Österreichische Archäologen müssen Grabungen in Türkei beenden

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04 Sep 2016 16:05 - 04 Sep 2016 17:54 #1 von Jupiterl
Österreichische Archäologen müssen Grabungen in Türkei beenden
4. September 2016, 14:30

Türkisches Außenministerium verbietet Forschung

Ephesos/Wien – Ein Archäologenteam aus Österreich hat seine Arbeit in der antiken Westküstenstadt Ephesus einstellen müssen. Auf Anordnung des türkischen Außenministeriums mussten die Wissenschafter ihre Grabungen beenden, wie die türkische Nachrichtenagentur Dogan am Sonntag meldete. Grund für diese Anweisung seien die Spannungen zwischen Wien und Ankara.

Die Ausgrabungsarbeiten seien am 31. August beendet worden, und damit zwei Monate vor dem regulären Ablauf des Projektes. Zwischen Ankara und Wien gibt es seit Wochen Spannungen. Nachdem der österreichische Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche gefordert hatte, gab es heftige Kritik aus Ankara. Im August wurde der türkische Botschafter aus Wien zurückgerufen. (APA, 4.9.2016)

Quelle:
derstandard.at/2000043820798/Oesterreichische-Archaeologen-muessen-Grabungen-in-Tuerkei-beenden
orf.at/stories/2356654/2356653/

11. Gebot: Du sollst nicht wider den Stachel des Sultans löken!
Letzte Änderung: 04 Sep 2016 17:54 von Jupiterl.
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17 Sep 2016 18:41 #2 von Jupiterl
Ephesos: Mitterlehner schreibt an türkischen Kulturminister
12. September 2016, 13:05

Wissenschaftsminister sieht Forschung an der "Kandare der Tagespolitik"

Wien/Ankara – Nachdem österreichische Archäologen auf Anordnung des türkischen Außenministeriums die diesjährige Grabungssaison in Ephesos und Limyra vorzeitig beenden mussten, hat Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) nun offiziell reagiert: Wissenschaft und Forschung würden damit "an die Kandare der Tagespolitik genommen", heißt es in einem Schreiben an den türkischen Kulturminister Nabi Avcı.

Mitterlehner nimmt in dem über die österreichische Botschaft übermittelten Schreiben die Entscheidung "zur Kenntnis", bedauert den Schritt "jedoch außerordentlich". "Die über 120-jährige und erfolgreiche wissenschaftliche Kooperation zwischen unseren Ländern an diesen beiden Grabungsstätten wird somit empfindlich eingeschränkt", so Mitterlehner.

Weiteres:
derstandard.at/2000044236336/Streit-um-Ephesos-Mitterlehner-schreibt-an-tuerkischen-Kulturminister
Es bedanken sich: Karl

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21 Jun 2017 10:03 #3 von Jupiterl
Österreichische Grabungen in Ephesos noch immer blockiert
MICHAEL VOSATKA
20. Juni 2017, 07:00

Grabungsleiterin Sabine Ladstätter ist trotzdem optimistisch, dass die Arbeiten wieder aufgenommen werden können

Wien – Nach dem abrupten Ende der österreichischen Ausgrabungen in Ephesos und Limyra im vergangenen Sommer heißt es für die heimischen Archäologen weiterhin warten und hoffen: Die türkischen Behörden haben für die aktuelle Grabungssaison noch immer keine Genehmigung erteilt. Trotzdem ist Grabungsleiterin Sabine Ladstätter optimistisch, dass es zu einer Wiederaufnahme der Forschungsarbeiten kommt.

"Wir sind noch immer Lizenzträger", hält die Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) im Gespräch mit dem STANDARD fest, "haben aber keine Arbeits- und Forschungsgenehmigung."

Wieso die türkischen Behörden denn nicht gleich auch die Grabungslizenz eingezogen haben? "Das müssen Sie die Türken fragen", meint Ladstätter und erklärt: Grundsätzlich sei auch von türkischer Seite der Wunsch vorhanden, dass die Forscher weiterarbeiten können. Es gehe nicht darum, Türen zuzuschlagen, sondern eher darum, einen Diskussionsprozess zu starten. Der Hintergrund für den Abbruch der Arbeiten sei im Versuch zu sehen, einen "unfreundlichen Akt" zu setzen, ist die Archäologin überzeugt: "Man darf nicht vergessen, dass Gastfreundschaft in der Türkei einen extrem hohen Stellenwert hat."

"Mein großer Wunsch wäre es ja, dass man die Wissenschaft aus der tagespolitischen Debatte herauslöst", sagt Ladstätter. Andernfalls wäre die heimische Forschung mittelfristig der Verlierer – andere Länder würden in der Region nicht mehr mit Österreich zusammenarbeiten, wenn die Durchführbarkeit von Projekten nicht mehr gewährleistet werden könne. Die türkischen Sanktionen sind rein gegen Österreich gerichtet: "Probleme haben außer uns nur die Holländer", sagt Ladstätter. -

Weiteres:
derstandard.at/2000059491984/Oesterreichische-Grabungen-in-Ephesos-noch-immer-blockiert

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