Thema MILCH

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20 Jun 2012 20:08 #1 von Jupiterl
Thema MILCH wurde erstellt von Jupiterl
Urgeschichte Erstellt am 20.06.2012.
Milch: Beliebt seit 7.000 Jahren
Milchprodukte sind ein Grundpfeiler unserer Ernährung. Forschern zufolge nutzt der Mensch das nahrhafte Naturprodukt schon seit 7.000 Jahren. Der Milchzucker dürfte in der Jungsteinzeit allerdings noch so manchen Magen verstimmt haben.

Ur-Milchtrinker in der grünen Sahara
Schon die prähistorischen Bewohner der Sahara haben Milchvieh gehalten. Sie zogen mit ihren Herden durch die damals grüne Savannenlandschaft, gewannen die Milch und verarbeiteten diese auch weiter, berichtet ein internationales Forscherteam nach der Untersuchung von Fett-Rückständen in jahrtausendealten Tongefäßen.

Weiteres:
science.orf.at/stories/1700478/
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21 Jun 2012 10:02 - 21 Jun 2012 10:03 #2 von Jahelle
Jahelle antwortete auf Thema MILCH

Where is the horse and the rider? Where is the horn that was blowing?
They have passed like rain on the mountain, like wind in the meadow.
The days have gone down in the West behind the hills into shadow.
How did it come to this?
Letzte Änderung: 21 Jun 2012 10:03 von Jahelle. Begründung: Tippfehler
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21 Jun 2012 16:28 - 21 Jun 2012 16:29 #3 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf Thema MILCH
Da zu gab es übrigens am 14. Juni einen ÖGUF-Vortrag von Dr. Eva Rosenstock / FU Berlin: "Warum waren die Neolithiker so klein?"

Da wurde gezeigt, dass das Längenwachstum der menschlichen Langtknochen etwa um die Zeit zunahm (grob: Kupferzeit), als der Mensch Milch zu konsumieren begann, oder, anders herum gesagt, laktoseresistent wurde. Und das erfolgte auch in den Gegenden mit hohem Milchkonsum, also insbesondere Mittel- und Nordeuropa, in der Folge auch Nordamerika. Oder die "ewig langen" Hereros in Ostafrika (Rindviehzüchter = Milchtrinker) verglichen mit den kleinwüchsigen, genetisch weit entfernten, aber ebenfalls fleischessenden San ("Buschmänner") (Jäger/Sammler-Volk).
Letzte Änderung: 21 Jun 2012 16:29 von Jupiterl.
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22 Jun 2012 10:03 - 22 Jun 2012 10:06 #4 von Karl
Letzte Änderung: 22 Jun 2012 10:06 von Carolus.
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01 Sep 2013 18:37 #5 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf Thema MILCH
Die Geheimwaffe im steinzeitlichen Kulturkampf: Milch
1. September 2013, 16:53

EU-Projekt LeCHE untersucht die Ausbreitung der Milchwirtschaft in Europa - Mutation wurde zum Träger einer neuen Kultur

Mainz - Wenn im Verlauf der Geschichte eine Kultur eine andere verdrängt hat, muss das nicht automatisch an einer überlegenen Waffentechnologie gelegen haben. Oft dürften auch Faktoren eine Rolle gespielt haben, die auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken, tatsächlich aber entscheidende Bedeutung haben. Wie zum Beispiel Milch.

Das EU-Projekt LeCHE hat über Jahre hinweg die steinzeitliche Ausbreitung der Milchwirtschaft in Europa und die Entwicklung der Milchverträglichkeit untersucht - immerhin gibt es ganze Weltregionen, in denen die Laktoseintoleranz unter erwachsenen Menschen bei 80 bis 100 Prozent liegt. Dass Europäer Milch und Milchprodukte auch nach dem Abstillen weiter verdauen können, dafür bedurfte es erst einer Veränderung in unserem Erbgut. Die dürfte in zwei Wellen abgelaufen sein und habe vor etwa 8.000 Jahren begonnen, wie die an dem Projekt beteiligte Universität Mainz berichtet.

Weiteres:
derstandard.at/1376534909250/Die-Geheimw...en-Kulturkampf-Milch

www.nature.com/news/archaeology-the-milk-revolution-1.13471
sites.google.com/a/palaeome.org/leche/
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21 Okt 2014 21:00 - 29 Okt 2014 01:08 #6 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf Thema MILCH
EVOLUTION 21.10.2014

Der lange Weg zum Milchgenuss

Ein großer Teil der Menschheit verträgt keine Kuhmilch. Beschwerdefrei konsumieren lässt sie sich nur mit der entsprechenden genetischen Anpassung, die Theorien zufolge mit den Anfängen der Milchwirtschaft zusammenfällt. Laut einer neuen Studie wurde Milch aber erst tausende Jahre danach bekömmlich.

Das ergab die Untersuchung des Genoms von insgesamt 13 Menschen, die zwischen dem 6. und dem 1. Jahrtausend vor Christus in Mitteleuropa lebten. Auch das Heller-Werden der Europäer hat demnach deutlich länger gedauert, als bisher angenommen.

Die Analyse zeigt generell, dass kulturelle Entwicklungsschritte in der europäischen Frühgeschichte mit massiven Veränderungen im menschlichen Erbgut einhergegangen sind. Die Forscher vermuten daher, dass die kulturellen Neuerungen vor allem durch Vermischung einzelner Populationen weitergegeben wurden.

Weiteres:
science.orf.at/stories/1748248/

dx.doi.org/10.1038/ncomms6257

Jetzt kennt sich Jupiterl nimmer aus: Hat vor nicht allzu langer Zeit eine Dame aus Berlin im Rahmen eines ÖGUF-Vortrages dargestellt, dass sich die Laktose-Toleranz nördlich der Alpen etwa am Ende der LBK verbreitete und die Leute dabei auch um einiges Größer wurden. Dass der Grund dafür in der Tatsache liegt, dass Ungarn etwas neben den Alpen liegt?
Letzte Änderung: 29 Okt 2014 01:08 von Jupiterl.
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25 Okt 2014 20:47 #7 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf Thema MILCH
Manchmal dauert's etwas länger:

DNA-Analysen erhellen 5.000 Jahre Frühgeschichte Europas
25. Oktober 2014, 20:10

Untersuchungen zeigen: Kultur und Erbgut veränderten sich zeitgleich, die Fähigkeit zur Verdauung von Kuhmilch kam später als gedacht

Dublin/Europa-weit - Kulturelle Entwicklungen gingen in der europäischen Frühgeschichte mit großen Veränderungen im menschlichen Erbgut einher, wie eine Untersuchung des Genoms von 13 Menschen aus dem 6. bis 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung in Mitteleuropa zeigt. So zeigte sich beispielsweise, dass die Fähigkeit zur Verdauung von Kuhmilch später entstanden ist als ursprünglich gedacht. Die Ergebnisse stützten die Hypothese, dass kulturelle Neuerungen durch Vermischung einzelner Populationen weitergegeben wurden, erklärten Wissenschafter.

Alle Menschen, deren DNA das Team um Cristina Gamba vom University College Dublin (Irland) sequenziert hat, hatten in der Großen Ungarischen Tiefebene gelebt, so der Bericht im Fachblatt "Nature Communications". Diese Region, im südlichen Ostmitteleuropa gelegen, sei eines der zentralen Gebiete gewesen, an denen östliche und westliche Kulturen aufeinandertrafen und ein Ort kulturellen und technologischen Übergangs, schreiben die Wissenschafter. Die ältesten Überreste stammten von zwei Menschen aus der Jungsteinzeit, die um etwa 5.700 vor unserer Zeitrechnung gelebt hatten. Die jüngsten hatten etwa 850 Jahre vor unserer Zeit in der Eisenzeit gelebt. Somit umfasst die Erbgut-Analyse rund 5.000 Jahre europäische Frühgeschichte.

Weiteres:
derstandard.at/2000007130033/DNA-Analyse...ehgeschichte-Europas
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07 Nov 2018 10:27 #8 von Jupiterl
Jupiterl antwortete auf Thema MILCH
Früheste Zeugnisse für Rohmilch-Verarbeitung in der Mongolei
7. November 2018, 06:00

Genetische Studien zeigen, dass Milchviehhaltung vor über 3.000 Jahren durch kulturellen Austausch in die ostasiatischen Steppe kam

Jena – Käse und andere Milchprodukte spielen in der Menschheitsgeschichte eine bedeutende Rolle. Bereits vor über 7.000 Jahren haben frühe Viehalter festgestellt, dass weiterverarbeitete Milch viel bekömmlicher ist als Rohmilch. Damals, im Frühneolitikum, litt nicht nur die europäische Bevölkerung noch weitgehend unter Laktoseintoleranz. Mit anderen Worten: Der Milchzucker wurde im Darm nur schlecht abgebaut. Die Folgen reichen von Blähungen über Übelkeit und Krämpfe bis zu schweren Durchfällen.

Die Milchweidewirtschaft fand in den folgenden Jahrtausenden auch ihren Weg in die mongolische Steppe, was den dortigen Hirtenvölkern dabei half, in weiterer Folge den größten Teil Asiens und Europas zu erobern. Wie diese Lebensform ursprünglich in die Region gelangt ist, war allerdings lange Zeit unklar. Nun haben internationale Forscher Belege dafür entdeckt, dass die Milchviehhaltung bereits vor über 3.000 Jahren durch einen Prozess kultureller Übertragung in die Mongolei kam.

Kultureller Austausch
Grundlage der neuen Erkenntnisse bilden Analysen von Milchproteinen, die in archäologischem Zahnstein konserviert sind. Die gemolkenen Tiere – Rinder, Schafe und Ziegen – stammen ursprünglich nicht aus der Region und wurden wahrscheinlich von westlichen Steppenhirten eingeführt. Dennoch wiesen DNA-Analysen bronzezeitlicher Bewohner der Mongolei nur minimale genetische Beiträge von westlichen Steppenhirten auf. Das deutet darauf hin, dass Milchtierhaltung und Molkereitechnologien – im Gegensatz zu dem in Europa beobachteten Muster – nicht durch große Wanderungsbewegungen, sondern durch kulturelle Prozesse übertragen werden. -

Weiteres:
derstandard.at/2000090759906/Frueheste-Zeugnisse-fuer-Milchviehhaltung

www.pnas.org/content/early/2018/10/31/1813608115.short?rss=1
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