass die Studentenvertreter in der HU gegen diese Hürde Sturm laufen. Noch ist es Zeit für Änderungen, denn an der Humboldt-Universität werden die Zulassungsvoraussetzungen für den Master erst im Mai 2005 beschlossen.

Über das Lehrerstudium gab es vor kurzem eine hitzige Debatte im Akademischen Senat der Humboldt-Uni. Die Position der Studentenvertreter formulierte Heike Delling. Sie stellte die Frage: „Sollen künftig alle Bachelor-Absolventen, die einen Abschluss mit der Note drei oder schlechter haben, nicht mehr zum Masterstudium zugelassen werden?“ Ihre Forderung lautete: „Nicht die Zulassungspolitik darf über die Frage entscheiden, wer für den Lehrerberuf geeignet ist. Das muss während des Studiums festgestellt werden. Wer das Bachelorstudium bestanden hat, erscheint für die Fortsetzung des Studiums im Master geeignet.“

Vizepräsident Heinz-Elmar Tenorth wich einer präzisen Antwort aus und gab vor, dass sich das Problem auch ganz pragmatisch lösen könnte. Nämlich dann, wenn es den Berliner Universitäten schwer fallen würde, die erforderliche Zahl von 850 Lehramtsabsolventen jährlich zu erreichen. In einer solchen Situation werde die Humboldt-Universität jeden Bachelorstudenten für den Lehrerberuf „zusammenkratzen“, um überhaupt genügend Master-Studenten für das Lehramt zu bekommen. Die HU werde über 400 Studenten in den Bachelorstudiengängen für das Lehramt zulassen – in der Hoffnung, dass 80 Prozent von ihnen den Abschluss erreichen. Wenn am Ende wirklich 350 Lehramtskandidaten ihren Master an der Humboldt Universität machten, dann wären das pro Jahr sogar 50 mehr als zurzeit.

Aber dann brachte Tenorth den Ruf der um den Elitestatus kämpfenden Universität ins Spiel: „Unsere Grundidee ist nicht, dass 100 Prozent der Bachelor-Studenten das Masterstudium fortsetzen. Es wäre ein Armutszeugnis für die Humboldt-Universität, wenn wir den Übergang zum Master ohne Kriterien festlegen.“ Hartmut Böhme, bekannter Geisteswissenschaftler, sekundierte: „Wenn die Studenten mit dem Bachelor zugleich einen Rechtsanspruch auf den Lehrerberuf verbinden wollen, dann werden sie den Lehrerberuf weiter herabstufen. Wir brauchen eigentlich die besten Absolventen für den Lehrerberuf.“

Wenn Bernhard K. in drei Jahren an der HU nur einen befriedigenden Bachelorabschluss erreichen sollte, könnte er vor dem Verwaltungsgericht auf Zulassung zum Masterstudium klagen. Seine Chancen dürften nicht ganz schlecht sein. Denn es gibt im Grundgesetz die Freiheit der Berufswahl. Der Staat darf auf der objektiven Ebene diese Freiheit nur in geringem Umfang einschränken. Auf der subjektiven Ebene kann trotz Freiheit der Berufswahl ein Studienbewerber dann nicht zum Zuge kommen, wenn er die Anforderungen nicht erfüllt oder aus gesundheitlichen Gründen für den Lehrerberuf nicht in Frage kommt. Nun wird man kaum behaupten können, dass der Student Bernhard K., nur weil er den Bachelor mit einem befriedigenden Ergebnis abgeschlossen hat, für den Lehrerberuf ungeeignet wäre. Aber die Berliner Regelungen sind nun einmal so, dass der durchschnittliche Student wohl erst zum Gericht gehen muss, weil ihm das Lehrerbildungsgesetz zusammen mit den Zulassungsordnungen zum Masterstudium an den Berliner Universitäten keine andere Wahl lässt. Niemand wagt es offiziell zuzugeben, aber insgeheim denken Kritiker der Massenuniversität daran, dass zum Masterstudium nur 20 bis 50 Prozent der besten Bachelorabsolventen zugelassen werden sollen. Deswegen sind die Hürden so hoch.

Diese Hürden können durchaus für jene Masterstudiengänge sinnvoll sein, die an den Massenuniversitäten von heute einer künftigen Elite wieder ideale Studienbedingungen sichern sollen. Ist der Master auf die Forschung in der Physik, Biologie, Archäologie oder Philosophie ausgerichtet, dann stimmt das Konzept. Aber ein Student, der Lehrer werden will, wünscht sich einen normalen Beruf mit Praxisorientierung und kein Forschungsstudium für die hohen Weihen des Erziehungswissenschaftlers oder Psychologieprofessors.

Aber muss man ein intellektueller Überflieger mit einem Summa-cum- laude-Abschluss sein, um sich im rauen Alltag der Schulen zu behaupten? Gebraucht werden vielmehr nervenstarke Persönlichkeiten, die sich durchsetzen können, sagen Schulpraktiker.

Für den zukünftigen Literaturforscher ist der überdurchschnittliche Bachelorabschluss mit Sicherheit eine richtige Hürde. Ob dieser Maßstab auch für den künftigen Lehrer angemessen ist, darf demnach bezweifelt werden.

Quelle: www.tagesspiegel.de/wissen-forschen/inde....08.2004/1314463.asp

QUOTE
Diese Hürden können durchaus für jene Masterstudiengänge sinnvoll sein, die an den Massenuniversitäten von heute einer künftigen Elite wieder ideale Studienbedingungen sichern sollen. Ist der Master auf die Forschung in der Physik, Biologie, Archäologie oder Philosophie ausgerichtet, dann stimmt das Konzept.


einmal ganz was Neues: Archäologie kein nutzloses geisteswissenschaftliches Studium sondern ein Elitestudium

Geschrieben von: RAY Monday, 23.08.2004, 18:37
ph34r.gif ph34r.gif Hi,

QUOTE
Diese Hürden können durchaus für jene Masterstudiengänge sinnvoll sein, die an den Massenuniversitäten von heute einer künftigen Elite wieder ideale Studienbedingungen sichern sollen. Ist der Master auf die Forschung in der Physik, Biologie, Archäologie oder Philosophie ausgerichtet, dann stimmt das Konzept.


und

QUOTE
einmal ganz was Neues: Archäologie kein nutzloses geisteswissenschaftliches Studium sondern ein Elitestudium


Natürlich ist es ein Elitestudium in diesem neuen Sinn, wie jedes Masterstudium oder auf einen Forschungsberuf ausgerichtetes Studium dann ein Elitestudium sein soll. Elitestudium erkennt man nämlich daran, daß es für den Absolveten, noch mehr aber für die Wirtschaft, unmittelbar NUTZLOS ist, und erst - vielleicht - über Umwegrentabilität Mehrwert produziert.

Ich habe noch selten so offen wie in diesem Artikel das Ziel aller dieser neocon-Reformen ausgesprochen gesehen, und es ist ihnen wahrscheinlich eher unabsichtlich passiert: Verkürzung des "Ausbildungsstudiums" bei möglichst großer Menge an Absolventen dieses dann stark verschulten Anfangs, aus denen man sich dann die besten für Aufbaustudien herauspickt, und somit eine neue Bildungselite schafft. Die natürlich die besseren Jobs bekommt, und in die man sich dann über Eliteunis einkaufen kann. Eliteunis, die zwar "nur die Besten" nehmen, aber bei denen natürlich die

QUOTE
Notenhürde ... unter bestimmten Voraussetzungen auch durch dieses Auswahlgespräch oder nachgewiesene sonstige „wesentliche Kenntnisse“ ersetzt werden


kann. I.e., wenn Dein Vater der Uni ein paar Millionen spendet, dann findet sich für das Kind schon ein Platz im renomierten "Master of Business Administration"-Kurs, und selbst der größte Volltrottel erwirbt dann seine Eliteausbildung. Wer mir nicht glaubt, schaue auf www.whitehouse.gov/president/gwbbio.html und lese in der rechten Spalte über den biographischen Schrott bis zu "College" und "Graduate School" und sehe, wo der hier nicht genannte Mann seinen BA in history (sic!) und seinen MBA erworben hat. Doh!

Diese verrückte, gleichmacherische Idee der Massenuniversität, wo jeder seinen Abschluß machen kann, der bloß nicht zu blöd zum gerade Sätze in seiner Muttersprache sprechen ist, aber wo Leute, die zu letzterem zu blöd sind, rausfliegen, selbst wenn ihr Papa Konzernchef ist, gehöert endlich wieder aus der Welt geräumt. Linkslinke Gleichmacherei, kommunistischer Schrott, aber wirklich!

Viva la Contrarevolution!

ph34r.gif ph34r.gif ph34r.gif

RAY

Geschrieben von: lector Monday, 23.08.2004, 19:41
Diese gehorsam vorauseilende Anbiederung mit der blödsinnigen und völlig überflüssigen Einführung des "Bachelors" und des "Masters" hätte man sich sparen können. Ein "Bachelor" wird ein etwas überqualifizierter Maturant sein, ein "Master" ein unterqualifizierter Diplomand. Hier werden mit Gewalt und auf Biegen und Brechen künstlich Titulaturen generiert, von denen im Grunde keiner weiß, wozu sie gut sein sollen.
Na toll, mit drei Jahren kürzerer Ausbildung will man jetzt plötzlich diese grundsätzlich verbessern, sollen "Elite"-Lehrer wie die Körndln aus einem Granatapfel den Unis entspringen.
Es wird doch niemand im Ernst daran glauben, durch derartige Herumtiteleien und das Zersplittern der Studien in "Module" und Punktezählen bei der Leistungsabfrage würde sich Qualität und Niveau auch nur einen Deut verbessern. Das eine hat mit dem anderen gleich null zu tun.
Und international vergleichbarer werden diese Jammertitel dadurch auch nicht, und die vielgepriesenen Chancen am internationalen Arbeitsmarkt werden dadurch auch gleich null größer, weil sich die Wirtschaft in vielem und weitgehend einen Dreck darum schert, wie auf den Universitäten ausgebildet wird und was die Leute für Wortgebilde vor ihre Namen setzen. Die Wirtschaft braucht möglichst billige - wiewohl gut ausgebildete - Leute, die in ihrem Sinne funktionieren. Lest euch doch einmal zum Spaß die Stellenangebote im Standard durch - derstandard.at/?ressort=dieKarriere - da werdet ihr vorausgesetzte Titel praktisch nie finden, da sind stets erwünschte Kenntnisse und Fertigkeiten sonder Zahl angeführt, wo man sich oft fragt, wo diese Traumtänzerei in Sachen Qualifikationsanforderungen denn noch hinführen soll.

Gesucht: junger dynamischer Uniabsolvent mit mindestens 5 Jahren Auslandserfahrung, idealerweise in Führungsposition (Top-level), 5 Fremdsprachen (zusätzlich zu Englisch natürlich), davon mindestens drei fließend (idealerweise slawische Sprachen oder Chinesisch), profunde EDV-Kenntnisse inklusive der kompletten Office-Leiste, möglichst Programmierkenntnisse, aussagekräftig nachgewiesene Teamfähigkeit und Management-Qualitäten, engagiert, flexibel, unabhängig und ungebunden, sehr belastbar, bereit für Überstunden (unbezahlte), alle Führerscheine, perfektes Auftreten, keine Gehaltsvorstellung; Näheres beim Bewerbungsgespräch.

Aber damit bin ich ungehörig vom Thema abgewichen.

lec.

Geschrieben von: Florian Monday, 23.08.2004, 20:21
QUOTE
Gesucht: junger dynamischer Uniabsolvent mit mindestens 5 Jahren Auslandserfahrung, idealerweise in Führungsposition (Top-level), 5 Fremdsprachen (zusätzlich zu Englisch natürlich), davon mindestens drei fließend (idealerweise slawische Sprachen oder Chinesisch), profunde EDV-Kenntnisse inklusive der kompletten Office-Leiste, möglichst Programmierkenntnisse, aussagekräftig nachgewiesene Teamfähigkeit und Management-Qualitäten, engagiert, flexibel, unabhängig und ungebunden, sehr belastbar, bereit für Überstunden (unbezahlte), alle Führerscheine, perfektes Auftreten, keine Gehaltsvorstellung; Näheres beim Bewerbungsgespräch.


Und nicht zu vergessen, älter als 23 sollte er auch nicht sein ...


Geschrieben von: RAY Monday, 23.08.2004, 21:27
Hi,

QUOTE
Ein "Bachelor" wird ein etwas überqualifizierter Maturant sein, ein "Master" ein unterqualifizierter Diplomand.


Also wirklich, ich bin entsetzt! Wie kommst Du nur auf diese völlig abstruse Idee?

QUOTE
Na toll, mit drei Jahren kürzerer Ausbildung will man jetzt plötzlich diese grundsätzlich verbessern, sollen "Elite"-Lehrer wie die Körndln aus einem Granatapfel den Unis entspringen.


Klar! Das nennt sich "Effizienzsteigerung". Merke: bisher waren Unilehrer arme faule Trottelschweine, die durch das vollkommen unnatürliche und willkürlich entstandene Universitätssystem gehemmt wurden, und die Studenten faule Sozialschmarotzer, die den ganzen Tag im Beisl rumhängen und ihr Geld versaufen, statt es in Bildung zu investieren. Jetzt wird schwupps mit einer Gesetzesänderung und ein paar neuen Titeln und einer verkürzten Ausbildung das alles geändert, weil es muß einfach alles besser bleiben! Dann werden nämlich die plötzlich durch das nicht mehr hemmende System und die schlechteren Arbeitsbedingungen bei schlechterer Bezahlung hochmotivierten Unilehrer zu ElitewissenschafterninforschungsundlehreundüberhauptJUHU und vermitteln ihren hochmotivierten StudentInnen, die keine Zeit mehr haben im Beisl zu sitzen und ihr Geld zu versaufen, weil sie es in der Zeit, in der sie früher im Beisl saßen, verdienen müssen, um es der Elitenuniversität geben zu können und werden damit zu ElitestudentenmitlerneiferundforschungsinteressenundüberhauptJUHU! Und am Schluß der Dreijährigen-Ausbildung stehen dann ElitelehrerdiebestenderbestenstetsamneuestenstandvonlehreundforschungundüberhauptJUHU wie nix am Teppich!

Weil, wie uns die Werbung lehrt, geht es niemals um den Inhalt sondern immer nur um die VerpackungJUHU!

QUOTE
Es wird doch niemand im Ernst daran glauben, durch derartige Herumtiteleien und das Zersplittern der Studien in "Module" und Punktezählen bei der Leistungsabfrage würde sich Qualität und Niveau auch nur einen Deut verbessern. Das eine hat mit dem anderen gleich null zu tun.


Ich würde ja gerne sagen, daß niemand im Ernst daran glaubt, daß das irgendeine Verbesserung bringt, aber ich würde lügen, weil ich weiß, daß es Leute gibt, die das wirklich glauben. So wie eben auch viele Leute daran glauben, daß der Weiße Riese wirklich weißer wäscht als weiß. Sonst würden sie es doch nicht im Fernsehen sagen, oder?

QUOTE
...da sind stets erwünschte Kenntnisse und Fertigkeiten sonder Zahl angeführt, wo man sich oft fragt, wo diese Traumtänzerei in Sachen Qualifikationsanforderungen denn noch hinführen soll...


Nun, zu Ausbildungssystemen, in den sich die richtigen Leute die richtigen "tranferable skills" vom Regal kaufen können. Nürnberger Trichter und so. Ich mein, da gibt es ja durchaus eine ganze Menge Bücher, die darüber berichtet.

Viva la Contrarevolution!

ph34r.gif ph34r.gif ph34r.gif

RAY

Geschrieben von: lector Monday, 23.08.2004, 23:31
QUOTE
Und nicht zu vergessen, älter als 23 sollte er auch nicht sein ...


Florian - "idealer Weise" nicht älter als 23, aber der Toleranzbereich geht in Ausnahmefällen bis 25, denn nur bis dorthin gilt man im Wirtschaftsleben als jung. blink.gif

Geschrieben von: lector Tuesday, 24.08.2004, 02:35
Ray, recte! [ ph34r.gif ]

Geschrieben von: lector Wednesday, 8.09.2004, 03:11
Hat zwar mit dem Thema wirklich nichts direkt zu tun, aber sei´s drum.
Weil ich weiter oben eine fingierte Stellenanzeige hingetippt hatte, hier "was Echtes", nicht weniger hochtrabend.


QUOTE

Die Österreich Werbung versteht sich als impulsgebender und innovativer Akteur im Netzwerk der österreichischen Tourismus- und Freizeitindustrie.

Zur Unterstützung unseres Managementteams in Wien
suchen wir ab sofort eine/n
Bereichsleiter/in Research & Development


AUFGABENSCHWERPUNKTE:

Europaweite Markt- und Trendbeobachtung – insbesondere im Bereich IT

Ideenfindung, Entwicklung von ÖW-Business-Modellen sowie marktfähigen Produkten in Abstimmung mit den anderen Geschäftsfeldern

Implementierung und Weiterentwicklung neuer Geschäftsmöglichkeiten vor allem im Bereich E-Strategien (B2C) (z.B.: Portal Visit Europe)

Marktforschung und Aufbereitung des Wissens über die Destination Österreich – Weiterentwicklung der ÖW als Wissensagentur

Ausbau des Wissensmanagements intern (MINT) und extern in enger Absprache mit Experten sowie der internationalen Herkunftsmärkte sowie strategische Aufbereitung und Implementierung von Affinity Groups

Leitung, strategische Weiterentwicklung und Koordination des Bereiches

Ertrags- und Kostenverantwortung gemäß Budget

Budgetplanung und Budgetkontrolle

Fachliche und disziplinäre Führung der MitarbeiterInnen


ANFORDERUNGEN:

Mind. 5 Jahre Erfahrung im Bereich IT, Wissensmanagement und Marktforschung

Fundierte Branchenkenntnisse, idealerweise Führungserfahrung

Gute Kenntnisse von sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden

Sehr gute Kenntnisse im E-Marketing, gute HTML Kenntnisse

Erfahrung im Projektmanagement

Hohe Kommunikations- und Motivationsfähigkeit

Innovationskraft, erfolgsorientiertes unternehmerisches Denken und Handeln und gute BWL-Kenntnisse

Reisebereitschaft, sehr gute Englisch und EDV-Kenntnisse
Wenn Sie Interesse an dieser umfassenden und interessanten Tätigkeit haben, dann richten Sie bitte Ihre aussagekräftige Bewerbung an die:

Österreich Werbung,
Human Resource Management,
z.H. Frau Mag. Anna Maksys
A-1040 Wien, Margaretenstraße 1
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Würde mich sehr interessieren, wer durch Ausfüllen aller gestellten Anforderungen diese Stelle bekommt. Das kann nur jemand sein, der mehrere Fächer studiert hat und wegen Überarbeitung längst tot ist. blink.gif tongue.gif

Geschrieben von: RAY Wednesday, 8.09.2004, 08:26
Naja, wenigsten wird nicht explizit verlangt, daß BewerberInnen auch noch unter 25 sein müssen... wink.gif

RAY

Geschrieben von: Aristoteles Wednesday, 8.09.2004, 11:04
Sehr gut, dann bewerbe ich mich mal, denn an dem Alterslimit wäre ich gescheitert! wink.gif

Geschrieben von: lector Thursday, 13.01.2005, 12:12
Wieder mal dieses Thema "aufwärmen", und zwar mit www.zeit.de/2005/03/C-Bachelor

Erfolg mit Hut

Viele Professoren können sich mit Bachelor und Master nicht anfreunden. Doch die Einführung der neuen Abschlüsse läuft besser, als die Kritiker prophezeit haben

Von Jan-Martin Wiarda


[Bild: Alte Tradition in den USA, in Deutschland noch ein seltenes Bild: Der Hut, den Bachelor-Studenten am Abschlusstag aufhaben
Foto: gettyimages]

Mit einem Mal kommt es knüppeldick für die Reformer. Der deutsche Bachelor sei in Amerika nichts wert, warnt die Frankfurter Allgemeine Zeitung gern. Und vergangene Woche erst berichtete der Spiegel in seiner Online-Ausgabe, dass gerade die innovativsten deutschen Hochschulen, die führenden Technischen Universitäten, lieber beim guten alten Diplom bleiben würden, anstatt einen »Schmalspur-Bachelor« einzuführen.

Bis 2010 sollen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa alle Studiengänge nach demselben Prinzip funktionieren: Nach drei bis vier Jahren Studium gibt es den Bachelor, nach ein bis zwei weiteren Jahren den darauf aufbauenden Master. Die herkömmlichen Abschlüsse Magister, Diplom und Staatsexamen sollen verschwinden. Das ist das im so genannten Bologna-Prozess festgeschriebene Ziel (siehe Der Master-Plan). Doch die Mäkelei der Diplom-Fans am Systemwechsel hat Folgen: Tausende von Studienanfängern, die sich gerade erst in den neu konzipierten Bachelor-Studiengängen eingeschrieben haben, sind verunsichert, viele Hochschulrektoren, Politiker und Bildungsexperten ihrerseits verärgert über die Panikmache. Denn auch wenn es in Detailfragen der Studienorganisation noch Probleme gibt, der deutsche Bachelor und sein großer Bruder, der Master, stecken keineswegs in der Krise. Ihre Einführung läuft sogar besser als erwartet. Seit 2001 ist die Zahl der gestuften Studiengänge ums Vierfache auf über 2.500 gestiegen, die der Studenten hat sich zwischen 2000 und 2003 gar verzehnfacht – auf knapp 67.000. Das entspricht zwar erst 3,5 Prozent der Studenten, doch die Zuwachsraten sind gewaltig.

Die meisten Unternehmen haben keine Scheu vor dem Bachelor

Und auch was die Anerkennung der neuen Abschlüsse in Nordamerika angeht, so gilt wie bisher bei Diplom, Magister oder Staatsexamen: Jede Universität entscheidet selbstständig. »Es wird weder eine pauschale Anerkennung noch eine pauschale Nichtanerkennung geben, sondern individuelle Einstufungen«, sagt Christian Bode, der Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Auch um die Akzeptanz in der Wirtschaft müssen sich zukünftige Uni-Abgänger keine Sorge machen: Drei Viertel der 672 befragten Unternehmen kündigten in einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) an, in Zukunft Bachelor- und Master-Absolventen einstellen zu wollen.

»Man wird erst in ein paar Jahren erkennen, wie bedeutend diese Umstellung wirklich ist«, sagt Hans-Gerhard Husung. Für den Wissenschaftsrat, der Bund und Länder in Fragen der Hochschulentwicklung berät, hat er schon 1999 herausgearbeitet, wo die entscheidende Stärke der neuen Abschlüsse liegt: in ihrer Flexibilität. Durch die europaweite Anerkennung von Studienleistungen wird nicht nur der Gang ins Ausland und der Wechsel zwischen den Hochschulen leichter. Auch ein früherer Start in den Beruf direkt nach dem Bachelor wird möglich, ebenso die Fortsetzung des Studiums nach ein paar Jahren Arbeit, unter Umständen sogar in einem anderen Studienfach. All das war mit dem bisherigen starren System undenkbar. Husung, der inzwischen Wissenschaftsstaatssekretär in Berlin ist, sagt: »Endlich kommt die Idee vom lebenslangen Lernen in die Hochschulen.«

Und nicht nur das. Richtig organisiert, bedeutet der Umbau der Studiengänge einen enormen Effizienzgewinn und kürzere Studienzeiten. Verantwortlich dafür sind klare Strukturen und regelmäßige Prüfungen anstatt eines großen Abschlussexamens. Der Einbau des Bachelors nach sechs Semestern soll zudem die in einigen Fächern bis zu 80 Prozent hohe Abbrecherquote senken. Das ist bitter nötig: Nur so werden die Hochschulen den erwarteten Anstieg der Studentenzahlen auf bis zu drei Millionen verkraften – und gleichzeitig eine höhere Absolventenquote erreichen.

Universitäten, die hauptsächlich für den Arbeitsmarkt ausbilden und nicht mehr auf eine lebenslange akademische Forscherkarriere vorbereiten – in der Realität der Massen-Uni war das schon lange so. Doch durch die gestuften Abschlüsse wird das neue Bild der Hochschulen jetzt festgeschrieben: ein Studium in Scheibchen; eine Art Fachhochschulstudium an den Universitäten; für jeden nur so viel, wie er es am Ende wirklich braucht, mit erneuter Aufnahmeprüfung vor dem Master, damit nur die Besten weitermachen. »Wenn wir in Zukunft 50 Prozent eines Jahrgangs an der Hochschule haben wollen«, sagt DAAD-Generalsekretär Bode, »dann geht das eben nur mit einer sehr differenzierten Hochschullandschaft und unterschiedlichen Abstufungen bei den Abschlüssen.«

Die Sorge der Technischen Universitäten, der Bachelor könnte sich zu einer Art Billigabschluss entwickeln, teilt indes auch Dieter Dohmen, der Leiter des renommierten Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Köln. Er prognostiziert eine massive »Dequalifizierung« der deutschen Hochschulabsolventen für den Fall, dass der Bachelor zur Regel wird und die Hochschulen nur eine bestimmte Quote der Absolventen für den Master zulassen. »Bevor wir anfangen, zwischen Bachelor und Master Barrieren einzurichten, müssen wir dafür sorgen, dass mehr Leute ein Studium aufnehmen«, sagt Dohmen. »Sonst ist das am Ende eine Milchmädchenrechnung, und wir haben weniger hoch qualifizierte Absolventen als heute.« Die Zahl der Absolventen auf dem Niveau von Uni-Diplom beziehungsweise Master dürfe auf keinen Fall sinken.

Die Gegner des Bachelors sind allerdings mittlerweile in der Minderheit. »Das ist doch eine völlig absurde Diskussion«, sagt Volker Meyer-Guckel vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. »Das alte System hat nur 50 Prozent der Studienanfänger zu einem Abschluss geführt. Das neue System wird diese Quote drastisch erhöhen. Wir kommen also insgesamt zu einem Zuwachs an akademischer Qualifikation.« Zudem erwarte er, dass fast alle, die bislang zu einem Universitätsdiplom gelangt seien, im neuen System einen Master-Abschluss erwerben würden. Was bedeuten würde, dass die Zahl der Absolventen mit den höchstmöglichen Abschlüssen wie Master oder Doktorgraden in etwa stabil blieben, während die Zahl der akademischen Grade unterhalb dieses Niveaus in die Höhe schnellen dürfte. Eine Dequalifikation wäre das mitnichten.

Am glücklichsten mit der Reform sind die Fachhochschulen. Für sie verheißen die neuen Abschlüsse endlich Wettbewerb auf Augenhöhe mit den Universitäten. »An den Universitäten sehen viele den Bachelor als Minus zu den bisherigen Studiengängen«, sagt Dietmar von Hoyningen-Huene, Rektor der FH Mannheim. »Bei uns ist das anders. Wir nehmen die Herausforderung an.« Die Universitäten täten gut daran, es den Fachhochschulen gleichzutun, fordert daher Staatssekretär Husung. »Das System wird sich endlich stärker auf die Erwartungen der jungen Menschen einstellen, für die das Studium eine Berufsqualifizierung ist.«

Bachelor für die Mehrheit, Master für die Besten

Natürlich, ergänzt Husung, müsse es im Anschluss an den Bachelor hochklassige, forschungsaktuelle Master-Programme geben – und auf die sollten sich die Universitäten konzentrieren, anstatt einen vermeintlichen Niveauverfall zu beklagen. Und tatsächlich, der Vergleich zu den USA oder Großbritannien zeigt: Gerade die Master- und Doktorandenprogramme dürften für die Profilschärfung der Universitäten von entscheidender Bedeutung sein. Funktionieren, betont Husung, dürfte das allerdings nur, wenn sich die Hochschulen trauen, von Grund auf neue Studieninhalte zu konzipieren, anstatt das bisherige Diplom lediglich in Master umzutaufen.

Denn das wäre weder im Sinne des Bologna-Prozesses noch der zukünftigen Arbeitgeber, die laut einer weiteren IW-Studie die vielen »Umetikettierungen« anprangern. Hier, so scheint es, ist Eigenverantwortung gefragt, denn die Akkreditierungsagenturen, die die Qualität der neuen Studiengänge prüfen sollen, kommen bei der Anzahl neuer Bachelor- und Master-Programme kaum hinterher mit ihren Prüfungen.

Thomas Sattelberger, Personalchef beim Reifenkonzern Continental, gehört zu den Managern, die seit langem den Bachelor anpreisen. Doch er sagt auch, dass er »richtig stinkig« werden könne, wenn er die laufende Debatte um Anerkennung und akademischen Stellenwert der neuen Abschlüsse beobachte. »Das ist die Veränderungsresistenz, die dem deutschen Bildungssystem innewohnt«, sagt er. »Bis uns das Wasser bildungspolitisch zum Hals steht.«



Der Master-Plan

In der italienischen Stadt Bologna haben die Regierungen von 29 europäischen Ländern vor sechs Jahren vereinbart, bis 2010 einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Voraussetzung dafür sind einheitliche Hochschulabschlüsse: der Bachelor und der Master , die europaweit nach denselben Kriterien verliehen werden sollen. Der drei- bis vierjährige Bachelor soll Grundlagen vermitteln und bereits für einen Beruf qualifizieren, im darauf folgenden Master können die Absolventen ihr Wissen vertiefen und sich spezialisieren. Das Studium ist in Lehreinheiten, so genannte Module , aufgeteilt, die Prüfungen sind studienbegleitend und werden in Leistungspunkten, den Credits , nach europaweit gültigen Kriterien abgerechnet. Dadurch soll die internationale Mobilität der Studenten gefördert werden.

© DIE ZEIT 13.01.2005 Nr.3




Geschrieben von: lector Friday, 25.02.2005, 17:32
Kann man hier anfügen ...


www.zeit.de/2005/08/C-MBA

Geschrieben von: lector Thursday, 14.04.2005, 11:51
www.zeit.de/2005/16/C-Vorspann

"Baustelle Bachelor"

Geschrieben von: lector Thursday, 14.04.2005, 11:54
Bachelor, Master, und nun?

Die wichtigsten Fragen zu den neuen Studienabschlüssen - und die Antworten darauf

Von Sandra Irlenkäuser


Lesen auf www.zeit.de/2005/16/FAQ-Bachelor

Geschrieben von: lector Friday, 14.10.2005, 00:54
www.zeit.de/2005/42/C-Bachelor-Bilanz

Geschrieben von: lector Wednesday, 2.11.2005, 15:57
QUOTE
Gerichtsurteil: Bachelor-Abschluss nicht berufsqualifizierend

Hamburger Richter halten den Bachelor-Abschluss fuer nicht
berufsqualifizierend, berichtet die ZEIT. Einem Urteil des
Verwaltungsgerichts zufolge befaehige der neue Studienabschluss,
der bis 2010 ueberall in Deutschland als Standard eingefuehrt
werden soll, nicht zu einer "auf Dauer angelegten und auf
Erzielung von Einkuenften gerichteten Berufstaetigkeit" (AZ 2 K
5689/04). Doch laut europaeischer Vereinbarung soll der Bachelor
genau dieses sein: Ein erster Abschluss, der zur Aufnahme eines
Berufes befaehigt. Der auf dem Bachelor aufbauende
Master-Abschluss, der im Rahmen des so genannten
Bologna-Prozesses ebenfalls bis zum Ende des Jahrzehnts an allen
deutschen Hochschulen installiert werden soll, hingegen ist als
Moeglichkeit der Vertiefung und Spezialisierung gedacht, der
Regelabschluss soll er nicht sein. Geklagt hatte ein Student der
Hamburger Bucerius Law School, dem das Studierendenwerk die
Zahlung der Studienfoerderung Bafoeg verweigert hatte mit der
Begruendung, er besitze mit dem Bachelor of Law bereits einen
berufsqualifizierenden Abschluss. Laut deutschem
Hochschulrahmengesetz duerften Hochschulen nur einen Bachelor
verleihen, wenn er fuer einen Beruf qualifiziere, sagt eine
Sprecherin des Studierendenwerks zur Begruendung. Die Hamburger
Richter hingegen kamen zu dem Ergebnis, dass der Bachelor of Law
fuer den juristischen Arbeitsmarkt auf keinen Fall ausreiche und
dem Studenten daher weiter eine Studienfoerderung zustehe. Sie
liessen jedoch eine Berufung gegen ihr Urteil durch das
Studierendenwerk wegen der grundsaetzlichen Bedeutung des Falles
zu.


ZEIT-Brief, 02. November 2005

Geschrieben von: lector Thursday, 3.11.2005, 18:47
www.zeit.de/2005/45/C-Urteil

Geschrieben von: lector Wednesday, 24.05.2006, 12:48
www.zeit.de/2006/22/Bachelor_xml

Geschrieben von: lector Thursday, 10.08.2006, 14:25
www.zeit.de/2006/33/C-Credits

DIE ZEIT, 10.8.2006
Der lange Weg zum Master

Die Technischen Universitäten sträuben sich gegen die Einführung der neuen Studienabschlüsse

Von Jan-Martin Wiarda

Geschrieben von: lector Thursday, 15.11.2007, 09:56
Studieren mit Hilfe von Tchibo und Hochschulabschluss zum Aktionspreis:

help.orf.at/?story=6960


Nein, nicht Archäologie - BWL!

Aber wer weiß, vielleicht bietet bald Interspar oder Billa einen Bachelor für Archäologie an ...

Geschrieben von: Dr. Aufstieg Thursday, 15.11.2007, 18:56
Ich sehe da eh so langsam bald keinen Unterschied mehr... sad.gif blink.gif mad.gif

Geschrieben von: lector Thursday, 24.01.2008, 15:56
Kleine Fächer in Gefahr

Von Martin Winter

Sterben Japanologie, Astronomie oder Kunstgeschichte aus? Das Akkreditierungsverfahren für Studiengänge bedroht die Vielfalt an den Universitäten.

www.zeit.de/2008/05/C-Akkreditierung

Geschrieben von: JPontormo Friday, 25.01.2008, 12:01
private Firmen sind für die Prüfung und Akkreditierung von Studiengängen verantwortlich??? blink.gif Unglaublich! Damit hat man es geschafft, auch noch die Entscheidung über universitäre Lehre "out-zu-sourcen"!!!
In was für Zeiten leben wir eigentlich? dry.gif mad.gif Vielleicht kann ich demnächst auch mein Gehirn "outsourcen", dann verbraucht mein Organismus weniger Kraft beim Denken und ich hab mehr Ressourcen fürs Fußballspielen...

Geschrieben von: lector Thursday, 14.02.2008, 19:55
In was für Zeiten leben wir eigentlich? - gute Frage ...
Aber bitte tu nichts "outsourcen" Jacopo! dry.gif


Interessant das Folgende:

QUOTE
Bachelorstudiengaenge mit mehr Studienabbrechern

Die neuen Bachelorstudiengaenge produzieren anders als erhofft
bislang nicht weniger, sondern mehr Studienabbrecher. Das geht
aus einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) hervor,
ueber die die ZEIT berichtet. Danach liegt die Quote der
Studienabbrecher unter den Bachelorstudenten an den
Fachhochschulen bei 39 Prozent, die Gesamtabbrecherzahl aller
Studenten bei 22 Prozent. An den Universitaeten scheitern 25
Prozent der Bachelorstudenten, die Gesamtabbrecherzahl liegt bei
20 Prozent.

"Eine zentrale Rolle bei den hohen Abbruchquoten der
Fachhochschulen duerften der Maschinenbau und die Elektrotechnik
spielen", sagt HIS-Projektleiter Ulrich Heublein. Viele
Ingenieurwissenschaften haetten zwar die Studienzeit verkuerzt,
die Stoffmenge jedoch nicht reduziert. "Die schon vorher sehr
anspruchsvollen Studienplaene scheinen durch die Reform noch
dichter geworden zu sein", sagt Heublein.

Das HIS sieht durch die neue Studie nicht den Bachelor in Frage
gestellt, wohl aber die Art, wie einige Disziplinen die Reform
umgesetzt haben. Die Praesidentin der Hochschulrektorenkonferenz,
Margret Wintermantel, weist darauf hin, dass der Bachelor eine
bessere Betreuung und kleinere Lerngruppen erfordere. "Dazu
brauchen wir mehr Dozenten. Aber bis heute gibt es kein Geld
dafuer", sagt Wintermantel.

Bis 2010 sollen alle Studiengaenge im Rahmen der Bologna-Reform
auf die Abschluesse Bachelor und Master umgestellt werden. Ein
Ziel der Reform ist es, die Abbrecherquoten zu reduzieren.


ZEIT-Brief, 13. Februar 2008

Geschrieben von: lector Sunday, 2.03.2008, 22:31
Bachelorstudiengänge:

intern.dasv-ev.org/cgi-bin/wiki.pl/Bachelorstudieng%c3%a4nge


Masterstudiengänge:

intern.dasv-ev.org/cgi-bin/wiki.pl/Masterstudieng%c3%a4nge

[damals:] Powered by Invision Power Board (www.invisionboard.com)
© Invision Power Services (www.invisionpower.com)

archaeologieforum.at war super, aber archäologieforum.org gräbt tiefer!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Powered by Forum