Früheste Zeugnisse für Rohmilch-Verarbeitung in der Mongolei

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07 Nov 2018 10:27 #1 von Jupiterl
Früheste Zeugnisse für Rohmilch-Verarbeitung in der Mongolei
7. November 2018, 06:00

Genetische Studien zeigen, dass Milchviehhaltung vor über 3.000 Jahren durch kulturellen Austausch in die ostasiatischen Steppe kam

Jena – Käse und andere Milchprodukte spielen in der Menschheitsgeschichte eine bedeutende Rolle. Bereits vor über 7.000 Jahren haben frühe Viehalter festgestellt, dass weiterverarbeitete Milch viel bekömmlicher ist als Rohmilch. Damals, im Frühneolitikum, litt nicht nur die europäische Bevölkerung noch weitgehend unter Laktoseintoleranz. Mit anderen Worten: Der Milchzucker wurde im Darm nur schlecht abgebaut. Die Folgen reichen von Blähungen über Übelkeit und Krämpfe bis zu schweren Durchfällen.

Die Milchweidewirtschaft fand in den folgenden Jahrtausenden auch ihren Weg in die mongolische Steppe, was den dortigen Hirtenvölkern dabei half, in weiterer Folge den größten Teil Asiens und Europas zu erobern. Wie diese Lebensform ursprünglich in die Region gelangt ist, war allerdings lange Zeit unklar. Nun haben internationale Forscher Belege dafür entdeckt, dass die Milchviehhaltung bereits vor über 3.000 Jahren durch einen Prozess kultureller Übertragung in die Mongolei kam.

Kultureller Austausch
Grundlage der neuen Erkenntnisse bilden Analysen von Milchproteinen, die in archäologischem Zahnstein konserviert sind. Die gemolkenen Tiere – Rinder, Schafe und Ziegen – stammen ursprünglich nicht aus der Region und wurden wahrscheinlich von westlichen Steppenhirten eingeführt. Dennoch wiesen DNA-Analysen bronzezeitlicher Bewohner der Mongolei nur minimale genetische Beiträge von westlichen Steppenhirten auf. Das deutet darauf hin, dass Milchtierhaltung und Molkereitechnologien – im Gegensatz zu dem in Europa beobachteten Muster – nicht durch große Wanderungsbewegungen, sondern durch kulturelle Prozesse übertragen werden. -

Weiteres:
derstandard.at/2000090759906/Frueheste-Zeugnisse-fuer-Milchviehhaltung

www.pnas.org/content/early/2018/10/31/1813608115.short?rss=1
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