Uni, Uni, Uni ... - eine Nachlese (Jan 2004 - Aug 2011)

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17 Aug 2020 13:36 #1 von archaeologieforum.at
Uni, Uni, Uni ... - eine Nachlese (Jan 2004 - Aug 2011) wurde erstellt von archaeologieforum.at
aus dem aAF - eine Nachlese
von 20.01.2004 bis 7.08.2011

ArchäologieForum > Universitäres, Studienfragen / Ausbildung / Stipendien | Forschungspolitik > Uni, Uni, Uni ...


Geschrieben von: KARL Tuesday, 20.01.2004, 02:24
Die Tageszeitung "Die Presse" lassen wir hier überhaupt nicht zu Wort kommen, dabei gebührte es doch gerade dieser altehrwürdigen Dame, oder? wink.gif

Fangen wir mit Gewesenem an:

Alumnitage:
Uni sucht Kontakt zu Absolventen
(Die Presse) 15.01.2004
Vom 16. bis 18. Jänner veranstalten die Universität Wien und die Medizinische Universität Wien "Alumnitage".

Wien (uw). Mit einer Einladung im großen Stil rufen sich die Uni Wien und die neue Medizin-Uni Wien bei ihren Absolventen in Erinnerung: Von 16. bis 18. Jänner veranstalten sie erstmals sogenannte "Alumnitage" (Alumnus, lateinisch für ehemaliger Schüler).

Im Zentrum der Veranstaltung steht die neue universitäre Selbstständigkeit. Sie ist auch Thema bei der Eröffnungsdiskussion am Freitag (19 Uhr, im kleinen Festsaal). Bei der Gala am Samstag plaudern prominente Absolventen wie Bürgermeister Michael Häupl oder Oberrabbiner Chaim Eisenberg aus ihrer Studienzeit und lesen Passagen aus den Abschlussarbeiten noch berühmterer Kollegen (zum Beispiel Philosoph Karl Popper), denen im Foyer die Ausstellung "Universität schafft Wissen" gewidmet ist. Abgerundet wird das Programm mit Führungen durch 20 Institute.

Ziel der Veranstaltung und des Alumniverbandes an sich sei die Kontaktpflege, sowohl zwischen der Universität und den Absolventen als auch unter diesen selbst, sagt Dominik Kimmel, Geschäftsführer des Alumniverbandes der Alma Mater Rudolphina. Die Vorteile für die ehemaligen Studiosi sieht er im Zugang zu Forschung und Weiterbildung, sie selbst seien für die Hochschulen als "Förderer und Ratgeber" wertvoll.

Die angloamerikanische Tradition der Absolventenvereine wurde in Österreich erst relativ spät, Anfang der 90er, aufgegriffen. Mittlerweile ist sie im Universitätsgesetz verankert. Die Anzahl der zahlenden Mitglieder (2500) des Alumniverbandes der Uni Wien ist jedenfalls ausbaufähig: 4000 beenden hier jährlich ihr Studium, die Zahl der noch lebenden, erreichbaren Absolventen schätzt Kimmel auf 150.000. Die Teilnahme an den Alumnitagen ist gratis. Anmeldung: www.alumni.ac.at.


Von www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=s...sort=stst3&id=399193

Steigern wir nun mit www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=s...sort=stst1&id=399803 .

Interview:
"Habe das Gespräch angeboten"
VON ERICH WITZMANN (Die Presse) 17.01.2004
Uni Wien-Rektor Georg Winckler im "Presse"-Gespräch.

WIEN. "Das ist ein Stellvertreterkrieg." Rektor Georg Winckler sieht sich als falscher Adressat der Studentenproteste. Die Demonstranten fordern die Verankerung der studentischen Mitbestimmung. Diese wurde aber im Uni-Gesetz 2002 eingeschränkt. Eine Uni kann in Eigenregie die Mitbestimmung nicht neuerlich einführen.

Winckler verurteilt die Emotionalisierung: "Meine Gesprächsbereitschaft ist vorhanden, sie haben die Gespräche abgebrochen." Er habe der ÖH im Dezember angeboten, unter Beiziehung von Juristen die Möglichkeiten einer studentischen Mitwirkung zu klären. Dies könnte im Bereich der Lehre (Studienpläne) in eigenen Beiräten, in denen die Studenten die Hälfte der Sitze inne haben, erfolgen. "Es ist aber klar, dass diese Beiräte keine Entscheidungsgremien sind" - eben laut Uni-Gesetz 2002.

Nach UG 2002 ist ein Viertel der Sitze im Senat den Studenten vorbehalten. An der Uni Wien sind es sogar fünf von 18. Am Donnerstag hat ein Student übrigens mit den anderen Senatsmitgliedern für den neuen Organisationsplan gestimmt.

Auch Ratsvorsitzender Max Kothbauer hat die Studenten mehrmals eingeladen, aber ohne Erfolg. Jetzt ist ein "großes Hearing" zum Organisationskonzept geplant. Kothbauer will die Stimmung nicht weiter aufheizen: "Im Gesetz gibt es auch große Chancen für die Studenten, diese sollen sie nützen."

Die für Freitag Abend vom Alumniverband der Uni geplante Diskussion der Rektoren und Ratsvorsitzenden der Uni Wien und der Medizin-Uni ist abgesagt worden. "Die Presse" will das Gespräch in den nächsten Tagen in Eigenregie ansetzen.

Ziehen wir etwas nach mit www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=s...sort=stst1&id=399347

Studenten-Protest:
„Es werden weitere Aktionen stattfinden“
(diepresse.com) 16.01.2004
Die Aktionisten verließen bereits die Rektoratsräume, der Senatssaal dürfte am Abend geräumt werden. Das Rektorat lud Vertreter der ÖH und der am Protest beteiligten Studierenden zu einem offenen Gespräch ein.
Der Senatssaal bleibt weiterhin besetzt | © ap

WIEN (kat/ag) Studenten der Uni Wien setzten am Freitag Nachmittag ihren Protest gegen den von Rektor Winckler vorgelegten neuen Organisationsplan fort. Die seit Donnerstag, andauernde Besetzung des Senatssitzungssaales an der Uni Wien dürfte aber gegen Abend beendet werden. Man wolle noch eine um 19.00 Uhr angesetzte Veranstaltung des Alumni-Clubs der Universität "stören", hieß es dazu seitens der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). Von Seiten des Rektorats wurde am Freitag Nachmittag Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Vertreter der ÖH und der am Protest beteiligten Studierenden werden für Montag, 12 Uhr, zu einem offenen Gespräch eingeladen, um in einem ersten Schritt die Möglichkeiten einer weiteren Vorgangsweise ausloten.

Gegen 15 Uhr hatten am Donnerstag rund 200 bis 250 Studenten den Senatssitzungssaal und das Rektorat B besetzt. Die Polizei wurde alarmiert, verhielt sich jedoch zurückhaltend und rückte vor Mitternacht wieder ab. Ungefähr 80 Studenten übernachteten in der Uni, eingedeckt mit Proviant und Schlafsäcken. Heute früh verließen die Demonstranten die bislang besetzten Rektorsräume (Rektorat B ). Bisher haben keine Gespräche zwischen den Besetzern und offiziellen Vertretern der Universität stattgefunden.

Grund der Aktion: Die Studenten boykottieren gegen den von Rektor Winckler vorgelegten Organisationsplan, der aus ihrer Sicht das Aus für die studentische Mitbestimmung bedeuten soll. Winckler wehrte sich gegen die Vorwürfe. Durch den Plan würde die Mitbestimmung sogar verbessert und auf mehreren Ebenen festgeschrieben.

Direkter Anlass für die Aktion war eine Sitzung des Senats im Sitzungssaal, bei der dieser Plan diskutiert werden sollte. Auf Grund des Protests wechselte der Senat in einen anderen, unbesetzten Teil des Rektorats der Uni Wien und setzte seine Diskussionen über den umstrittenen Organisationsplan fort, der schlussendlich mit 14 gegen vier Stimmen angenommen wurde. Von den fünf Studenten im Senat haben laut Uni Wien vier gegen und einer für den Plan gestimmt. Aufruhr gab es dann noch gegen 23 Uhr, als die Senatsmitglieder die Uni Wien unter einem Aufgebot von rund 100 Polizisten verließen.

Aussage gegen Aussage steht bezüglich des Eindringens der Studierenden. Seitens des Rektorats war von "vermummten Personen mit Schlagstöcken" die Rede, welche die Türen aufbrachen, von der ÖH wird dies energisch bestritten. Tatsache ist, dass es zu Sachbeschädigungen kam, mehrere Türen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Hochschülerschaft wird nach eigenen Angaben für den Schaden aufkommen.

Die Hochschülerschaft unterstützt die Aktion, betont jedoch, die Sache nicht zu leiten. Es sei eine spontane Besetzung durch Studenten und keine geplante Aktion gewesen, teilten ÖH-Vertreter mit. Ralph Schallmeiner von der Bundes-ÖH verwies auf Solidaritätsbekundungen anderer österreichischen ÖHs und sah die Besetzung als Startpunkt einer über Wien hinausreichenden Protestbewegung. So gebe es auch anderswo Missstände, die Hochschülerschaften an zahlreichen Universitäten hätten bereits ihre Solidarität bekundet.

Kathrin Niedermoser von der Gewerkschaft der Privatangestellten kritisierte die Bundesregierung. Diese mache die Unis kaputt, Bildung werde zur Ware, Kinder von "nicht so reichen" Eltern könnten nicht mehr studieren. Die jetzigen Aktionen seien die logische Konsequenz.

Lautstark untermalt wurde eine Pressekonferenz von den versammelten Studierenden. In Sprechchören riefen sie etwa: "Winckler heißt er - uns bescheißt er" oder "Winckler Du Gangster, bald bis Du weg vom Fenster".



Und setzen wir zu einem wahren Höhenflug an mit
www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=s...sort=stst1&id=399168

Gehrer:
"Uni-Institute zur Weltspitze"
VON ERICH WITZMANN (Die Presse) 15.01.2004
In Deutschland wird die Schaffung von Elite-Universitäten diskutiert - Österreich ist nach Meinung des Bildungsministeriums einen Schritt voraus.

wien. Begabtenförderung und die Förderung von Eliten: "Das ist inzwischen positiv besetzt", sagt Bildungsministerin Elisabeth Gehrer, "im Bericht der Zukunftskommission (über die Neuausrichtung der Schulen, Anm.) wird der Leistung und Begabtenförderung ein besonderer Stellenwert eingeräumt."

Analog dazu sei die Zukunft der österreichischen Universitäten zu sehen. "Sie sollen mit ihren Instituten zur Weltspitze vorstoßen, wie das etwa bei der Biotechnologie in Wien der Fall ist." Das heißt: Nicht die gesamte Uni, sondern einzelne Institute sollen nach höchsten Qualitätsansprüchen ausgerichtet werden, sagt Gehrer im Gespräch mit der "Presse".

Die Trendwende sei 1997/98 mit der Gründung des Hochbegabtenzentrums Salzburg eingeleitet worden. Damals wurde die Möglichkeit geschaffen, dass Schüler Klassen überspringen oder ab der 7. AHS-Klasse eine Universität besuchen können. Proteste wie bei früheren Hochbegabteninitiativen sind ausgeblieben. Im Uni-Bereich wurden wiederum durch das jüngste Uni-Gesetz (UG 2002) die Weichen gestellt. Über Leistungsvereinbarungen des Ministeriums mit jeder einzelnen Uni kann Qualität eingefordert werden. "Und das werden wir selbstverständlich tun", versichert Gehrer.

Uni-Sektionschef Sigurd Höllinger sieht Österreichs Uni-System im Vorteil. "Wenn die Deutschen Elite-Universitäten schaffen wollen, müssen sie eine Reihe von heiligen Kühen schlachten", sagt er. Finanziell bestens ausgestattete Spitzen-Unis könnten ohne Studienbeiträge nicht auskommen (die Einführung des Beitrags wird in Deutschland gerade heftig diskutiert), das Ausmaß der Uni-Autonomie müsse größer werden, das Beamtendienstrecht fallen, jede Uni über ein Gesamtbudget verfügen, sie müsse auch Dienstgeber (nach Kollektivvertragsrecht) sein und letztlich den Jungforschern eine Freiheit bei ihrer Tätigkeit garantieren. All diese Punkte sind in Österreich durch das UG 2002 bereits verwirklicht worden (Forschungsfreiheit im Paragraf 26 des UG 2002).

In einem Punkt gibt es allerdings in Österreich eine heilige Kuh: Den Numerus clausus, der in Deutschland in den meisten Fächern besteht, gibt es in Österreich nur an den Kunst-Unis und den Fachhochschulen. "Das Thema kommt noch", glaubt Höllinger, er stellt aber im selben Atemzug fest: "So wie in Deutschland wäre es die dümmste Lösung." Es dürfte nicht wie bei den Nachbarn das Maturazeugnis (Abitur) herangezogen werden, die Unis sollten vielmehr selbst über ein Mitspracherecht bei der Auswahl ihrer Studierenden verfügen. Ministerin Gehrer will das Thema allerdings nicht diskutieren. "Ich verschwende keinen Gedanken daran", so die Ministerin, "man soll vielmehr die Eingangsphase umsetzen."

Positiv besetzt ist der Qualitätsbegriff in der Akademie der Wissenschaften. "Wir bekennen uns im starken Maße zum Elitarismus", so das Credo des neuen ÖAW-Präsidenten Herbert Mang.

Meine kurzen Zwischenkommentare bzw. einleitenden Kurzsätze mögen zwar zynisch klingen, aber etwas muss doch gesagt werden: sowohl Presse als auch Standard - andere Blätter vielleicht auch - haben zumindest einen eigenen Bereich für universitäre Belange.
Das war nicht immer so, wenn ich mich an mein Presse-Abo aus den 70ern des vorigen Jahrhunderts erinnere ... dry.gif


So. Posten und dann alles lesen, sonst schimpft der Majestix wieder mit mir biggrin.gif

Geschrieben von: Mikey Tuesday, 20.01.2004, 13:08
tja wenn man den Fußpilz der Studenten (vulgo Akademikerschwemme) loswerden will, braucht man sie nur aggressiv zu bewerben....

Geschrieben von: Aristoteles Tuesday, 20.01.2004, 13:14
Also ab jetzt keine Werbung mehr fürs Archaeologieforum laugh.gif

Geschrieben von: Mikey Tuesday, 20.01.2004, 13:35
also ich glaub vom AF rennen die Leut net so schnell davon wink.gif

Geschrieben von: lector Wednesday, 28.01.2004, 17:34
Ich füge eine weitere Miszelle einfach hier an ...

Von science.orf.at/science/news/102957

Buchneuerscheinung zur Universitäts-Reform

Hintergrundinformationen zur heiß umfehdeten Universitätsreform liefert ein neues Buch der beiden Wiener Professoren Sigurd Höllinger und Stefan Titscher.

Beide sind seit Jahren maßgeblich an der Reform des österreichischen Hochschulwesens beteiligt und legen mit ihrem Buch ein Kompendium von Beiträgen verschiedener kundiger Autoren vor.

Substantielles klar und detailliert

Es mag sein, dass es schon kritischere Beiträge zur Uni-Reformdiskussion gegeben hat als das neue Buch aus dem WUV-Verlag - einen informativeren allerdings selten.

Wer klar wie detailliert wissen will, was fernab von Tagespolitik und Aktionismus substantiell im Universitätsgesetz 2002 steckt, erfährt es hier von einem Autorenteam, dessen Kompetenz von Verfassungsrecht bis zur Betriebswirtschaftslehre reicht - die Exminister Busek und Einem inklusive.

"Die österreichische Universitätsreform - Zur Implementierung des Universitätsgesetzes 2002", heruasgegeben von Sigurd Höllinger und Stefan Titscher, ist im WUV-Verlag in Wien erschienen.


Universitätsgesetz nur Teil der Reform

Dabei, so einer der Herausgeber, der Wirtschaftssoziologe und Leiter einer einschlägigen Projektgruppe im Bildungsministerium Stefan Titscher, ist das Uni-Gesetz nur ein Teil der Reform.

Manche würden meinen, so Titscher, dass die Profilentwicklung das eigentliche Ziel der ganzen Reform sei, um die Unis international zu positionieren.


Korrekturen bezüglich der Leistungsvereinbarungen

Sein Mitherausgeber Sigurd Höllinger, Sektionschef im Bildungsministerium stellt klar, dass die Universitäten Einrichtungen bleiben, die weiterhin vom Staat bezahlt würden.

Man müsse nun an gewissen Gesetzeskorrekturen arbeiten, um den Unis einen soliden Rechtsschutz zu bringen, womit sich Höllinger auf die Aufhebung der Leistungsvereinbarungen durch den VfGH letzte Woche bezieht.

Das steht natürlich noch nicht im Buch, das im Übrigen aber top-aktuell ist - für Freunde wie Gegner dieser Uni-Reform.

Martin Haidinger, Ö1-Wissenschaft

Geschrieben von: lector Thursday, 19.02.2004, 21:39
Und noch was ...

Bilanz:
"Uni kann in Konkurs gehen"

VON ERICH WITZMANN (Die Presse) 19.02.2004

Rektor und Uni-Rat werden für Uni-Handlungen haftbar sein.

Theoretisch möglich: Universitäten können in Konkurs gehen | © Die Presse (Seidler)


Wien. "Eine Universität ist eine eigene Rechtspersönlichkeit, natürlich kann sie in Konkurs gehen." Für Christian Nowotny, Professor für Unternehmensrecht an der Wirtschaftsuni, ist dieses Szenario freilich nur "theoretisch denkbar", einige Fälle wären aber möglich: Die Uni geht Verbindlichkeiten ein, die nicht gedeckt werden können, etwa bei Personalbestellungen. Oder sie ist bei Unglücksfällen nicht ausreichend versichert. "Vom Rektorat ist das Insolvenzverfahren anzumelden, wenn die Universität zahlungsunfähig oder überschuldet ist", so der Befund des WU-Professors.

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer will sich bei dieser Frage nicht so eindeutig festlegen. Wenn das Gesamtbudget vom Bund zur Verfügung gestellt werde, dann könne es kaum zu einem Konkurs kommen. Und außerdem, so Gehrer im "Presse"-Gespräch: "Das Ministerium hat nach wie vor die Rechtsaufsicht über."

"Der Bund ist im Rahmen der Leistungsverträge zur Finanzierung verpflichtet", stellt auch Uni-Sektionschef Sigurd Höllinger fest. Und wenn eine Bilanz nicht ausgewogen ist, kann eine Uni einen Kredit aufnehmen oder innerhalb des Globalbudgets umschichten. Und letztlich bleibt immer noch die öffentliche Hand.

Wer haftet für die Geschäfte der Universität? "Der Uni-Rat und der Rektor können haftbar gemacht werden", sagt Ministerin Gehrer. Jedenfalls in jenen Fällen, in denen sie mitwirkten oder bei deren Zustandekommen sie eingebunden waren. Deshalb würden derzeit die Ratsmitglieder eine eigene Versicherung abschließen. Gehrer nimmt an, dass auch die Rektoren Ähnliches tun werden.


Außerdem haftet die Universität gegenüber Dritten mit ihrem gesamten Vermögen. Dieses wird derzeit erstmals umfassend dokumentiert: Dank Uni-Gesetz 2002 muss jede Universität bis 31. März der Bildungsministerin ihre Eröffnungsbilanz vorlegen. Laut Gesetz ist diese von einem Wirtschaftsprüfer zu erstellen.


Im Falle der Uni Wien hat die Finanzabteilung schon ganze Arbeit geleistet. "Die Bilanz ist eine Vermögensübersicht, die noch keine Ausgaben enthält", sagt Johann Höhlmüller, Leiter der Finanzabteilung. In der Bilanz enthalten sind die Büroausstattung, die technischen Geräte ebenso wie die EDV-Anlagen, der gesamte Bibliotheksbestand, weiters immaterielle Rechte wie Lizenzen, der Uni-Campus Altes AKH und ein Zinshaus, das die Uni einmal als Schenkung erhalten hat, mit dessen Erträgen aber Stipendien zu finanzieren sind.


Während sich der überwiegende Gebäudebestand der Universitäten im Besitz der Bundesimmobiliengesellschaft befindet, ist das Alte AKH als Schenkung der Uni Wien überlassen worden. Durch Vermietungen (an Gaststätten, einen Lebensmittelmarkt, ein Privatradio etc.) werden Erlöse erzielt, mit denen man aber Kredite, die für die Adaptierung des früheren Spitalareals aufgenommen wurden, zurückzahlen muss.


In seiner Analyse über die geplanten Uni-Bilanzen kommt der Klagenfurter BWL-Professor Herbert Kofler zur Auffassung, dass die Universitäten auch ihre Leistungen beschreiben müssen. Leistungskriterien sind laut Kofler nach Kennzahlen zu messen, die von den Kosten pro Studierenden oder den Ausgaben pro Professor bis zur Arbeitsfläche pro Studierenden oder den Absolventen pro Studiengang reichen.


Ministerin Gehrer hat 32 weitere Vorziehprofessuren genehmigt (nach 45 schon Ende 2002). Das Ministerium zahlt drei Jahre lang die Professuren, dann müssen die Unis selbst aus ihrem Budget dafür aufkommen.


An der Uni Wien hat am Mittwoch eine neue Mittelbau-Plattform kritisiert, dass der Mittelbau durch Uni-Gesetz und Organisationsplan entrechtet werde.

www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=s...sort=stst1&id=405734

Geschrieben von: lector Friday, 19.03.2004, 16:37
Neue Karrieren im "Unternehmen Universität"

Das Uni-Gesetz 2002 bringt fundamentale Änderungen für die akademischen Dienstverhältnisse. Ihren Auswirkungen geht ein hochschulpolitisches Forum am 25. März im ORF KulturCafe in Wien nach.


Kollektivvertrag wird verhandelt

Das wissenschaftliche Personal steht durch das UG 2002 in einem privatrechtlichen Angestelltenverhältnis zur Universität. Die arbeitsrechtlichen Details werden über einen Kollektivvertrag geregelt, der derzeit zwischen dem Dachverband der Universitäten und der Gewerkschaft verhandelt wird.

Ein hochschulpolitisches Forum, veranstaltet von der Abteilung Hochschulforschung (IFF Wien/Universität Klagenfurt) in Kooperation mit dem ORF/Ö1 und dem "Standard", will die folgenden Fragen beantworten: Was ist der Gestaltungsspielraum dieser Verhandlungen? Wie müssen akademische Karrieren gestaltet sein, um diesen Beruf attraktiv zu machen und optimale wissenschaftliche Arbeitsbedingungen zu sichern?



Hochschulpolitisches Forum
Zeit: Donnerstag 25. März 2004, 18.00 Uhr
Ort: ORF KulturCafe, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien, Eintritt frei

Mit:
Peter Gerlich, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Peter Holubar, Universität für Bodenkultur, Mitglied des Dachverbandes der Universitäten
Andrea Kdolsky, Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Sektion Hochschullehrer/innen
Hans Pechar, Abteilung Hochschulforschung, IFF Wien/Universität Klagenfurt
Moderation: Ada Pellert, Abteilung Hochschulforschung, IFF Wien/Universität Klagenfurt


science.orf.at/science/events/108517

Geschrieben von: lector Tuesday, 23.03.2004, 20:03
Dazu gehörig
science.orf.at/science/news/108857

Hochschulforscher fordert Uni-Anstellungen wie in USA
Mit dem Universitätsgesetz 2002 werden an Österreichs hohen Schulen leistungsfördernde Strukturen nach internationalem Vorbild geschaffen. Allein in dienstrechtlicher Hinsicht habe man ein antiquiertes ständisches System beibehalten, kritisiert der Hochschulforscher Hans Pechar. Er schlägt im Rahmen eines Gastbeitrages vor, dass man stattdessen die in den USA übliche Anstellungsform - die so genannte "tenure" - einführt. Letztere biete den Forschern mehr Sicherheit als es in Österreich der Fall sei.

Österreichs Universitäten brauchen einen tenure track



Von Hans Pechar

Das UG 2002 bringt für die Dienstverhältnisse des akademischen Personals einschneidende Veränderungen.

In den Grundzügen sind diese Änderungen im Gesetz festgelegt, aber die Details werden im Rahmen von Kollektivverträgen geregelt, die derzeit zwischen der Gewerkschaft und dem Dachverband der Universitäten verhandelt werden.

Während die Genese des Gesetzes von einer breiten und lebhaften Diskussion begleitet wurde, stoßen die Kollektivverträge auf wenig öffentliches Interesse. Warum eigentlich? Der Gestaltungsspielraum dieser Verträge ist enorm. Einige Mängel des UG 2002 könnten dabei korrigiert werden.



Neuerung: Ende des Beamtenstatus
Die wichtigste Neuerung ist zweifellos das Ende des Beamtenstatus für neu eingestelltes akademisches Personal. Die Mehrheit der Hochschullehrer, v.a. der Mittelbau, lehnt diese Änderung vehement ab. Dieser Widerstand ist primär durch die Durchlöcherung des Kündigungsschutzes motiviert.



"Kündigungsschutz light"



Das UG 2002 bietet mit Paragraph 113 einen "Kündigungsschutz light": Es untersagt die "Motivkündigung" auf Grund der in Forschung/Lehre vertretenen Auffassungen oder Methoden.

Wie weit es möglich ist, mit dieser Bestimmung die akademische Freiheit wirkungsvoll zu schützen, wird sich in arbeitsrechtlichen Verfahren zeigen.

Aber es gibt darüber hinausgehende legitime Sicherheitsbedürfnisse, die im UG 2002 nicht berücksichtigt werden. Diese Lücke könnte der Kollektivvertrag schließen. Sollte das geschehen? Was spricht für erweiterten Kündigungsschutz?

US-Unis bieten hohe Job-Sicherheit



Wer von der Leistungs- und Wettbewerbsorientierung des US-amerikanischen Hochschulsystems schwärmt und zugleich den Kündigungsschutz als eine Art sozialer Hängematte verächtlich macht, übersieht, dass die amerikanische tenure eine dem österreichischen Beamtenstatus durchaus vergleichbare Sicherheit bietet.

Sie beschränkt sich keineswegs auf das Verbot der Motivkündigung. Warum? Weil sie nicht nur die akademische Freiheit schützt, sondern auch den ökonomischen Besonderheiten der Grundlagenforschung gerecht wird.



"Tenure track": Akademisches Anstellungsverhältnis
Das wissenschaftliche Personal an Forschungsuniversitäten durchläuft nicht nur eine sehr lange (und entsprechend teure) sondern zugleich extrem spezialisierte Ausbildung, was seine Mobilität am Arbeitsmarkt erheblich einschränkt. Ab einem gewissen Spezialisierungsgrad kann man das erworbene Humankapital adäquat nur noch an Universitäten oder vergleichbaren Forschungseinrichtungen einsetzen. Das ist eine überaus riskante Investition, aber die tenure federt dieses Risiko ab.
Definition von tenure track bei forum.leo.org



Personalentwicklung soll nicht zum Bumerang werden



Das akademische Personal (und nicht das Management) steuern - via Berufungskommission - die Auswahl weiteren Personals. In keinem anderen Beruf ist der Einfluss auf die Zusammensetzung der peers (Fachkollegen) so groß.

Damit die mit der Personalauswahl betrauten Personen im künftigen Kollegen nicht primär einen den eigenen Arbeitsplatz gefährdenden Konkurrenten sehen, müssen sie das Gefühl der Sicherheit haben.

Sonst wäre es - aus ihrer individuellen Perspektive - viel rationaler, durch eine eher mittelmäßige Besetzung das eigene Risiko zu reduzieren. Die von der tenure ausgehende Sicherheit stärkt den kollegialen Zusammenhalt und beugt einem egoistischen Protektionismus vor.

Sicherheit und Bewährungsdruck statt Verbeamtung



Anders als die ehemalige Verbeamtung des akademischen Personals in Österreich verknüpft die tenure Sicherheit mit Bewährungsdruck. Sie schwächt nicht die Leistungsfähigkeit der Universität, sondern stärkt sie.

Dazu trägt der Umstand bei, dass die tenure die arbeitsrechtliche Basis für einheitliche Interessen des akademischen Personals ist, das in den USA nicht in „Stände“ gespalten ist.

Akademische Laufbahnen in den USA



Akademische Nachwuchskräfte, die - nach heftiger vorgelagerter Konkurrenz - als assistant professor in den tenure track eintreten, werden, sofern sie sich bewähren, schließlich zum full professor befördert.

Sie müssen sich dazu um keine neue Stelle bewerben (was natürlich voraussetzt, dass eine solche Stelle frei ist), sondern bei erfolgreicher Tätigkeit (und dieser Erfolg ist so definiert, dass ihn die überwiegende Mehrheit erreicht) rücken sie in der Laufbahn vor.



USA: Kein Konflikt zwischen Professoren und Mittelbau
Daher gibt es in den USA nicht den Interessensgegensatz von Professoren und Mittelbau, der bei uns das hochschulpolitische Klima vergiftet. Das hierarchische Gefälle zwischen Etablierten und Nachwuchs ist an amerikanischen Universitäten wesentlich schwächer als bei uns. Die Hauptkonfliktlinie verläuft nicht zwischen akademischen Ständen, sondern zwischen dem wissenschaftlichen Personal und dem Management der Universitäten.



Kritikpunkt in Österreich: "unerträglichen Abhängigkeiten"



Die ständischen Hierarchien, an denen auch das UG 2002 nicht gerüttelt hat, unterbinden eine zeitgerechte Selbständigkeit des akademischen Nachwuchses.

Befragt man Österreicher, die an amerikanischen Universitäten Karriere gemacht haben, warum sie ins Ausland gegangen sind, werden fast immer die unerträglichen Abhängigkeiten an vorderster Stelle genannt.

Kein Wunder, denn bis zur Habilitation, die im Durchschnitt um die Mitte vierzig erfolgt, zählt man hier zu Lande zum Nachwuchs. In den USA tritt man um gute zehn Jahre früher in den tenure track ein und erwirbt damit eine unabhängige Position. In diese Zeit fallen häufig die produktivsten Jahre einer wissenschaftlichen Karriere.

Leistungsstruktur modern, Dienstrecht antiquiert



Während das UG 2002 die universitären Leitungsstrukturen dem amerikanischen System annähert (starkes Management, Universitätsrat), hält es dienstrechtlich am antiquierten ständischen System mit seinen unsäglichen "Kurien" fest.

Es gibt aber einen Zusammenhang zwischen der hierarchischen Stufung des wissenschaftlichen Personals und der akademischen Selbstverwaltung durch Kollegialorgane. Letztere funktioniert nur, wenn die Gruppe der in vollem Umfang entscheidungsbefugten Personen klein gehalten wird.

Die korporationsrechtliche Unterscheidung von Professoren und Mittelbau und die damit einhergehende Hierarchie ist in der Logik der Selbstverwaltung begründet.

Kollektivvertrag als Chance zur Korrektur



Diese Selbstverwaltung zu Gunsten eines starken Managements aufzugeben, ohne die Spaltung des akademischen Personals in antagonistische Stände zu beenden, kombiniert die Nachteile beider Systeme.

Der Kollektivvertrag bietet eine Chance zur Korrektur. Beide Verhandlungspartner sollten sich um eine den österreichischen Verhältnissen angepasste Variante eines tenure track bemühen.



Hochschulpolitisches Forum
Dieser Beitrag wird im Rahmen der Veranstaltung "Hochschulpolitisches Forum" - eine Kooperation von IFF - Abteilung Hochschulforschung (Universität Klagenfurt) mit der Ö1-Wissenschaftsredaktion und dem "Standard" - veröffentlicht.

Veranstaltungsdaten:
Zeit: Donnerstag 25. März 2004, 18.00 Uhr
Ort: ORF KulturCafe, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien, Eintritt frei

Geschrieben von: RAY Tuesday, 23.03.2004, 22:23
Hi,

QUOTE
Sonst wäre es - aus ihrer individuellen Perspektive - viel rationaler, durch eine eher mittelmäßige Besetzung das eigene Risiko zu reduzieren. Die von der tenure ausgehende Sicherheit stärkt den kollegialen Zusammenhalt und beugt einem egoistischen Protektionismus vor.


Interessant, dass das als drohende Zukunftsperspektive geschildert wird. Dabei schrieben schon vor ich glaub inzwischen 7 oder 8 Jahren die Salzburger Nachrichten in einem etwas sarkastischen Titelseitenbericht zum "Problem der österreichischen Universitäten": "Erstklassige Leute engagieren erstklassige Leute, Zweitklassige hingegen Drittklassige. Das ist das Problem der österreichischen Universitäten.". Wie muss das erst werden, wenn diese Prognose eintrifft?

QUOTE
Befragt man Österreicher, die an amerikanischen Universitäten Karriere gemacht haben, warum sie ins Ausland gegangen sind, werden fast immer die unerträglichen Abhängigkeiten an vorderster Stelle genannt.


Ja, das ist tatsächlich ein wesentlicher Punkt, dem auch ich zustimmen würde (und als eine meiner Motivationen sehe, weshalb ich mich z.B. sicher nicht in Wien für einen Assi-Posten bewerben würde - hier in GB hab ich das äquivalent zu einem amerikanischen assistant professorship, und kann exakt tun und lassen, was ich will, was anderes als eine ordentliche Professur ist für mich in Österreich inzwischen also völlig uninteressant geworden.
Auch wenn ich nicht glaube, dass in der Archäologie unbedingt diese "unerträglichen Abhängigkeiten" der Hauptgrund sind, dass jemand ins Ausland geht, sondern eher, dass es viel zu wenige Posten gibt.

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: lector Saturday, 27.03.2004, 17:05
science.orf.at/science/news/109357

Akademische Karrieren - Was bringt das UG 02?

Wie müssen akademische Karrieren gestaltet sein, um den Beruf attraktiv zu machen und optimale wissenschaftliche Arbeitsbedingungen zu sichern. Darum ging es beim 1. Hochschulpolitischen Forum, einer Diskussionsveranstaltung im ORF KulturCafe. Die knappe Budgetsituation wurde dabei ebenso diskutiert, wie der Vorschlag, Jungwissenschaftlern Uni-Karrieren nach US-Zuschnitt zu ermöglichen.


Wie entsteht eine gute Universität? Das sei die Frage, auf die das Universitätsgesetz 2002 eine Antwort versuche, sagte der Wiener Politikwissenschafter Peter Gerlich am Donnerstagabend beim 1. Hochschulpolitischen Forum.


Das hochschulpolitische Forum wurde veranstaltet von der Abteilung Hochschulforschung (IFF Wien/Universität Klagenfurt) in Kooperation mit dem ORF/Ö1 und dem "Standard".

UG 2002 ist die falsche Antwort

Allerdings: Nach Gerlichs Meinung ist es die falsche Antwort, denn die Universität werde mit den Maßstäben eines Wirtschaftsunternehmens gemessen:

"Einer meiner Kollegen hat gesagt, die neuen Vorgaben sind so, wie sich Beamte und Politiker die Wirtschaft vorstellen. Selber haben sie wenig Ahnung davon, aber jetzt zwingen sie uns irgendwelche Dinge auf und erwarten sich da Gott weiß was für wunderbare Veränderungen. Und das sehe ich überhaupt nicht - und ich denke, wenn die Universitäten diese Reformen 'überleben', dann haben wir schon Glück gehabt."

Budgetknappheit erschwert die Uni-Zukunft

Darüber war man sich bei der Diskussion sehr schnell einig: Mehr Geld muss her. Andrea Kdolsky von der Hochschullehrersektion der Gewerkschaft öffentlicher Dienst verlangte es:

"Ich bin nicht bereit, einfach zu akzeptieren, was man uns gibt und zu sagen, ich muss mich nach der Decke strecken. Ein Land muss wissen, was qualifizierte Wissenschaft und Forschung ihm wert sind", so Kdolsky.

In Frankreich hätten 2.000 Leiter öffentlicher Labors ihre Arbeit niedergelegt, weil ihnen die Forschungsfinanzierung zu gering sei. Heute heiße es: Paris verspricht drei Milliarden Euro mehr für die Wissenschaft.

"Wir werden dafür kämpfen müssen"

"Ich denke, wie werden hier in Österreich einfach auch dafür kämpfen müssen, dass dieses Land und die es vertretenden Politiker entsprechend akzeptieren, dass sie für gute, hochqualifizierte Wissenschaft und Leistung entsprechendes Geld zur Verfügung stellen müssen", so Kdolsky weiter.

"Und ich erwarte, dass auch der Dachverband, die Rektorenkonferenz, dass der Arbeitgeber dafür kämpfen würde."

Das sagt Peter Holubar vom Dachverband der Universitäten, also von der Arbeitgeberseite auch zu: "Man muss der Politik jetzt sagen: Wenn ihr diesen Systemwandel wollt, dann werdet ihr gut beraten sein, das notwendige Geld in die Hand zu nehmen, um eben diesen Strukturwandel herbei zu führen."

Befürchtungen um Personalabbau

Zur Zeit wird über einen Kollektivvertrag für die Universitäten verhandelt. Angesichts der Budgetknappheit fürchten die Gewerkschaften Personalabbau. Daran sei nicht gedacht, versicherte Arbeitgebervertreter Holubar:

"Wir sind Arbeitgeber, wir sind keine Arbeitnehmervertreiber oder Arbeitnehmerverhinderer. Wir gehen in unseren Modellen und Berechnungen davon aus, dass es keine Personalreduktion geben soll."

Man wolle einen Kollektivvertrag für alle Universitäten, so Holubar weiter. "Wir wollen auch, dass das wissenschaftliche und das allgemeine Personal in einem Schema vorhanden ist. Wir wollen relativ wenige Verwendungsgruppen und wir wollen vor allem ganz dringend eine Leistungskomponente."

Uni-Karriere nach US-Zuschnitt

Doch das Problem liegt auch hier in Vorgaben von außen, vom Gesetz: Das neue Dienstrecht ermöglicht nämlich einerseits eine Uni-Karriere nach amerikanischem Zuschnitt. Doch auf der Ebene der Professoren ist es dann damit vorbei - da gelte dann wieder das alte Berufungsprinzip, kritisierte der Klagenfurter Hochschulforscher Hans Pechar:

"Wir haben eine Art Ständeordnung von akademischem Personal, die nicht dasselbe ist, wie das, was im amerikanischen System unterschiedliche Phasen in einer akademischen Karriere sind. In den USA gibt es die Spaltung in Professorenschaft und Mittelbau nicht in diesem Ausmaß."

Das sei ein großes Glück für die amerikanische akademische Profession, so Pechar. "Weil sie sich eben nicht verzetteln muss in diese Grabenkämpfe, durch die das Klima bei uns weitgehend vergiftet wird. Und das hat etwas sehr wichtiges weiteres zur Folge, nämlich dass die frühe Selbständigkeit des akademischen Nachwuchses erleichtert wird."

"Tenure Track" auch an österreichischen Universitäten?

"Tenure Track" lautet das Zauberwort für die künftige Akademikerkarriere auch in Österreich. Gemeint ist damit eine absehbare Laufbahn an der Universität, die unabhängig von einer Berufung als Professor ist. Denn diese erfolgt nach klassischem Muster zumeist erst mit vierzig Jahren oder noch später. Für einen Wechsel von der Uni weg ist es dann zumeist schon zu spät.

Die Forderung lautet daher - und darüber wird zur Zeit eben auch zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern heftig diskutiert -, die Entscheidung über den Verbleib an der Universität wesentlich früher, etwa schon bei den Dreißigjährigen anzusetzen.

"Die Verknüpfung von Sicherheit und Bewährungsdruck, wie es im amerikanischen System glückt, halte ich für einen ganz entscheidenden Punkt", sagte Pechar. "Und ich halte es für sehr sinnvoll, das nach vorne zu verlegen."

Unsicherheit in frühen Jahren sei ein geringeres soziales Problem. "Wenn man mit Anfang oder auch Mitte 30 das Signal bekommt "Du bekommst keine dauerhafte Stelle an der Universität", ist es etwas anderes, als wenn man es mit Mitte oder Ende 40 oder Anfang 50 bekommt."

Franz Simbürger, Ö1-Wissenschaft

Geschrieben von: lector Saturday, 27.03.2004, 17:11
QUOTE
"Wenn man mit Anfang oder auch Mitte 30 das Signal bekommt "Du bekommst keine dauerhafte Stelle an der Universität", ist es etwas anderes, als wenn man es mit Mitte oder Ende 40 oder Anfang 50 bekommt."


Wie wahr.

Geschrieben von: lector Wednesday, 7.04.2004, 13:40
derstandard.at/standard.asp?id=1614054

26. März 2004 - 18:57 MEZ

"Explosive Situation an Unis"
Mühsame Verhandlungen über Kollektivvertrag unter Spardruck

Wien - "Wenn die Universitäten diese Reform überleben, haben wir schon sehr viel Glück gehabt." Mit diesen drastischen Worten umriss Politikprofessor Peter Gerlich von der Uni Wien Donnerstagabend beim hochschulpolitischen Forum der Abteilung Hochschulforschung des Instituts für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung in Kooperation mit STANDARD und Ö1 die aktuelle Stimmungslage an den Universitäten.

"Die Finanzen werden das Problem. Denn das Uni-Gesetz ist sicher ein Mechanismus, um leichter einsparen zu können. Wir werden kämpfen müssen", meinte Gerlich. Der etwas mehr "Rationalität an den Unis" sehr wohl begrüßt.

Das Spardiktat verdränge aber zentrale Aufgaben: "Wir sind ja auch Ausbildungsstätten. Man mutet den Studierenden Strukturen zu, die einfach unzumutbar sind. Und die müssen auch noch dafür zahlen. Eine ziemlich explosive Situation", so Gerlich.

Die Uni-Bediensteten beurteilten die neuen "Karrieren im ,Unternehmen Universität'" indes fast "depressiv", meinte IFF-Moderatorin Ada Pellert. Derzeit wird gerade ein Kollektivvertrag für die Unis verhandelt, erstmalig in der Welt. Zentrale Frage ist das künftige Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit in universitären Karrieren.

IFF-Hochschulforscher Hans Pechar sprach sich - wie vor kurzem im STANDARD - für die Einführung des US-Modells des "tenure tracks" (Weg zur sicheren Anstellung) aus. Dieses Modell biete Wissenschaftern "in Phasen, wo es sinnvoll ist, Sicherheit, kombiniere es aber mit Bewährungsdruck". Wer sich bewährt, wird fix angestellt.

Gewerkschafterin Andrea Kdolsky will mit der Dienstgeberseite, die Peter Holubar vom Dachverband der Unis vertrat, ein Laufbahnmodell mit "einheitlichen dienstrechtlichen Mindeststandards" erarbeiten. "Die budgetäre Problematik kann unmöglich zulasten der Gehälter gehen", meinte Kdolsky.

Mit den jetzigen Budgets sei der von der Politik gewünschte Systemwechsel "nicht schaffbar", warnte Holubar: "So kann man keine vernünftige Personalentwicklung machen, sondern nur eine Postenbewirtschaftung." (nim, DER STANDARD, Printausgabe 27./28.3.2004)


Geschrieben von: lector Wednesday, 21.04.2004, 19:09
Hinweis auf eine Diskussionsveranstaltung; Text nach ORF - Ö1-Flyer

Hochschulpolitisches Forum

Planlos ans Ziel?
Die Steuerung von Universitäten mit
Leistungsvereinbarungen

Als neue »Wunderwaffe« bei der Steuerung von Univer-
sitäten gelten Ziel- und Leistungsvereinbarungen. So
erhofft sich das Wissenschaftsministerium von den Ver-
trägen, die erstmals 2007 zwischen Staat und Hoch-
schulen geschlossen werden sollen, griffige Anhalts-
punkte für Budgetzuweisungen. Innerhalb der
Universitäten sollen Ziel- und Leistungsvereinbarungen
die Strategiefähigkeit und Innovationskraftvon For-
schung und Lehre stärken.
Aber sind diese immensen Erwartungen tatsächlich be-
rechtigt? Einen ersten Dämpfer erhielt die Euphorie
durch die Entscheidung des österreichischen
Verfassungsgerichtshofes, der die Leistungsvereinba-
rungen zwischen Staat und Hochschulen im Jänner
2004 als »zu rechtsunsicher« ablehnte. Darüber hinaus
zeigen Erfahrungen im europäischen Ausland, dass das
Instrument auch zur universitätsinternen Steuerung nur
bedingt tauglich erscheint. Sind Ziel- und Leistungsver-
einbarungen also nur eine »Modernisierungsfassade«?

Anke Hanft, Professorin für Bildungsmanagement,
Universität Oldenburg
Sigrun Nickel, Abteilung Hochschulforschung,
IFF Wien/Universität Klagenfurt
Stefan Titscher, Bundesministerium für Bildung,
Wissenschaft und Kultur
Vertreter/in der Rektorenkonferenz
Moderation: Ada Pellert, Abteilung Hochschul-
forschung, IFF Wien/Universität Klagenfurt

Donnerstag, 6.5.2004,18.00 Uhr
ORF KulturCafe, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Eintritt frei

Veranstalter: IFF-Abteilung Hochschulforschung l Higher Education
Research (Universität Klagenfurt), Ö1 Wissenschaftsredaktion,
DER STANDARD
Internet: science.ORF.at
oe1.ORF.at

Geschrieben von: Guest Saturday, 24.04.2004, 12:27
derstandard.at/standard.asp?id=1634161
16. April 2004 23:04 MEZ


Uni-Unmut: Das "System" ist schuld?
Vom seltsamen Umgang mit angehenden Doktoren an der Universität Graz - Kommentar der anderen von Werner Raichmann

Eines ist klar: Wer sich dem ebenso zeitgeistigen wie widerwärtigen Zwang der "Anwendung" von Forschung nicht rückhaltlos hingibt und trotzdem Wissenschafter werden möchte, der muss entweder ein Mensch von Vermögen sein, einer mit zumindest semiaristokratischem Hintergrund - oder aber er ist ein armer Schlucker, der sich mit dummen und unterbezahlten (wie heißt es so schön: "geringfügigen") Jobs seine Wissenschafterexistenz zu sichern sucht. Der Grazer Ordinarius für Soziologie, Karl Acham hat es im STANDARD vom 8. April dankenswerterweise klar gesagt: "Ausgezeichnete Leute auf Ebene der Dissertanten, aber auch Diplomanden haben keine Chance, im System integriert zu werden."

Doch damit nicht genug: Wer sich den Luxus eines Dissertationsstudiums leisten will, dem werden nicht nur finanzielle Hürden in den Weg gelegt! Ein aktuelles Beispiel: An der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Grazer Universität existiert derzeit ein Doktoratsstudienplan, der für alle Absolventinnen und Absolventen der Fächer BWL, VWL, Wirtschaftspädagogik und Soziologie gilt. Das ist gut so, denn Transdisziplinarität und Offenheit gegenüber den Erkenntnismethoden eng verwandter Disziplinen sind durchaus erwünschte Prinzipien, die sich nicht erst in ferner Zukunft in den Wissenschaften durchsetzen werden. Ein paar Universitätsbürokraten unterminieren allerdings alle guten Vorsätze:

Absolventinnen und Absolventen des Studienfaches Soziologie werden plötzlich nicht mehr zum Doktoratsstudium zugelassen, wenn sie nicht eine willkürlich festgesetzte Anzahl an Stunden in ebenso willkürlich festgelegten "Wirtschaftsfächern" absolvieren. Und das, obwohl es bereits eine ganze Reihe von Studierenden gibt, die das Diplomstudium nach demselben Studienplan abgeschlossen haben und natürlich wie bisher ohne Auflagen zugelassen wurden.

Überalterung Somit werden promotionswillige Menschen, die exakt denselben Abschluss haben, im Doktoratstudienplan völlig unterschiedlich behandelt, was schon allein aus rechtlicher Sicht bedenklich ist.

Zudem wird jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern damit das Vorwärtskommen im Doktoratsstudium erheblich erschwert und zeitlich verzögert, was die oben beschriebenen ökonomischen Probleme potenziert. Auch Interventionen vom zuständigen Vizerektor und wohlgemeintes Nachfragen durch die ebenso verwunderte Studienabteilung änderten zumindest bis zum heutigen Zeitpunkt nichts an diesen und anderen Seltsamkeiten.

Gerne macht man für viele Missstände an den Unis abwechselnd das Ministerium, das UOG 2002 oder (wie es vornehmlich die ÖH mit gewohnter Inkompetenz tut) überhaupt "das System" verantwortlich. Dabei vergisst man nur zu oft, dass sich der Dreck vor der eigenen Tür schon zu hoch angehäuft hat, um darüber zu sehen.

Offenheit und Gesprächsbereitschaft sind die Hürden die man nehmen müsste, um viele Probleme an den Universitäten zu lösen. An der Grazer Sowi-Fakultät zumindest scheinen diese zu hoch sein. Dass das auch mit der von Professor Acham im oben bereits erwähnten Artikel als "desolat" bezeichneten Altersstruktur an den Unis zu tun hat, darf angenommen werden.

Geschrieben von: lector Wednesday, 28.04.2004, 16:53
science.orf.at/science/news/112928

Universitäten legen Bilanzen bis Juni vor
Bis Ende Juni müssen die 21 österreichischen Universitäten ihre Eröffnungsbilanzen - von einem Wirtschaftsprüfer begutachtet - vorlegen. Die Entwürfe dafür gibt es bereits jetzt.





Demnach dürfte es den Unis finanziell insgesamt weniger schlecht gehen, als man nach den Klagen der vergangenen Monate befürchten musste.

Nur drei Unis mit größeren Problemen



Der für die Universitäten zuständige Sektionschef im Bildungsministerium, Sigurd Höllinger ist mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden.

Zwar gab er keine Zahlen und Details bekannt, aber, so Höllinger: "18 der 21 Unis haben bereits jetzt eine vollständige Bilanz über ihr Vermögen und ihre finanzielle Situation vorgelegt, zwei von ihnen sogar schon von einem Wirtschaftsprüfer geprüft."

Und: 18 Universitäten verfügen über ausreichend Eigenkapital, um den vorgesehenen Lehr- und Forschungsbetrieb auch tatsächlich durchzuführen.

Keine Angst vor einem Konkurs



Drei Universitäten haben zu wenig Eigenkapital, welche das sind, wurde nicht bekannt gegeben. Angst vor einem Konkurs müsse aber keine Uni haben, so Höllinger, denn es gebe ja die Verpflichtung des Bundes zur Grundfinanzierung.

Und alle Universitäten sind ausreichend liquid um ihren laufenden Verpflichtungen nachzukommen.

Kreativität bei Investitionswünschen gefragt



Alle Investitionswünsche würden sich die Unis jetzt wohl nicht erfüllen können, meint Höllinger.
Da müssten die verantwortlichen Rektoren wirtschaftliches Denken zeigen und selbst über Schwerpunkte entscheiden.

Sondeprogramme für Forschung



Für Forschungsschwerpunkte werde es weiterhin Sonderprogramme geben, so Höllinger. Und einen Teil ihrer Wünsche würden sich die Unis wohl auch durch Umschichtung von freiwerdenden Personalmitteln erfüllen können.

Immerhin gingen bis Ende des Jahrzehnts die Hälfte aller Professoren und zehn Prozent des Mittelbaues in Pension, sagte Höllinger.

Franz Simbürger, Ö1-Wissenschaft



QUOTE
Und einen Teil ihrer Wünsche würden sich die Unis wohl auch durch Umschichtung von freiwerdenden Personalmitteln erfüllen können.

Immerhin gingen bis Ende des Jahrzehnts die Hälfte aller Professoren und zehn Prozent des Mittelbaues in Pension, sagte Höllinger.


Na wunderbar. Das heißt, diese Stellen werden einfach nicht nachbesetzt, dafür können sich die Unis dann Klopapier leisten oder was? blink.gif

Geschrieben von: RAY Thursday, 29.04.2004, 12:18
Hi,

nein, das heißt alte, teure Professoren gehen in Pension und können durch junge, billigere ProfessorInnen ersetzt. Dadurch werden die Mittel fürs Klopapier frei. Was uns das über alte teure Professoren verrät, will ich jetzt gar nicht wissen...
biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: lector Thursday, 29.04.2004, 13:42
Ich ahne es - aber das hast du sehr nobel ausgedrückt biggrin.gif

Geschrieben von: lector Sunday, 2.05.2004, 17:14
Nochmals zur Uni-Konkurs-Frage.
Diesmal von www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=s...sort=stst1&id=419202

Unigebäude:
Mieten als Bilanzproblem

(Die Presse) 29.04.2004

Der Bund verkaufte die Uni-Gebäude, jetzt müssen die Mieten bezahlt werden.

Theoretisch kann eine Uni in Konkurs gehen. | © Fabry

WIEN (ewi). Reiche Universitäten und arme: Die Eröffnungsbilanzen, die die 21 Unis nach dem neuen Gesetz erstellen mussten, legen unterschiedliche Vermögensverhältnisse dar. Drei Bilanzen hat das Bildungsministerium zurückgewiesen. Weil, so Sektionschef Sigurd Höllinger, verschiedene Rückstellungen (etwa für Urlaube) nicht enthalten sind.

Die Uni Wien könnte als reich gelten, weil sie über das Alte AKH (eine Schenkung) verfügt. Auf der anderen Seite ist sie durch Kreditrückzahlungen stark belastet.


Ein Problem für die Unis sind die Gebäude: Diese gehören der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die zum Teil recht hohe Mieten einhebt. Das Kuriosum: Der Bund hat erst vor zwei Jahren die universitären Immobilien an die BIG verkauft. So können in den Bilanzen nur die Einrichtungen - von den Labors bis zur PC-Ausstattung - und die Bibliotheken als Aktiva geführt werden.


Theoretisch kann eine Uni in Konkurs gehen. Das Bildungsministerium ist für die Finanzierung zuständig und ist im Falle einer verschuldeten Misswirtschaft zur Ausfallshaftung verpflichtet. Der Bund kann aber über den Regressweg die Schuldtragenden (Uni-Rat, Rektor) belangen.


Na dann warten wir mal ab und sehn dem ersten Uni-Konkurs und dem Regress gelassen entgegen. wink.gif

Geschrieben von: RAY Sunday, 2.05.2004, 19:40
Hi,

QUOTE
Theoretisch kann eine Uni in Konkurs gehen. Das Bildungsministerium ist für die Finanzierung zuständig und ist im Falle einer verschuldeten Misswirtschaft zur Ausfallshaftung verpflichtet. Der Bund kann aber über den Regressweg die Schuldtragenden (Uni-Rat, Rektor) belangen.
Na dann warten wir mal ab und sehn dem ersten Uni-Konkurs und dem Regress gelassen entgegen.


Vor allem find ich die Idee des Regresses gegen Uni-Rat und Rektor enorm originell!
Wie der Regress gegen ein vollkommen inhomogen besetztes Organ wie den Uni-Rat durchgehen soll (die Mitglieder des Unirats kriegen ja keine Aufsichtsratsgehälter - hoffe ich zumindest mal), kann ich mir nicht vorstellen. Nachdem die Mitglieder des Gremiums aus dem Konkurs der Uni wohl kaum wirtschaftlichen Gewinn ziehen werden können, ja nicht einmal aus der Teilnahme in dem Gremium Gewinn erzielen, kann man maximal den drinnensitzenden Uni-Professoren ungefähr ein halbes Jahresgehalt wegnehmen, allen anderen gar nix. Und deto gilt beim Rektor, der auch kein Großkonzernchefsgehalt mit Firmenanteilen und Jahresprämien bekommt, die er irgendwo am Aktienmarkt loswerden kann, so lange die Uni noch was Wert ist, sondern (hoffe ich zumindest) trotzdem nur ein etwas besseres Uniprofessorengehalt (was nicht schlecht ist, aber wo am Regressweg genau gar nix rauszuholen ist), dem man also auch nicht viel mehr als ein halbes Jahresgehalgt wegnehmen kann. Nachdem ein Uni-Konkurs aber in jedem Fall Unmengen an Gläubigern aus Gehaltsforderungen erzeugt (nämlich alle die unkündbaren Uniprofessoren, z.B.!), die ein unermeßliches Vielfaches der möglichen Regresserträge ausmacht, wüßte ich nicht, wie das den Steuerzahler beruhigen soll (außer dadurch, daß er nicht versteht, was die Konsequenzen eines solchen Konkurses und der Ergebnislosigkeit des Regresses wären).

Das einzige, was einigermassen originell ist, ist, dass nun der Rektor wegen fahrlässiger Krida in den Häfen gehen kann, wenn er den Konkurs nicht rechtzeitig anmeldet. Aber auch das beruhigt mich ehrlich gestanden nicht wirklich.

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: lector Monday, 3.05.2004, 12:29
Der science.orf.at/science/events/112998 erinnert heute an diese Veranstaltung, die hier bereits weiter oben erschienen war:

Ziel- und Leistungsvereinbarungen in Universitäten

Der neuen "Wunderwaffe" bei der Steuerung von Universitäten - den Ziel- und Leistungsvereinbarungen - widmet sich ein Hochschulpolitisches Forum am 6. Mai im ORF KulturCafe in Wien.

In der Privatwirtschaft ist das Konzept des Steuerns über Ziele und Leistungen schon jahrzehntelang im Einsatz, aber eignet es sich auch für den Hochschulbereich?

Darüber diskutieren Anke Hanft, Professorin für Bildungsmanagement, Universität Oldenburg, Sigrun Nickel, Abteilung Hochschulforschung des IFF Wien/Universität Klagenfurt, Stefan Tischer, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Georg Winckler, Rektor der Universität Wien.

Moderation: Ada Pellert, Abteilung Hochschulforschung, IFF Wien/Universität Klagenfurt. Veranstaltet wird das Hochschulpolitische Forum vom IFF - Abteilung Hochschulforschung (Universität Klagenfurt), der Ö1 Wissenschaftsredaktion und DER STANDARD.

Ort: RadioKulturhaus - ORF KulturCafe Wien, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Zeit: 6.5. 2004, 18.00 Uhr

Geschrieben von: lector Tuesday, 4.05.2004, 17:11
science.orf.at/science/news/113021

Uni-Zukunft: "Wunderwaffe" Leistungsvereinbarungen?

Im Universitätsgesetz 2002 sind sie das Steuerungsinstrument, mit dem die Politik den Hochschulen Vorgaben machen kann: die Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die 2007 in Kraft treten sollen. Die Hochschulforscherin Sigrun Nickel hält sie in einem Gastbeitrag für den Ausdruck einer Tendenz, aus den Universitäten ein "Experimentierfeld für Management-Moden" zu machen. In den USA, wo sie bereits vor 30 Jahren eingeführt wurden, hätten sie bereits zu ernüchternden Resultaten geführt.

Hochschulen als Experimentierfeld für Management-Moden

Von Sigrun Nickel

Die österreichischen Universitäten durchlaufen schon seit Jahren eine Reform von oben. Diverse Gesetzesänderungen, von bösen Zungen auch als "Interventions-Stakkato" bezeichnet, sollten die Hochschulen dem anglo-amerikanischen Vorbild der "entrepreneurial university" näher bringen.

Nachdem sich Ministerium und Universitäten nun genügend warm gelaufen haben, soll es jetzt aber wirklich klappen. Das jüngste Universitätsgesetz (UG 2002) entlässt die Hochschulen in die rechtliche Unabhängigkeit, damit sie Kreativität, Innovationsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit entfalten mögen.

Leistungsvereinbarungen: "Wunderwaffe" der Uni-Steuerung

Doch wenn die "Wissenschaftsunternehmen" zunehmend mehr selbst entscheiden und eigenverantwortlich im Wettbewerb agieren - wird das Ministerium da nicht langsam überflüssig? Mitnichten, denn bei allem Autonomie-Zuwachs, den das UG 2002 zugesteht, sollen die Universitäten zugleich besser und effektiver von der Politik gesteuert werden. Diese schwierige Aufgabe soll mit Hilfe einer neuen "Wunderwaffe" der Hochschulsteuerung gelöst werden - den Leistungsvereinbarungen.

Die Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) veranstaltet gemeinsam mit der Ö1-Wissenschaftsredaktion und dem STANDARD ein "Hochschulpolitisches Forum" zum Thema "Steuerung von Universitäten mit Leistungsvereinbarungen".

Zeit: 6. Mai um 18 Uhr
Ort: ORF KulturCafe, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Mehr zu dem Event
science.orf.at/science/events/112998


"Management by Objectives" zur Personalführung

Das Konzept der Ziel- und Leistungsvereinbarungen wurde in den 50er und 60er Jahren in den USA entwickelt und hat seitdem unter dem Begriff "Management by Objectives" (MBO) in der Privatwirtschaft große Verbreitung gefunden.

In den vergangene Jahren hat das Führen mit Zielen im Unternehmensbereich noch einmal eine erhebliche Konjunktur erlebt und gehört, wie der Oldenburger Professor Thomas Breisig feststellt, "mit deutlich wachsender Tendenz zu den am höchsten gehandelten und mit großen Erwartungen verbundenen Instrumenten".

Das MBO wird dort vorwiegend zur Personalführung eingesetzt. Vorgesetzter und Mitarbeiter legen in einer Vereinbarung Arbeits-Ziele fest, deren Erreichung nach einem definierten Zeitraum gemessen und als Maßstab für die Bezahlung genutzt wird.

Arbeitsprogramm an Universitäten, das eher ...

Ganz anders dagegen im Hochschulbereich. An deutschen und schweizerischen Hochschulen, wo bereits seit einigen Jahren mit MBO-Konzepte zum Einsatz kommen, werden Ziel- und Leistungsvereinbarungen zur Steuerung ganzer Organisationseinheiten eingesetzt - entweder auf politischer Ebene zwischen Staat und Hochschulen oder hochschulintern zwischen Rektorat und Fakultäten.

Das Schema ist immer ähnlich: Zentrale und Dezentrale einigen sich auf die Erbringung bestimmter Ziele und Leistungen und fixieren diese in einer Art "Arbeitsprogramm". Nach einiger Zeit berichten die Verantwortlichen der Organisationen bzw. der Organisationseinheiten, wie viele von den im Arbeitsprogramm angekündigten Projekten realisiert werden konnte.

... der Planung als der Leistungsmessung dient

MBO wird also mehr zur gemeinsamen Planung von Innovationsprojekten und weniger zur Leistungsmessung eingesetzt. Erste Studien an deutschen Hochschulen kommen zu dem Schluss, dass Ziel- und Leistungsvereinbarungen eher weiche Steuerungs- und Entwicklungsinstrumente sind, die ihre Wirkung im kommunikativen Bereich entfalten, sich aber nicht zur "harten" Budgetverteilung eignen. Genau dies will aber das österreichische Wissenschaftsministerium auf Basis des UG 2002 tun.

Wird im UG 2002 zum "Eier legenden Wollmilchschwein"

Im Paragraphen 13 des Gesetzestextes erscheinen die Leistungsvereinbarungen als eine Art "Eier legendes Wollmilchschwein" der Steuerung. Nicht nur dass die Universitäten ihre Strategie sowie Schritte zur Profilbildung und Personalentwicklung auf drei Jahre festlegen sollen, vielmehr sollen sie auch Angaben zu Forschungsaktivitäten, zum Studienbetrieb, zur Weiterbildung, zur Erhöhung der Internationalität und Mobilität und sonstigen Beiträgen zur gesellschaftlichen Entwicklung machen.

UG 2002, Paragraph 13
www.unigesetz.at/html/cont_gesetzestext.asp?ID=19058&gl=1


Messlatte für die Verteilung des Grundbudgets

Und damit nicht genug. Ergänzend zu den genannten Parametern sollen die Universitäten auch noch so genannte "Wissensbilanzen" vorlegen, in denen sie u.a. ihr intellektuelles Vermögen, differenziert in Human-, Struktur- und Beziehungskapital nachweisen. Diese Daten dienen als Messlatte für die Verteilung des Grundbudgets, welches immerhin 80 Prozent der Finanzmittel ausmacht. Wie genau die Budgetierung vorgenommen werden soll, ist noch nicht geklärt.

Bis 2007 hat das Ministerium Zeit, sich einen geeigneten Modus zu überlegen, dann nämlich sollen die ersten Leistungsvereinbarungen zwischen Staat und Hochschulen in Österreich in Form von Verträgen abgeschlossen werden.

Beispiel USA: Nach Euphorie folgte Ernüchterung

Nach weniger politischer Steuerung klingt das nicht, stattdessen entsteht der Eindruck einer Management-Euphorie. Aber ist diese auch sachlich gerechtfertigt? Die Erfahrungen im Vorbild-Land USA mahnen zur Vorsicht.

Dort ist bereits vor rund 30 Jahren das Konzept der Ziel- und Leistungsvereinbarungen im Hochschulsektor erstmals eingesetzt worden. Nach anfänglicher Euphorie folgte die Ernüchterung, nachdem sich in der Praxis Umsetzungsprobleme und suboptimale Ergebnisse gezeigt hatten.

Vergängliche "Management-Moden im Hochschulbereich"?

Deshalb ordnet der nordamerikanische Hochschulforscher Robert Birnbaum Ziel- und Leistungsvereinbarungen auch in die Kategorie der vergänglichen "Management-Moden im Hochschulbereich" (Management Fads in Higher Education) ein, so der Titel seines gleichnamigen Buches.

Birnbaum rät generell zu einer "skeptischen Neugier" gegenüber neuen Methoden des Hochschulmanagements. Er lehnt sie nicht ab, aber empfiehlt ein vorsichtiges Ausprobieren ohne überhöhte Erwartungen. Die Experimente müssen jederzeit abgebrochen oder korrigiert werden können.

Ein Ratschlag, den der österreichische Hochschulbereich beherzigen sollte, damit die laufenden Reformen nicht in einem Management-Overkill enden, sondern in einer echten Verbesserung für das Schaffen von Wissen.

Sigrun Nickel ist Mitarbeiterin des IFF/Abteilung Hochschulforschung in Wien.
IFF/Abteilung Hochschulforschung, Wien
www.iff.ac.at/hofo/

Ich frag mich - nur zum Beispiel, um konkret zu werden - welche Leistung man - sagen wir mit Lehrbeauftragten (falls überhaupt vorgesehn) - vereinbaren will, wenn man für eine zweistündige Vorlesung pro Semester - und wohlgemerkt: brutto - die umwerfende Summe von 912,00 Euro (lit. b, "Kollegiengeld") bzw. 2.400 Euro brutto (lit. a, "remuneriert") zu zahlen bereit ist. Mit solchen Modalitäten wird man ganz sicher Top-Lehre heranzüchten, gell. Damit kann man nicht einmal bei den zahlreichen arbeitslosen AkademikerInnen reüssieren, denn die werden nicht länger bereit sein, um derartigen Hungerlohn ihre Qualifikation einzusetzen. lit. b liegt unter der sog. Geringfügigkeitsgrenze, man könnte etwas realistischer sagen: unter dem Existenzminimum. Mit dieser gloriosen Perspektive vor Augen kann man ohne Zynismus "Auf in die neuen 'Centers of Excellence'" - ja: zum Himmel schrein.

Geschrieben von: RAY Tuesday, 4.05.2004, 17:44
Hi, lieber lector,

ich stimme Deiner Analyse zwar weitgehend zu, wundere mich aber, wie Du auf die 912,-- € für lit. b kommst. Ich hab gerade letzthin die neuen Keltologie-Berechnungen gesehen, und da wird die zweistündige lit.b-Veranstaltung mit 1.812,-- € gerechnet, nicht mit 912,-- €. Ich mein, nicht, daß 1.812,-- € jetzt grade das Vermögen schlechthin wären, aber es ist doch fast das doppelte der 912,-- €, die Du da nennst. Nachdem Du brutto schreibst, kann die Differenz auch nicht von der Steuer gefressen werden, und selbst wenn Du netto nimmst kann das nicht passen, weil bei so niedrigen Beträgen ist die Steuer ja dann doch noch nicht bei nahezu 50%... blink.gif

Liebe Grüße von einem verwunderten

RAY

Geschrieben von: lector Tuesday, 4.05.2004, 17:53
Ray, ich habe diese Zahlen aus offizieller Quelle, und zwar vom derzeitigen Beauftragten für die Lehrplanung am IKA, sogar schriftlich (ergangen an die externen Lehrbeauftragten, dat. 21. April 2004), zumindest zu den 912 €.
Und selbst dieser Betrag kann derzeit nur vorbehaltlich tatsächlich vorhandener Budgetierung in Aussicht gestellt werden. blink.gif

Aber wer weiß, vielleicht hat sich jüngst was zugunsten von uns Hungerleidern geändert unsure.gif

Behalten wir die Frage im Auge. dry.gif

Herzlichen Gruß auch wiedermal,
Karl.

Vielleicht beziehn sich die 912.- auf eine 1-stündige LV?
Das Doppelte davon wäre dann aber 1.824.- huh.gif

Geschrieben von: RAY Tuesday, 4.05.2004, 17:58
Hi,

naja, bei mir gilt selbiges, und meine offizielle Quelle, von der ich es auch schriftlich hab, hat behauptet, die aktuellen Zahlen vom Dekanat zu haben (weil letztes Jahr warens noch 1.792 oder sowas, es ist also schon Inflationsangleichung für lit.b drinnen). Bist Du Dir sicher, daß hier nicht die KA aus ihrem Budget auf Kosten der Externen ein Maximum zu machen probiert? unsure.gif

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: lector Tuesday, 4.05.2004, 18:03
Aber ich rechne gerade nach: 2.400 € wäre in etwa das, was man bisher nach lit. a für 2-std. VO erhalten hatte, das waren in Schillingzeiten ca. 5.000.- ATS im Monat (in Euro müsst ich nachsehn, wieviel das genau war in den letzten Semestern, aber sicher in etwa der Betrag). So bzw. analog gesehn, wären die 912.- tatsächlich für 2 Stunden.

Geschrieben von: lector Tuesday, 4.05.2004, 18:05
Das will ich nicht glauben.
Gibt es nicht eine einheitliche Regelung?

Geschrieben von: RAY Tuesday, 4.05.2004, 18:11
Also, ich weiß nicht, mit was für berechungsschlüsseln die KA arbeitet, aber ich kann Dir die exakten Euro-Beträge nennen, die die Keltologie verwendet (und das nach den offiziellen Listen). Und zwar war das im letzten Jahr € 1.778,-- für einen externen Lehrbeauftragten lit. b, und ist heuer 1.812 € für einen Externen lit.b.
Wo der Unterschied liegen könnte ist die Frage ob remuneriert oder Kollegiengeld (was allerdings nichts mit lit.a oder lit.b zu tun hat, sondern damit, ob Du an der Uni angestellt bist oder nicht). Also ich tät mich an Deiner Stelle von der KA nicht für internes Kollegiengeld anstellen lassen, nachdem Du an der Uni keinen Dienstposten hast!

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: RAY Tuesday, 4.05.2004, 18:13
Ach ja, und wenn ich da nachschau, sind selbst dafür für lit.b glaub ich 1.032.20 € fällig...

RAY

Geschrieben von: lector Tuesday, 4.05.2004, 18:18
Würde ich auch niemandem empfehlen. Ich kenne aber mehrere Fälle, denen nichts anderes übrig bleibt, weil sie remuneriert über der Geringfügigkeitsgrenze zu liegen kommen und dann kein Geld vom AMS mehr bekommen, von der Remuneration aber nicht leben können.
Daher müssen sie in den sauren Apfel beißen und gegen Kolleggeld lesen.
Ein Jammer.

Ja, der Unterschied ist der, ob remuneriert oder gegen Kolleggeld.

Mit Kolleggeld-Vereinbarung ist man auch nicht versichert, remuneriert schon.

Geschrieben von: RAY Tuesday, 4.05.2004, 18:58
Hi,

ok, dann können diese Beträge natürlich stimmen. ist allerdings natürlich eine spezielle Situation, wenn man als Nicht-Bediensteter gegen Kollegiengeld liest. Ok, nicht, daß man sonst wesentlich mehr verdient, aber immerhin...

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: lector Saturday, 8.05.2004, 01:23
Reden wir nicht über mickrige Zahlen, Ray, erteilen wir der großen Politik das Wort ;)
Hier eine Zusammenfassung der weiter oben angekündigten Diskussionsveranstaltung.

science.orf.at/science/news/113298

Zielvereinbarungen: Steuerungsinstrument oder Plauderei?

Im Jahr 2007 sollen die österreichischen Universitäten erstmals Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Staat abschließen. Welchen Sinn sie haben werden, und wie sie von den Hochschulen eingehalten werden sollen - darüber diskutierte Donnerstagabend eine hochkarätige Runde von Hochschulexperten im ORF-Kulturcafe.


Zentrale Frage dabei war: Werden die vordergründig autonomen Universitäten durch Koppelung ihres Budgets an Leistungsvereinbarungen einmal mehr vom Staat abhängig oder gar erpressbar? Es galt, die Leistungsvereinbarungen zwischen ihrer Funktion als Steuerungsinstrument und bloßer konsequenzenloser Plauderei zu positionieren.

Neben der Ö1-Wissenschaftsredaktion und der Tageszeitung "Der Standard" hatte zu dem "Hochschulpolitischen Forum" am 6. Mai 2004 das Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) geladen.
Mehr über die Veranstaltung
science.orf.at/science/events/112998


Fit für den Wettbewerb oder obrigkeitskonform?

Manche hoffen: Ziel- und Leistungsvereinbarungen machen Unis fit für den Wettbewerb und bringen ihnen gutes Wirtschaften bei. Andere fürchten: Die Ziel- und Leistungsvereinbarungen würden bedeuten, dass solche Unis, deren Professoren die meisten Aufsätze in internationalen Fachzeitschriften unterbringen, vom Staat mehr Geld bekämen, ebenso wie jene, die obrigkeits- und wirtschaftskonform forschen - von der Seifenformel bis zur Zeitgeschichte.

Dass die Sache paradoxerweise weder so einfach, noch so schwierig ist, zeigte die Debatte der Spezialisten.

"Nicht hart mit dem Budget verknüpft"

Der Soziologe Stefan Titscher, einer der Väter des Universitätsgesetzes 2002, ist im Bildungsministerium auch mit den gegenständlichen Vereinbarungen der Unis mit dem Staat befasst. Wie sehr ist nun die wie immer zu definierende Leistung der Unis an die Mittelzuteilung gekoppelt?

"Die Leistungsvereinbarungen sind eine weiche Geschichte, die nicht hart mit dem Budget verknüpft sind." Die Budgetierung sei nur ein Punkt unter anderen - nicht mehr als eine Erdbeere im Obstsalat, wie Titscher kulinarisch ergänzte.

Auch politische Steuerung

Dennoch, so merkte die Hochschulexpertin der IFF Sigrun Nickel an, geht es ja nicht nur um gutes Wirtschaften an den Unis: "Universitäten unterliegen auch einer politischen Steuerung und es gibt ein hierarchisches System, das politisch gesteuert ist, weil Universitäten und Hochschulen eine Berichts- und Rechenschaftssystem haben."


Unis als Experimentierfeld für Management-Moden

In einem Gastbeitrag für science.ORF.at hielt Sigrun Nickel die neuen Leistungsvereinbarungen für den Ausdruck einer Tendenz, aus den Universitäten ein "Experimentierfeld für Management-Moden" zu machen. In den USA, wo sie bereits vor 30 Jahren eingeführt wurden, hätten sie bereits zu ernüchternden Resultaten geführt, schrieb sie.
Gastbeitrag Sigrun Nickel (4.5.04)
science.orf.at/science/news/113021


Zurückweisung durch Verfassungsgericht

Dementsprechend herrscht auch mancherorts Freude darüber, dass nach der VfGH- Zurückweisung eine neue Form der Rechtssicherheit in die Leistungsvereinbarungen eingebaut werden muss. Etwa bei Georg Winckler, dem Rektor der Universität Wien und Vorsitzenden der Rektorenkonferenz.

Dass der Verfassungsgerichtshof die Rechtssicherheit auch noch durch einen verpflichtenden, wiederum von der Universität bekämpfbaren Bescheid ergänzt haben wollte, sei ganz in seinem - Wincklers - Sinn.

Bleibt alte Weisungskultur bestehen?

Es würden aber nicht nur zwischen Staat und Unis, sondern darüber hinaus eine Vielzahl von Uni-internen Zielvereinbarungen abgeschlossen werden. Der Rektor mit dem Uni-Rat und dem Vizerektor, die Fakultäten mit dem Rektorat.

Klingt bürokratisch und ist es auch - bei aller Leistungsorientierung -, so argwöhnte der praxisgeprüfte Rektor: "Im Hintergrund gilt ja noch immer die Weisungskultur, über die auf die rationale 'schöne Welt' noch immer eingegriffen werden kann."

80 Prozent der Uni-Budgets nach Zielvereinbarungen

Letztlich geht es trotz allem zunächst einmal um die Mittelvergabe, also ums Geld: Dabei steht nun im Gesetz, dass 80 Prozent der einzelnen Uni-Budgets nach Ziel- und Leistungsvereinbarungen vergeben werden sollen. Das hört sich hart an, doch Stefan Titscher vom Bildungsministerium relativierte ja diesen Punkt - es handle sich um ein weiches Steuerungsinstrument, das die Aufregung gar nicht wert sei.

Zahnloser Tiger?

Verwirrung löste das zunächst bei der Professorin für Bildungsmanagement der Universität Oldenburg Anke Hanft aus: Will man in Österreich nun definieren, welche Leistungen die Unis erbringen sollen und dann keine Konsequenzen setzen - also nur ein bisschen mit dem Ministerium plaudern, was man an den Hohen Schulen so vorhat? Ein zahnloser Tiger, statt eines Wundermittels zur Steuerung der Universitäten?

Koppelung an Strategieentwicklung und Innovation

Jedenfalls, so Anke Hanft, sollten in den Vereinbarungen auch Innovationen, also Neuerungen an den Unis festgeschrieben werden, und das ganze durchaus ans Budget gekoppelt werden, jedoch: "In die Zielvereinbarung darf nicht alles reingepackt werden, was ohnehin in der Universität drin ist. Die Vereinbarung muss mit Strategieentwicklung gekoppelt sein."

Was im Klartext heißt: Nicht Gebäude oder Mitarbeitergehälter - kurz die Kosten für den laufenden Uni-Betrieb - sollten an Leistungsvereinbarungen gekoppelt sein, sondern der Wille zum Neuen, zur Regsamkeit, zur Innovation.

Bei Verfehlung: Maximal zwei Prozent Budgetreduktion

Wobei auch klar sein müsse, so Georg Winckler, dass eine Universität mehr als ein Minus von zwei, drei Prozent im Budget pro Jahr nicht ohne Schaden verkraften könne. Deshalb steht auch im Gesetz: Wenn eine Universität die Vereinbarung mit dem Staat nicht erfüllt, oder wenn gar keine zustande kommt, erfolgt die Budgetreduktion drei Jahre lang nur um jeweils zwei Prozent pro Jahr.

Leistungs- und Budgetverhandlungen zweierlei

Doch diese Gefahr sieht Stefan Titscher vom Bildungsministerium ohnehin nicht: Der Regelfall werde sein, dass die Unis ihre intern beschlossenen Leistungsangebote machen würden, und nicht umgekehrt das Ministerium solche einfordern werde.

Leistungs- und Budgetverhandlungen würden auch nach dem Jahr 2007 zweierlei bleiben: "Das ist kein Überfall oder so etwas. Es geht auch, aber nicht nur ums Geld. Die Wahrnehmung zu den Leistungen der Universität soll verändert werden."

Martin Haidinger, Ö1-Wissenschaft
science.ORF.at



Geschrieben von: RAY Saturday, 8.05.2004, 01:38
Ich äußere mich jetzt gar nicht weiter.

RAY

Geschrieben von: lector Saturday, 8.05.2004, 01:48
Verstehe ich gut.
Ich hab ja auch keinen Kommentar dazu abgegeben. dry.gif

Geschrieben von: Guest Thursday, 17.06.2004, 02:45
APA480 5 II 0336 XI 16.Jun 04

Universitäten/Reform/Nationalrat/VfGH

Unireform: Koalition will Universitätsgesetz reparieren
Utl.: Initiativantrag soll für mehr Rechtsschutz bei
Leistungsvereinbarungen sorgen - Vorgabe des VfGH =

Wien (APA) - Die Regierungsfraktionen planen eine Reparatur der
vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) aufgehobenen Teile des
Universitätsgesetzes (UG). Im Nationalrat haben ÖVP und FPÖ heute,
Mittwoch, einen Initiativantrag eingebracht, mit dem der fehlende
Rechtsschutz bei den ab 2007 zwischen Unis und Bildungsministerium
abzuschließenden Leistungsvereinbarungen eingeführt werden soll.
Bereits "vorsorglich" repariert werden soll außerdem eine vor kurzem
beim VfGH angefochtene Bestimmung, die wissenschaftliche Mitarbeiter
in Ausbildung von den Senatswahlen ausgeschlossen hat. Der Antrag
wird dem Wissenschaftsausschuss zugewiesen.

Im Jänner hatte der VfGH nach einer Beschwerde der SPÖ zwar die
neue Organisation der Hochschulen für verfassungskonform erklärt, auf
Grund des fehlenden Rechtsschutzes aber die Leistungsvereinbarungen
aufgehoben. Diese Verträge zwischen Unis und Ministerium sollen ab
2007 die wechselseitigen Verpflichtungen zwischen Bund und den
Hochschulen regeln. Von Seiten des Bundes betrifft dies vor allem die
Budgetzuteilung, von Seiten der Unis die strategischen Ziele,
Forschungsvorhaben, gesellschaftliche Zielsetzungen sowie Fragen des
Studienbetriebs.

Keine ausreichende Vorsorge war laut VfGH für jene Fälle
getroffen, in denen sich Uni und Ministerium über keine
Leistungsvereinbarungen einigen konnten bzw. bei Streitigkeiten aus
einem bereits abgeschlossenen Vertrag. In den aufgehobenen Passagen
war nur eine Schlichtungskommission vorgesehen, die bei Nichteinigung
zwischen Uni und Bildungsministerium nur "auf einen Abschluss
hinwirken" konnte. Kontrollfunktion wäre ihr keine zugekommen.

Der Initiativantrag sieht auch jetzt eine Schlichtungskommission
vor, die allerdings mehr Rechte hat: Bei Nichteinigung erlässt sie
einen Bescheid, der die Leistungsvereinbarung ersetzt und gegen den
der Rechtsweg bis zu den obersten Gerichten offen steht. Die
fünfköpfige Kommission ist weisungsfrei und soll aus je zwei
Mitgliedern von Universität und Bildungsministerium sowie einem auf
Vorschlag des OGH-Präsidenten ernannten Richter, der auch den Vorsitz
führt, bestehen.

Kommt es zu Differenzen über eine bereits abgeschlossene
Leistungsvereinbarung, wird deren Gültigkeit zunächst mit einem
Bescheid des Ministeriums festgestellt. Auch gegen diesen kann der
Rechtsweg beschritten werden.

Vorausblickend repariert werden sollen außerdem Bestimmungen über
die Wahl zu den Senaten, die wissenschaftliche Mitarbeiter in
Ausbildung vom aktiven und passiven Wahlrecht ausschlossen. Der VfGH
hat dagegen im März ein Gesetzprüfungsverfahren wegen
Gleichheitswidrigkeit eingeleitet. Künftig sollen daher die
betroffenen Mitarbeiter wahlberechtigt sein.
(Schluss) aku/wea

APA480 2004-06-16/15:10

161510 Jun 04






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Geschrieben von: lector Friday, 18.06.2004, 17:55
science.orf.at/science/news/115957

Geschrieben von: Florian Saturday, 26.06.2004, 09:27
"UNI WIEN: KAMPF UM STUDENTEN UND FINANZEN"

ERICH WITZMANN

Österreichs Studenten können die verschiedenen "Profile" der Universitäten vergleichen - und dann die Wahl des Studienorts treffen. Georg Winckler, Rektor der Uni Wien, nimmt zur neuen Konkurrenzsituation Stellung.

Die Presse: Mit der Uni-Reform stehen die Rektoren mit ihren Universitäten in einer direkten Konkurrenzsituation.

Georg Winckler: Das ist sicherlich ein Punkt, der auf die österreichischen Universitäten zukommt. Wenn auf der einen Seite die Universitäten autonom agieren wollen, ihre eigene Entwicklungsplanung betreiben wollen, dann wird sich das Ministerium überlegen müssen, welche Entwicklungsplanung als die erfolgreiche angesehen wird und welche nicht. Es ist klar, dass die autonomen Universitäten zunächst sehr große und hoffnungsreiche Vorstellungen haben, wie die Entwicklung ihrer eigenen Universität stattfinden können wird. Ich gehe aber davon aus, dass wir aus dem Zeitalter der knappen Budgets nicht draußen sind und deswegen die Diskussion aufkommen wird, welche Entwicklungspläne finanziert werden und welche nicht.

Es muss also jede Universität schauen, dass sie mit einem besseren Entwicklungsplan bei der Budgetzuteilung punkten kann.

Winckler: Richtig. Es wird dann sehr auf die Qualität des Entwicklungsplans ankommen, aber da wissen wir, dass sicherlich eine Konkurrenzsituation auf die Universitäten zukommen wird. Andererseits wollen wir, dass diese Konkurrenz doch möglichst versachlicht wird in dem Sinne, dass es klar wird, welche Indikatoren die entscheidenden sind in der Beurteilung des Erfolgs des Handelns der Universitäten. Das heißt, wir wollen genau wissen, wie das Ministerium dann erfolgreiche Lehre bzw. erfolgreiche Forschung messen bzw. beurteilen wird. Denn, was wir nicht wollen, ist, dass wir Entwicklungspläne entwickeln, die durchaus sehr günstige Entwicklungen für die Universitäten aufzeigen, die wir aber wegen des knappen Geldes nicht nachvollziehen können.

Mit welchen Universitäten wird sich die Uni Wien in Konkurrenz befinden?

Winckler: Ich glaube, wir müssen die Entwicklung zum europäischen Hochschul- und Forschungsraum sehen. Um das etwas spitz zu sagen: Die Universität Innsbruck wird sich künftig fragen müssen, welches Profil sie hat im Verhältnis zur Universität München oder Universität Bozen. Für die Universität Wien wird sehr entscheidend sein, was im Wiener Raum bzw. bis hin zum Raum Budapest erfolgt, wir müssen schauen, dass die Profilierung nicht nur eine Profilierung innerhalb Österreichs ist, sondern eine innerhalb Europas.

Europa ist wichtiger als Österreich?

Winckler: Es stellt sich die Frage, welche österreichische Universität kann im europäischen Hochschul- und Forschungsraum mithalten an führender Stelle und welche Universität nicht. Hier ist die Frage nicht so sehr, ob die Uni Wien besser ist als die Uni Graz oder Innsbruck, sondern wir wollen ja zunehmend in einem europäischen Hochschul- und Forschungsraum agieren. Der wichtige Punkt ist die Profilbildung - eine Profilbildung, die auch außerhalb Österreichs entsprechend nachvollzogen werden kann.

Und der Vergleich?

Winckler: Wir werden schauen, was sind denn eigentlich unsere Vergleichsuniversitäten. Da würde ich sagen, für die Uni Wien sind dies die Humboldt-Universität Berlin, die Universitäten München oder Zürich, um jetzt bei deutschsprachigen Universitäten zu bleiben. Ob das von den nicht-deutschsprachigen die Universität Stockholm ist oder Amsterdam, ist eine weitere Frage. Wir müssen also schauen, dass die Profilbildung, die wir betreiben, nicht nur eine Österreich-bezogene ist.

Quelle: www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=b&ressort=bst&id=428848

Geschrieben von: lector Saturday, 26.06.2004, 13:43
QUOTE
dass wir Entwicklungspläne entwickeln, die durchaus sehr günstige Entwicklungen für die Universitäten aufzeigen
wink.gif

Geschrieben von: lector Friday, 2.07.2004, 00:05
science.orf.at/science/news/117139

Uni-Milliarde: Ministerium weist RH-Kritik zurück

Sigurd Höllinger, Leiter der Hochschulsektion im Bildungsministerium, weist die Kritik des Rechnungshofs (RH) an der Umsetzung der Uni-Milliarde in den Jahren 2001 und 2002 zurück.


Ziel der Maßnahme sei es gewesen, den Universitäten die Mittel zur Verbesserung des Studienbetriebs sehr schnell zukommen zu lassen, betonte Höllinger gegenüber der APA. Deshalb seien groß angelegte Ausschreibungen nicht zweckmäßig gewesen.

Die aus Vertretern der Universitäten und der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) bestehende Kommission zur Vergabe der Mittel habe auf Grundlage von Vorschlägen der Hochschulen selbst entschieden.

Einstimmige Entscheidungen der Kommission

Als Kriterien wurden dabei etwa eine Modernisierung der Studien, die Beschleunigung der Ausbildung und die Verbesserung der Serviceleistungen für Studierende festgelegt. Nicht nachvollziehen kann Höllinger den RH-Vorwurf, wonach Forschungs- und Verwaltungsprojekte finanziert worden seien, die zu keinen unmittelbaren Verbesserungen für die Studenten geführt hätten.

Die Kommission habe stets einstimmig entschieden, auch die Studentenvertreter - zunächst jene der VP-nahen Aktionsgemeinschaft, nach deren Abwahl jene der sozialistischen bzw. Grünen Studenten - hätten dabei zugestimmt.


Beispiel Neue Medien an der WU Wien
"Die Maßnahmen haben alle zur Verbesserung des Lehr- und Studienbetriebs geführt", so Höllinger. Als Beispiel nannte er die Entwicklung einer durch Neue Medien unterstützte Studieneingangsphase an der Wirtschaftsuniversität (WU). Dadurch wären die Lehrenden entlastet und für andere Aufgaben frei geworden.

Kritik an Gebühren-Rückerstattung "nicht stichhaltig"

Ebenfalls nicht stichhaltig ist für den Hochschul-Sektionschef die Kritik des RH an dem System der Rückerstattung der Studiengebühren an bestimmte Gruppen von ausländischen Studenten. Der Verwaltungsaufwand dafür sei zwar höher als geplant, aber doch "sehr niedrig".

Außerdem hätte auch die vom RH vorgeschlagene automatische Erlassung der Gebühren für diese Gruppe einen Verwaltungsaufwand ausgelöst.

Darüber hinaus stelle sich die Regelung für die Situation nach der Ausgliederung der Unis als vorteilhaft dar - seit Anfang des Jahres können die Unis nämlich selbst entscheiden, ob sie den Ausländern die Gebühren zurückzahlen oder nicht.


Grüne fühlen sich bestätigt

In ihrer Kritik an der Uni-Milliarde bestätigt sehen sich hingegen die Grünen. "Autonomie und Deregulierung als politisches Motiv der Uni-Reform werden durch eine Fülle bürokratischer Maßnahmen im Bereich der Studiengebühren konterkariert", so Grünewald in einer Aussendung.

Dass Studierende bestimmter Entwicklungsländer Gebühren zahlen müssen, die dann rückerstattet werden, könne nur als Schildbürgerstreich betrachtet werden.

Auch FWF wehrt sich gegen RH-Bericht

Der in einem weiteren RH-Bericht ebenfalls kritisierte Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) wehrt sich gegen die vom Rechnungshof empfohlene Zusammenlegung mit dem Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF).

Eine vom Infrastrukturministerium in Auftrag gegebene internationale Evaluierung habe einen Zusammenschluss explizit verworfen. Auch der Gesetzgeber sei mit der Schaffung der neuen Forschungsförderungs-Gesellschaft (FFG), in die zwar der FFF, nicht aber der FWF integriert wurde, dieser "sachlich fundierten Empfehlung gefolgt".

Geschrieben von: Florian Monday, 9.08.2004, 16:01
"Uni-Reform: Senatswahl war verfassungswidrig"

Die Wahlen zu den Senaten an den österreichischen Universitäten waren verfassungswidrig. Zu diesem Schluss kommt der Verfassungsgerichtshof (VfGH) in einem am Montag zugestellten Erkenntnis.
Grund: Wissenschaftliche Mitarbeiter in Ausbildung waren vom aktiven Wahlrecht ausgeschlossen, was gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt.

Keine Konsequenz, UG bereits novelliert
Konsequenzen hat das Urteil aber keine: Die entsprechende Bestimmung des Universitätsgesetzes (UG) ist vom Nationalrat auf Grund der Beschwerde im Juli bereits "vorsorglich" novelliert worden.

Beschwerdeführer von WU Wien
Beschwerdeführer waren drei wissenschaftliche Mitarbeiter in Ausbildung, die an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien tätig sind.
Der VfGH konnte keine sachliche Rechtfertigung dafür erkennen, dass diese nicht über die Zusammensetzung des Senats an der Uni mitbestimmen durften, so Anja Oberkofler von der Kanzlei Freimüller-Noll-Obereder-Pilz gegenüber der APA. Lehrbeauftragte und Studienassistenten waren nämlich nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen.

VfGH schon mehrfach mit UG 2002 beschäftigt
Die Uni-Reform 2002 hat die Verfassungsrichter dieses Jahr schon einmal beschäftigt. Konkret hielt der VfGH im Jänner nach einer vorangegangenen Anfechtung der Materie durch die SPÖ fest, dass die eigentliche Reform verfassungskonform sei.
Als verfassungswidrig beanstandet wurden gleichzeitig allerdings die ab 2007 geplanten Leistungsvereinbarungen zwischen Bund und Universitäten, die Grundlage dafür sein sollten, wie viele Mittel eine Universität aus dem Budget bekommt. Auch diese Bestimmung wurde mittlerweile aber bereits neu gefasst.

Quelle: science.orf.at/science/news/120917

Geschrieben von: lector Wednesday, 11.08.2004, 12:43
science.orf.at/science/news/121177

Boom bei Stiftungsprofessuren an Universitäten

Von einem "Boom" bei Stiftungsprofessuren an deutschen Hochschulen spricht der "Stifterverband für die deutsche Wissenschaft" in seinem Jahresbericht 2003. Ähnlich die Situation in Österreich: Auch hierzulande suchen immer mehr Universitäten alternative Wege, um die benötigten Professuren zu finanzieren.

Waren bis vor kurzem Professuren ausschließlich staatlich finanziert, bieten sich den Unis heute zunehmend Möglichkeiten, mit Hilfe alternativer Finanzierungen ihr Lehr- und Forschungsangebot auszuweiten.

Mittlerweile sind an den 15 wissenschaftlichen Unis mehr als 30 Stiftungsprofessuren eingerichtet, wie eine Umfrage der APA ergab. Dabei erweist sich nicht ausschließlich die Wirtschaft als Partner. Auch die Länder werden zunehmend zu Stiftern.

Spitzenreiter Uni Innsbruck

Mit Abstand an der Spitze liegt die Universität Innsbruck mit zehn Stiftungsprofessuren, wovon aber derzeit nur fünf besetzt sind, die übrigen sollen in Kürze folgen.

In sechs dieser Lehrstühle fließt ausschließlich Landesgeld bzw. ist das Land über die Tiroler Zukunftsstiftung, ein öffentlich-rechtlicher Fonds des Landes, gemeinsam mit Wirtschaftspartnern an der Finanzierung beteiligt.

Darüber hinaus finanziert die EU eine Jean-Monnet- sowie eine Marie Curie-Professur.

Uni Klagenfurt: Sechs Professuren im technischen Bereich
Ein ebenso starkes Länder-Engagement gibt es in Kärnten, wo sechs Stiftungsprofessuren im technischen Bereich an der Uni Klagenfurt für fünf Jahre vom Land über den Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds mit mehr als sieben Mio. Euro gefördert werden. Nach 2008 sollen Bund und Universität die Kosten übernehmen.


Länder-Engagement in Salzburg und Graz

Auch an der Universität Salzburg (Stiftungsprofessur für Biowissenschaft und Gesundheit) und der Medizinuni Graz (Stiftungsprofessur für das neue Studium für Pflegewissenschaften) zahlt das jeweilige Land.

Uni Wien: Caritas und Rotes Kreuz

An der Uni Wien soll in Kooperation mit der Medizinuni Wien ab Herbst 2005 ein von Caritas und Rotem Kreuz bezahlter Lehrstuhl für Pflegewissenschaften eingerichtet werden - womit ein in Österreich völlig neues Fach ausschließlich von Stiftungsprofessuren getragen wird.

Wettbewerb um Professur für Bioinformatik

Neben Kärnten, Salzburg und Steiermark engagiert sich auch die Stadt Wien in dieser Richtung: Der Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF) hat einen Wettbewerb für eine Stiftungsprofessur für Bioinformatik ausgeschrieben.

Bis 7. Oktober können sich Unis mit einem Personalvorschlag für die dafür zur Verfügung gestellten 1,5 Mio. Euro bewerben.

Eine sozialwissenschaftliche Stelle

Außerdem unterstützt die Stadt das Sir Peter Ustinov-Institut bei der nach dem Schauspieler benannten Professur zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen (Uni Wien) - übrigens die einzige fremdfinanzierte sozialwissenschaftliche Stelle.

Der Schwerpunkt der Stiftungsprofessuren liegt sonst im naturwissenschaftlich-technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Bereich.

(Gast)Professur für Europarecht in Wien

An der Uni Wien finanziert weiters die Bank Austria seit einigen Jahren eine Stiftungs(gast)professur u.a. für Europarecht.

Die Alma Mater Rudolphina war auch Ausgangspunkt der vom Friedrich August von Hayek-Institut eingerichteten Hayek-Stiftungsprofessur, die mit dem Schwerpunkt Österreichische Schule der Nationalökonomie jedes Semester an einer anderen österreichischen Uni Station macht.

Wirtschaft zurückhaltend
Zurückhaltend zeigt sich die Wirtschaft, die bisher nur einzelne Professuren fördert. Beispiele dafür sind die Uni Innsbruck mit einer von der Hypo Tirol Bank finanzierten Professur für betriebliche Finanzwirtschaft, die Technische Universität (TU) Wien mit einem Lehrstuhl für Abfallwirtschaft (finanziert von Altstoff Recycling Austria/ARA), die Veterinärmedizinische Uni Wien mit einer von einem Tierfuttermittel-Hersteller finanzierten Professur für Tierernährung und einem von einem Schweizer Bio-Tech-Unternehmen geförderten Lehrstuhl für Pharmakologie (derzeit noch unbesetzt), die Wirtschaftsuniversität Wien mit einer Stelle für Entrepreneurship und Innovation (OeNB, Bank Austria, Wirtschaftskammer Österreich und Wien) und die Montanuniversität Leoben mit einem Lehrstuhl für Simulation und Modellierung metallurgischer Prozesse (u.a. VOEST Alpine, Böhler Uddeholm, Amag, AVL, Miba, Veitsch-Radex).


Drei Unis ohne Stiftungsprofessur

Die Ausnahmen des österreichweit erkennbaren Trends bilden die Uni Graz, die Uni Linz und die Medizinische Uni Innsbruck. Sie sind die einzigen, die über keine Stiftungsprofessur verfügen. Der bisher einzige Linzer Stiftungsprofessor wurde Rektor der Uni Graz, seine Stelle anschließend staatlich nachbesetzt.

Engagement von Ministerien

Auch Ministerien engagieren sich finanziell für Stiftungsprofessuren: An der Universität für Bodenkultur (BOKU) gibt es bereits seit vier Jahren einen vom Landwirtschaftsministerium finanzierten Lehrstuhl für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Und das Verteidigungsministerium zahlt ab Beginn des kommenden Studienjahres an der Uni Innsbruck eine Professur für Europäische Sicherheitspolitik.

Mäzenatentum in Österreich selten

Mäzenatentum einzelner Persönlichkeiten, wie es im angloamerikanischen Raum gang und gäbe ist, ist in der österreichischen Universitäts- und Forschungslandschaft noch eine Seltenheit, Ausnahmen sind zwei Industriemagnaten:

An der TU Graz finanziert der austro-kanadische Magna-Konzernchef Frank Stronach ein nach ihm benanntes Institut für Fahrzeugtechnik, das im Herbst seinen Betrieb aufnehmen soll. Er stellt dafür 24 Mio. Euro zur Verfügung, finanziert werden damit u.a. drei von vier Professuren sowie die Mietkosten für ein neues Institutsgebäude.

Und der Industrielle Hannes Androsch hat heuer eine nach ihm benannte Stiftung an der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingerichtet, deren Vermögen bis 2012 auf zehn Mio. Euro (derzeit eine Mio. Euro) anwachsen soll. Aus den Erträgen finanziert werden keine Professuren, sondern wissenschaftliche Arbeiten zu den Themenschwerpunkten "Arbeit, sozialer Ausgleich und Frieden".

In der Regel auf fünf Jahre beschränkt

Die Stiftungsprofessuren sind in der Regel auf fünf Jahre beschränkt. In vielen Fällen gibt es Zusicherungen des Bundes bzw. der Universitäten, die Stellen nach Ablauf der Unterstützung zu übernehmen.

Weitere Links auf der ORF Seite.

Wer sponsert die erste Professur für Archäologie? unsure.gif

Geschrieben von: RAY Wednesday, 11.08.2004, 13:15
Der erste von uns, der einen Solo-triple-Jackpot im Lotto macht (hell, letzte Woche hat hier oben eine den Triple-Jackpot mit 20,1 Mio. Pfund solo geknackt - damit hätt ich ein eigenes Institut finanziert... smile.gif )

Liebe Grüße,

RAY

Geschrieben von: lector Wednesday, 11.08.2004, 13:30
cool.gif

OK, Aufruf!
ALLE SPIELEN AB SOFORT LOTTO, TOTO, kaufen BRIEFLOSE, usw. biggrin.gif

NOTA BENE: Stillschweigend akzeptieren alle, dass die potenziellen Gewinne unverzüglich zur Schaffung von Archäologie-Professuren gestiftet werden laugh.gif

Geschrieben von: Florian Thursday, 12.08.2004, 15:57
"Studienförderung: Mehr als 46.000 Anträge bewilligt"

Das abgelaufene Studienjahr 2003/04 hat wieder einen neuen Rekord bei der Studienförderung gebracht. Laut einer Aussendung des Bildungsministeriums wurden insgesamt 46.067 Anträge bewilligt. Das seien um 2.066 oder 4,7 Prozent mehr als im Studienjahr davor und um 12.000 bzw. 35 Prozent mehr als 2001/02.

Durchschnittlich 4.000 Euro pro Jahr
Zwischen 2001/02 und 2003/04 stieg die durchschnittliche jährliche Studienförderung von 3.789 Euro auf 4.000 Euro. Die Förderquote (Anteil der geförderten Studierenden an der Zahl der ordentlichen Studenten) hat in diesem Zeitraum von 13 Prozent auf 22 Prozent zugenommen.

Förderquote von 29 Prozent im HF-Bereich
Im Fachhochschulbereich hat sich die Zahl der Beihilfe-Bezieher zwischen 2000/01 (2.616) und 2003/04 (5.932 Bewilligungen) mehr als verdoppelt. Die Förderquote liegt hier sogar bei 29 Prozent.

Quelle: science.orf.at/science/news/121379

Geschrieben von: Majestix Friday, 13.08.2004, 14:17
Pfeiff auf die Studienförderung, Florian! Wer gibt sich denn hier noch mit Liesls Peanuts ab? LOTTO, TOTO und BRIEFLOSE sind die Zukunft der Wissenschaftsförderung!

Majestix



Geschrieben von: Florian Friday, 13.08.2004, 17:36
Und da gibts auch noch ein paar Cent für ein Brieflos ...

"Steuer diskriminiert Uni-Studenten"

Die heimische Finanz behandelt Studierende an Unis und Fachhochschulen nicht gleich, erkannten die Verfassungsrichter

Wien – Auch berufstätige Studierende an den heimischen Universitäten sollen alle studienrelevanten Aufwendungen von der Steuer absetzen können, erkannten die Verfassungsrichter. Denn gegenüber Studenten an Fachhochschulen sind sie bis jetzt benachteiligt: Diese können Manuskripte, Bücher, Fahrtkosten steuerlich geltend machen, während für Uni-Studenten nur die Studiengebühr von 363,36 Euro pro Semester anerkannt wird.

So bleibt zum Beispiel einer Linzerin, die arbeitet und an einer Fachhochschule (FH) in Wien studiert, wesentlich mehr Geld übrig, als wenn sie an einer Uni in Wien inskribiert wäre. Denn bei der FH- Variante kann sie Anreise und diverse Aufwendungen steuermindernd absetzen. Betroffen sind laut der Studierenden-Sozialerhebung 2002 des Wissenschaftsministeriums rund zwei Drittel der insgesamt 200.000 Uni-Studenten in Österreich. Denn: Vollzeitstudierende gibt es kaum mehr, die meisten arbeiten während des Semesters via Werkvertrag oder freiem Dienstvertrag. Geld verdienen und im künftigen Beruf Fuß fassen sind dabei laut Studie die Hauptmotive.

Steuerleitfaden
Die Steuerberater der LBG Wirtschaftstreuhand haben sich des Themas angenommen, einen Steuerleitfaden für Studierende in Kooperation mit der Hochschülerschaft herausgebracht und sind bemüht, diese Ungleichbehandlung zu beenden. Franz Harb, Sprecher der LBG-Geschäftsführung: "Uni-Hörer sind benachteiligt: Studierende Berufstätige können nichts absetzen. Wenn sie dieselbe Ausbildung privat machen, dann können sie das absetzen."

Diese steuerliche Behandlung sei lang überholt und komme aus "der Historie, wonach Fortbildung absetzbar war, Ausbildung aber nicht", was "längst überholt" sei, sagt Harb. Er erinnert an den wachsenden privaten Fortbildungsmarkt, der zu großen Teilen auch von Vortragenden der Unis gespeist werde.

Die LBG verlangt eine adä^quate Änderung des Einkommensteuergesetzes, um die Gleichstellung zu verwirklichen. Allerdings, so Harb, werde er allen Betroffenen seiner Klientel in der Steuererklärung 2004 empfehlen, alle Aufwendungen geltend zu machen. So beginnt ein vermutlich längerfristiger Weg: Die Finanzämter werden die Aufwendungen streichen, die Betroffenen müssen dann berufen und den Verfassungsgerichtshof erneut befassen.

Quelle: derstandard.at/?url=/?id=1758040

Geschrieben von: Brigitte Ecker Saturday, 14.08.2004, 10:19
Mir haben die Biester heuer keinen Groschen anerkannt. Gut, dieses Jahr habe ich einen Vollkoffer als Sachbearbeiter gehabt.

Geschrieben von: Florian Saturday, 14.08.2004, 17:44
"42-Stunden-Woche: Von wegen faule Studenten"

Das Klischee vom faulen Studentenleben entspricht nicht mehr der Realität. Eine Studie aus Deutschland zeigt: Studiosi wenden im Durchschnitt 42 Stunden pro Woche für Studium und Nebenjob auf.

Deutschlands Studenten wenden im Durchschnitt 42 Stunden pro Woche für Erststudium und Nebenjob auf. Fast ein Viertel der Studierenden muss ein Wochenpensum von mehr als 50 „Arbeitsstunden“ bewältigen.Das geht aus der 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) hervor.

Rund 34 Stunden werden dabei fürs Studium aufgewendet, 7,4 Stunden jobben die Studenten während des Uni-Jahrs. Dabei wird im Osten Deutschlands mehr studiert als gearbeitet: In Halle, Jena und Dresden wird zwischen 36 und 40 Stunden studiert und nur vier bis fünf Stunden gejobbt. Umgekehrt ist es im Westen, beispielsweise in Bielefeld, Bremen und Köln: Dort sind es im Schnitt 29 bis 31 Studien-Wochenstunden plus etwa zehn Stunden für den Gelderwerb.

"Das Klischee vom Studentenleben mit viel Freizeit entspricht nicht mehr der Realität", so DSW-Geschäftsführer Achim Meyer auf der Heyde. Berufstätige Deutsche arbeitet laut Statistischem Bundesamt zwischen 36 und 40 Stunden pro Woche.

Quelle: www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=b&ressort=bst&id=437114

QUOTE
Das Klischee vom Studentenleben mit viel Freizeit entspricht nicht mehr der Realität
... schön, dass das jetzt auch einmal wissenschaftlich erwiesen ist !

Geschrieben von: lector Sunday, 29.08.2004, 11:36
derstandard.at/?id=1774878 - 27. August 2004 14:32

ÖH: "Privat finanzierte Professuren sind Sargnägel für die freie Wissenschaft"
Studentenvertreter sprehen sich gegen Stiftungsprofessuren aus

Wien - Als "Büchse der Pandora" und Gefahr für die Freiheit der Wissenschaft könnten sich laut einer Aussendung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) die in Österreich seit kurzem möglichen Stiftungsprofessuren erweisen. Wer auf der "Lohnliste" eines privaten Unternehmens oder einer Privatperson stehe, könne nicht mehr unbeeinflusst lehren und forschen.

"Privat finanzierte Professuren sind Sargnägel für eine freie Wissenschaft", so Patrice Fuchs aus dem Vorsitzteam der ÖH. Die Auswirkungen dieser Praxis seien in den USA am besten sichtbar. Die Studierendenvertreter fordern "öffentliche Universitäten anstatt Lehrende mit Firmenlabels auf der Stirn".

In Österreich gibt es an 15 wissenschaftlichen Unis derzeit über 30 Stiftungsprofessuren. Dabei zeigte sich die Wirtschaft bisher eher zurückhaltend, nur einzelne Stellen werden von Unternehmen direkt finanziert. Ein guter Teil läuft über Länder und Ministerien. (APA)


Naja, ich würde meinen, man sollte das Thema nicht so eng sehen, denn Stiftungsprofessur muss nicht gleich Stiftungsprofessur sein, und es kommt wohl drauf an, wer da für welches Fach eine solche stiftet, da sollte man abwägen und differenzieren. Aber freilich ist zu bedenken, welche Absichten eine solche Stiftung verfolgt, denn dass die nicht immer selbstlos sein werden, dürfte klar sein. Die archäologischen Fächer wird die Frage wahrscheinlich leider kaum betreffen, denn in unseren Breiten werden wir in nächster Zeit schwerlich mit Stiftungsprofessuren für diese rechnen dürfen, weil die Interessen potenzieller Stifter wohl eher in anderen Bereichen liegen.

Geschrieben von: KARL Thursday, 23.09.2004, 19:06
Weiter in der "Uni-Mischkulanz", und zwar mit science.orf.at/science/news/126057

Allzeit-Rekord bei Studienanfängern im Studienjahr 03/04

Auch wenn die OECD in ihrer jüngsten Bildungsstudie Österreich ein schlechtes Zeugnis bei der Bildungsbeteiligung auf Hochschulebene ausgestellt hat, gab es im vergangenen Studienjahr (2003/04) einen Rekord bei den Studienanfängern: Mit 31.950 Erstzugelassenen an den Unis und Kunst-Universitäten (ordentliche- und außerordentliche Hörer, In- und Ausländer) wurde laut Statistik des Bildungsministeriums ein Allzeit-Hoch erreicht.

Bei der Gesamtstudentenzahl wurde mit 205.956 Studierenden erstmals nach dem Einbruch der Studentenzahlen auf Grund der Einführung der Studiengebühren 2001 wieder die 200.000er-Marke überschritten.

Wissenschaftliche Unis: Nach wie vor unter früheren Zahlen
An den wissenschaftlichen Universitäten gab es im vergangenen Studienjahr 197.625 Hörer. Die Unis haben sich damit nach wie vor nicht vom massiven Rückgang der Studentenzahl bei Einführung der Studiengebühren erholt: im Jahr 2000 waren noch 234.937 Studierende registriert. Anders die Kunst-Unis: dort sind mit 9.581 Studenten bereits mehr Hörer zugelassen als im Jahr 2000 (9.224).


Studentinnen in der Mehrheit

Rasant angewachsen ist in den vergangenen zehn Jahren der Frauenanteil unter den Studierenden. Waren 1994 erst 46,2 Prozent der Studierenden weiblich, stieg dieser Anteil 2003 auf 52,9 Prozent.

Bei den Kunst-Unis liegt er sogar bei 58 Prozent. Noch höher liegt der Frauenanteil bei den Studienanfängern (Unis und Kunst-Unis zusammen), wo er im letzten Jahrzehnt von 52,6 auf 56,6 Prozent angestiegen ist.

Steigende Zahlen bei außerordentlichen Studierenden

Deutlich wachsend ist auch die Zahl der außerordentlichen Studierenden, zu denen vor allem die Besucher von Universitätslehrgängen oder Vorbereitungslehrgängen zählen: Ihre Zahl ist von 12.020 im Jahr 1994 auf 13.548 im Vorjahr gestiegen, ihr Anteil an der Gesamtstudentenzahl von 5,2 auf 6,6 Prozent.

Neue Gebühren-Regeln für Ausländer

Das am 1. Oktober beginnende neue Studienjahr bringt neue Gebühren-Regelungen für ausländische Studenten:

Die bisher beitragsbefreiten rund 7.500 Studenten aus der Türkei, Albanien, Weißrussland, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Serbien und Montenegro müssen grundsätzlich erstmals an den österreichischen Universitäten Studiengebühren zahlen - und das sogar in doppelter Höhe.

Grund dafür ist der Wegfall der bisherigen Reziprozitätsregelung, die die Studenten dieser Länder bisher von der Gebühr befreit hat, wenn Österreicher umgekehrt in diesen Staaten ebenfalls nichts zahlen mussten.

Rückerstattung der Hochschulen möglich
Die betroffenen Studenten können aber hoffen, da ihnen ihre Universität auf Antrag den vollen Beitrag rückerstatten kann (türkischen Studenten zur Hälfte). Diese Möglichkeit wird aber von den einzelnen Hochschulen unterschiedlich gehandhabt: Manche zahlen überhaupt keine Beiträge zurück, andere nur einen Teilbetrag - zum Teil werden auch Leistungsnachweise verlangt.

Kunstuni Graz will verzichten
Die Kunstuni Graz wiederum hat in dieser Woche angekündigt, auf die gesetzlich vorgesehene Gebühren-Einhebung von Studierenden aus Süd- und Südosteuropa gleich ganz zu verzichten - eine Rückerstattungsregelung wäre zu bürokratisch.

Den gleichen Studienbeitrag wie ihre österreichischen Kollegen (363,36 Euro) müssen künftig Studenten aus den zehn neuen EU-Staaten zahlen (diese waren bisher zum Großteil befreit). Keine Gebühren entrichten hingegen weiterhin Studenten aus den am wenigsten entwickelten rund 50 Staaten.

Längere Studienbeihilfe für Erkrankte

Erleichterungen gibt es hingegen für Studenten mit schweren Erkrankungen wie etwa Krebs: Sie können künftig ein Semester länger Studienbeihilfe beziehen.

Um die Hälfte der vorgesehenen Studienzeit pro Abschnitt überziehen dürfen bestimmte Behinderte wie etwa Blinde, Taube und Rollstuhlfahrer. Sie erhalten außerdem einen monatlichen Zuschlag zur Studienbeihilfe in der Höhe von 160 bis 420 Euro.

ÖH-Wahlen voraussichtlich im Mai 2005

Voraussichtlich im Mai 2005 sind die Studenten wieder aufgerufen, ihre Vertretung bei den Hochschülerschafts-Wahlen neu zu bestimmen. Zu den Urnen schreiten dürfen voraussichtlich knapp 200.000 Studierende an Universitäten, Pädagogischen Akademien und Privat-Universitäten.

Zuvor ist allerdings noch eine Novellierung des Hochschülerschaftsgesetzes geplant, mit der die bisherigen Regelungen an das neue Universitätsgesetz (UG) angepasst werden.

Studiengebühren-Zweckwidmung

An einigen Universitäten tritt darüber hinaus die im UG vorgesehene Studiengebühren-Zweckwidmung in Kraft.

Die Studenten dürfen dabei im Zuge einer Abstimmung aus einer vom jeweiligen Senat erstellten Vorschlagsliste über die Verwendung ihrer Beiträge entscheiden. An einigen Unis fanden die Abstimmungen bereits statt, andere lassen erst jetzt abstimmen.

Abschluss eines Kollektivvertrags wird erwartet
Zu erwarten ist im kommenden Studienjahr außerdem der Abschluss eines Kollektivvertrags zwischen den Universitäten, die ja mit dem neuen Uni-Gesetz zum Dienstgeber ihres Personals wurden, und der Hochschullehrer-Gewerkschaft. Bis der Kollektivertrag unter Dach und Fach ist, gilt für alle Neueintretenden noch das Vertragsbedienstetengesetz, nachher das Angestelltenrecht. In bestehende Dienstverhältnisse etwa nach dem Beamtendienstrecht wird aber nicht eingegriffen.

Leistungsvereinbarungen im Blickpunkt

Intensiv werden die Unis in den nächsten Monaten auch an den Vorbereitungen für die ab 2007 geltenden Leistungsvereinbarungen zwischen dem Bund und den einzelnen Hochschulen arbeiten müssen. Konkret geht es dabei um die Konzeption der in Zukunft verpflichtenden Tätigkeitsberichte und Wissensbilanzen.

Erste Tätigkeitsberichte über das Jahr 2004 müssen die einzelnen Unis 2005 vorlegen, die ersten Wissensbilanzen soll es 2006 geben (über 2005). Im kommenden Jahr wird das Bildungsministerium in einer Verordnung die Details für die Wissensbilanz festlegen, derzeit gibt es einen Vorschlag des Ressorts mit rund 150 möglichen Indikatoren dafür, etwa Zahl der Absolventen, Forschungs-Publikationen, etc.



Geschrieben von: lector Thursday, 30.09.2004, 14:48
www.zeit.de/2004/41/C-werbung

und

www.zeit.de/2004/41/C-Uniwerbung1

Geschrieben von: KARL Friday, 1.10.2004, 13:49
derstandard.at/?id=1809100
01. Oktober 2004 10:11

"Irgendwie gemütlich abgefuckt und doch ehrwürdig"
Alfred Dorfer im derStandard.at/Uni- Interview über seine besondere Beziehung zum Audimax und die moralische Bedenklichkeit von Studiengebühren

Dass Alfred Dorfer gerne und oft im AudiMax auftritt, ist inzwischen bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass sich der Kabarettist auch außerhalb seines Berufs bildungspolitisch engagiert. Im Interview mit derStandard.at/Uni erinnert sich Alfred Dorfer an sein eigenes Studium und an das AudiMax von damals, kritisiert die Bildungspolitik der Bundesregierung und erzählt, was er tun würde, hätte er in der Bildungspolitik ein Wörtchen mitzureden. Das Gespräch führten Sonja Fercher und Anita Zielina.


* * *

derStandard.at/Uni: In einem Deiner kommenden Donnerstalks soll es die "Expedition AudiMax" geben. Es zieht dich offenbar immer wieder in diesen Hörsaal. Was ist so besonders dort?

Alfred Dorfer: Mich fasziniert dieses Zimmer, räumlich und atmosphärisch. Das uns betreuende Team um Frau Kettner (Mitarbeiterin der Verwaltung der Uni Wien, Anm.) ist großartig. Es ist wie eine Art Verwandtschaft, nur eine, die man sich ausgesucht hat.

derStandard.at/Uni: Ist es ein anderes Gefühl, vor einem sehr studentischen Publikum aufzutreten?

Alfred Dorfer: Man hat den Eindruck nicht auf Kulturkonsumenten, sondern auf ein interessiertes Publikum zu treffen. Ein entsteht das Gefühl von gegenseitigem Verständnis, das hoffentlich nicht meinem Wunschdenken entspringt.

derStandard.at/Uni: Du hast ja selber Germanistik und Theaterwissenschaft studiert. Wie viele Vorlesungen hast Du eigentlich während Deines Studiums im AudiMax besucht?

Alfred Dorfer: Die Hauptvorlesungen für Theaterwissenschaft (Theatergeschichte) fanden immer dort statt, meist um acht Uhr sine tempore, dreimal die Woche. Rein biorhythmisch konnte ich da das Audimax nicht wahrnehmen, kennengelernt hab ich es dann bei Philosophievorlesungen, die nachmittags abgehalten wurden. Als Ergänzung erinnere ich mich noch an Germanistikvorlesungen, die, obwohl an der Uni stattfindend, gymnasialen Charakter hatten.

derStandard.at/Uni: Hast du selber besondere Erinnerungen an das Audimax während Deiner Studienzeit?

Alfred Dorfer: Das Audimax war für mich der Inbegriff des Studiums, scheinbar unveränderlich, irgendwie gemütlich abgefuckt und doch ehrwürdig.

derStandard.at/Uni: Warst du ein braver Student? Warst Du damals eigentlich schon auf StudentInnendemos?

Alfred Dorfer: Natürlich war ich auf Studentendemos und daher ein braver Student.

derStandard.at: Hattest Du einen Professor oder eine Professorin, die Du in besonders guter Erinnerung hast? Warum war er oder sie so gut?

Alfred Dorfer: Stefanek, Greisenegger auf der Theaterwissenschaft, die Kombination aus nicht überheblicher Kompetenz und Verständnis für die Hörerschaft war beeindruckend.

derStandard.at/Uni: Bereust du, dass du das Studium nicht abgeschlossen hast?

Alfred Dorfer: Das schwankt, im Grunde wäre ein Abschluß aber eher symbolisch. Verstärkt wird all das durch den Umstand, dass ich mich jetzt für eine andere Studienrichtung entscheiden würde (Medizin).

derStandard.at/Uni: Du hast kurz vor der Dissertation abgebrochen. Was wäre eigentlich das Thema Deiner Dissertation gewesen?

Alfred Dorfer: Nachkriegskabarett in Wien.

derStandard.at/Uni: Wie ist es eigentlich damals dazu gekommen, so knapp vor dem Ziel das Handtuch zu werfen?

Alfred Dorfer: Ich hatte bereits ein fertiges Studium (Schauspiel), langsam kamen die Engagements, also eine Zeit- und Prioritätenfrage.

derStandard.at/Uni: Du hast kurz nach Einführung der Studiengebühren gesagt, für die damalige Leistung der Unis etwas zahlen zu müssen, sei "ein Witz". Immer noch derselben Meinung?

Alfred Dorfer: Gebühren für etwas zu verlangen, das bisher gratis war und in der Folge trotz Gebühren keine höheren Standards bieten zu können, halte ich immer noch für moralisch bedenklich. Sparen im Bildungssektor ist Sparen an der Zukunft.

derStandard.at/Uni: Wie müsste die Uni aussehen, bei der du Studiengebühren befürworten würdest?

Alfred Dorfer: Ich halte Studiengebühren grundsätzlich für ein falsches Signal, daher gibt es diese Uni nicht.

derStandard.at/Uni: Ministerin Gehrer hat vor kurzem Eliteunis ins Gespräch gebracht. Was hältst Du von der Idee, eine solche Uni in Österreich zu gründen?

Alfred Dorfer: Der Gedanke ist weder neu noch von Frau Gehrer. Wenn eine Internationale Eliteuni als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zum übrigen akademische Angebot etablierbar ist, wäre das ok.

derStandard.at/Uni: Wie stehst Du zu so genannten "Orchideenfächern"?

Alfred Dorfer: Die Grundfrage ist, ob der Wert eines Studiums primär nach der ökonomischen Applikation bewertet wird, was nicht meine Ansicht ist.

derStandard.at/Uni: Wenn du in Österreichs Bildungspolitik etwas zu sagen hättest, was würdest du als erstes ändern?

Alfred Dorfer: Unabhängigkeit der Bildung von der Politik, drastische Budgeterhöhung, Verbesserung der Raumsituation, Erhöhung der Attraktivität und damit der Akademikerquote, Abschaffung der Studiengebühren. Klingt jetzt alles ein bißchen nach Schlagworten, oder?

derStandard.at/Uni: Alfred Dorfer als Bildungsminister – werden wir das noch erleben?

Alfred Dorfer: Wie kommt Ihr drauf, wegen der Phrasen auf die letzte Frage? Die Antwort ist: "Nein".

derStandard.at/Uni: Was würdest Du von der Idee halten, eine Fachhochschule für KabarettistInnen zu gründen?

Alfred Dorfer: Perfekt, solange ich dort nicht unterrichten muß.

derStandard.at/Uni: Wie wird man KabarettistIn – ist ein Studium da überhaupt sinnvoll?

Alfred Dorfer: Einige Dinge, die man als KabarettistIn mitbringen muß, können im Schauspielstudium erworben werden. Der Autorenteil ist learning by doing und der Rest eine Frage des Selbstvertrauens und der Erfahrung. Die ständige Wachsamkeit und die grundsätzliche Achtung vor den Rezipienten ist nicht Teil eines Studiums und wird gerne ein bißchen pejorativ als "autodidakt" bezeichnet.


Jaja, unsere Frau Kettner, die Guteste smile.gif

Geschrieben von: lector Friday, 1.10.2004, 15:44
Der "Uni-Channel" des online-STANDARD:
derstandard.at/?ressort=uni

Geschrieben von: lector Saturday, 9.10.2004, 16:55
Alfred Dorfer, Kompliment!

QUOTE
Alfred-Dorfer-Stipendium

Das Sozialreferat der ÖH-Bundesvertretung vergibt auch im Wintersemester 2004/2005 wieder das Alfred-Dorfer-Stipendium. Dieses Stipendium ist für alleinerziehende StudentInnen gedacht, die für die bezahlten Studiengebühren von keiner anderen Stelle eine Unterstützung bekommen. Die finanziellen Mittel dieses Stipendiums wurden von MitarbeiterInnen der ÖH nach den Vorstellungen des Kabarettisten Alfred Dorfer in Form von Spenden gesammelt und vom Künstler selbst aufgestockt.

Ende der Einreichfrist ist der 15.10.2004
» Antragsformular (PDF)
-> www.oeh.univie.ac.at/index/DorferAntrag0405.pdf


Info nach www.oeh.univie.ac.at/

Geschrieben von: lector Wednesday, 13.10.2004, 15:33
Wieder was für unsere "Uni-Mischkulanz" ...

science.orf.at/science/news/127980

Budget: Rektoren fordern "Notprogramm"

Ein "Notprogramm" für eine einmalige Investitionsaktion in der Höhe von 100 Mio. Euro für Geräte an den Universitäten fordert die Rektorenkonferenz (ÖRK).

Die Unis hätten im Zeitraum von 1999 bis 2003 einen Ausfall bei den Investitionsmitteln von mehr als 100 Millionen Euro hinnehmen müssen, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch.

Dringend nötige Investitionsmittel

Benötigt würden die Mittel "rasch", also in den kommenden ein bis zwei Jahren, wurde auf APA-Nachfrage seitens Rektoren-Chef Georg Winckler betont.

Die 100 Mio. Euro würden sich durch eine Fortschreibung des Budgetwertes für Sachaufwendungen im letzten "Normaljahr" 1999 und einer Gegenüberstellung dieser Werte mit den tatsächlichen Investitionsaufwendungen der Universitäten ergeben.

Auch für den laufenden Uni-Betrieb im Jahr 2004 sei die finanzielle Bedeckung der nötigen Investitionen "mehr als fraglich".

EU-Forschungsraum setzt Infrastruktur voraus

Die Teilnahme der Universitäten am Europäischen Forschungsraum - insbesondere bei EU-Ausschreibungen - setze eine funktionierende Infrastruktur in der Grundlagenforschung voraus, betonten die Rektoren: "Dies sollte den politischen Verantwortungsträgern speziell mit Blickrichtung auf das Lissabon-Ziel - drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung - ein vorrangiges Anliegen sein".

Die Investitionsschwäche der Unis würde auch keine weitere Umschichtung von den Sach- zu den Personalaufwendungen erlauben.

Ministerium verweist auf Sondermittel

Im am Mittwoch vorgestellten Budget 2005 sind keine eigenen Mittel für Geräte-Investitionen an den Unis vorgesehen. Im Bildungsministerium verwies man dafür auf die Forschungs-Sondermittel der Regierung, die im kommenden Jahr insgesamt 200 Mio. Euro betragen (2006: 220 Mio.).

Geschrieben von: lector Wednesday, 13.10.2004, 15:36
Vgl.
science.orf.at/science/news/99477

Geschrieben von: lector Wednesday, 13.10.2004, 15:40
science.orf.at/science/news/127919

Studiensituation: WU-Rektor sieht drei Probleme

Der Rektor der WU Wien, Christoph Badelt, bezeichnete die prekäre Situation am Publizistik-Institut der Uni Wien Dienstag Abend als "sicher nicht symptomatisch für gesamte Universitäten, aber für einige Fächer".

Autonomie, Geld, Studentenzahl

Konkret nannte Badelt in der "ZiB 2" die Wirtschaftswissenschaften und "einige Geisteswissenschaften". Für ihn hat das Problem "drei Ebenen": 1. die Frage der Autonomie der Rektorate und Institute, 2. wieviel Geld gebe es insgesamt und 3. wieviele Studierende gebe es in bestimmten Fächern und wer bestimme, wieviele Studierende es gebe.

Freier Hochschulzugang zu überdenken

In Punkt drei hakte Badelt auch nach: er glaube an den freien Hochschulzugang als gesellschaftliches Ziel. Aber: man müsse langfristig überlegen, ob die Studienauswahl weiter völlig unbeeinflusst erfolgen solle.

Sei dies der Fall müsse man bei hohen Studierendenzahlen - auch wenn der Arbeitsmarkt diese später nicht aufnehmen werde können - die entsprechenden Ressourcen hineinfließen lassen. Oder aber man denke nach, ob es Sinn mache, "dass so viele ein Fach studieren".

Geschrieben von: lector Wednesday, 13.10.2004, 15:52
STANDARD-Beiträge zum Thema ...

derstandard.at/?ressort=uniunis

Geschrieben von: lector Friday, 15.10.2004, 08:59
QUOTE
Plus bei Studienanfängern zeichnet sich ab

An den Universitäten zeichnet sich nach dem Allzeit-Rekord des Vorjahrs ein neuerliches Plus bei der Anzahl der Studienanfänger ab.

Ende September haben an den 15 wissenschaftlichen Universitäten mit rund 21.300 (Inskribenten an mehreren Unis doppelt gezählt, Anm.) bereits um mehr als drei Prozent mehr Erstsemestrige als im Vorjahr ihre Studiengebühren entrichtet, wie aus einer Aufstellung des Bildungsministeriums hervorgeht.


Weiter bitte auf www.orf.at/ticker/161128.html?tmp=5891

Geschrieben von: lector Saturday, 16.10.2004, 14:55
derstandard.at/?id=1827345
15. Oktober 2004 19:22

Zwischen Anspruch und Quote
Der "Privatisierung" von Unis und Museen fehlen politische Rahmenbedingungen - Gerfried Sperl

Zauberformeln der Reagan- und Thatcher-Ära: Der Staat ist ein schlechter Unternehmer, Bildung muss etwas kosten, Universitäten und Museen müssen autonom agieren können. Die Folge: Landauf, landab wurde privatisiert und ausgegliedert, wurden staatliche Institutionen teilrechtsfähig gestellt. Auch Österreich begann, sich zu ändern.

Im Industriebereich waren Ansatz und Umsetzung richtig, die Republik hätte massive Probleme, wenn nicht die SPÖ-ÖVP-Regierungen die Entstaatlichung vorangetrieben hätten. Ein maßgeblicher Initiator war Wolfgang Schüssel, der diese Politik als Bundeskanzler fortgesetzt hat.

Was wirtschaftspolitisch tendenziell auch erfolgreich war. Aus dem Staatseinfluss befreit wurden diese Industriezweige jedoch nicht. Letztes Beispiel: Der Finanzminister wollte den eben verlängerten Telekom-Boss Heinz Sundt hinauswerfen, die Interventionen des Vizekanzlers in Sachen ÖBB sind bekannt. Den wenigen gescheiterten Versuchen, die Nachfolgebetriebe der Verstaatlichten umzufärben, stehen viele gelungene gegenüber.

Warum die neue Verfassung der Universitäten nicht auf Anhieb funktioniert, hat mehrere Ursachen.

Erstens: Der Entwurf enthielt die De-facto-Entmachtung des universitären Mittelbaus und eine dramatische Rücknahme der Mitbestimmung. Dadurch wurde eine massive Gegnerschaft aufgebaut, dass Korrekturen nichts mehr ausrichten konnten.

Zweitens: Die Spekulation, mit der "Privatisierung" der hohen Schulen wolle der Staat massiv Geld sparen, hat sich bewahrheitet. Die Studiengebühren gleichen die Reduktionen in vielen Fällen nicht aus. Von Zuwächsen keine Rede.

Drittens: Die Unis können zum Unterschied von jenen der "Weltklasse" nicht einmal über ihr eigenes Vermögen verfügen. Die Gebäude gehören weiter der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

Welchen Schluss ziehen wir daraus? Den Unis wird zwar aufgetragen, sich in die Richtung amerikanischer Eliteschulen zu entwickeln, aber die Voraussetzungen fehlen nahezu ganz. Sich ministeriell auf Managementschwächen auszureden ist eine völlig inadäquate Reaktion.

Versäumnisse der Politik gibt es auch bei den Museen. Auf der einen Seite wird selbst von Ministerialbeamten eine Quotenstrategie eingefordert - so als handle es sich um private TV-Anstalten. Auf der anderen Seite erlaubt die finanzielle Ausstattung nur hundsmiserable Ankaufsbudgets. Einer der Gründe: Man hat "amerikanisiert", ohne jene steuerlichen Bedingungen zu schaffen, die ein echtes Mäzenatentum fördern würden. Und man hat unter der (falschen) Annahme ausgegliedert, die "Subventionen" würden sich binnen weniger Jahre dramatisch verringern.

Dass die Industriellenvereinigung in den Regierungschor einstimmt und Karl-Heinz Grassers Performance lobt, zeigt entweder Unkenntnis über internationale Vergleiche oder einen politischen Gehorsam, dessen Hintergründe im Dunkeln liegen. Grasser ist stärker noch als seine Ressortkollegin Elisabeth Gehrer für die Misere an den Unis verantwortlich.

Nichts dagegen, auf die existierenden Anstalten auch noch eine Elite-Uni draufzusetzen. Die Industrie könnte jederzeit den Rohbau finanzieren und die Initiatoren als Gründungsrektoren einsetzen. Aber vom derzeitigen Hochschulbudget dafür Mittel abzuzwacken ist wohl eine extrem abwegige Idee.

Denn da denken selbst die großen Reformer wieder typisch österreichisch: Sie propagieren den großen Wurf. Zahlen soll erst wieder der Staat. Womit wir beim Grundgedanken des österreichischen Subventionsliberalismus wären: Das meiste Geld kommt zwar von der Politik, aber die soll uns gefälligst in Ruhe lassen.

Fällig wäre daher eine Bilanzierung ohne Schönfärberei. Dazu ist die politische Klasse derzeit nicht in der Lage. Und die Universitäten selbst ebenfalls nicht. Denn auch dort sind viel zu viele Interessen und Verfilzungen im Spiel. (DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.10.2004)

Geschrieben von: lector Wednesday, 20.10.2004, 13:02
Und es geht weiter auf dem langen Weg der Erkenntnis <_<

Und zwar mit derstandard.at/?id=1831258
19. Oktober 2004 21:21

Kommentar der anderen: Uni-Reform: Don't dream it, beam it?
Wie die Rektoren mit dem Uni-Gesetz 2002 reingelegt wurden. Und was zu tun ist, um aus dem Schlamassel wieder rauszufinden - ohne methodische Anleihen aus der Sciencefiction - Von Karl Heinz Gruber

"Ohne angemessene personelle Ausstattung bleibt jede Leistungs- vereinbarung eine absurde Zumutung, selbst dann, wenn man Professor Zeilinger beauftragt, Professoren überlaufener Studienfacher gleichzeitig in zwei Hörsäle zu beamen."

Karl Heinz Gruber war bis vor kurzem Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Wien.

Die gegenwärtige Universitätskrise ist die fatale Folge einer Unterlassungssünde, die im Rahmen der Begutachtung des heuer in Kraft getretenen neuen Universitätsgesetzes begangen wurde. Die Rektoren haben es verabsäumt, das Ministerium und das Parlament zu einem Offenbarungseid zu zwingen. Anstatt den an vielen Instituten seit Jahren bestehenden Mangel an Personal, Räumen und Ressourcen als "Mitgift"" für die Autonomie zu akzeptieren und mit dem Inkrafttreten des Gesetzes die (bis dahin beim Ministerium liegende) Verantwortung dafür zu übernehmen, hätten die Magnifizenzen einen radikalen akademischen "Kassensturz" vornehmen müssen. Sie hätten die Implementierung des Gesetzes mit dem Verweis auf ihre akademische Redlichkeit und ihre Verantwortung für die Qualität von Forschung und Lehre und die Reputation der österreichischen Universitäten verweigern müssen, so lange folgende Fragen nicht geklärt sind:

1) Unter welchen, von Fach zu Fach variierenden Bedingungen (Hörsäle, Laborplätze, Bibliothek) und vor allem mit welcher Studierenden-Lehrenden-Relation können qualitativ hochwertige Lehre und Forschung erbracht werden?

2) Was ist auf der Basis von hochschuldidaktischen und wissenschafts-betriebswirtschaftlichen Kennzahlen die Kapazität jedes einzelnen österreichischen Universitätsinstituts?

3) Was hat zu geschehen, wenn die studentische Nachfrage die Kapazität eines Institutes überschreitet? Die Beantwortung dieser Fragen hätte alle Institute zu einer vielleicht unangenehmen, aber sicher aufschlussreichen Revision der Effizienz ihres Studienbetriebs gezwungen. Es wäre offensichtlich geworden, wo zum Teil schon seit Jahrzehnten eine unakzeptable Überlast existiert, die zu subversiven Praktiken ("cooling out"), Mogel-Lehrveranstaltungen (Proseminare mit mehr als 100 Studierenden) und jeder Menge studentischen Leids geführt hat.

Falsche Bilanzen

Natürlich gab es schon vor den jetzigen Hilferufen immer wieder "anekdotische Evidenz", dass sich Studierende um 3 Uhr früh um Seminarplätze anstellen müssen und in manchen Labors, die zum 50. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs eröffnet worden waren, die Leitungen lecken. Notwendig gewesen wäre jedoch eine umfassende, seriöse, einem Rechnungshofbericht vergleichbare "Eröffnungsbilanz" des österreichischen Hochschulsystems. Sie hätte gezeigt, dass es manchen Instituten ganz gut geht, während andere, personell ausgehungerte in völlig inakzeptabler Weise "improvisieren" müssen (was leider genau das Gegenteil des englischen Wortes "improve" bedeutet).

Die Beratung dieses Berichts hätte unbedingt im Parlament erfolgen müssen und unvermeidlich zur Frage geführt: Soll in Österreich das Recht der freien Wahl der Studienrichtung und der Universität beibehalten werden? Vermutlich hätten manche Abgeordnete mit dem Hinweis auf die Tatsache, dass die österreichische Studierenden-Quote weit unterhalb des OECD-Durchschnitts liegt, für Ja plädiert, während andere zumindest für übersubskribierte Massenfächer, für deren Absolventen sie schlechte Berufschancen vermuten, die Einführung eines Numerus clausus gefordert hätten. (Anwälte eines Numerus clausus hätten allerdings das Problem, dass seine Einführung unmöglich den einzelnen Universitäten oder Instituten überlassen werden kann und es selbst für die Entscheidung durch das Parlament keine verlässliche Arbeitsmarktprognostik gibt.)

An dieser Stelle hätten die Rektorenkonferenz aktiv werden müssen und sagen: Wenn wir in Zukunft im Rahmen der "Autonomie" die Verantwortung für die Effizienz und Qualität unser Hochschulen übernehmen müssen, dann werden wir unter keinen Umständen die ministeriellen Altlasten übernehmen und die Politik der Durchwurstelns mit unzureichenden Ressourcen fortsetzen.

Wenn das Parlament einen Numerus clausus ablehnt und auf dem offenen Hochschulzugang besteht, verlangen wir folgendes:

Gerechter Deal

a) Für jedes Universitätsinstitut ist die Kapazität seines "Ist-Zustands" zu errechnen. Wo, wie etwa bei der Wiener Publizistik oder der Innsbrucker Erziehungswissenschaft, eine krasse Unterversorgung besteht, hat die Beseitigung der Mängel vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes zu erfolgen.

b) Jedem Institut erwächst dann, wenn durch den verstärkten Zustrom von Studierenden sein spezifischer Kapazitäts-Kennwert überschritten wird, aufgrund des parlamentarischen Bekenntnisses zum freien Hochschulzugang automatisch ein Anspruch auf zusätzliches Personal und zusätzliche Ressourcen. Dabei handelt es sich um einen Rechtsanspruch, der für den Finanzminister verbindlich ist und um dessen Einlösung die Institutsvorstände kein "Theater" machen müssen.

Hätten sich die Rektoren rechtzeitig der Solidarität ihrer Professoren, ihres Mittelbaus und ihrer Studierenden vergewissert und hätten sie mit der gebotenen Entschiedenheit so oder ähnlich gehandelt, wären ihnen die jetzigen Zores erspart geblieben. Den beiden ministeriellen Masterminds dieser Reform, Sektionschef Höllinger und Prof. Titscher, kann man nur raten, ihrer Chefin klar zu machen, dass die Rektoren selbst mit bestem Management das Strukturproblem der freien Studienwahl nicht meistern können.

Es gibt allerdings noch eine Chance, die versäumte Bilanzwahrheit und die Kapazitätsberechnungen der Institute nachzuholen. Das Universitätsgesetz 2002 sieht so genannte "Leistungsvereinbarungen" zwischen dem Ministerium und den Universitäten vor. In Zukunft soll die Finanzierung der Institute an die Erreichung bestimmter Leistungskenndaten wie zum Beispiel die Zahl der Studierenden, die ihr Studium in der Regelstudienzeit abschließen, geknüpft sein.

Ohne klar ausgewiesene Kapazitäten der Institute und einer angemessenen (am OECD-Durchschnitt orientierten) personellen Ausstattung wäre jegliche Leistungsvereinbarung eine absurde Zumutung, selbst dann, wenn das Ministerium jedem Institut ein Megaphon für Vorlesungen in der Stadthalle schenkt und Prof. Zeilinger mit dem Projekt beauftragt, Professoren überlaufener Studienrichtungen wie den Wiener Publizistikprofessor Langenbucher gleichzeitig in zwei Hörsäle zu beamen. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2004)

Geschrieben von: lector Wednesday, 20.10.2004, 13:11
derstandard.at/?id=1825670

QUOTE
17. Oktober 2004 19:56

Notstandsgebiet Universität
Rektoren fordern mehr Geld, Studierende besserere Betreuung - Der freie Hochschulzugang steht in Diskussion


Weiter "im Standard" ...

Geschrieben von: lector Thursday, 21.10.2004, 00:37
Mach ma wieder hier etwas weiter ...
und zwar mit: derstandard.at/?id=1832104 20. Oktober 2004 18:01

Kommentar der anderen: Rotstift im Weihrauchnebel
Oder: Schüssels Volksmusikquartett als Eliteuniversität? – Eine Erwiderung von Kurt Grünewald

Wenn die Bundesregierung seit Jahren immer wieder von ihren Schwerpunkten im Bereich der Bildung und Forschung spricht, sich eine Verdoppelung der Akademiker/innenquote zum Ziel setzt und im wissenschaftlichen Nachwuchs die Hoffnung der Republik kumulieren lässt, dann ist es nahe liegend, hier auch im Budget nach diesen Schwerpunkten und Profilbildungen zu suchen.

Bald aber lichten sich die Weihrauchnebel vor den geröteten Augen der Betrachter/innen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist das Universitätsbudget gesunken, die budgetären Löcher der letzten kargen Jahre können nicht gestopft und die daraus resultierenden Defizite in den Sektoren Personal, Grundausstattung und Betriebsmittel nicht egalisiert werden.

Hundert Millionen Euro fordern die Rektoren als dringendste Notmaßnahme, eine Ziffer die bereits vor einem Jahr von der Opposition eingeklagt wurde. "Nichts da", spricht der Doktorand Grasser, und Gehrer assistiert mit einem "Schwarzer Peter"- Spiel, indem sie Management durch Umschichtung fordert. So wandert Geld von der Forschung zur Lehre, dann wieder von der Lehre zur Forschung und der Rest ist ohnmächtiges Schweigen, Demotivation oder stille Wut.

Sollte Dankbarkeit keine politische Kategorie sein, hier wird sie auch angesichts ellenlanger Mängellisten zynisch von den Betroffenen aller Universitäten eingefordert. Denn auch Ehrlichkeit ist – allen Fakten zum Trotz – schon lange keine Kategorie mehr, der man vertrauen könnte.

Eliteuniversitäten sind weder ein Modell der Problemlösung noch können sie von den wahren Problemen ablenken. Hier geht es keineswegs, wie manche gleich in einer Art Rundumverteidigung (so etwa Thomas Köhler in seinem Kommentar "Genial daneben?") voreilig unterstellen, um die reflektorische Denunziation eines unbeliebten Begriffes. Leistung und Begabungsförderung waren oder sind zumindest nicht mehr wirklich oppositionelle Kampfbegriffe.

Trübe Perspektiven

Chancengerechtigkeit heißt allerdings, allen die Möglichkeit zu bieten ihre Talente und Interessen bestmöglich zu entwicklen.

Ist es zu viel verlangt, von der Regierung auch nur eine nachvollziehbare und glaubwürdige Antwort zu erhalten, weshalb viele junge Wissenschaftler/innen im Ausland kaum mehr Perspektiven an österreichischen Universitäten sehen, weshalb die Bewerbungen um neue Planstellen abnehmen und jungen Forschern jedwede Mitwirkungsrechte an den Universitäten und damit Eigenständigkeit zugunsten alter überkommener Hierarchien entzogen wurden?

International bestens beurteilte Forschungsprojekte können wegen zu geringer Budgetierung nur mehr in einem Fünftel der Fälle bewilligt werden und die individuelle Betreuung von Studierenden ist an mancher Mensa besser als bei Diplom- und Doktorarbeiten. Selbst Auslandsstipendien im Erasmus-Programm werden gekürzt.

Eine möglichst breite Basis und der offene Zugang zu den Universitäten mit begleitender Qualitätssicherung und international konkurrenzfähigen Betreuungsschlüsseln garantieren allein nach den Regeln der Statistik eine höhere wie breitere Leistungsdichte. Das zeigen schon die Pyramiden Altägyptens, aber der Rotstift des scheinbar Nützlichen und schnell Verwertbaren wird auch hier bald die Erinnerung darüber trüben.

Sich selbst im Spiegel zu betrachten und dabei Eliteuniversitäten gespiegelt zu bekommen ist Selbstverwirklichung auf Kosten der Mehrheit und Chancengerechtigkeit. Gourmettempel im Land der Mangelernährten zu errichten ist im wahrsten Sinne eine Frage des guten Geschmacks aber auch eine der Sinnhaftigkeit.

Exzellenz ist zweifellos breiter gestreut, fachlich wie topographisch. Hier könnte durch additive Förderung der besten Institute und Arbeitsgruppen im Rahmen bestehender und bewährter Fonds und durch neue, assoziierte Akademieinstitute weit mehr bewirkt werden als mit relativ simplem Renommierprojekten. Den Regierungsmusikanten ein teures Denkmal zu setzen, besteht daher daher kein Grund, solange Universitäten wie Laokoon mit einer Schlange kämpfen und ein desinteressiertes Regierungspublikum "Autonomie" murmelt. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2004)

Geschrieben von: lector Thursday, 28.10.2004, 14:25
Ein Rekurs auf den oben zitierten Beitrag von Gruber [ archaeologieforum.at/forum/index.php?sho...33&st=45&#entry21158 ]

Kommentar der anderen: Zerplatzte Träume, verkorkste Debatte

Der "Publizistik-Skandal" an der Uni Wien offenbart die Schwächen des offenen Hochschulzugangs - Von Hans Pechar
Der Autor lehrt am Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universitäten Innsbruck, Klagenfurt und Wien (IFF) und ist Mitherausgeber des Buches "Hochschulen auf dem Prüfstand" (Studien-Verlag).


Anmerkungen zu Karl H. Grubers "goldenen Worten" über die Irrwege der Unireform.

* * *

In seinem Kommentar vom 20. 10. hat Karl Heinz Gruber an dieser Stelle Bedingungen genannt, die erfüllt sein müssten, um chaotische Zustände a la Wiener Publizistik zu vermeiden: "Jedem Institut erwächst dann, wenn durch den verstärkten Zustrom von Studierenden sein spezifischer Kapazitäts-Kennwert überschritten wird, aufgrund des parlamentarischen Bekenntnisses zum freien Hochschulzugang automatisch ein Anspruch auf zusätzliches Personal und zusätzliche Ressourcen."

Goldene Worte, aber man sollte hinzufügen: diese Überlegungen haben einen rein hypothetischen Status – so sind sie vermutlich auch gemeint. Sie skizzieren ein Gedankenexperiment, an dessen Ende man erkennen kann, warum der offene Hochschulzugang notwendig mit Chaos einhergeht. Kein Finanzminister – egal welcher Couleur – würde diese Bedingungen erfüllen. Und mit gutem Grund, denn sie kämen einer fiskalpolitischen Selbstaufgabe gleich.

Universitäten sind Schlüsselinstitutionen der Wissensgesellschaft und benötigen eine ausreichende Finanzierung. Aber sie sind nicht der Nabel der Welt, dem alle anderen Bereiche nachgeordnet sind. Auch die Hochschulausgaben müssen mit den Erfordernissen anderer staatlicher Aufgaben ausbalanciert werden, daher ist ein nach oben offenes Budget (darauf läuft ein Automatismus nämlich hinaus) eine unerfüllbare Wunschfantasie. Das hat es auch während der Hochblüte des Austro-Keynesianismus nicht gegeben. Es unter den Bedingungen der Maastricht- Kriterien auch nur in Erwägung zu ziehen, grenzt an Realitätsverlust.

Laisser-faire-System

Bei freiem Hochschulzugang kann es nur eine "lose Kopplung" von Studentenzahlen und Ressourcen geben. Dass irgendein Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen besteht, bestreitet ja kein Mensch, nur allzu genau will es die Politik damit nicht nehmen. Sie will es nicht einmal allzu genau wissen, und daher fehlen auch die fachspezifischen Kapazitätskennwerte, die Professor Gruber zu Recht als Grundbedingung von Leistungsvereinbarungen einfordert. Der offene Hochschulzugang beruht auf einem impliziten Kontrakt aller Akteure (Studenten, Hochschullehrer, Politik), der – um den Preis einer stark reduzierten Sicherheit – jeder Seite Freiheiten einräumt, wie sie kaum ein anderes Hochschulsystem kennt. Die Studenten können an jeder Uni jedes Fach studieren und müssen belegte Lehrveranstaltungen nicht mit einer Prüfung abschließen. Das akademische Personal erfreut sich großer Freiheiten bei der Interpretation seiner Verpflichtung gegenüber den Studierenden. Es sind wohl mehr als vereinzelte "schwarzen Schafe", die es damit nicht so genau nehmen.

In diesem Laisser-faire-System kann es keine budgetwirksamen Kapazitäts-Kennwerte geben, daher hat die Politik ungeheure Freiheiten bei der Interpretation des universitären Finanzbedarfs. Der offene Hochschulzugang basiert auf der Annahme, dass die Gewinne dieser Freiheiten größer sind als die Belastungen durch das daraus resultierende Chaos. Aber diese Annahme – wenn sie je richtig war – wird immer fragwürdiger.

Merkwürdiger Protest

Wäre der Eklat bei den Publizisten nicht ein Anlass zu einer ehrlichen Kosten/Nutzen-Abwägung? Warum sollte man nicht auch an den Universitäten eine transparente Steuerung des Zugangs in Form einer Studienplatzfinanzierung vornehmen? Dieses System kann man an den öffentlichen Universitäten der englischsprachigen Welt, aber auch an den österreichischen Fachhochschulen studieren. Es bedeutet unter anderem, dass die Politik fachspezifische Ausbildungskapazitäten ausverhandelt und in letzter Instanz festlegt.

Was daran anstößig sein soll, ist schleierhaft. Merkwürdigerweise protestieren dagegen vor allem jene Gruppen, die am lautesten die hochschulpolitische Verantwortung des Staates einklagen. Öffentliche Güter zeichnen sich aber dadurch aus, dass Quantität und Art des Angebots im wesentlichen politisch definiert werden. Die Alternative dazu wäre ein Marktsystem, das stärker auf die Nachfrage der Bildungskonsumenten reagiert als auf staatliche Zielwerte. In einem öffentlichen System ist es legitim, dass die Bildungsministerin entscheidet, wie viele Studienplätze sie etwa im Bereich der Publizistik finanziert.

Nicht das ist problematisch, sondern der Umstand, dass sie die Studienkapazitäten auch im derzeitigen System steuert (indem sie bestimmte Bereiche schlechter ausstattet als andere), es aber nicht transparent macht (was einige Massenfächer in eine fast ausweglose Situation getrieben hat).

Öffentliche Güter verlangen nach öffentlichen Entscheidungen, wer sonst als die Politik soll diese treffen? Aber auf eine transparente Weise, die es erlaubt, die Politik auch unter Rechtfertigungsdruck zu setzen. Der freie Hochschulzugang ist die systematische Flucht aus dieser Verantwortung.

Selbstkritische Pointe

Vermutlich hält die Politik gerade wegen seiner Intransparenz an diesem System fest. Die daraus resultierende Beliebigkeit der hochschulpolitischen Debatte ist ein Geschenk des Himmels für die Regierung. Jeder kann alles behaupten und zugleich das Gegenteil. Wenn es keine nachvollziehbaren Kriterien zur Überprüfung dieser Aussagen gibt, ermöglicht der Schwall aus Rede und Gegenrede keine Orientierung. Daher behindert der offene Hochschulzugang eine Steigerung der Studenten- und Absolventenquote mehr, als er diesem Ziel nützt. Eine transparente Studienplatzfinanzierung schafft bessere Voraussetzungen, um den Forderungen nach adäquater Finanzierung politischen Nachdruck zu verleihen.

Die Verfechter des offenen Hochschulzugangs glauben, der ständige Hinweis auf nicht eingelöste Versprechen könnte so viel politischen Druck erzeugen, dass der Staat die Universitäten schließlich doch in Abhängigkeit von der Studiennachfrage finanziert. Sie sollten die Plausibilität dieser Annahme im Lichte der jüngsten Ereignisse überprüfen. Der ÖH-Slogan "Zerplatzte Träume" würde dann eine selbstkritische Pointe erhalten. (DER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2004)



QU: derstandard.at/?id=1838762
27. Oktober 2004 17:26

Geschrieben von: lector Monday, 22.11.2004, 02:39
derstandard.at/?id=1863959

QUOTE
19. November 2004 18:42

Busek: "Unis sind überreguliert"
Der neue Rektor der Fachhochschule Salzburg und Ex-Wissenschaftsminister zieht im STANDARD-Interview Bilanz nach zehn Jahren Fachhochschulen


Wen es interessiert: bitte weiterlesen a.a.O.

s. auch archaeologieforum.at/forum/index.php?showtopic=1856 (Fachhochschulen)

Geschrieben von: lector Monday, 22.11.2004, 03:17
Auch derstandard.at/?id=1862886 gehört in unsere "bunte Uni-Mischkulanz".

Gibt es außer mir eigentlich noch andere, denen das ganze allmählich zu blöd wird? ph34r.gif

Geschrieben von: lector Tuesday, 28.12.2004, 01:08
derstandard.at/?id=1902204 27. Dezember 2004 15:59

Rekord bei Anträgen auf Studienförderung

Mehr als 48.000 Ansuchen im Wintersemester - Jeder fünfte Uni- und jeder dritte FH-Student erhält nach Angaben des Bildungsministeriums Beihilfe
48.682 Studierende haben im Wintersemester 2004/05 bisher eine Studienförderung beantragt. Das sind um 705 Studierende oder 1,5 Prozent mehr als im Wintersemester 2003/04 und damit ein neuer Rekord, teilte das Bildungsministerium am Montag in einer Aussendung mit. Nach Angaben des Ministeriums erhält jeder fünfte Uni-Student und fast jeder dritte Fachhochschul-Student eine Studienförderung.

Im zu Ende gehenden Jahr 2004 betragen die Mittel für die Studienförderung an Universitäten und Fachhochschulen voraussichtlich 165,5 Mio. Euro. Das sind um 3,2 Mio. Euro mehr als im Jahr 2003 bzw. um 60 Mio. Euro (plus 57 Prozent) mehr als im Jahr 2000.

Weiterlesen a.a.O.; bei Bedarf auch auf derstandard.at/?id=1792852

Geschrieben von: Spider Tuesday, 28.12.2004, 13:43
Ich weiß nicht, ob schon hier oder anderswo geschehen - aber ich sitze gerade über einem interessanten Artikel von Stefan Titscher zur Profilentwicklung an Österreichs Universitäten, veröffentlicht hier:
www.weltklasse-uni.at/db/show_article.php?id=135&themaId=1

Darin wird auch verwiesen auf
www.weltklasse-uni.at/index4.php

Besonders hinweisen will ich dabei auf die rechts unter "Hintergrund" zu verfolgenden Links. Die Aufstellung über die Studienrichtungen mit durchschnittlich 1-5 AbsolventInnen (die Weltklasse-page schreibt "Absolventen" und mißachtet damit krass die Tatsache, daß die Mehrzahl der Studierenden weiblichen Geschlechts sind) wird für viele unter uns aufschlußreich sein: www.weltklasse-uni.at/db/show_article.php?id=24&themaId=4

Ebenso natürlich auch www.bmbwk.gv.at/medien/9187_arbeitsmarktstatistik.pdf (Beschäftigungsdaten und arbeitsmarktrelevante Studentendaten pro Studienrichtung der wissenschaftlichen und künstlerischen Universitäten).
Da gibt es Stoff für reichlich Überlegungen. Ob die Zahlen im Detail stimmen, sei einmal dahingestellt. Sie weichen ein wenig von den Daten der Universitäten ab. Auch müßten sie freilich auf den letzten Stand gebracht werden. Ich meine mich nämlich entsinnen zu können, daß es seit 1991 eine weitere Volkszählung gegeben hat, anläßlich welcher ich außer nach meiner Schuhgröße (ich lebe nicht auf zu großem Schuh !) nach so ziemlich allem gefragt wurde.



Geschrieben von: Spider Tuesday, 28.12.2004, 14:13
In diesen Zusammenhang paßt auch:
www.dfg.de/aktuelles_presse/reden_stellu...d/kleine_faecher.pdf

www.nt.tuwien.ac.at/nthft/temp/oefg/text...Beitrag_Titscher.pdf

Im übrigen ist mittlerweile erschienen:
H. Friesinger - St. Titscher (Hrsg.), Archäologie in Österreich. Eckpunkte für eine Strukturplanung (2004)
Verlag der ÖAW
ISBN 3-7001-3333-2
EURO 15,-

Was das Neue Jahr wohl alles bringen wird???

Geschrieben von: lector Monday, 3.01.2005, 16:14
science.orf.at/science/news/131564

Schule und Unis: Was sich 2005 alles ändert

Geschrieben von: lector Wednesday, 5.01.2005, 14:54
Lesen:

www.arbeit-wirtschaft.at/art5.htm


Ansonsten zur Situation: no comment.

Geschrieben von: lector Thursday, 13.01.2005, 03:26
wien.orf.at/oesterreich.orf?read=detail&channel=1&id=362096 - Mittwoch, 12.01.05

QUOTE
Unis sollen renoviert werden

Die Wiener Unis sind oftmals in einem erbärmlichen Zustand. Die Bundesimmobiliengesellschaft hat nun zusammen mit den Unis Pläne für Sanierungen und Neubauten erstellt.

Entscheidung im Herbst
Das Biologiezentrum Althanstraße, die Hauptbibliothek oder das Chemiegebäude der TU - sie alle sind in die Jahre gekommen, so Herbert Logar von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Die Gebäude gehören dringend saniert.

Welche Bauvorhaben tatsächlich umgesetzt werden soll im Herbst im Bildungsministerium entschieden werden.

Geplant ist jedenfalls, dass die Wiener Unis bis 2012 fertig renoviert sind.

Dreistelliger Millionenbetrag
Wie viel Geld dafür verwendet wird steht noch nicht fest. Möglicherweise ein dreistelliger Millionenbetrag, heißt es. Alleine das Instandhaltungsbudget für die Wiener Unis beträgt heuer fast 26 Millionen Euro.



Ich finde ja nach wie vor, dass die Archäologien es mit ihrem "Archäologiezentrum" vor Jahren ganz gut getroffen haben. wink.gif
Freilich - auch da bleibt die Zeit nicht stehn. dry.gif

Geschrieben von: Spider Wednesday, 19.01.2005, 22:48
Zur Universitätsreform, zum Entwicklungsplan der historisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät und zur Ur- und Frühgeschichte, heute und morgen s. die Beiträge von Otto H. Urban auf
science.orf.at/science/urban

!!!

Geschrieben von: lector Wednesday, 19.01.2005, 22:58
Danke, Spider.
Ich füge nur die URLs zu den drei von dir angesprochenen Beiträgen hinzu:
science.orf.at/science/urban/131239 (19.1.2005)
science.orf.at/science/urban/131865 (18.1.2005)
science.orf.at/science/urban/131860 (16.1.2005)

Geschrieben von: lector Saturday, 19.02.2005, 02:03
derstandard.at/?id=1957208 18. Februar 2005 18:14

QUOTE
Gefragt ist Multidisziplinarität

"Entwicklungsplan 2010" vorgelegt - Für Fächer mit wenig Absolventen und hohen Investitions­kosten könnte es eng werden

Wien – Neustrukturierung der Lehre, intensives Bemühen um Jungwissenschafter und veränderte Parameter bei der Widmung von Professuren – das lässt sich im Wesentlichen aus dem 73 Seiten starken, in Manager-Jargon abgefassten, "Entwicklungsplan 2010" der Universität Wien herauslesen. Der Plan gilt als Basis für die erste Leistungsvereinbarung zwischen Uni und Ministerium, welche die Mittelvergabe für 2007 bis 2009 festlegt. Zuvor muss das Papier des Rektorats, das dem Standard vorliegt, vom Universitätsrat genehmigt werden.

Aus dem Inhalt: Entsprechend der "Europäischen Studienarchitektur" wird ein "Wechsel von der Lehrzentriertheit zur Lernzentriertheit" angestrebt. Statt den Semesterstunden zählt dann der "student workload", also die Gesamtleistung der Studierenden in den einzelnen Modulen. Bei der Neuerstellung von Curricula im Rahmen des Bologna-Prozesses strebt die Uni Wien "wenige und fachlich breite Bakkalaureatsstudien" an. Ein differenziertes Modulsystem mit der Möglichkeit zu Schwerpunktsetzungen soll den Weg in den Beruf oder ein weiterführendes Magisterstudium ebnen.

Besonders wichtig scheint der Uni-Leitung die Multidisziplinarität. Rektor Georg Winckler will dafür auf Doppel- und Tripelprofessuren setzen, also disziplinübergreifende Forschungsstellen, die "an der Schnittstelle zwischen maximal drei bestehenden Fachbereichen" eingerichtet sind. Auch mittels "Forschungsplattformen" sollen "Wissenschaftsgrenzen" überwunden und "neue Forschungsfelder" erschlossen werden.

Für jene Studienrichtungen allerdings, die eine geringe Absolventenzahl und womöglich auch hohe Investitionskosten (für Geräte, Labors, etc.) haben, könnte es eng werden: Im Entwicklungsplan werden naturwissenschaftliche Fächer wie Physik oder Chemie als Beispiel für jene Sparten angeführt, wo eine Nachbesetzung von Professuren nur in jenen (Teil-)Fächern sinnvoll sei, "in denen an der Universität Wien bereits international hervorragend ausgewiesene wissenschaftliche Kompetenz besteht". Neuerungen gibt es auch für Jungwissenschafter: Sie sollen als Angestellte mittels "Initiativkollegs", also 12 strukturierten und von einem Team betreuten Doktoratsprogrammen, an den Forschungsbetrieb herangeführt werden. (Karin Moser/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.2.2005)


"student workload" blink.gif

Geschrieben von: RAY Saturday, 19.02.2005, 16:04
Hi,

"student workload" - ja, das ist das System, daß wir im UK haben: pro "Kontaktstunde", die die Studierenden mit den Lehrenden verbringen, werden 9 Stunden "Selbststudium" der Studenten gerechnet. Die Folge davon ist - nachdem man ja ECTS-Punkte nach LV-Stunden berechnet, daß man von 10 LV-Stunden volle 9 Stunden einsparen kann, und trotzdem die selben ECTS-Punkte rauskriegt. Statt wie jetzt pro LV-Semesterwochenstunde ungefähr 1 ECTS-Punkt herzugeben, kann man dann 5 ECTS-Punkte hergeben und ist in der schönen neuen Welt der Eliten-Ausbildung, in der man "breite BAs" anbieten kann, so zum Beispiel "Geisteswissenschaften", wo dann endlich in der "Einführung in die Geisteswissenschaften" wie bei Jus 2000 Leute drinnen sitzen. Da hat man dann endlich value for money. Der von mir vorgeschlagene Studienplan für dieses BA-Programm "Geisteswissenschaften" schaut daher folgendermaßen aus:

1. Studienjahr:
Modul "Einführung in die Geisteswissenschaften", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Geisteswissenschaftliche Methoden", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Allgemeine Geschichtswissenschaft", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Allgemeine Sprachwissenschaft", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Allgemeine Kulturwissenschaft", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
1 Modul nach freier Wahl aus einem anderen BA-Kurs, zum Beispiel "Recht" oder "Wirtschaft" oder, wenn man Mal Archäologe werden will, "Einführung in die Naturwissenschaften", alle davon 10 ECTS-Punkte (2 WS)

2. Studienjahr (ich plane jetzt gleich für jemanden, der dann einen Archäologie-MA machen will):
Modul "Archäologie der Welt", 10 ECTS-Punkte (2WS)
Modul "Weltgeschichte", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Alte europäische Sprachen zwischen Urgemanisch und Latein", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Archiv- und Bibliotheksarbeit", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Museologie", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
1 Modul nach freier Wahl, zum Beispiel "Grundlagen der Ökonomie für GEKU-Looser", oder "Praktische Anleitung zum Selbstmord für arbeitslose GEKU-Absolventen-Looser", oder wenn sich schon zeigt, daß der Student (beachte die männliche Form!) überwältigend gute Note hat, oder er reiche Eltern hat "Einführung in die archäologische Feldverorschung", je 10 ECTS-Punkte (2 WS)

3. Studienjahr (jetzt ist wirklich schon klar, daß der Student mal Archäologe werden will):
Modul "Prähistorie Europas und des Mittelmeerraumes", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Historische Archäologie Europas und des Mittelmeerraums", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Praktische Feldforschung - Lehrgrabung", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Europäische Geschichte", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
Modul "Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit", 10 ECTS-Punkte (2 WS)
und natürlich 1 Modul nach freier Wahl, so zum Beispiel "Praktische Übung zum Selbstmord für arbeitslose GEKU-Absolventen" oder "Anleitung zur Karriere als Taxifahrer", oder, wenn der Typ wirklich wirklich einen Archäologie-MA machen will (nicht empfohlen), dann zum Beispiel "Einführung in die Humanbiologie", jeweils 10 ECTS-Punkte (2 WS)

und natürlich, im 3. Jahr auch nicht zu vergessen, eine BA-Dissertation, Wert 30 ECTS-Punkte, Umfang: zwischen 10.000 und 12.000 Worten, Thema nach freier Wahl des Betreuers in Absprache mit dem Studenten.
Wichtig ist dabei besonders die transzendentale Multiskizodisziplinarität. Ein Thema, das ich mir gut vorstellen könnte, wäre zum Beispiel "Die negativen Auswirkungen der Archäologie auf die Bauindustrie" (Wirtschaftskomponente), oder "Die durchschnittliche Selbstmordrate von Archäologieabsolventen an der Uni Wien von A.N.O. Nym (+)" (Pathologische Komponente, also Medizin!).

Archäologen braucht man dann an der Uni Wien glücklicherweise nur mehr einen, weil die oben genannten "Archäologiemodule" sind eh schon alle, die es insgesamt für BA-SudentInnen gibt. Die meisten Module im ersten Studienjahr sind sowieso "team-taught", also der Archäologie hält z.B. eine Stunde in den 4 Modulen, wo vielleicht Archäologie Platz finden kann, also in der "Allgemeinen Geistes-", "Geschichts-" und "Kulturwissenschaft" und in den "Methoden", und für die LVs im zweiten und dritten Studienjahr, das sind eh nicht mehr als 10 Semesterwochenstunden, das bringt man schon in 2 Semestern unter, und es bleiben sogar noch 6 Semesterwochenstunden für einen Archäologie-MA-Kurs über (verteilt auf 2 Jahre geht sich das wunderbar aus, weil das sind 60 ECTS-Punkte, plus ein paar "allgemeine Veranstaltungen", die alle MA-Hörer besuchen können, wie z.B. "Wissenschaftliches Arbeiten", und die 60 ECTS-Punkte für die Dipl, und man ist locker, sogar mit Auswahl, auf den 120 ECTS-Punkten, die man für einen MA braucht).

Und die Mittel, die man durch die "Entsorgung" von über 20 ArchäologInnen und sonstigem Personal auf den archäologischen Instituten (inklusive Ägyptologie, weil Ägypten gehört ja zum "Mittelmeerraum, und der Nahe Osten sowieso) sparen kann, ohne irgendwas an Qualität in der Ausbildung einzubüßen, sondern diese durch Entsorgung von unnötigem Detail sogar noch viel umfassender, besser und internationaler zu machen (diese ganzen verschiedenen Lehrenden mit ihren unterschiedlichen Meinungen machen schließlich die Archäologie so furchtbar unübersichtlich und uneinheitlich, daß das ja kein Mensch mit IQ von 12 mehr überblicken kann, die Ziegelsteine mit ihrem IQ von 17, den sie zum liegenbleiben brauchen hingegen schon) kann man ja zum Beispiel drei neue Vizerektoren (zum Beispiel einen für Studieneinsparungen, einen für Scheiße reden, und einen für Inkompetenzförderung bei Führungskräften) und einen halben Starforscher in den Naturwissenschaften anstellen.

Und jetzt sagts bitte noch irgendwer, daß das nicht der ideale Weg vorwärts ist!

Tschuldigung dafür, daß ich mir vielleicht einen gewissen minimalen Sarkasmus ob der Unfähigkeit so vieler volks(wirtschafts)schädlicher ArchäologInnen, die Vorteile dieses wunderbaren Studiensystems unmittelbar zu erkennen, nicht ersparen konnte.

Liebe Grüße,

RAY

PS: Wenn die Revolution kommt, sagt es mir bitte. Sonst verpaß ich noch allen Spaß...

Geschrieben von: lector Sunday, 20.02.2005, 23:06
Schöne neue Welt des Studierens!
Ganz ganz großen Dank, mein lieber Ray, sicher hast du mit deinen in die nahe Zukunft weisenden curricularen Anregungen nicht nur mir die Augen dafür geöffnet, wie man es schon längst hätte machen müssen, um up to date zu sein und den Anforderungen eines modernen Studiums zu entsprechen. Geradezu skandalös, auf welche Irrwege und sinnlosen Geisteswanderungen man die Studiosi bis jetzt geschickt hat, bar jeder Verantwortung war das für zügiges Vorankommen und garantierten Eintritt in ein zufriedenstellendes qualifiziertes Berufsleben!
Ich denke, dass man auch von allerhöchster administrativer Seite deine Vorschläge gerne aufgreifen wird, ersparen diese doch den dafür eigentlich Verantwortlichen viel Zeit, die sie mit Nachdenken vergeuden müssten. Über Nacht in die Sprachen der EU übersetzt, könnte das keine Wünsche offenlassende Curriculum bereits in Kürze zur europaweit verbindlichen Routine werden und überall Anwendung finden, so dass der neue Zeitgeist unverzüglich bis in die letzte Provinzfachhochschule durchdringen kann. Eine großartige Perspektive! Dass sich die von dir gelisteten Fach- und Ausbildungsstufen problemlos auf sämtliche Studienrichtungen und Fachdisziplinen übertragen lassen, finde ich besonders genial und halte dies für besonders bewundernswert an deinem großen Wurf!

PS - Sollte einmal tatsächlich die Revolution kommen, werden dich vielleicht Leute davon informieren, die trotz der tollen Ausbildung das eigenständige Denken nicht verlernt haben. Aber möglicherweise bin ich auch da zu optimistisch.

Geschrieben von: lector Tuesday, 1.03.2005, 14:26
Ein Blick nach Graz.

Ob science.orf.at/science/news/133103 mit "schönen Zuständen" zu tun hat?

Geschrieben von: lector Wednesday, 9.03.2005, 00:29
Ein Blick auf die derstandard.at/?id=1972433.

Geschrieben von: lector Thursday, 10.03.2005, 01:22
science.orf.at/science/news/133321

RH empfiehlt Unis Schwerpunktsetzung

Der Rechnungshof (RH) empfiehlt den Universitäten zur Entlastung von Massenstudien eine "Schwerpunktsetzung bei österreichweit mehrfach angebotenen Studienrichtungen".

Dabei wäre "z.B. zu hinterfragen, ob bestimmte Studienrichtungen gleichzeitig an mehreren Standorten angeboten werden sollen", heißt es in einem Wahrnehmungsbericht anlässlich der Prüfung der Lehrveranstaltungs- und Prüfungsverwaltung an zwei Fakultäten der Uni Wien.

Nach Ansicht des RH "sollte auch überlegt werden, inwieweit das Spannungsverhältnis zwischen freiem Hochschulzugang und den begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen der Universitäten gelöst werden kann".

Anregung zu "leistungsselektiven" Eingangsphasen

Außerdem regt der RH eine Untersuchung an, ob - ähnlich wie an der Psychologie in Wien - auch für andere Massenstudienrichtungen die Einrichtung einer "leistungsselektiven" Studieneingangsphase zweckmäßig ist.

An der Psychologie in Wien ist die Absolvierung dieser Studieneingangsphase Voraussetzung für die Zulassung zu den nachfolgenden Lehrveranstaltungen, für die Teilnahmebeschränkungen notwendig sind.

Bis zu 730 Prüfungen pro Jahr und Uni-Lehrer

Der Wahrnehmungsbericht wirft außerdem ein Schlaglicht auf die so genannte "Massenuniversität". Untersucht wurden von Juli bis Dezember 2003 die damalige Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Informatik sowie die Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften der Universität Wien (mittlerweile wurden die Fakultäten neu gegliedert, Anm.).

So waren an der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften rund 29.000 Diplomstudien zu betreuen: Bei rund 150.000 abgelegten Prüfungen entspricht dies - umgerechnet auf das wissenschaftliche Stammpersonal - pro Studienjahr 730 Prüfungen je Vollbeschäftigungsäquivalent, an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Informatik (rund 6.000 Diplomstudien) bei rund 42.000 Prüfungen rund 280 Prüfungen je Vollbeschäftigungsäquivalent.

Arbeit v.a. für externe Lehrbeauftragte

Auf Grund der personellen Situation an den Instituten, zur Sicherung der Vielfalt der Lehre und zur Abdeckung der im Studienplan vorgesehenen Inhalte setzten beide Fakultäten Gastprofessoren und Lehrbeauftragte ein.

An der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften wurden sogar teilweise über 60 Prozent des Lehrangebots von externen Lehrbeauftragten gehalten.

Verspätungen bei Zeugnissen

Bemängelt wurde auch die von Studenten immer wieder kritisierte verspätete Ausstellung von Lehrveranstaltungszeugnissen.

Trotz starker Verbesserungen gegenüber 2001 wurde an den Human- und Sozialwissenschaften ein Drittel der Zeugnisse nicht innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Wochen ausgestellt, an den Wirtschaftswissenschaften und Informatik ein Viertel.

[science.ORF.at, APA, 9.3.05]

Geschrieben von: lector Thursday, 10.03.2005, 01:44
komplettieren ...

derstandard.at/?id=1971780

Wir blicken ja immer auch auf das, was andere Unis und andere Fächer betrifft. Wir tragen ja keine Scheuklappen.

Geschrieben von: Spider Friday, 11.03.2005, 18:14
"Die Presse" vom 11.3.2005: Universität: Differenzen um Studienhürden

Die Forderung des Rechnungshofs nach einer "selektiven" Eingangsphase stößt auf zwiespältige Reaktionen.

WIEN (red.). Rektorenchef Georg Winckler fühlt sich durch einen am Mittwoch veröffentlichten "Wahrnehmungsbericht" des Rechnungshofs (Inhalt siehe Artikel unten) bestätigt: "Die Universität muss in Zukunft verstärktes Augenmerk auf die Studieneingangsphase richten, um den Studienerfolg zu verbessern und Drop-out-Quoten in höheren Semestern zu reduzieren", sagt Winckler zur "Presse".

Für den Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, sind solche Vorschläge aber nur eine Reaktion auf die triste Budgetsituation heimischer Universitäten. Niemand spreche sich gegen Profilbildung und Schwerpunktsetzungen aus, solange nicht "Vielfalt mit Einfalt verwechselt wird", meint er. Wenn man Zulassungsbeschränkungen zum Masterstudium verordne, werde sich die Zahl der Doktoratsstudien verdünnen, was wiederum den Wissenschaftsstandort schwäche.

Für den Cartellverband gehen die RH-Vorschläge in die richtige Richtung, was aber nicht als Aufruf zum "Rausprüfen" missverstanden werden dürfe, so ÖCV-Präsident Johannes Eitzinger. Die Studienpläne müssten so gestaltet werden, dass man als Studierender bereits zu Beginn einen Überblick bekomme.

Für Barbara Wittinger, Bundesvorsitzende der Hochschülerschaft, ist jede Zugangsbeschränkung "untragbar". Darunter würden ein Studierbefähigungstest vor Beginn des Studiums ebenso fallen wie Entscheidungsprüfungen schon nach dem ersten oder zweiten Semester. Das käme einer Knock-out-Prüfung gleich. "Sinnvoll ist hingegen eine Orientierungsphase an sich, bei der man erkennt, wie schaut das Studium aus."

Auch Wittinger weiß, dass das Problem durch das voraussichtliche EuGH-Urteil und dem dann folgenden Zustrom deutscher Studierender (weil sie nicht mehr einen Studienplatz daheim nachweisen müssen) verschärft wird. Aber da dürfe sich das Ministerium nicht aus der Verantwortung ziehen. Ministerium, Rektorate und ÖH müssten gemeinsam eine Lösung suchen.


Geschrieben von: KARL Monday, 14.03.2005, 11:57
derstandard.at/?id=1981117
13. März 2005 23:30

Rat gegen Senat: Plan fix, Fach passé
Senat lehnte Entwicklungsplan der Akademie der bildenden Künste ab - Uni-Rat beschließt trotzdem - Studienrichtung "textiles Gestalten" läuft aus

[...]

Geschrieben von: Brigitte Ecker Monday, 14.03.2005, 14:23
Die Streichung wurde uns von Ministerium aufgezwungen, das uns die Mittel für die Lehre gekürzt hat bis zum Gehtnichtmehr. Der Andreas hat da sicher nicht freiwillig zugestimmt, ich kenne ihn seit 8 Jahren.

Es wurden den Unis die Geldmittel so zusammengestrichen, dass jede Studienrichtung nur mehr einmal pro Hochschulort angeboten wird (Textile gibts auch an der Angewandten). Jetzt müssen sich die Unis absprechen, wer was anbietet. Notwendige Nachbesetzungen können nicht durchgeführt werden, weil uns das Ministerium bei den Gehältern den Geldhahn zugedreht hat.

Die Anzahl der Studienmöglichkeiten pro Studienrichtung in Österreich wird ebenfalls reduziert, siehe meinen Thread über die Archäologie Graz.

Dafür werden aber Studienrichtungen wie die Angewandte Kulturwissenschaft in Klagenfurt eingerichtet, die keiner belegt. Warum lässt man DIE nicht auf?

Geschrieben von: Guest Friday, 1.04.2005, 12:01
www.univie.ac.at/ULV/ULV-RepWerk-0503.pdf

Geschrieben von: lector Monday, 4.04.2005, 13:03
derstandard.at/?id=2002805 / 04. April 2005, 10:38

Verkommt die Universität zum Mischkonzern?

"Forscht zweckfrei, aber erkenntnisgeleitet", fordern Kritiker auch in Deutschland. Ein Auszug aus einem Essay des in Marburg lehrenden Philosophieprofessors Reinhardt Brandt

Der Essay ist in der "Süddeutschen Zeitung" vom 2./3. 4. 2005 erschienen

(...) Die Lehre in den neuen Studiengängen zielt ausschließlich auf eine Verwendung des Gelernten außerhalb der Universität. Sie soll Gebrauchswissen vermitteln. Die traditionelle Universität versteht sich dagegen als Ort der wissenschaftlichen Erkenntnis, die ihre Logik und Zwecksetzung in sich selbst hat. Die Ersetzung kritischer Erkenntnis durch Gebrauchswissen bedeutet aus der Sicht der traditionellen Universität die Ablösung der Selbst-durch Fremdbestimmung, auch eine geistige Verödung.

Parallel dazu laufen die Bemühungen, Exzellenz-Universitäten zu schaffen, in denen hoch qualifizierte Forscher hoch qualifizierte Studenten in die Exzellenz-Forschung einführen. Zwischen beidem wird die Mehrzahl der Universitäten provinzialisiert und damit vernichtet. (...)

Dies ist ein Parallelunternehmen zur Rechtschreibreform: ein Verwaltungsprodukt ohne Kenntnis des Eigensinns der Sprache und der Universitäten und ihres Wandels. In der Universität wird jetzt von oben erzeugt, was die Gesellschaft sichtlich praktiziert: Sie wird auseinander dividiert in Arme und Reiche, im Extrem: in die Masse der Armen und die Plutokraten. Der Bologna-Prozess ist die Verwaltung akademischer Armut, die Idee von Exzellenz-Universitäten dagegen der alte, auf John Locke zurückgehende Slogan: Die Reichen müssen reicher werden, damit auch die Armen reicher werden - woran niemand mehr glaubt.

(...) Die Institution der Erkenntnis mit dem überkommenen Namen der Universität, die wir trotz und mit der Invasion des Produktwissens retten wollen, schließt an die Erkenntnis-Wissenschaften an: Es gibt die sich selbst erneuernde Wissenschaft des Sanskrit und der Kernphysik, der Philosophie und Mathematik und Wissenschaftsgeschichte. Dieses Erkenntniserbe sollte die Universität selbstbewusster als bisher gegen die Orientierung am Gebrauchswissen verteidigen. (DER STANDARD-Printausgabe, 4.4.2005)

Geschrieben von: lector Tuesday, 12.04.2005, 14:53
derstandard.at/?id=2010960 11. April 2005 12:45

"Wollen die Drop-outs an die Uni zurück"
Alfred Gutschelhofer, Rektor der Uni Graz: Die Berufskarrieren beginnen viel zu spät, daher müsse das Bildungs­system gestrafft, die Matura bereits mit 17 möglich werden


Weiterlesen bitte a.a.O.

Geschrieben von: lector Monday, 25.04.2005, 16:14
QUOTE
Ehrlich, respektlos, merkwürdig, fröhlich
- wie auch immer.
Auf derstandard.at/?id=2025501 eine weitere Miszelle.


Wer nicht genug kriegen kann von Miszellen, derstandard.at/?ressort=unientwicklung.

Geschrieben von: lector Thursday, 26.05.2005, 15:04
science.orf.at/science/news/135920

(Uni-Umfrage: Studienbedingungen durchschnittlich)

Geschrieben von: lector Tuesday, 31.05.2005, 15:42
derstandard.at/?id=2062014 - 31. Mai 2005 - 09:46

Medizinuni Graz will Geld für 1,6 Mrd. Euro-Zukunftspaket
Um zur europäischen Spitzenklasse zu gehören will MUG zusätzliches Geld -Bedarf für Vervollständigung des Campus, Bauten, Personal und Lehre


Mehr dazu a.a.O.

Geschrieben von: lector Tuesday, 31.05.2005, 15:42
QUOTE
Medizinuni Graz will Geld für 1,6 Mrd. Euro-Zukunftspaket


Wer will das nicht.

Geschrieben von: lector Monday, 20.06.2005, 02:38
Über den Tellerrand schaun:

science.orf.at/science/news/136807

IRAN: Wissenschaftliche Exzellenz trotz Kontrolle

So liest´s sich zumindest a.a.O. - dort bitte weiterlesen, wer´s nicht glaubt.

Geschrieben von: lector Monday, 11.07.2005, 12:32
science.orf.at/science/news/137863

SPÖ fordert Nationalen Uni-Entwicklungsplan

Nach dem EuGH-Urteil und der Einführung von Zugangsbeschränkungen an Österreichs Unis schlägt die SPÖ einen Nationalen Universitäts-Entwicklungsplan vor.

Dieser Plan soll etwa festlegen, wie viel mehr Akademiker die Unis auszubilden haben und die dafür nötigen Mittel ausweisen. Erstellt werden soll er nicht vom Bildungsministerium, sondern von einer unabhängigen Agentur.

Österreich brauche mehr und nicht weniger Akademiker, betonte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Montag bei einer Pressekonferenz.

[...]

Geschrieben von: lector Monday, 18.07.2005, 19:10
derstandard.at/?id=2116249 18. Juli 2005 18:59

Die Grasserisierung der Universitäten

Streckt's euch nach der Decke, ist die Devise der Regierung gegenüber den Universitäten - Ein Kommentar von Hans Rauscher

Geschrieben von: lector Wednesday, 20.07.2005, 13:49
Neue Beiträge auf derstandard.at/?url=/?ressort=unizugang

Geschrieben von: lector Thursday, 21.07.2005, 11:57
science.orf.at/science/news/138320

Geschrieben von: lector Friday, 22.07.2005, 15:04
derstandard.at/?id=2120939

Zu Protokoll.

a.O.
QUOTE
22. Juli 2005 13:08

Badelt: Keine "chaotische Situation"
Der Vorsitzende der Rektoren hält Herkunftslandprinzip eher für unrealistisch - Gusenbauer: Heimatland soll Kosten für Studenten im EU-Ausland übernehmen

Geschrieben von: lector Wednesday, 10.08.2005, 12:16
Weiter mit der Mischkulanz ...

derstandard.at/?id=2139438 10. August 2005 10:33

Kommentar: Amputierte Autonomie

Die Schüssel-Regierung hat auch bei der Universitätsreform nicht alle nötigen Schritte gewagt. Sie ist im alten Staatsdenken stecken geblieben - von Chefredakteur Gerfried Sperl

Geschrieben von: Florian Wednesday, 17.08.2005, 10:40
Nach Uni-Reform: Kosten für Rektorate verdreifacht

Die Unis haben immer wieder über die Mehrkosten der Uni-Reform geklagt. Zumindest ein Teil davon dürfte auch auf die deutlich höheren Aufwendungen für die Leitungsorgane an den autonomen Universitäten zurückzuführen sein.

Wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) hervorgeht, haben sich die Gesamtbezüge der Rektorate im Rechnungsjahr 2004 gegenüber 2002 in vielen Fällen nahezu verdoppelt, teilweise sogar fast verdreifacht. Dazu kommen auch noch die Aufwendungen für die Universitätsräte.

"Neue Aufgaben"
In der Antwort auf die Anfrage von SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser betont Gehrer, dass ein Vergleich der Bezüge mit Vorperioden auf Grund neuer Aufgaben und Kompetenzen der Leitungsgremien "nicht aussagekräftig" sei.

Tatsächlich war beispielsweise 2002 der Großteil der Vizerektoren nebenamtlich tätig, mittlerweile ist das Gros der Stellvertreter hauptamtlich beschäftigt. Dennoch zeigt sich klar, dass die Aufwendungen für die Uni-Leitung nach In-Kraft-Treten des Universitätsgesetzes (UG) an den meisten Unis deutlich gestiegen sind.

Wiener Unis an der Spitze
Die höchsten Bezüge gab es 2004 im fünf Personen umfassenden Rektorat der Uni Wien mit 659.680 Euro, das ist fast drei Mal so viel wie 2002 (241.602 Euro).

An zweiter Stelle rangiert die neu gegründete Medizinuni Wien, deren fünf Rektoren und Vizerektoren 609.152 Euro erhielten. Auf dem dritten Platz liegt die Technische Universität Wien mit 572.995 Euro für das vierköpfige Rektorat (0,29 Prozent der Erlöse) - das ist mehr als doppelt so viel wie 2002 (282.753 Euro).

Uni-Räte legen Bezüge selbst fest
Große Schwankungsbreiten gibt es bei den Bezügen der Mitglieder der Universitätsräte, die von den Räten selbst festgesetzt wurden: Sie reichen von null Euro an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien bis zu 140.000 Euro für den fünfköpfigen Uni-Rat an der Medizinuni Wien.

An der Medizinuni Innsbruck erhielten die sieben Uni-Räte 116.850 Euro, dagegen kosteten die neun Uni-Räte der Universität Wien 50.923 Euro.

Quelle: orf.at/ticker/191113.html?tmp=13155

Geschrieben von: Florian Wednesday, 17.08.2005, 10:53
Rektorate bis zu drei Mal so teuer wie 2002

Gesamtbezüge des Rektorats der Uni Wien von 241.000 auf 659.000 Euro gestiegen - Uniräte kosten zwischen null und 140.000 Euro

Wien - Die Unis haben immer wieder über die Mehrkosten der Uni-Reform geklagt. Zumindest ein Teil davon dürfte auch auf die deutlich höheren Aufwendungen für die Leitungsorgane an den autonomen Universitäten zurückzuführen sein.

Teure Rektorate
Wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hervorgeht, haben sich die Gesamtbezüge der Rektorate im Rechnungsjahr 2004 gegenüber 2002 in vielen Fällen nahezu verdoppelt, teilweise sogar fast verdreifacht. Dazu kommen auch noch die Aufwendungen für die Universitätsräte.

In der Antwort auf die Anfrage von SP-Bildungssprecher Erwin Niederwieser betont Gehrer, dass ein Vergleich der Bezüge mit Vorperioden auf Grund neuer Aufgaben und Kompetenzen der Leitungsgremien "nicht aussagekräftig" sei.

Universitätsgesetz war teuer
Tatsächlich war beispielsweise 2002 der Großteil der Vizerektoren nebenamtlich tätig, mittlerweile ist das Gros der Stellvertreter hauptamtlich beschäftigt. Dennoch zeigt sich klar, dass die Aufwendungen für die die Uni-Leitung nach Inkrafttreten des Universitätsgesetzes (UG) an den meisten Unis deutlich gestiegen sind.

Uni Wien an der Spitze
Die höchsten Bezüge gab es 2004 im fünf Personen umfassenden Rektorat der Uni Wien mit 659.680 Euro, das ist fast drei Mal so viel wie 2002 (241.602 Euro) und macht 0,18 Prozent der Erlöse aus. An zweiter Stelle rangiert die neu gegründete Medizinuni Wien, deren fünf Rektoren und Vizerektoren 609.152 Euro erhielten (ebenfalls 0,18 Prozent der Erlöse; auf Grund der Neugründung kein Vergleich zu 2002 möglich).

Am dritten Platz liegt die Technische Universität Wien mit 572.995 Euro für das vierköpfige Rektorat (0,29 Prozent der Erlöse) - das ist mehr als doppelt so viel wie 2002 (282.753 Euro). Am geringsten sind dagegen die Bezüge des drei Personen umfassenden Rektorats an der Universität für angewandte Kunst mit 229.139 Euro, das ist nur um knapp 13.000 Euro mehr als 2002.

Innsbruck billiger
Es geht aber offensichtlich auch billiger: An der Universität Innsbruck lagen die Bezüge für das Rektorat 2004 mit 311.749 unter jenen des Jahres 2002 mit 337.845 Euro. Gemessen an den Gesamterlösen liegt die Kunst-Uni Linz an der Spitze, wo die Rektoratsbezüge (355.958 Euro in 2004) 2,96 Prozent der Erlöse ausmachen, gefolgt von der Akademie der bildenden Künste mit 1,78 Prozent (362.342 Euro) und der Montanuni Leoben mit 1,17 Prozent (466.104 Euro).

Große Schwankungsbreiten gibt es bei den Bezügen der Mitglieder der Universitätsräte, die von den Räten selbst festgesetzt wurden: Sie reichen von null Euro an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien bis zu 140.000 Euro für den fünfköpfigen Uni-Rat an der Medizinuni Wien. An der Medizinuni Innsbruck erhielten die sieben Uni-Räte 116.850 Euro, dagegen kosteten die neun Uni-Räte der Universität Wien 50.923 Euro. (APA)

Quelle: derstandard.at/?url=/?id=2145518

Geschrieben von: RAY Wednesday, 17.08.2005, 11:47
Hi,

ach, wie ueberraschend.

RAY

Geschrieben von: lector Thursday, 25.08.2005, 12:52
derstandard.at/?id=2153120 24. August 2005 18:26


Boku: Betriebsrat bereitet härtere Gangart vor

Boku-Rektor soll Plan für Umzug von Departments nach Tulln offen legen - Betriebsrat droht mit rechtlichen Schritten

Geschrieben von: Spider Thursday, 25.08.2005, 13:46
Nochmals zu den Kosten der ug02-univerwaltung:

Der direkte link zur parlamentarischen Anfrage:
www.parlament.gv.at/pls/portal/docs/page...8/imfname_044001.pdf

Gehrers Antwort:
www.parlament.gv.at/pls/portal/docs/page...7/imfname_047137.pdf


Geschrieben von: KARL Wednesday, 7.09.2005, 13:44
Eins, zwei, drei - LOS! - oder?
Nein. Kein Kommentar dazu ...


QUOTE
Letzte Plätze an Innsbrucker Medizin-Uni verlost

Das Los hat über die letzten freien Plätze an der Innsbrucker Medizin-Universität entschieden: Es gibt 22 deutsche und zwei österreichische Sieger, insgesamt behalten die Österreicher die Oberhand.

Per Los sind an der Innsbrucker Medizin-Universität die letzten Studienplätze vergeben worden. Das berichten "Standard" und "Presse" in ihren Mittwoch-Ausgaben. Demnach gingen von den insgesamt 24 noch übrigen Plätzen 22 an Deutsche, die übrigen zwei an Österreicher.



science.orf.at/science/news/140059

Geschrieben von: lector Monday, 12.09.2005, 14:00
science.orf.at/science/news/140261


Die "Financial Times" hat die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien unter die 25 besten Betriebswirtschaftsstudien in Europa gereiht - als eine von nur zwei Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum.

[...]

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derstandard.at/?id=2171510

Geschrieben von: lector Wednesday, 21.09.2005, 14:42
"Ansturm auf Klagenfurt" - kaernten.orf.at/stories/59333/

Geschrieben von: Guest Wednesday, 21.09.2005, 14:51
Eine der drei Unis sind wir. Wir müssen massigst vermieten, Abteilungen, Studienrichtungen streichen und Stellen nicht nachbesetzen. Zum Vergleich: Die Uni Wien ist 15 Mio im Plus.

Geschrieben von: Spider Friday, 23.09.2005, 21:50
"Die Presse" vom 23.9.2005: Häupl: "Unis waren ein bisweilen feudal-skurriler Männerklub"
Ressort: Report, Seite: R2
Sonderthema Wissenschaftstage

Die Stadt Wien will trotz Konzentration auf den High-Tech-Sektor die Kulturwissenschaften nicht vernachlässigen.

Die Presse: Herr Bürgermeister, Sie sind von Ihrer Ausbildung her Biologe. Verstehen Sie die moderne Wissenschaft noch?

Michael Häupl: Die Paradigmen, Methoden, Ziele in der Wissenschaft ändern sich heute schneller als noch vor 20 Jahren. Wenn man in einem Fach mitreden möchte, dann ist das ein Fulltime-Job. Schon wenn man fünf Monate aussetzt hat man einen schwer einholbaren Rückstand. Andererseits sind die Organisationsformen von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung einander viel ähnlicher geworden. Niemand entkommt dem Management; die zerstreuten Professoren sind schon lange ausgestorben. Und natürlich sind die Ergebnisse aktueller Wissenschaft in hohem Maß politisch. Das heißt, dass ich die aktuelle Wissenschaft auf den entscheidenden Ebenen verstehen muss und auch verstehe.

Wie haben Sie als Student den Wissenschaftsstandort Wien erlebt? Und was hat sich seither verändert?

Häupl: In den 70er Jahren hat sich die Universität geöffnet. Es war eine Aufbruchstimmung. An die Stelle der alten Ordinarien- und Talaruniversität, eines bisweilen feudal-skurrilen Männerklubs, trat eine Universität, die sich politisch-ideologisch öffnete und auch eine demokratische Struktur annahm. Trotzdem war die Universität in die Stadt nicht eingebunden. Das war erst eine Entwicklung, die Mitte der 80er Jahre begann, Helmut Zilk hat sich dafür bereits sehr interessiert, ich habe mich für diese Öffnung als Stadtrat und dann als Bürgermeister sehr eingesetzt. Heute ist das Verhältnis zwischen der Stadt und ihren Universitäten so gut wie noch nie.

Die Stadtpolitik setzt den Schwerpunkt der Förderung auf die High-Tech-Forschung. Sind Sozial- und Kulturwissenschaften unwichtig?

Häupl: Die Förderung der High-Tech-Forschung in großem Stil ist jüngeren Datums, während die Förderung der Sozial- und Kulturwissenschaften in Wien bereits eine lange Tradition hat. Es ist klar: Wir setzen einen Schwerpunkt in der Förderung von High-Tech. In den aktuellen Wissensgesellschaften geht nichts mehr ohne Innovation im Technologiebereich. Aber wir setzen in unserem gesamten Handlungsspektrum bei der Stadt Wien auf soziale Innovation. Die Herstellung von Kunstwerken ebenso wie die Kunst- und Kulturreflexion hatten in Wien immer Priorität.

Was ist Ihr Beweggrund, die Wiener Wissenschaftstage zu veranstalten?

Häupl: Wien ist eine weltbekannte Kulturstadt, doch Wien ist auch eine Wissenschaftsstadt. Wien beherbergt neun Universitäten, viele außeruniversitäre Forschungsinstitute, etliche davon von Weltrang. Die Wissenschaftstage sollen ein Festival für die Wissenschaft sein, sie sollen die Bedeutung der Wissenschaft für die Stadt hervorheben. Und was insbesondere für die Wissenschaftstage 2005 gilt: Vielleicht bieten sie ein letztes Mal die Möglichkeit, berühmte WissenschaftlerInnen öffentlich zu würdigen, die als Kinder oder Jugendliche Österreich 1938 verlassen mussten und dann im Ausland berühmt geworden sind.

Ist den Österreichern Ihrer Meinung nach klar, wie wichtig Forschung und Wissenschaft ist?

Häupl: Laut Umfragen liegt das Interesse der ÖsterreicherInnen an neuen Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie weit unter dem europäischen Durchschnitt. Viele Menschen sagen, dass sie nicht interessiert sind, weil sie nichts von Wissenschaft verstehen und sie schlecht informiert sind. Wissenschaft braucht aber Öffentlichkeit. Die Schnittstelle zwischen WissenschafterInnen und ExpertInnen und der Öffentlichkeit muss noch viel breiter werden. Die Wiener Wissenschaftstage werden dazu in Hinkunft einen wichtigen Beitrag leisten. Und ich meine, dass die Stadt Wien hier den Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen auf die Sprünge helfen kann. Ku


Geschrieben von: lector Friday, 23.09.2005, 22:48
QUOTE
Die Schnittstelle zwischen WissenschafterInnen und ExpertInnen und der Öffentlichkeit muss noch viel breiter werden


Auch unsere Webseiten verstehen sich zum Teil als so eine Schnittstelle. Unsere Türen sind ja allen offen.

Geschrieben von: KARL Saturday, 8.10.2005, 14:17
wien.orf.at/stories/62674 (WU Wien)



Konzept für WU-Sanierung liegt vor
Die sanierungsbedürftige Wirtschaftsuniversität (WU) könnte ab 2007 renoviert werden. Fest stand bisher nur, dass renoviert wird, nicht aber das Wie oder Wann. Nun liegt ein erstes Konzept vor. [...]

Geschrieben von: lector Friday, 14.10.2005, 18:20
derstandard.at/?id=2207458 13. Oktober 2005 17:40

"Die Betroffenen sind nicht einbezogen worden"

Mangelnde Informations­politik des Rektorats und fehlendes Budget für die Unis bestimmten die Diskussion um die Absiedlung einiger Institute der BOKU nach Tulln

[...]

Geschrieben von: lector Tuesday, 18.10.2005, 17:18
derstandard.at/?id=2184213
18. Oktober 2005 14:30

QUOTE
Geduld und Demut

Zwei Tugenden die man als StudentIn in Wien aufbringen muss, zumindest wenn man mit der Zeugnisverwaltung zu tun hat - ein Erlebnisbericht einer Psychologiestudentin

Geschrieben von: lector Tuesday, 18.10.2005, 18:24
Entgegnung:
derstandard.at/?id=2212976 18. Oktober 2005 12:33

QUOTE
Institut weist Vorwürfe zurück: "Ein Einzelfall"

Studienprogrammleiter Jirasko: Nur punktuell großer Ansturm - Studierende sollten Sommermonate nutzen

Geschrieben von: lector Wednesday, 19.10.2005, 18:27
science.orf.at/science/news/141600

Bundespräsident für Ausbau der Studienplätze

Bundespräsident Fischer plädiert für einen Ausbau der Studienplätze an Österreichs Hochschulen: Die im OECD-Schnitt geringe Akademikerquote solle ein "Ansporn" für Anstrengungen im tertiären Bereich werden.

Dies gelte, auch wenn Statistiken verschieden interpretiert und damit auch relativiert werden könnten, so Heinz Fischer bei einer Veranstaltung der Rektorenkonferenz (ÖRK) am Dienstagnachmittag in Wien.

Fischer: Qualitätskriterien ohne soziale Barrieren, ...

Gleichzeitig plädierte Fischer aber auch für eine offene Diskussion über eine Auswahl der Studenten. Eine solche könne - richtig betrieben - helfen, spezifische Interessen, Fähigkeiten und Stärken zu entwickeln und die Wahlmöglichkeiten für Studenten erweitern.

"Gute Studierende ziehen gute Professoren an und umgekehrt." Allerdings müsse klargestellt werden, dass Überlegungen über hohe Qualitätskriterien zugleich mit der grundsätzlichen Ablehnung sozialer Barrieren im Bildungsbereich verbunden sein müssten.

... Uni-Zugang offen halten

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Universitätszugang für nichtösterreichische EU-Bürger dürfe aber nicht dazu führen, den offenen Hochschulzugang abzuschaffen oder als Ziel außer Betracht zu lassen, meinte Fischer.

Auch in Zukunft müsse - allein schon in Hinblick auf die Notwendigkeit einer steigenden Akademikerquote - sichergestellt sein, dass für junge begabte Menschen der erwünschte Zugang zu erstklassiger universitärer Qualifikation gewährleistet bleibt.

Badelt: Vorrang für die Forschung

Rektoren-Chef Christoph Badelt will in Zukunft die Wissenschaft wieder verstärkt in den Mittelpunkt der Universität stellen. Derzeit würden die Unis primär als Ausbildungsstätten angesehen. Ohne diese Aufgabe vernachlässigen zu wollen, hätten die Unis aber in erster Linie Orte der wissenschaftlichen Forschung zu sein.

Allerdings könne auch der ambitionierteste Forscher nicht forschen, wenn auf einen Professor 260 Studenten kämen. Sämtliche Reformen würden verpuffen, wenn die Unis nicht das Geld bekämen, um in den Wettbewerb um Spitzenleistungen einzutreten.

Schatz: Selektion bedingt Exzellenz
Vehement für eine Auswahl der Besten sprach sich der ehemalige Chef des Schweizer Wissenschaftsrats, Gottfried Schatz, aus. "Wer keine Selektion will, will auch keine Exzellenz." Die Universitäten müssten ihren akademischen Nachwuchs rigoros, aber fair und transparent auswählen.

Leistung müsse belohnt und nur die Besten behalten werden. Ohne Selektion gebe es keine Qualität, so der gebürtige Österreicher Schatz, sie sei in der Wissenschaft so unvermeidlich wie im Sport oder der Kunst.

"Lose Kollektion von Berufsschulen"
In Europa scheue man aber generell davor zurück, die verfügbaren Mittel gezielt den Besten zu geben, wenn dadurch das Mittelmaß wenig oder gar nichts erhalten sollte, kritisierte Schatz. Wer alle gleich behandle, behandle alle ungerecht.

Generell kritisierte Schatz, dass die Unis heute nur sehr vereinzelt Orte der Wissenschaft seien: "Viele sind eine lose Kollektion von Berufsschulen, in der sich die so genannten Geistes- und Naturwissenschaften argwöhnisch beäugen."

In zahlreichen Sitzungen zu Uni-Reformen sei es immer nur um Strukturen, Finanzen und Politik gegangen, das Wort "Wissenschaft" sei dabei kaum erwähnt worden.

[science.ORF.at/APA, 19.10.05]

Geschrieben von: lector Friday, 21.10.2005, 19:04
derstandard.at/?id=2218118 21. Oktober 2005 18:33

Auch künftige Lehrerausbildung unter EU-Niveau

Gehrer-Kommission zerpflückt neue "Hochschulen"

Die pädagogischen Hochschulen entsprechen nicht den EU-Standards in der Lehrerausbildung, kritisiert die zur Planung der Lehrerhochschulen installierte Kommission. Experten fordern eine universitäre Ausbildung für alle Lehrer.

Mehr a.a.O.

Geschrieben von: lector Friday, 21.10.2005, 19:13
Gebäudemurks an den Unis

Sanieren, teilabsiedeln oder neu bauen: TU will bis Mitte November, WU bis Jahresende Entscheidung über Standort fällen

Wien/Innsbruck – Mitunter brauchen die Dinge eben eine gewisse Anlaufzeit. Für Manfred Gantner war es Mitte dieser Woche dann aber soweit. Seit der Rektor der Uni Innsbruck, der gleichzeitig Vizerektor der Rektorenkonferenz und in dieser Funktion deren "Finanzminister" ist, zu einem Gespräch mit ,Kollege' Karl- Heinz Grasser, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, sowie Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (beide VP) zusammengekommen ist, ortet er zumindest "politisches Verständnis" für die Sanierungsprobleme der Unis. Die Politiker hätten jedenfalls zugesagt, "ehebaldigst" jene gesetzliche Bestimmung des UG 2002 zu ändern, derzufolge die Rektoren für die Hochschulgebäude haften.

Zentimeterfrage

Logische Schlussfolgerung für Gantner: "Die Haftung muss zurück zum Bund oder zur BIG", zumindest solange, bis jene 23 Gebäude, die generalsaniert werden müssen, wieder intakt sind. Aber auch dann gelten für den Rest nicht mehr nur die Brandschutzregeln, sondern auch die – wesentlich strengeren – Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Allein an Gantners Uni müssen Stiegengeländer, die früher 80 Zentimetern hoch sein durften, um etwa 15 Zentimeter erhöht werden. Für die 23 problematischten Gebäude müssen rund 600 Millionen Euro extra investiert werden. Einige erwägen angesichts der drohenden Sanierungskosten einen Neubau.

Darunter auch die Wiener Wirtschaftsuniversität. Bei Sonnenschein heizt sich der WU-Glasbaukasten auf, regnet es hingegen, dann auch ins Innere des Gebäudes, das über einige undichte Stellen verfügt. Bis Jahresende soll die Standortentscheidung fallen. Davor gilt es, die letzten Verhandlungen mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) abzuwarten, von der man das Gebäude – wie die meisten anderen Unis auch – mietet.

Neu hinzu kommt, dass der Grundstückseigentümer ÖBB die Liegenschaft an den Vermieter BIG verkaufen möchte. Wodurch die Uni künftig höhere Mieten bezahlen müsse.

Ein Szenario, das auch der Wiener Universitätszahnklinik bevorsteht. Die Zahnmediziner wollen auf eine Kombination aus Sanierung und Neubau setzen. Desolate Fassaden, fehlende Brandschutz- Kompatibilität, sowie quantitativ und qualitativ mangelhafte Sanitäranlagen (die derzeit mitunter von Patienten, Studenten und Ärzten geteilt werden müssen und teils nicht einmal über ein Waschbecken verfügen) machen die Neugestaltung nötig. Der Bund hat diese Pläne zwar bereits abgesegnet, eine konkrete Finanzierungszusage, dass man die entstehenden Kosten in Höhe von 50 Millionen Euro, sowie die künftig erhöhten Mietpreise auch übernehmen werde, gibt es aber nicht.

Auch an der TU Wien liegen die Ergebnisse jener Arbeitsgruppe auf dem Tisch, die über absiedeln, oder nicht absiedeln beraten sollte. 13 Standorte standen zur Wahl, darunter drei in Niederösterreich, der Rest in Wien. Mitte November will man sich mit Experten befreundeter Unis (EHT Zürich, TU München, TU Graz) beraten. Bis Jahresende soll eine Entscheidung fallen. Und die kann Sanierung, Teilabsiedlung oder Gesamtumzug heißen. Letzteres würde rund zehn bis 20 Jahre dauern, heißt es an der TU. (DER STANDARD, Printausgabe, 22./23.10.2005)

Text aus: derstandard.at/?id=2218064

Geschrieben von: lector Tuesday, 25.10.2005, 13:17
derstandard.at/?id=2220737 24. Oktober 2005 17:22

Rechnungshof kritisiert Pädagogische Hochschulen
Für Rechnungshof nur PädAks "mit geänderter Bezeichnung" - Außerdem Forderung nach Eignungstest - Kritik auch von Rektoren und Finanzministerium

Geschrieben von: lector Sunday, 30.10.2005, 19:59
derstandard.at/?id=2223831 27. Oktober 2005 18:29

Trotz Beschränkungen immer mehr Studierende

Fast alle Unis haben bereits vor Ende der regulären Inskriptionsfrist mehr Studienanfänger als im Vorjahr - Anteil der deutschen Studierenden deutlich gestiegen

Geschrieben von: lector Wednesday, 2.11.2005, 15:46
derstandard.at/?id=2228193
01. November 2005 23:07


QUOTE
Studieren im permanenten Ausnahmezustand
Ein Rundgang durch drei der 23 baufälligsten Häuser


Geschrieben von: Spider Thursday, 3.11.2005, 10:27
"Der Standard" vom 3.11.2005: Die Unigebäude-Wissenschaft
Ressort: Kommentar, Seite 32

Ausgerechnet dort, wo "Weltklasse" vermittelt werden soll, fällt der Verputz ab - Ein Kommentar von Karin Moser

Wären die Universitäten Mieter im herkömmlichen Sinn, hätten sie sich wohl längst an die Mietervereinigung gewandt. Ist man dort Mitglied, übernimmt der Verein die Kosten eines Außerstreitverfahrens durch alle Instanzen - ein Service, das bei der Mehrzahl der desolaten Unigebäude gerade recht käme.

Denn gebäudetechnisch befinden sich die heimischen Hochschulen seit Jahren im Ausnahmezustand. Mit Einführung des Universitätsgesetzes 2002, dem Ankauf der Gebäude durch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und deren Weitervermietung an die Hochschulen wurde die Ausgangslage dann auch noch kurios: Wenn der Mieter "Uni" heute auf die Einhaltung der Hausherrenpflichten pocht, hilft es ihm wenig, sich mit dem Eigentümer BIG an einen Tisch zu setzen.

Ansprechpartner sind seit der Entlassung in die so genannte Teilrechtsfähigkeit das Finanz- und das Bildungsministerium, die in zähen Verhandlungen ein Budget sicherstellen sollen, das es den Unis ermöglicht, sich auch nach erfolgter Generalsanierung die Miete für ihre Unterkunft zu leisten.

Und genau hier spießt es sich jetzt: Während Grasser und Gehrer plötzlich Verständnis signalisieren, dass die Unis in ihrer derzeitigen Verfassung (auch) substanziell sanierungsbedürftig sind, bleibt die Zusage der dafür benötigten Mittel (laut Berechnungen von Bildungsministerium und Rektorenkonferenz 600 Millionen Euro) weiter offen. Bis Jahresende sollen die Budgetverhandlungen abgeschlossen sein, aber selbst dann wird es bis zur Durchführung der Umbauarbeiten Jahre dauern.

Denn der laufende Uni- betrieb will aufrechterhalten, die Prioritätensetzung unter den 23 baufälligsten (von ursprünglich 230) Häusern ermittelt werden. Logistisch wie finanziell eine Herausforderung für alle Beteiligten. Überlegungen zu Absiedelung und Neubau einzelner Fakultäten sowie ganzer Universitäten noch gar nicht mitgerechnet.

Eile war aber ohnehin nicht zu erwarten. Denn die bautechnischen Mängel der Universitäten (allein an der Uni Innsbruck sind es über 16.000 Mängel) sind ja nicht von heute auf morgen entstanden. Die Probleme waren bereits evident, als die Unis noch in der Obhut des Bundes waren. Verwaltet wurden sie übrigens auch damals schon von der 1992 gegründeten BIG.

Solange jedoch niemand persönlich haftbar gemacht werden konnte, bestand eben wenig Handlungsbedarf. Wen kümmern Verschleißerscheinungen, wenn es keinen gibt, der in letzter Konsequenz dafür gerade stehen muss? Hauptsache, den Bauordnungen der frühen 60er- und 70er-Jahre wurde entsprochen.

Heute haftet der einzelne Rektor, sollte an seiner Hochschule etwas passieren. Und die Uniwelt sieht plötzlich ganz anders aus. Natürlich nicht für Lehrende und Studierende: Die müssen seit Jahren "Weltklasse" unter Substandardbedingungen erbringen. Und das liegt nicht nur an der räumlichen Ausstattung der "Weltklasseunis". Geändert hat sich das Interesse der Hochschulleiter für die Thematik. Seit Arbeitnehmerschutzbestimmungen penibel genau die Breite von Fluchtwegen oder die Höhe von Stiegengeländern regeln, macht man sich auch über leicht brennbare Plastikfußböden, Toiletten ohne Waschbecken oder tropfende Decken seine Gedanken.

Versichern will die desolaten Forschungseinrichtungen wohl ohnehin niemand. Bei der BIG rechnet man sich dennoch Versicherungsverträge für einzelne Unigebäude aus, die Unirektoren wollen ihre Sicherheit mittels Haftungsaussetzung erreichen. Die Einzige, die allerdings wirklich von Anfang an auf Nummer sicher gegangen ist, ist Bildungsministerin Elisabeth Gehrer: Gemäß dem Motto "Schwubbs und weg in die Autonomie" hat sie ihre Verhandlungsposition wesentlich verbessert.

Dass für einen gelungenen Start in die Selbstständigkeit die substanzielle Basis der Unis stimmen muss, hat sich bis zum Minoritenplatz noch nicht durchgesprochen.


Geschrieben von: lector Thursday, 3.11.2005, 14:05
Unigebäude - scheint der "thematische Renner" zu werden dry.gif

derstandard.at/?id=2230151
derstandard.at/?id=2229351

Geschrieben von: lector Wednesday, 9.11.2005, 14:48
derstandard.at/?id=2233508 07. November 2005 16:26


MedizinstudentInnen fordern Schadenersatz

Erstmals initiiert die Hochschülerschaft an der Med-Uni Graz eine Sammelklage - die Studierenden auf der Warteliste wollen ihren Verdienstentgang einklagen

442 Studierende der Med-Uni Graz haben den ersten Abschnitt erfolgreich abgeschlossen - etwa 130 davon dürfen trotzdem keine Lehrveranstaltungen des zweiten Abschnitts belegen. Durch die zahlenmäßigen Begrenzungen der Kurse verlieren die Studierenden zumindest ein Studienjahr. Die Betroffenen machen jetzt gemeinsam mit der Grazer Hochschülerschaft mobil gegen diese Zugangsbeschränkungen. Sie fordern von der Universität mittels einer zivilrechtlichen Klage Schadenersatz wegen der "verlorenen Lebenszeit" und des damit verbundenen Verdienstentgangs.
...

Geschrieben von: lector Saturday, 19.11.2005, 00:54
derstandard.at/?id=2247206

Betreuungsverhältnisse an Österreichs Unis


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Vgl. www.wienerzeitung.at/bilder/artikel/uni.gif

Geschrieben von: lector Sunday, 27.11.2005, 18:44
derstandard.at/?id=2254248 24. November 2005 16:20

Studenten-Kundgebung für Dialog rund um Salzburger Mozarteum in Tirol

"Offene Diskussion" rund um die umstrittene Abwanderung des Mozarteums nach Innsbruck gefordert - Schüssel: Salzburger Ausbildung vollkommen ungefährdet

Geschrieben von: KARL Monday, 28.11.2005, 16:27
science.orf.at/science/events/142306

QUOTE
Diskussion: Frauen an den österreichischen Unis
Mehr als die Hälfe der Studierenden an österreichischen Unis sind Frauen, dennoch "verlieren" sie sich am Weg nach oben. Das hochschulpolitische Forum blickt durch die "gläserne Decke" und sucht nach Ursachen.


...

Ort: RadioKulturhaus - ORF KulturCafe Wien, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Zeit: Mittwoch, 30.11.2005, 18.00 Uhr
Eintritt frei

Geschrieben von: lector Tuesday, 29.11.2005, 16:47
derstandard.at/?id=2258396 28. November 2005, 20:02
"Dann muss noch mehr investiert werden"

Vizerektorin der Meduni Graz Herlitschka beim UniStandard-Talk: Nur so könne die EU ihr Ziel erreichen, stärkste wissensbasierte Region zu werden und mit den USA zu konkurrieren

Geschrieben von: lector Sunday, 4.12.2005, 17:29
derstandard.at/?id=2263714 02. Dezember 2005 19:26

Grüne fordern Frauenquoten an den Unis
Müsse integraler Bestandteil der Leistungsvereinbarungen zwischen Bund und Unis sein - Jüngster Unibericht bestätigt: Je höher die Uniebene, desto weniger Frauen

[...]

QUOTE
Je höher die Uniebene, desto weniger Frauen


Naja, überall ist es ja nicht gerade so.



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derstandard.at/?ressort=unipersonal

Geschrieben von: lector Wednesday, 7.12.2005, 15:13
derstandard.at/?id=2266965 06. Dezember 2005 14:07

QUOTE
Montanuni Leoben: Studierendenzahl überschreitet Zweitausender-Marke
Uni freut sich: Zahl der Studien­anfänger um fast 20 Prozent ge­stiegen - Höchste Zuwächse in Kunststoff­technik und Werkstoffwissenschaft


Geschrieben von: lector Thursday, 8.12.2005, 12:59
www.orf.at/ticker/202415.html?tmp=8601

QUOTE
Plus bei Inskription wegen deutscher Studienanfänger

Bei der Zahl der Studienanfänger an den heimischen Universitäten gibt es ein deutliches Plus. Und dieses geht fast komplett auf das Konto von Deutschen, wie aus den nach Ende der Zulassungsfrist bei den wissenschaftlichen Unis erhobenen aktuellen Zahlen hervorgeht. Vor allem an den Medizin-Unis verdrängten die Deutschen österreichische Studienanfänger.

1.800 von 2.200 aus Deutschland

An den wissenschaftlichen Unis (ausgenommen Uni Salzburg, Uni Linz und Veterinärmedizinische Universität/VUW, die bisher keine bzw. nur teilweise Zahlen lieferten) war bis zum Ende der Nachfrist ein Studienanfänger-Plus von rund 2.200 Personen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, davon allein rund 1.800 aus Deutschland.

Nach den bisher vorliegenden Daten dürften die Uni Salzburg und die VUW diesen Trend noch verstärken, exakte Zahlen gibt es von diesen Unis aber noch nicht.

Am deutlichsten aber zeigte sich das Bild an den Medizinischen Universitäten in Wien und Innsbruck sowie an der Uni Innsbruck. An der Uni Innsbruck etwa gibt es um insgesamt rund 200 Studienanfänger mehr als im Vorjahr, aber um fast 300 mehr allein aus Deutschland.

Weniger Studienanfänger in Deutschland

In das Bild dieser Zahlen passt eine Meldung aus Deutschland: Dort ist laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Erstimmatrikulierten mit rund 352.000 gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent gesunken.

Geschrieben von: lector Friday, 9.12.2005, 03:32
derstandard.at/?id=2269248 08. Dezember 2005 17:46

"Wir haben das Gefühl im Stich gelassen zu werden"
Studierende der Zahnmedizin sind mit langen Wartezeiten mitten im Studium konfrontiert – Sie fordern mehr Praktikumsplätze für den dritten Studienabschnitt

[...]

Geschrieben von: lector Friday, 30.12.2005, 20:20
science.orf.at/science/news/142927

Mehr Absolventinnen an der Universität Graz

Die Universität Graz verzeichnete im Studienjahr 2004/2005 ein deutliches Plus an Absolventinnen: Waren es 2003/2004 noch 1.399, so schlossen im Jahr darauf 1.560 Frauen ihr Studium ab.

Durch die Zugangsbeschränkungen bei einigen Studienrichtungen kam es zu leichten Verschiebungen bei den gewählten Studienfächern.

Mehr Geistes-, weniger Rechtswissenschaft
Verstärkten Zulauf gab es zur Geisteswissenschaftliche Fakultät (plus 44 Prozent) sowie zur Naturwissenschaftliche Fakultät (plus zehn Prozent).

Rückgänge hingegen verbuchte die Katholisch-Theologische Fakultät mit einem Minus von 13 Prozent.

Verringert hat sich die Anzahl mit jeweils etwa elf Prozent bei den Rechtswissenschaften sowie den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
[...]

Geschrieben von: lector Monday, 2.01.2006, 13:57
derstandard.at/?id=2272666

"Die bildungspolitischen Schnapsideen 2005"

Geschrieben von: lector Monday, 2.01.2006, 14:19
derstandard.at/?id=2290662. ;)

Geschrieben von: lector Friday, 3.02.2006, 19:49
Bei den Europameisterschaften im Hochschuldebattieren am 26.
Februar treten mehr als 400 Redner aus europaeischen Hochschulen
gegeneinander an. Veranstaltungsort ist das Schauspielhaus am
Gendarmenmarkt in Berlin. Bei der Deutschen Debattier-
meisterschaft am 18. Juni ringen die besten studentischen
Redner um den Titel "Deutsche Meister im Hochschuldebattieren".
Beide Veranstaltungen werden von der ZEIT unterstuetzt.
www.euros2006.com

Text: Jobbrief DIE ZEIT Februar 2006

Geschrieben von: lector Friday, 10.02.2006, 18:26
Neuer Studienanfänger-Rekord an Unis

An den österreichischen Universitäten gibt es heuer wieder einen neuen Rekord an Studienanfängern: Insgesamt haben 34.024 Personen im Wintersemester 2005/06 ein Studium begonnen.

Das sind rund 1.900 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2003/04 und um 2.100 mehr als 2004/05, geht aus den veröffentlichten Zahlen des Bildungsministeriums hervor.


Mehr dazu auf: science.orf.at/science/news/143385

Geschrieben von: KARL Thursday, 2.03.2006, 15:45
www.zeit.de/2006/10/C-priester-spiel

Geschrieben von: lector Saturday, 4.03.2006, 16:20
derstandard.at/?id=2363468 03. März 2006 18:39

Kulturen kreuzen auf hoher See
Wenn die Uni auf Weltreise geht: Im Jänner 2007 stechen 700 Studenten in See. Vier Monate lang studieren sie auf einem Luxusdampfer interkulturelle Kommunikation ...

Schiff Ahoi! wink.gif

Geschrieben von: lector Wednesday, 8.03.2006, 12:38
derstandard.at/?id=2362536 01. März 2006 18:33

Institute vom Zusperren bedroht
Arbeitsinspektorat beanstandet massive Sicherheitsprobleme an der Maschinenbau- und Chemiefakultät an der TU Wien

...

Geschrieben von: lector Thursday, 9.03.2006, 12:26
Musikuni kritisiert Studiendauer

Die Studiendauer von ausschließlich drei Jahren haben Senat und Rektorat der Musikuniversität Wien kritisiert. In anderen europäischen Staaten seien vierjährige Grundstudien üblich. [...]


wien.orf.at/stories/94426/

Geschrieben von: KARL Saturday, 18.03.2006, 14:05
derstandard.at/?id=2377569 - 17. März 2006 14:06

Linzer Uni-Streit: Rektorenteam wegen übler Nachrede verurteilt
Geldstrafen gegen sechs Beschuldigte - Schluss­strich unter jahrelangen Rechtsstreit zwischen Universitätsführung und Verwaltungsjurist
Trennlinie

...

Geschrieben von: lector Saturday, 18.03.2006, 14:22
derstandard.at/?id=2381546 17. März 2006 12:07

QUOTE
Winckler: Unis brauchen mehr Autonomie und Geld
Uni-Rektor auf Bildungsgipfel: Breiterer Zugang und mehr Exzellenz nötig - Ferrero-Waldner für "auswärtige Bildungspolitik"

Wien - Für eine Stärkung der Autonomie der europäischen Universitäten sowie mehr staatliche Ausgaben für das Hochschulsystem plädiert der Präsident der European University Association (EUA) und Rektor der Uni Wien, Georg Winckler. Gleichzeitig sei es nötig, den Zugang zu den Unis auf einer faireren Basis zu verbreitern, mehr Exzellenz anzustreben und mehr Diversifikation innerhalb des Systems zuzulassen, so Winckler bei einer Rede anlässlich des informellen Treffens der EU-Bildungsminister in Wien am Donnerstag Abend.


[...]

Geschrieben von: lector Monday, 3.04.2006, 14:33
derstandard.at/?id=2400071

Von "Neusprech" und anderem Kauderwelsch.

Geschrieben von: lector Monday, 10.04.2006, 14:26
derstandard.at/?id=2408130 09. April 2006 20:37

"Schikanen von A bis Z"
Die Unis fordern eine Änderung des neuen Fremdenrechts. Es sei eine "Zumutung" für ausländische Studenten und Professoren



Den Beitrag a.O. lesen.

Geschrieben von: lector Tuesday, 18.04.2006, 13:40
Nachtrag

derstandard.at/?id=2376074 13. März 2006 16:18

Europäische Studenten wollen mehr Mitsprache und keine Gebühren
European Students Convention in Wien beendet - Teilnehmer fordern mehr Geld für Hochschulen

...

Geschrieben von: lector Friday, 21.04.2006, 13:46
derstandard.at/?id=2419618 20. April 2006 18:22

Skalicky "mit Nachdruck" für Aspern
Entscheidung über Standort der TU Wien soll bis Sommer fallen

Geschrieben von: lector Tuesday, 25.04.2006, 16:56
Auf nach Aspern - WU und TU zusammen raus in den 22. Bezirk?


www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=c&ressort=w&id=554113

Geschrieben von: lector Wednesday, 26.04.2006, 13:47
wien.orf.at/stories/105155/ 26.04.2006


WU

Sperre für Prüfungsschwänzer
Ab Mai werden Studenten, die sich für eine Prüfung angemeldet haben, aber ohne Entschuldigung nicht erscheinen, zehn Wochen gesperrt. Ausnahmen von dieser "No-Show-Regelung" gibt es nur bei wichtigen Gründen.


[...]

Geschrieben von: Guest Wednesday, 3.05.2006, 18:16
science.orf.at/science/news/144413

Erhöhung des Prof.-Anteils an Uni Wien in Aussicht gestellt ...

Geschrieben von: lector Wednesday, 3.05.2006, 18:19
Auswirkungen des neuen Fremdenrechts auf die österreichischen Universitäten - Kritik von Uni-Rektoren:

science.orf.at/science/news/144417

Geschrieben von: lector Tuesday, 9.05.2006, 12:21
wien.orf.at/stories/107924

Wiener Uni-Standorte zur Disposition

Geschrieben von: Guest Tuesday, 9.05.2006, 12:46
derstandard.at/?id=2438850

"Bildung im Freien"

Geschrieben von: lector Thursday, 11.05.2006, 15:18
"Bildungsfahrt in der Bim"

derstandard.at/?id=2441958 mit Bildern.

Geschrieben von: lector Monday, 15.05.2006, 18:49
science.orf.at/science/news/144546

AT: Drop-out-Quoten an Unis und FHs nähern sich an

Geschrieben von: lector Wednesday, 31.05.2006, 11:10
derstandard.at/?id=2462198 30. Mai 2006 17:16

Psychologie: Entscheidungshilfe für Studieninteressierte
Nur die Hälfte absolviert erste Prüfung - Einführungsreader informiert über Inhalt und Voraussetzungen

Geschrieben von: lector Tuesday, 13.06.2006, 12:06
derstandard.at/?id=2477521 12. Juni 2006 17:48

TU will doch nicht nach Aspern
Übersiedlung wegen mangelnder Akzeptanz bei Mitarbeitern und Studierenden abgesagt - Stattdessen sollen Institute an wenigen Standorten "verdichtet" werden

Geschrieben von: lector Tuesday, 18.07.2006, 14:09
Studienabbrecher auf der WU Wien

derstandard.at/?id=2515585

Geschrieben von: lector Wednesday, 6.09.2006, 18:24
QUOTE
Rektoren wollen von neuer Regierung Studienplatzbewirtschaftung
Zwei Prozent des BIP für tertiären Bildungssektor, Teilzeitstudium, Qualifikationskriterien für Uni-Räte als weitere Forderungen


Lesen auf derstandard.at/?id=2575671



"Studienplatzbewirtschaftung".

Geschrieben von: KARL Monday, 18.09.2006, 11:25
EINLADUNG zur Ausstellung:
ELTERNBILDER - Eltern schaffen Wissenschaft!

2. Oktober – 20. Oktober 2006, MO-Fr 6–22 Uhr, SA 7-14 Uhr

In der Aula der Universität Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien


Sprachen: Deutsch + Englisch

Eintritt frei!


Eröffnungsfeier:

Montag, 2. Oktober 2006, 16.00 Uhr


In der Aula der Universität Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien

Mit Spielprogramm für Kinder im neu gestalteten Arkadenhof!


Weitere Informationen beim Veranstalter: Kinderbüro der Universität Wien (Lammgasse 8/4, 1080 Wien, T: 01/4277-10701; E: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

www.univie.ac.at/kinder



Erstmals präsentiert das Kinderbüro die Ausstellung ELTERNBILDER: Auf 21 Großplakaten geben Mütter und Väter in Bildern und Worten einen sehr persönlichen Einblick, wie sie Elternschaft und ihre Ambitionen in Studium und Beruf vereinbaren.

Entstanden sind daraus Geschichten, die Spaß und Leid zeigen, Freude und Angst, die sichtbar machen, dass Elternschaft wundervoll sein kann, aber auch anstrengend und manchmal gar nicht lustig – Geschichten, die Menschen anrühren, Themen berühren und den Wissenschaftsbetrieb ein Stück weit aufrühren sollen.





ELTERNBILDER-Online-Datenbank mit über 50 Porträts: www.univie.ac.at/kinder -> Elternbilder



Buch zur Ausstellung beim Portier der Universität Wien oder über das Kinderbüro („Eltern schaffen Wissenschaft!” ELTERNBILDER – studierende und wissenschaftlich tätige Eltern im Porträt, 100 Seiten, ISBN: 3-9501995-0-0, Herausgeber: Kinderbüro der Universität Wien).



--
Referat Genderforschung
Universitaetscampus AAKH
Spitalgasse 2, Hof 7
A-1090 Wien
www.univie.ac.at/gender

_______________________________________________
IG-Externe mailing list
IG-ExterneATlists.univie.ac.at
lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/ig-externe

Geschrieben von: KARL Tuesday, 10.10.2006, 10:53
derstandard.at/?id=2617563

Gründungsrektoren der Pädagogischen Hochschulen komplett
Marlies Krainz-Dürr in Kärnten, Markus Juranek in Tirol bestellt - Ab Herbst 2007 neun PH und vier private Hochschulen

Wien - Die Gründungsrektoren der neun Pädagogischen Hochschulen (PH) des Bundes sind komplett. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) bestellte den Tiroler Landesschulratsdirektor Markus Juranek zum Rektor der PH Tirol und die Klagenfurter Uni-Professorin Marlies Krainz-Dürr zur Rektorin der PH Kärnten.

"Schwarz eingefärbt" [...]

Das war dann wohl der letzte Coup von Frau Gehrer ...
dry.gif

Geschrieben von: lector Wednesday, 11.10.2006, 11:21
Diese Sache wäre ein eigenes Thema wert.

science.orf.at/science/news/145940

Teilzeitstudium gegen hohe Uni-Abbrecher-Quote

Obwohl es laut amtlichen Statistiken in Österreich nur "Vollzeitstudierende" gibt, müssen zwei Drittel von ihnen nebenbei arbeiten. Dies trägt maßgeblich zu der hohen Quote an Studienabbrechern und zur relativ niedrigen Zahl an Akademikern bei. Der Hochschul-Experte Hans Pechar macht in einem Gastbeitrag auf diesen Umstand aufmerksam, der in der Debatte um Bildungsreformen oft vergessen wird. Würde man den Unis und ihren Studierenden ein Teilzeit-Studium ermöglichen, wäre dies nicht nur "kundenorientierter", sondern auch sozial gerechter, so seine Argumentation.

Teilen und verweilen
Von Hans Pechar


Beitrag a.O. lesen.


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QUOTE
Diese Sache wäre ein eigenes Thema wert.

s. archaeologieforum.at/forum/index.php?showtopic=6291

Geschrieben von: lector Monday, 20.11.2006, 14:02
www.donau-uni.ac.at/de/aktuell/news/archiv/09262/index.php

16.10.2006

Erster Hochschulmanagement-Preis an Uni Wien und BOKU
Donau-Universität Krems prämiert gelungene Hochschulmanagement-Projekte

Die Donau-Universität Krems hat erstmals einen Preis für innovative Konzepte und Leistungen im Hochschulmanagement vergeben: Zum Siegerprojekt wurde die Neuorganisation der Fakultät für Psychologie der Universität Wien erkoren, den zweiten Preis erhielt das Wissensbilanz-Projektteam der Universität für Bodenkultur (BOKU).

Mehr dazu a.O.

Geschrieben von: KARL Tuesday, 21.11.2006, 12:05
derstandard.at/?id=2665834

"Neid an der Uni ist kein Mythos"
Jutta Menschik-Bendele, Vizerektorin der Uni Klagenfurt, über das Konfliktpotenzial unter Lehrenden und Studierenden

Geschrieben von: lector Thursday, 25.01.2007, 17:04
www.zeit.de/2007/05/C-Zulassung-Hochschulen

DIE ZEIT, 25.01.2007 Nr. 05

»Das ist Notwehr!«
Die Hochschulen entdecken den lokalen Numerus clausus als Waffe gegen die Sparpolitik

Von Jan-Martin Wiarda

Geschrieben von: lector Saturday, 27.01.2007, 12:25
science.orf.at/science/news/147045

Anregungen zur Förderung europäischer Exzellenz

Mehr Studenten an die Fachhochschulen und weniger Wettbewerb auf nationaler Ebene - das sind die Vorschläge eines Experten zur Sicherung des europäischen universitären Forschungsraums.



Geschrieben von: lector Saturday, 10.02.2007, 12:07
derstandard.at/?id=2761407

Hochschule Heiligenkreuz zur Päpstlichen Hochschule erhoben - Vollausbau zur "Päpstlichen Fakultät" mit Lizenziats- und Doktoratstudium angestrebt

Geschrieben von: lector Wednesday, 14.03.2007, 19:44
derstandard.at/?id=2803256

Rektoren von Wiener Kunst-Unis im Interview: Gerald Bast und Stephan Schmidt-Wulffen.

Geschrieben von: KARL Sunday, 22.04.2007, 12:48
derstandard.at/?id=2850398

"broken promises"

Geschrieben von: lector Saturday, 12.05.2007, 09:34
science.orf.at/science/news/148075

WU-Rektor warnt vor "Kommerzialisierung" der Unis


Geschrieben von: lector Sunday, 13.05.2007, 13:37
noe.orf.at/stories/192028

QUOTE
Mit einem Festakt wird am Freitagvormittag die Ernennung der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Stifts Heiligenkreuz zur päpstlichen Hochschule gefeiert. Die Lehrstätte bekommt damit mehr Eigenständigkeit.
...

Geschrieben von: lector Wednesday, 4.07.2007, 10:02
science.orf.at/science/news/148544

Reformen für ausländische Studenten und Forscher

Erleichterungen für Studenten und Forscher aus Nicht-EU-Ländern kündigte Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) an. An Unis mit Zugangstests wird es eine bedingte Zulassung inklusive Aufenthalt in Österreich geben.

Forscher - und dazu werden auch Dissertanten zählen - sollen Ausnahmeregelungen im Ausländerbeschäftigungsgesetz erhalten, Hahn berichtete über eine diesbezügliche Einigung mit Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) bzw. dem Innenministerium.


Mehr dazu a.O.

Geschrieben von: lector Tuesday, 2.10.2007, 17:48
QUOTE
Seit zwei Jahren steht fest, dass Wien eine neue Wirtschaftsuniversität (WU) bekommt, in der alle vier Standorte der Uni zusammengelegt werden. Jetzt ist fix: Die WU wird am Südende des Messegeländes im Prater stehen.


Weiterlesen auf wien.orf.at/stories/225836/

oder

science.orf.at/science/news/149633

Geschrieben von: lector Thursday, 29.11.2007, 19:28
DE - Preis für Hochschulkommunikation:

www.zeit.de/2007/49/B-HS-Kommunikation

Die Universität Marburg bekommt einen Preis für den besten Internetauftritt. Doch die Jury ist sich einig: Gravierende Lücken gibt es auch hier.

...

Geschrieben von: lector Friday, 7.12.2007, 09:36
oesterreich.orf.at/stories/241008/

QUOTE
Drei Prozent mehr Studenten

Der Run auf die Universitäten ist ungebrochen: 227.247 Studenten (ordentliche und außerordentliche Hörer) studieren im Wintersemester 2007/08 an den 21 österreichischen Universitäten, das sind um drei Prozent mehr als 2006/07.

Um 2,4 Prozent mehr Studienanfänger
Die Zahl der Studienanfänger hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 34.346 erhöht, um 2,4 Prozent mehr als im vergangenen Studienjahr.

Das geht aus den Datenmeldungen der Unis (Stichtag 4. Dezember) nach dem endgültigen Ende der Inskriptionsfrist Ende November hervor, die das Wissenschaftsministerium bekanntgegeben hat.



So. Und jetzt sofort drei Prozent mehr Lehrende einstellen!

Geschrieben von: KARL Friday, 18.04.2008, 12:11
derstandard.at/?id=3306215

Deutschlands Uni-Sekretariate im Test
Eine Serviceplattform testete 50 Uni-Sekretariate auf Studierenden- Freundlichkeit und sieht "ein bisschen" Bewegung in der "Servicewüste"


Keine Sorge, wir veranstalten hier keine Umfrage zu den uns nahestehenden Institutssekretariaten. rolleyes.gif Die Angestellten da sind alle sehr nett, gell ja. wink.gif

Geschrieben von: lector Wednesday, 23.04.2008, 12:30
derstandard.at/?id=3312069 22. April 2008 18:52

Der WU-Rektor fordert "Plätze, wo man sich hinsetzen kann"
Christoph Badelt, Rektor der WU Wien, plant gerade sein neues Uni-Gebäude auf dem Wiener Messegelände, das 2012 eröffnet werden soll

QUOTE
Eine Universität muss auch ein geistiges Zentrum sein, da müssen heiße politische Debatten stattfinden und originelle kulturelle Veranstaltungen zu günstigen Preisen.
Na dann los! dry.gif



Wer´s genau wissen möchte -> a.O. weiterlesen.


---
Und die Archäologien ziehn dann ins leer werdende Gebäude in der Althanstraße ... blink.gif

Geschrieben von: KARL Wednesday, 23.04.2008, 14:07
Von ebenda:
QUOTE
Die jetzige WU funktioniert nur, weil der Großteil der 23.000 Studierenden nicht da ist.


unsure.gif

Geschrieben von: lector Wednesday, 7.05.2008, 12:40
science.orf.at/science/events/151476

Im Mai 1943 wurde an der Uni Wien das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft gegründet. Zum 65-jährigen Bestehen reflektieren mehrere Veranstaltungen den Zusammenhang zwischen Politik und Theater.


Mehr dazu (Ausstellung, Tagung ...) a.O.

Geschrieben von: Spider Saturday, 10.05.2008, 17:31
diepresse.com/home/bildung/universitaet/382807/index.do

"Autonomie darf nicht nur ökonomisch sein"
Konrad Paul Liessmann über Ethik und Abhängigkeiten, Orchideenfächer und Gewinnmaximierung

Geschrieben von: KARL Tuesday, 20.05.2008, 14:06
QUOTE
Akademie-Professor Demand stellt Kunstakademie in Frage

Für "einen großen Irrsinn" hält der Nürnberger Akademie-Professor
und Kunsttheoretiker Christian Demand die Kunstakademie in ihrer
heutigen Form. "Weniger als fünf Prozent aller Studierenden
können am Ende von dem leben, was sie auf der Akademie gelernt
haben." Damit werde die Akademie ihrer Verantwortung nicht
gerecht. Das Lehrangebot müsse daher verbreitert und ein
verbindlicher Lehrplan eingeführt werden, sagt Demand in einem
ZEIT-Streitgespräch mit Olaf Metzel, Bildhauer und Professor an
der Münchner Akademie der Bildenden Künste.

Metzel weist diese Forderung zurück. "Es braucht viele, damit
wenige gut werden", argumentiert er und verweist auf den
internationalen Erfolg der deutschen Kunst. Der sei nicht zuletzt
den Akademien in ihrer heutigen Form zu verdanken. Kunst könne
man nicht nach Schema lernen, die Kunstakademie sei ein Ort ohne
Zwang. "Diesen Freiraum müssen wir uns bewahren und nutzen."


ZEIT-Brief, 20. Mai 2008

Geschrieben von: KARL Friday, 23.05.2008, 13:02
QUOTE
Die Universität Wien feiert das zehnjährige Bestehen des Campus mit einer Veranstaltungsreihe, die ihn als Ort der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, aber auch als Teil des städtischen Lebens und als Erholungsraum in Szene setzt.


campus.univie.ac.at/index.php?id=25501


---
derstandard.at/?id=3345435

QUOTE
"Wissenschaftssommer" im Uni-Campus
Vor zehn Jahren übernahm die Uni Wien das "Alte AKH", jetzt wird mit Wissenschaftspicknicks, Cocktails und Spielplatz gefeiert

Geschrieben von: KARL Friday, 6.06.2008, 09:17
diestandard.at/?id=1207285757108 05. Juni 2008 19:03

QUOTE
"Rein politisches Urteil": Verbot an türkischen Universitäten bleibt
Verfassungsgericht erklärt umstrittenes Gesetz für ungültig, das islamische Kopfbedeckung erläubt hätte und leitet zudem Verbotsverfahren für AKP ein

Ankara - Das türkische Verfassungsgericht hat am Donnerstag das Kopftuchverbot für Studentinnen bestätigt und gleichzeitig das Verbot der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan eingeleitet. Nach einer mehr als sechsstündigen Sitzung erklärte das Gericht die Parlamentsentscheidung vom Februar für ungültig, mit der die Kopftuchfreiheit für Studentinnen durchgesetzt werden sollte. In einer knappen Erklärung verwies das Gericht auf das übergeordnete Verfassungsprinzip des Laizismus.


Mehr dazu a.O.

Geschrieben von: KARL Sunday, 8.06.2008, 12:12
Verschiedenes aus dem ZEIT-Jobletter (Jobbrief DIE ZEIT Juni 2008)


Seminar beim Avatar
Wie das Internet unsere Schulen und Universitaeten veraendern
wird
Von Thomas Kerstan
www.zeit.de/2008/21/III-Bildung_-Schule

Gleichung mit vielen Unbekannten
Die Mathematikerin Olga Holtz war ihr Leben lang eine
Ueberfliegerin, die es nirgendwo lange aushielt. Nun hat man sie
mit einer Million Euro nach Berlin gelockt. Geht sie bald wieder?
Von Christoph Droesser
www.zeit.de/zeit-wissen/2008/03/Portraet-Olga-Holtz

Alles ausser gewoehnlich
Immer mehr Hochschulen locken ihre Studenten mit ausgefallenen
Masterprogrammen - die Berufsaussichten der Absolventen sind
ueberraschend gut
Von Katja Bosse
www.zeit.de/2008/22/C-8-Masterprogramme

Abschied vom Normstudenten
Endlich stellen sich die Hochschulen auf die Lebenswirklichkeit
vieler Studienanfaenger ein: Teilzeitangebote sollen Studium, Job
und Elternschaft vereinbar machen
Von Gudrun Lund
www.zeit.de/2008/22/C-7-Teilzeitstudium

So macht's der Nachbar
In Deutschland halten die Kultusminister am Staatsexamen fuer
Lehrer fest. In Oesterreich hat man mit dem Bachelorabschluss
gute Erfahrungen gemacht
Von Kilian Kirchgessner
www.zeit.de/2008/22/C-6-LehrerAustria

Geschrieben von: KARL Tuesday, 17.06.2008, 10:25
Und hier Verschiedenes aus der PRESSE:

diepresse.com/home/bildung/unilive/index.do



Geschrieben von: KARL Tuesday, 24.06.2008, 20:57
Auch so ein Thema ...

Miete vom Mieter, der früher Hauseigentümer war
Die Unis "gehören" der Bundesimmobiliengesellschaft - Regierungsparteien wollen dafür Non-Profit-Regelung


[...]

derstandard.at/?id=3320478 / 30. April 2008 08:51

Geschrieben von: KARL Saturday, 28.06.2008, 20:36
QUOTE
"Ich gehe allen Politikern auf die Nerven"
Rektorenchef Christoph Badelt stellte sich im derStandard.at-Chat den Fragen der UserInnen - Protokoll zur Nachlese

"Persönlich" befürwortet Rektorenchef Christoph Badelt die Freigabe der Studiengebühren für Studierende aus Drittstaaten. Wie hoch diese an der Wirtschaftsuniversität wären, könne er derzeit noch nicht sagen. Dem Plan des Wissenschaftsministeriums, dem Unirat mehr Macht bei der Wahl des Rektors zu geben, erteilt er eine Absage. Außerdem sprach Badelt im derStandard.at-Chat über Karrieremöglichkeiten für junge WissenschafterInnen, über Unis als "eine besondere Art von Unternehmen" und über Zugangsbeschränkungen für Masterstudien.


Zum Chat-Protokoll -> derstandard.at/?id=3393074

Geschrieben von: KARL Wednesday, 23.07.2008, 19:19
derstandard.at/?id=1216325472988

Uni Wien: Sinologie boomt.



Geschrieben von: KARL Monday, 28.07.2008, 12:05
Uni Wien will Lehramtsstudium für Chinesisch einführen
Sprache soll als Mittelschul- und Maturafach an Gymnasien unterrichtet werden

derstandard.at/?id=1216917931914


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science.orf.at/science/news/152138

Geschrieben von: KARL Friday, 7.11.2008, 19:28
derstandard.at/?url=/?id=1226067101200 07. November 2008 15:52


Sechs Prozent mehr Studierende in Österreich
Für dieses Studienjahr zeichnen sich laut Daten des Wissenschaftsministeriums leicht steigende Studentenzahlen ab - WU muss Matrikelnummern nachbestellen

Wien - Nach Ende der regulären Inskriptionsfrist mit Ende Oktober zeichnen sich stagnierende bis leicht steigende Studentenzahlen an den österreichischen Universitäten ab. Laut Daten aus dem Wissenschaftsministerium ist die Zahl der Studienanfänger (Erstzugelassene) an den 21 Unis (mit Stichtag 31.10.) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 31.660 auf 33.552 gestiegen, ein vorläufiges Plus von knapp sechs Prozent. Damit wurde schon vor der bis Ende November laufenden Nachfrist für die Inskription der Gesamtwert des Vorjahres (34.250) nahezu erreicht.


Mehr dazu a.O.

Geschrieben von: KARL Saturday, 8.11.2008, 18:11
Zum Vorigen auch science.orf.at/science/news/153264

Geschrieben von: KARL Wednesday, 26.11.2008, 12:12
derstandard.at/?id=1227287014451 25. November 2008 15:44

QUOTE
Wiener Medizin Uni braucht mehr Platz
Mittelfristig soll ein eigener Campus entstehen, möglicherweise im 18. Bezirk - Kritik an Studienplatzerhöhung im neuen Regierungsprogramm



Wen´s interessiert ...

Geschrieben von: KARL Thursday, 4.12.2008, 19:28
QUOTE
Unirektor fordert Auflösung des Wissenschaftsministeriums


Wolf-Dietrich von Fircks heißt derjenige, welcher - alles klar?*)

derstandard.at/?id=1227287791444


*) Einem Österreicher wär' so etwas nie im Leben eingefallen.



---
s. auch science.orf.at/science/news/153603

Geschrieben von: KARL Wednesday, 10.12.2008, 22:57
24 Jahre alt: Deutschlands jüngster Uni-Professor
Ostap Okhrin erhielt mit 22 den Doktortitel in Mathematik - Jetzt löst er Stargeigerin Fischer als jüngster Hochschulprofessor Deutschlands ab

Wen´s interessiert:
derstandard.at/?id=1227288172036


Juniorprofessor, wohlgemerkt. dry.gif

Geschrieben von: KARL Monday, 15.12.2008, 13:39
QUOTE
Studentenzahlen an Unis weiter im Plus

Im derzeit laufenden Wintersemester 2008/09 sind an den 21 österreichischen Unis rund 238.500 Studenten inskribiert, das sind um 2,4 Prozent mehr als im vergangenen Jahr (233.046).

Mit 2,3 Prozent etwa gleich hoch ist das Plus bei den Erstzugelassenen, also jenen, die erstmals an einer österreichischen Uni inskribieren: Diese Zahl wuchs von 34.963 auf fast 35.800.

Das geht aus den Datenmeldungen der Unis nach dem Ende der Inskriptionsfrist Ende November hervor, die das Wissenschaftsministerium am Montag bekannt gegeben hat.

Fast wieder wie vor den Studiengebühren

Seit dem deutlichen Einbruch in Folge der Einführung der Studiengebühren im Jahr 2001 ist die Gesamtstudentenzahl damit um 22 Prozent gestiegen. Mit 238.500 Studenten im laufenden Wintersemester ist auch schon fast wieder der Rekordwert vor Einführung der Studiengebühren von 242.000 Hörern im Wintersemester 2000 erreicht.

Größtes Plus in Leoben und an der Boku

Die prozentuell höchsten Zuwächse bei der Gesamtstudentenzahl verzeichnete die Montanuniversität Leoben mit plus 9,6 Prozent (auf knapp 2.700) gegenüber dem Vorjahr und die Universität für Bodenkultur Wien mit plus 8,4 Prozent auf rund 7.900 Studenten.

Bei den studentenstärksten Hochschulen verzeichnet die Uni Innsbruck ein Plus von 4,4 Prozent auf rund 22.600, die Wirtschaftsuniversität Wien ein Plus von 4,1 Prozent auf rund 24.200, die Uni Graz von plus 3,1 Prozent auf etwa 22.700 und die Uni Wien ein Plus von 1,6 Prozent auf 73.900.

Rückgänge bei der Gesamtstudentenzahl verzeichnen nur die Medizinischen Universitäten Wien und Innsbruck um jeweils rund acht Prozent, offensichtlich in Folge des beschränkten Uni-Zugangs im Medizin-Studium.

Neo-Studierende: Wiener Unis mit höchstem Zuwachs

Bei der für die einzelnen Unis entscheidenden Zahl der neuzugelassenen Studenten (im Gegensatz zu den Erstzugelassenen beinhaltet diese Zahl auch Studienwechsler, Anm.) weisen die Wirtschaftsuniversität Wien (plus 7,3 Prozent) und die Uni Wien (plus 5,1 Prozent) die höchsten Steigerungsraten auf.

Deutlich weniger Neuzugelassene als im vergangenen Jahr haben die Uni Klagenfurt (minus 18,4 Prozent), die Universität für Bodenkultur (minus 7,9 Prozent) und die Universität Graz (minus 4,5 Prozent).

[science.ORF.at/APA, 15.12.08]

science.orf.at/science/news/153739

Geschrieben von: KARL Monday, 15.12.2008, 20:51
QUOTE
Immer mehr Studierende: Ungebremstes Wachstum an Unis
Gesamtstudentenzahl steigt um 2,4 Prozent auf 238.500 - Knapp 36.000 Studienanfänger - Seit Einführung der Studiengebühren Anstieg um 22 Prozent



derstandard.at/?id=1227288653972


Geschrieben von: KARL Wednesday, 17.12.2008, 11:44
Neue WU für Wien

www.orf.at/081216-32882/index.html

Geschrieben von: KARL Monday, 22.12.2008, 22:30
Angeblich immer mehr Studierende, und jetzt ...

Universitäten: Stagnation bei Studienabschlüssen

Die Absolventenquote an den Unis stagniert: Im Studienjahr 2006/07 ist die Zahl der Uniabsolventen mit 22.121 gegenüber dem Jahr davor fast gleich geblieben (plus 0,9 Prozent gegenüber 2005/06). Die Zahl der Erstabschlüsse sank sogar leicht um 1,3 Prozent auf 18.397, wie aus dem neuen "Statistischen Taschenbuch" des Wissenschaftsministeriums hervorgeht.

Zitat: www.orf.at/ticker/312315.html

Mehr auf science.orf.at/science/news/153858

Geschrieben von: KARL Friday, 23.01.2009, 18:29
In Linz beginnt´s, oder doch nicht? dry.gif


Auf ooe.orf.at/stories/337214/ zu lesen:
QUOTE

Empörung über Absage für Medizin-Uni
Die Absage von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) für eine Linzer Medizin-Universität hat Empörung ausgelöst. Hahn sieht keinen Bedarf, Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) widerspricht seinem Parteifreund vehement.


Mehr dazu a.O.
oder zB auf derstandard.at/?id=1231152696417

Geschrieben von: KARL Friday, 23.01.2009, 22:33
Währenddessen benennt man in Wien Hörsäle um,

derstandard.at/?id=1231152705855 23. Jänner 2009, 18:42

Meitner, Mach und Doppler an der Uni
Wien: Fakultät für Physik ehrt Wissenschafter mit Hörsaalumbenennung

[...]


Ad fontes mit physics.univie.ac.at/ und physics.univie.ac.at/index.php?id=644&tx_ttnews[tt_news]=555&tx_ttnews[backPid]=234&cHash=d4581efa86


Da wird aber allenthalben Stolz aufkommen, wenn man ab sofort nicht mehr im Hörsaal 1 hört oder liest, sondern im Ludwig-Boltzmann-Hörsaal. dry.gif

Ob es ein gutes Zeichen für gegenwärtige Zustände ist, wenn vergangene derart beschworen werden? unsure.gif

Geschrieben von: KARL Friday, 6.03.2009, 18:08
Fügen wir unserer Mischkulanz dies hinzu:

derstandard.at/?id=1234508799554 06. März 2009, 14:21

Christoph Badelt, Präsident der Universitätenkonferenz, im Interview über die abgeschafften Studiengebühren, Evaluierungen und Frauenförderungen

Geschrieben von: KARL Thursday, 28.05.2009, 16:54
www.orf.at/ticker/329387.html

Uni-Orchester: Mozarteum-Studenten rebellieren

In der Salzburger Kunst-Universität Mozarteum droht ein Streit über die Orchesterordnung zu eskalieren. Studentenvertreter laufen Sturm gegen zusätzliche, über den Lehrplan hinausreichende Verpflichtungen im Hochschulorchester.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at
salzburg.orf.at/stories/364957/

Geschrieben von: KARL Saturday, 19.09.2009, 10:01
derstandard.at/1252771695946/Rolle-der-U...e-Unis-in-der-Klemme

QUOTE
Die Marshallplan-Jubiläumsstiftung ließ über die gesellschaftliche Rolle der Universitäten nachdenken



Denken wir also nach. dry.gif

Geschrieben von: Jahelle Tuesday, 22.09.2009, 21:36
und wieder ein paar neue vorschläge des herrn minister:

Hahn will bezahltes Doktoratsstudium cool.gif

Langfristiger Plan: Der Wissenschaftsminister will, dass 50 Prozent der Bachelor-Absolventen in den Beruf einsteigen blink.gif


derstandard.at/1253596318099/Universitae...tes-Doktoratsstudium



Geschrieben von: KARL Tuesday, 29.09.2009, 14:05
QUOTE (Jahelle @ Tuesday, 22.09.2009, 21:36)


Hahn will bezahltes Doktoratsstudium cool.gif


Ich denk, der is scho Doktor biggrin.gif



Hier was anderes, von www.orf.at/ticker/342791.html
QUOTE
Neuer Absolventenrekord an Unis

Einen neuen Rekord an Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen (FH) gab es im Studienjahr 2007/08. Die Zahl der Studienabschlüsse stieg an den Unis auf 23.910, das ist ein ein Plus von 8,1 Prozent.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at
-> oesterreich.orf.at/stories/393080/

Geschrieben von: Jupiterl Tuesday, 29.09.2009, 22:33
Bologna verleiht Flügel !

Geschrieben von: KARL Thursday, 12.11.2009, 13:02


derstandard.at/1256744558099/Unis-Derzei...rende-als-im-Vorjahr

Geschrieben von: KARL Saturday, 14.11.2009, 20:25
"Lebenslanges Lernen" blink.gif

derstandard.at/1256744767248/Tagung-Lebe...sen-flexibler-werden

Geschrieben von: KARL Thursday, 15.04.2010, 11:41
Na endlich dry.gif

Reinhart Gutzeit als Rektor des Salzburger Mozarteums bestätigt
Einstimmiges Votum für den seit 2006 amtierenden Pädagogen und Manager


derstandard.at/1269449641876/Reinhart-Gu...ozarteums-bestaetigt
14. April 2010, 13:27

Geschrieben von: KARL Thursday, 17.06.2010, 11:09


www.orf.at/ticker/372372.html

Rechencluster der Wiener Unis wird ausgebaut

Das Wissenschaftsministerium hat zwölf Millionen Euro für den Ausbau der Supercomputer-Kapazitäten an den Wiener Universitäten bereitgestellt. Mit dem Geld soll unter anderem ein neuer Großrechner im Wiener Arsenal gebaut werden.

Mehr dazu in futurezone.ORF.at
futurezone.orf.at/stories/1650831/

Geschrieben von: KARL Sunday, 20.06.2010, 12:38
Mehr als derstandard.at/1276413450765/Hochschuldi...ei-relevanten-Themen ist das Ganze nicht wert.

Geschrieben von: KARL Wednesday, 30.06.2010, 16:41
derstandard.at/1277337087533/Endbericht-...ls-groesste-Leistung


---

www.orf.at/ticker/374060.html

Geschrieben von: lector Monday, 5.07.2010, 16:47
Ein trefflicher Beitrag für unsere bunte Mischung jetzt auf www.orf.at/ticker/374605.html

QUOTE
Steirische Unis fördern "Karriere zu zweit"

Die fünf steirischen Universitäten starten das österreichweit erste "Dual Career Service" im Hochschulbereich. Mit einer Jobbörse und einem umfangreichen Beratungssystem will man hoch qualifizierten Paaren den Weg zu den Unis ebnen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at
-> steiermark.orf.at/stories/453942/




"Dual Career Service" - schon wieder so eine supertolle neumodische Benamsung.

Geschrieben von: KARL Saturday, 25.09.2010, 11:36
"Studentenplus" unsure.gif

derstandard.at/1285199166589/Semesterbeg...lus-zeichnet-sich-ab

Ach so! dry.gif

Geschrieben von: KARL Monday, 15.11.2010, 18:27
www.orf.at/stories/2025514:

QUOTE
Unis: Immer mehr Österreicher in Deutschland

Immer mehr Österreicher wandern zum Studium nach Deutschland aus, weil sie die Aufnahmsprüfungen an den heimischen Unis nicht geschafft haben. In München stellen die heimischen Studenten derzeit die größte Ausländergruppe.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at -> kaernten.orf.at/stories/481709

Geschrieben von: KARL Thursday, 9.12.2010, 12:53
www.orf.at/stories/2029933

QUOTE
Die Zahl der Studenten an den österreichischen Universitäten wächst weiter: Laut Daten des Wissenschaftsministeriums haben sich heuer knapp 282.000 Personen inskribiert, das entspricht einem Plus von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at
-> oesterreich.orf.at/stories/486422

Geschrieben von: lector Tuesday, 28.12.2010, 13:28
QUOTE
Trotz Kampagne nicht mehr MINT-Studenten

Werbung des Wissenschaftsministerium kostete fast 500.000 Euro - noch ohne Effekt

Wien - Fast eine halbe Million Euro - exakt 463.082 - hat das Wissenschaftsministerium bis dato für seine Kampagne ausgegeben, mit der Maturanten zum Studium eines der sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik, animiert werden sollen. Auswirkungen auf die Studienwahl haben die Inserate allerdings bisher noch nicht gezeigt, wie Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Grünen erklärt.


Weiterlesen auf derstandard.at/1293369561305/Trotz-Kampa...-mehr-MINT-Studenten / 27. Dezember 2010, 18:10

Geschrieben von: Jupiterl Tuesday, 28.12.2010, 15:07
Ja, ja!

BRUNOs haben es leichter! smile.gif

Geschrieben von: Solon Wednesday, 12.01.2011, 17:28
QUOTE (Jupiterl @ Tuesday, 28.12.2010, 15:07)


BRUNOs

Was isn das? unsure.gif (kenne nur Kreisky laugh.gif )


Etwas für diesen Thread?:
derstandard.at/1293370484235/Hochschulpo...k-Probleme-ignoriert

Hochschulpolitik: Wie die Politik Probleme ignoriert
von Jan-Philipp Schifko | 12. Jänner 2011, 10:30

Seit Jahren fordern Universitäts- und Hochschülerschaftsvertreter, Bildungsexperten und NGOs, dass die Mittel für den tertiären Bildungssektor erhöht werden

Geschrieben von: Jupiterl Wednesday, 12.01.2011, 18:24
Brunos heißt:

Bled
Reden
Und
Nix
Orbeiten !!!

Geschrieben von: lector Thursday, 20.01.2011, 17:22
Danke Jupiterl - ich hatte diese Abkürzung auch nicht gekannt. Hast Du sie erfunden? rolleyes.gif


---

Nicht wegen des "sinnfreyen" Artikels, mehr wegen einiger Lesermeinungen weise ich hin auf derstandard.at/1293371093628/Blog-Krisen...n-hat-sich-ueberlebt

Ich bin so Frey. dry.gif

Geschrieben von: lector Thursday, 20.01.2011, 17:42
Und gleich noch was ...

derstandard.at/1293371186617/Deutsche-Re...rreich-wird-groesser

Deutsche Rektorenchefin: Studentenandrang nach Österreich wird größer



Nur zu!

Geschrieben von: Jupiterl Thursday, 20.01.2011, 21:18
Der BRUNO-Witz: uralt, aus der Zeit eines Hundertjährigen ...

Aber Wintermantel ist gut: Ideales Kleidungsstück für Ministerinnen, Rektoren und Rektorinnen, ...

Geschrieben von: Solon Thursday, 20.01.2011, 22:10
QUOTE (Jupiterl @ Thursday, 20.01.2011, 21:18)
Der BRUNO-Witz: uralt, aus der Zeit eines Hundertjährigen ...


DANKE Jupiterl! biggrin.gif

Geschrieben von: Solon Monday, 14.02.2011, 12:57
derstandard.at/1297216236464/Interview-m...mehr-als-Oesterreich

Interview: Antonio Loprieno, Schweizer Rektorenchef

Geschrieben von: lector Tuesday, 26.04.2011, 12:23
"falsche Vorstellungen vom Studium" zurechtrücken.

Könnte schon Sinn machen.

derstandard.at/1303291405399/Wiener-Publ...wartungen-aufraeumen

Geschrieben von: KARL Tuesday, 10.05.2011, 14:30
derstandard.at/1304428521046/OeH-Wahlkam...hissen-ist-deine-Uni

Wahlwerbung

Geschrieben von: lector Monday, 16.05.2011, 20:51
derstandard.at/1304551832561/derStandard...-enormen-Sprengstoff

Im Interview: Alexander Van der Bellen

Geschrieben von: Jupiterl Sunday, 7.08.2011, 00:58
Über unsere bundesdeutschen Kommilitonen berichtet der "Standard":

Kopf des Tages
Der deutsche Student an unserer Uni
05. August 2011 19:03
11,3 Semester braucht der deutsche Student im Schnitt für sein Diplom, der österreichische 12,6 Semester
Zu erkennen ist er daran, dass er "Kommilitone" sagt anstatt Studienkollege. Oder "Abitur" anstatt Matura. Und nach der Vorlesung geht er in die "Kneipe" und meint eigentlich ein Beisel. Jedoch am allerschlimmsten: Ein richtig gutes Studentenfestl ist für ihn "eine fette Fete".


Weiteres:
derstandard.at/1311802859374/Kopf-des-Ta...udent-an-unserer-Uni

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