Ötzi forever

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09 Jul 2017 15:29 #21 von Jupiterl
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Ötzis Axtklinge überrascht Forscher
9. Juli 2017, 12:00

Neue Analysen ergaben, dass jenes Kupfer, aus dem die bestehende Axtklinge des Eismanns besteht, nicht aus dem Alpenraum stammt

Padua – Ötzi sorgt auch mehr als 25 Jahre nach seiner Entdeckung für Überraschungen. Die neueste betrifft seine Axt, wie ein italienisches Forscherteam um Gilberto Artioli (Uni Padua) im Fachblatt "PLOS One" berichtet. Artioli und seine Kollegen haben nämlich Isotopenanalysen des verarbeiteten Kupfers vorgenommen und dabei festgestellt, dass es weder aus dem Alpenraum noch vom Balkan stammt, wie man bisher angenommen hatte.

Kupfer aus der Südtoskana
Stattdessen dürfte das Kupfererz ziemlich sicher in der Toskana gewonnen und verarbeitet worden sein. Das passe auch gut zu jüngsten archäologischen Funden in der Toskana, wo man Überreste von bis zu 5000 Jahre alten Kupferschlacken und Kupferschmelzen entdeckt hat. Die Südtoskana scheint also schon zu Ötzis Zeiten ein internationales Zentrum der Metallverarbeitung gewesen zu sein.

Weiteres:
derstandard.at/2000060970219/Oetzis-Axtklinge-ueberrascht-Forscher

journals.plos.org/plosone/article?id=10....journal.pone.0179263
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18 Dez 2019 11:43 #22 von Jupiterl
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UNTERSUCHUNG
Älteste Bogensehne der Welt in Ötzis Köcher identifiziert
18. Dezember 2019, 09:03

Eine bei der Gletschermumie gefundene Schnur besteht entgegen bisherigen Annahmen doch nicht aus Pflanzenfasern, sondern ist tierischer Herkunft

Ein weiteres Rätsel rund um die Gletschermumie Ötzi dürfte gelöst sein. Die Schnur, die der Mann aus dem Eis in seinem Köcher mit sich führte, dürfte eine Sehne für seinen Bogen gewesen sein, teilte das Südtiroler Archäologiemuseum mit. Schweizer Wissenschafter haben herausgefunden, dass die Schnur nicht aus Pflanzen-, sondern aus Tierfasern besteht.

In der Studie des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaften (SNF) konnte nachgewiesen werden, dass als Fasern für die Schnur Beinsehnen einer nicht bestimmbaren Tierart verarbeitet wurden und sich die Schnur hervorragend als Bogensehne eignen würde. Bisher waren Forscher von Pflanzenfasern ausgegangen, die sich für eine Bogensehne nicht bewährt hätten. Die Autoren der Studie hatten für ihre vergleichende Untersuchung mit europaweit gemachten Einzelfunden eine mikroskopisch kleine Faserprobe von Ötzis Bogensehne erhalten.

Weiteres:
www.derstandard.at/story/2000112401934/a...oecher-identifiziert

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14 Jan 2021 10:56 - 14 Jan 2021 10:58 #23 von Jupiterl
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NEUE STUDIE
Vor Ötzis Zeiten waren die Gipfel seiner Heimat eisfrei
18. Dezember 2020, 10:48

Bohrkern aus der Region zeigt: Die älteste Eisschicht ist 5.900 Jahre alt

Als Ötzi vor 5.300 Jahren in den Ötztaler Alpen starb, waren die Gletscher anders als heute noch stabil oder sogar im Wachsen. Ginge man dort noch ein paar Jahrhunderte weiter in der Zeit zurück, würde man jedoch auf eisfreie Gipfel blicken: Das ist die Bilanz einer aktuellen Studie von Forschern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).HintergrundDas gegenwärtige Eiszeitalter begann vor etwa 2,7 Millionen Jahren und ist von einem steten Wechsel langer Kaltzeiten und deutlich kürzerer Warmzeiten geprägt. Das Holozän, also der derzeitige Abschnitt der Erdgeschichte, ist eine dieser Warmzeiten und begann vor rund 12.000 Jahren.

Weiteres:
www.derstandard.at/story/2000122614134/v...einer-heimat-eisfrei

doi.org/10.1038/s41598-020-77518-9
Letzte Änderung: 14 Jan 2021 10:58 von Jupiterl.
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20 Sep 2021 23:43 - 20 Sep 2021 23:44 #24 von Ariadne
Ariadne antwortete auf Aw: Ötzi forever
30 Jahre “Ötzi” – Pleiten, Pannen, und Ungeschick bei Bergung

“Ötzi” war ein so ungewöhnlicher Fund, dass er Polizei, Behörden und Forscher überforderte und zunächst niemand seine Bedeutung erkannte. Leichnam und Ausrüstungsgegenstände wurden deshalb bei der unsanften Bergung beschädigt, und die Fundstelle nur nachlässig abgesucht, sodass einige Ausrüstungsteile noch länger im Eis blieben. Zudem wollten sich die italienischen Carabinieri wegen des unklaren Grenzverlaufs nicht um die Leiche kümmern, und überließen sie den Österreichern.
Die Bergwanderer Erika und Helmut Simon aus Nürnberg glaubten aus einigen Metern Entfernung zunächst “Zivilisationsmüll” herumliegen zu sehen, als sie ihn am 19. September 1991 entdeckten. “Das ist ja ein Mensch”, habe Erika dann aber erkannt. Sie hielten den zierlichen Leichnam für eine Frau. Mit dem letzten Foto auf dem Film seiner Kamera schoss Helmut ein Bild, das Berühmtheit erlangte. Sie stiegen zur Similaunhütte ab und fragten, ob ein Bergsteiger vermisst sei. Man verneinte und der Hüttenwirt Markus Pirpamer rief wegen der grenznahen Fundstelle sowohl die Carabinieri in Südtirol als auch die Gendarmen in Nordtirol an. “Die Italiener winken ab, und so gerät der Fall in die Zuständigkeit der Österreicher”, berichtete Konrad Spindler, damaliger Professor am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Innsbruck, der “Ötzis” Geschichte im Wesentlichen aufklären sollte, in seinem Buch: “Der Mann im Eis”.
Zunächst hieß es etwa in der Tiroler Tageszeitung: “Der Ausrüstung nach zu schließen handelt es sich bei dem Toten um einen Alpinisten; der Unfall dürfte Jahrzehnte zurückliegen.” Zwei Tage später wurde die Eismumie von den Extrembergsteigern Reinhold Messner und Hans Kammerlander im Zuge einer Südtirol-Umrundung besucht und immerhin ins Mittelalter rückdatiert. Auf der Similaunhütte spekulierte Messner, dass es sich um einen Krieger des Tiroler Grafen “Friedrich IV mit den leeren Taschen” aus dem 14. Jahrhundert handeln könnte, der vielleicht bei einem Rückzug von einem verlorenen Scharmützel umkam. Das “Beil aus Eisen und ohne Loch” schätzt er auf “mindestens fünfhundert, wenn nicht gar dreitausend Jahre alt”. Dass man zunächst nicht erkannte, dass es aus Kupfer ist, führen Experten auf eine Oberflächenpatina zurück.

Ausführlich unter:
www.suedtirolnews.it/unterhaltung/kultur...tvI-FSOLCrBgPPL40Kpk
Letzte Änderung: 20 Sep 2021 23:44 von Ariadne. Grund: Formatierung
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