Montafon: Menschengemachte Katastrophe vor 3.500 Jahren

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19 Sep 2012 12:46 - 21 Nov 2015 18:55 #1 von Jupiterl
Archäologie Erstellt am 19.09.2012.

Menschengemachte Katastrophe vor 3.500 Jahren

Schon vor 3.500 Jahren haben Menschen in die Natur eingegriffen und dadurch schwere Katastrophen ausgelöst. Das hat ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt anhand von archäologischen Funden in Bartholomäberg im Montafon herausgefunden.


Die Forscher haben dort drei uralte Siedlungen entdeckt, die mehrfach verschüttet und wieder aufgebaut wurden. Bergbau und Brandrodung an den Hängen über den verschütteten Siedlungen hätten die verheerenden Bergrutsche begünstigt.

Nach Angaben der Frankfurter Archäologen sind diese Funde der älteste Nachweis für menschenverschuldete Umweltunglücke alpenweit. Murenabgänge an abgeholzten Berghängen seien also kein Phänomen der Neuzeit. „Das, was heute in den Alpen passiert, gab es schon vor Tausenden von Jahren“, sagte Ausgrabungsleiter Rüdiger Krause.


vorarlberg.orf.at/news/stories/2550620/
Letzte Änderung: 21 Nov 2015 18:55 von Jupiterl.

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22 Sep 2012 01:03 #2 von Jupiterl
"Archäologie Online" hat natürlich einen ausführlicheren Artikel:
Menschgemachte Ökokatastrophen der Bronze- und Eisenzeit
Kategorie: Forschung 21.09.2012 - Uni Frankfurt / AB

Wissenschaftler der Goethe-Universität um den Archäologen Rüdiger Krause finden erstmals Belege für massive Umweltzerstörungen in der antiken Tallandschaft des österreichischen Montafon.

Die scheinbar unberührte Idylle der Alpenlandschaft, der charakteristische Wechsel zwischen Weideflächen und Bergwäldern, ist offenbar auch das Ergebnis eines Jahrtausende währenden Raubbaus des Menschen an der Natur und daraus resultierender massiver Landschaftsveränderungen.

Massive Umweltzerstörungen und daraus entstehende Katastrophen für Mensch und Tier sind damit nicht nur ein Phänomen der Moderne. Forscher und 25 Studierende der Goethe-Universität unter Leitung des Archäologen Prof. Rüdiger Krause können dank wegweisender Funde im Montafon (Österreich) nun erstmals umfassend belegen, dass bereits die Menschen der Bronze- und Eisenzeit im 2. und 1. Jahrtausend vor Christus ihre Heimatlandschaft durch extensiven Bergbau und weiträumige Brandrodung derartig stark veränderten, dass sie dafür am Ende einen hohen Preis zahlen mussten. Eine tödliche Folge dieser Eingriffe in die Natur: Schon in der Bronzezeit vor 3.500 Jahren rutschten am Bartholomäberg ganze Hänge ab und begruben vereinzelt sogar Siedlungen unter sich:

Weiteres:
www.archaeologie-online.de/magazin/nachr...und-eisenzeit-23162/
Es bedanken sich: Karl

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23 Sep 2012 10:20 #3 von Jahelle

Where is the horse and the rider? Where is the horn that was blowing?
They have passed like rain on the mountain, like wind in the meadow.
The days have gone down in the West behind the hills into shadow.
How did it come to this?

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21 Nov 2015 18:48 #4 von Jupiterl
Forschungsergebnisse zum alpinen Bergbau in der Bronzezeit veröffentlicht
Kategorie: Veröffentlichungen
21.11.2015 - Uni Frankfurt / AB

Im österreichischen Montafon gab es bereits vor 3.500 Jahren Bergbau

Bergbau in den Alpen gibt es schon viel länger als bisher angenommen – im österreichischen Montafon seit der Bronzezeit. Dank C14-Datierungen konnte jetzt eine Forschergruppe der Goethe-Universität Frankfurt am Bartholomäberg in 1.450 Metern Höhe bis zu 3.500 Jahre alte Bergbauspuren aus der mittleren Bronzezeit nachweisen.

Bei ihren Untersuchungen fanden die Forscher auch heraus, dass 2.500 Jahre später – im späten Frühmittelalter – der Bergbau dort offenbar wieder aufgenommen wurde. Denn auch aus dieser Zeit finden sich eindeutige Spuren im Gelände. Damit ist das Gebiet am Bartholomäberg eines der ältesten bisher nachweisbaren Montanreviere im europäischen Hochgebirge.

Die Entdeckung, die durch Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) möglich wurde, gleicht nach Krause »einer kleinen Sensation, da die Fachwelt bronzezeitlichen Bergbau im Montanrevier des Montafons bisher nicht für möglich gehalten hatte.« Auch für das frühe oder hohe Mittelalter liegen sonst nur ganz wenigen Stellen alpinen Bergbaus vor. Krause sieht jetzt eine spannende Verbindung etwa zu den historisch überlieferten neun Eisenschmelzöfen im Drusengau – der Region um Bludenz, dem Klostertal und dem Montafon, die im Churer Reichsurbar im Jahr 843 erwähnt sind.

Krause und sein Team, in dem Archäobotaniker und viele Studierende der Goethe-Universität mitarbeiten, forschen seit 15 Jahren im Montafon, das in den Zentralalpen im Süden des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg liegt. Ziel ist die Erkundung der frühen Besiedlungsgeschichte und des frühen Bergbaus dieser einzigartigen inneralpinen »Siedlungskammer« mit bronze- und eisenzeitlichen Siedlungen und einer bronzezeitlichen Burganlage mit bis zu 3m dicken Steinmauern.


Weiteres:
www.archaeologie-online.de/magazin/nachr...roeffentlicht-37290/

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