Türkische Archäologie-Studenten graben erstmals in Österreich

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17 Jul 2018 17:16 #1 von Jupiterl
Türkische Archäologie-Studenten graben erstmals in Österreich
17. Juli 2018, 16:50

ÖAI-Chefin: Wissenschaftliche Zusammenarbeit funktioniert trotz politischer Spannungen

Wien – Zum ersten Mal in der langen gemeinsamen Archäologiegeschichte sind türkische Studenten dieser Tage bei Lehrgrabungen in Kärnten im Einsatz. Das teilte das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI), das heuer nach diplomatischen Zerwürfnissen zwischen Wien und Ankara die traditionsreichen Grabungen in der antiken Stadt Ephesos wieder aufgenommen hat, am Dienstag mit.

Mit dem ausschließlich von privaten Spenden vom Verein "Gemeinsam für Europa – Österreichisch Türkische Zusammenarbeit" (ÖTZ) getragenen Ausbildungsprojekt will man "die Beziehungen zwischen österreichischen und türkischen Institutionen verstärken und damit auch zeigen, dass trotz politischer Spannungen die Zusammenarbeit auf wissenschaftlicher und menschlicher Ebene hervorragend funktioniert", so Sabine Ladstätter, Direktorin des an der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) angesiedelten ÖAI.

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derstandard.at/2000083641441/Tuerkische-Archaeologie-Studenten-graben-erstmals-in-Oesterreich
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26 Jul 2018 11:33 #2 von Jupiterl
Kinderskelette und Kirchengeheimnisse: Neue Ausgrabungen in Südkärnten
BLOG MICHAELA BINDER, HELMUT SCHWAIGER, MATTHIAS SUDI
26. Juli 2018, 08:00

102 Gräber wurden in und um die frühmittelalterliche Kirche mitsamt Friedhof von St. Johann gefunden – sie geben aber leider immer noch keinen Aufschluss auf das Alter der Kirche

In der und um die Kirche von Jaunstein in Südkärnten finden heuer zum ersten Mal archäologische Ausgrabungen statt – durchgeführt von einem Team des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Der Fundort selbst ist kein neuer. Wegen mehrerer Meldungen von Knochenfunden südlich der Kirche wurden im Sommer 2008 südlich und östlich davon erstmals systematische Grabungen begonnen und im darauffolgenden Sommer fortgeführt. Dabei konnten 44 Gräber dokumentiert und teilweise geborgen werden. Wie in christlichen Friedhöfen üblich, waren in den Gräbern kaum Gegenstände im Sinne von Grabbeigaben, sondern lediglich einige wenige Bestandteile der Bekleidung zu finden. Dazu zählten beispielsweise Ohrringe und Gürtelschnallen. Diese erlaubten bereits 2009 eine erste chronologische Einordnung des Friedhofs in das späte 8. und 9. Jahrhundert, die Zeit des frühen Mittelalters.

Slawischer Vorgängerbau
In dieser Zeit war Kärnten Teil des slawischen Fürstentums Karantanien, das sich um die Mitte des 7. Jahrhunderts als eigenständige politische Einheit etablierte. Im Jahr 741/743 fällt Karantanien unter bairische Oberhoheit und wird am Ende des 8. Jahrhunderts gemeinsam mit Bayern von Karl dem Großen ins Frankenreich eingegliedert. Die Franken machen aus Karantanien eine Grenzmark gegen die Awaren. Erst im Jahr 976 wird die Karantanische Mark von Bayern getrennt und von Kaiser Otto II. zum eigenständigen Herzogtum Kärnten erhoben. Mit der bairischen Herrschaft werden die ursprünglich heidnischen Slawen Mitte des 8. Jahrhunderts zunehmend auch von der Christianisierung erfasst. Dies manifestiert sich nicht nur in einem Wandel der Bestattungssitten von Brandbestattungen zu Körperbestattungen, sondern auch in der Neugründung zahlreicher Kirchen im gesamten karantanischen Gebiet. Friedhöfe wurden von nun an rund um diese Kirchen angelegt. -

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derstandard.at/2000084123793/Kinderskelette-und-Kirchengeheimnisse-Neue-Ausgrabungen-in-Suedkaernten

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